Stephan Mark (sm)
01.12.01
"Star Trek - Die wahre Geschichte"
Herbert F. Solow & Robert H. Justman
Inhalt
Herbert F. Solow, Leiter der Produktion bei Desilu, und Robert
H. Justman, Co-Produzent von "Star Trek", bildeten zusammen mit dem verstorbenen Gene Roddenberry das Triumvirat, das 1965
und 1966 die Serie "Star Trek" aus der Taufe hob. Eine Serie, die seit Jahrzehnten Kultstatus hat, die aber gleichzeitig in ihrer Anfangsphase vor schier unüberwindbaren Problemen stand.
Über die Budget-Probleme, die Ablehnung des ersten Pilotfilms, die Besetzung der Trek-Crew und die Unstimmigkeiten vor und hinter der Kamera und generell über die
dritte Staffel - darüber schreiben die beiden Autoren in diesem Buch.
Kritik
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 Zwei ehemalige Mitarbeiter geben Einblicke in das Geschehen um die Classic-Serie. |
Das "Star Trek"-Franchise wächst seit Jahren, das Fandom und
"Star Trek" selbst haben sich verändert. Aktuelle Millionen-Knüller wie "
Star Trek: Der Aufstand" und SFX-überladene "Star Trek: Voyager"-Folgen lassen das Fandom schnell vergessen, wie das
Ganze eigentlich begonnen hatte. Sie sind stolz auf das neue, "erwachsene" "Star Trek" der 80-er und des neuen Jahrzehnts. Dieses Buch wirft einen Blick auf die Geburt von
"Star Trek" und die Probleme, die das "'Star Trek'-Baby" in den ersten Jahren zu bewältigen hatte. Dabei entführt
das Buch den Leser in eine Welt, die uns fern und fremd erscheint und die uns doch so nah gebracht wird, wie sonst nirgendwo.
Die Schauspieler von "Star Trek" und diverse andere Autoren haben ihre eigenen Bücher
verfasst und die Zeit zwischen 1966 und 1969 beschrieben, doch keiner von ihnen war so nah an
"Star Trek" und so stark daran beteiligt wie diese beiden Herren. Justman und Solow tragen sorgfältig Fakten, Geschichten und Gerüchte zusammen, die uns in die Welt von
"Star Trek" bringt und uns aktiv teilhaben lässt - auch wenn fast 35 Jahre vergangen sind.
Jeder wird aber nicht Gefallen an dem Buch finden: Die Schauspieler, einzelne Folgen und auch sonstige Inhaltsangaben zu "Star Trek" selbst spielen eine untergeordnete Rolle. Persönliche Dinge, Streitereien, Gespräche:
Das sind die Hauptthemen. Wir erhalten einen Blick in die Geschäftswelt der 60-er, die Filmpolitik der Fernsehstudios und lernen Menschen kennen, die in der Filmwelt von Hollywood und
vor allem den Desilu-Studios von Bedeutung waren, erfahren Dinge über die Verbindung von
"Star Trek" zu "I love Lucy" und "Mission: Impossible". Solche Dinge dürften den einen oder anderen Leser eher abschrecken als interessieren. Auch wirft das Buch einige Schatten auf die Schönfärberei, die in einigen Büchern betrieben wird. Solow und Justman geben ihre persönlichen Eindrücke, klären
Missverständnisse auf und weisen auf gewisse Fehler hin, die sich in den "Star Trek"-Mythos geschlichen haben. Sie wollen damit aber nie jemanden schlecht erscheinen lassen oder sich selbst zu sehr loben. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls, denn die beiden erweisen sich nicht nur als sympathische Männer, denen
"Star Trek" viel zu verdanken hat, sondern auch als hervorragende Autoren.
Trekkies beziehungsweise Trekkers, die also lieber nicht über Dinge wie die aufgebauschte Briefkampagne zur Rettung von
"Star Trek", der Perücke von Uhura oder auch wie kurz angedeutet über Roddenberrys kleines Drogenproblem und seine Seitensprünge
Bescheid wissen wollen, sollten sich wohl besser den nächsten Episoden-Guide oder das nächste Technik-Buch schnappen. Für alle anderen aber wirft das wohl interessanteste
und klügste aller Sachbücher einen faszinierenden, manchmal traurigen, manchmal lustigen und ehrlichen Blick auf die
"Star Trek"-Anfangsjahre. Das Buch unterhält auf einer sehr persönlichen Ebene, möglich dass dadurch einiges nicht ganz objektiv beschrieben wird. Denn ob dies wirklich die reine Wahrheit ist, kann nicht sicher bestätigt werden. Roddenberry, Gene Coon und viele andere Beteiligte kommen nicht selbst zu Wort. Ralph Sander hat in seinem Referenz-Werk "Das
'Star Trek' Universum" eingeworfen, dass dieses Buch "wie jedes zwangsläufig nur die Wahrheit aus der Sicht der Beteiligten ist".
"Die wahre Geschichte: Ein Blick hinter die Kulissen" weiß nicht nur auf inhaltlicher (wenn, wie erwähnt,
zum Teil. auch kontroverser) Weise zu gefallen, auch die Ausstattung des Buches ist erwähnenswert. Neben der sauberen Übersetzung des zuvor erwähnten Ralph Sanders enthält der Hardcoverband über 500 Seiten, viele Bilder und Zeichnungen (manche davon mit Seltenheitswert), Abdrücke von Original-Memos (Briefe, Listen, Notenblätter
unter andere) sowie die interessante Werbebroschüre von NBC aus dem Jahre 1966 als Nachdruck in der Buchmitte. Im Anhang finden wir die übersetzten Texte der Faksimile vor, sowie ein Stichwortverzeichnis und davor Infos über die Autoren Solow und Justman, sowie eine "Was ist aus ihnen geworden ?"-Liste mit den wichtigsten Namen aus dem Buch.
"Star Trek - Die wahre Geschichte: Ein Blick hinter die Kulissen" ist ein außergewöhnlich dichtes und interessantes Sachbuch, das kompetent übersetzt und mit guter Ausstattung aufwartet - aber vielleicht nicht dem typischen Trekkie-Geschmack entspricht.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Star Trek - Die wahre Geschichte: Ein Blick hinter die Kulissen" |
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| Originaltitel |
"Inside Star Trek: The Real Story" |
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| Buchreihe |
Sachbücher |
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| Autor |
Herbert F. Solow & Robert H. Justman |
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| Übersetzer |
Ralph Sander |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
39,80 DM

Antiquarisch: ca. 6 bis 10 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
510 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/6499 |
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| ISBN |
3-453-13367-6 |
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(sm - 18.03.07)