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Peter Schipfmann (ps)13.04.03

"Die Physik von 'Star Trek'"

Laurence M. Krauss

Inhalt

Das Buch ist in drei Sektionen aufgeteilt.

In der Sektion Eins geht es um die prinzipiellen Möglichkeiten einer interstellaren Raumfahrt. Krauss beginnt mit den Steinen, die die "alte" newtonsche Physik einem bei dem Weg zu den Sternen ("Where no man has gone before") in den Weg legt. Das sind zum einen die Beschleunigungskräfte bei der Startphase eines Raumschiffes, die so stark wären , dass sie jeden menschlichen Körper zerfetzen würden. Die "Star Trek"-Autoren haben ja deshalb die "fiktive" Technik der Trägheitsabsorber eingeführt. Schlechter sieht es aus, wenn es um den Treibstoffbedarf eines Impulsantriebes geht. Der ist, unabhängig von der Art des Antriebs, so immens, dass Reisen zu Zielen außerhalb unseres Sonnensystems praktisch ausgeschlossen sind.

Nun wendet sich der Autor der Physik des 20. Jahrhunderts zu. Die beschränkt bekanntlich die Geschwindigkeit bewegter Objekte auf 0,99 (periode) der Lichtgeschwindigkeit. Aber die moderne Physik hat kein in sich abgeschlossenes Theoriegebäude. Nun geht es um Wurmlöcher, Quantenfluktuationen und die Möglichkeiten, die ein gekrümmter Raum dem interstellaren Reisen bietet. Das Resümee dieser Erörterungen ist: Es gibt zwar keinen konkreten Ansatz zum Überwinden der Lichtgeschwindigkeit, aber ein Hoffnungsschimmer bleibt: Zeitreisen oder so etwas wie ein Warpantrieb sind zumindest nicht völlig ausgeschlossen.

In der zweiten Sektion wendet sich Kraus drei technischen Errungenschaften im "Star Trek"-Universum zu: dem Beamen, dem Materie-Antimaterie-Antrieb und dem Holodeck. Das Beamen wurde ja bekanntlich nur von Gene Roddenberry eingeführt, um die Produktionskosten zu senken. Und wenn man allein die ungeheureren Daten- und Energiemengen abschätzt, die zur Realisierung nötig wären, bleibt leider nur eine Schlussfolgerung: Gebeamt werden Humanoide und andere Lebewesen nur im "Star Trek"-Universum. Einen realen Menschen kann man vielleicht verdampfen, aber nicht wieder an einem anderen Ort zusammensetzen oder rekonstruieren.

Etwas besser sieht es beim Raumschiffantrieb mittels Antimaterie aus. Eine Antiprotonenquelle gibt es bereits im Fermilab in Bativa, Illinois. Die heutige Technik ist aber von einer Nutzung als Antriebsmethode so weit entfernt wie ein Rechenschieber vom zehn Gigahertz Computer. Unserem technologischen Niveau am nächsten ist das Holodeck. Der rein bildlichen Darstellung von Hologrammen steht eigentlich nichts im Wege, nur die Interaktion mit ihnen ist leider ausgeschlossen. Der gute Holodock der Voyager wird also bei seinen Untersuchungen und Operationen immer einen Assistenten aus Fleisch und Blut brauchen.

Im dritten Teil geht es als Erstes um die Existenz außerirdischen Lebens. Die Wahrscheinlichkeit ihres Vorhandenseins, die Möglichkeit der Kontaktaufnahme oder zumindest der Nachweises ihres Daseins durch ein Horchprojekt. Dann geht es um das Verhältnis der heutigen theoretischen Physik zum "Star Trek"-Universum. Manchmal werden die Überlegungen der Physik, wie zum Beispiel die der zu den "kosmischen Strings" gut und ohne gravierende Fehler zu machen, in eine Geschichte hineingearbeitet, ein andermal (Stichwort Quantenriss, zusätzliche Dimensionen) biegt man sie sich einfach zurecht wie man es gerade braucht um einem spannenden Plot zu konstruieren.

Den Abschluss dieser Sektion bildet ein Kapitel über die schlimmsten Fehler in "Star Trek". Lawrence M. Krauss beschränkt sich hier, wie es der Buchtitel denn auch erwarten lässt, auf Schnitzer im naturwissenschaftlichen Bereich.

Kritik

Wird man wirklich einmal beamen und mit Warp fliegen können? Dieses Buch versucht, Antworten zu liefern.
Ein Naturwissenschaftler, der ein Buch über die Physik von "Star Trek" schreibt? Da erwartet manch einer vielleicht eine (in diesem Fall 207 Seiten lange) Fehlersuche, die den Fans aufzeigt, was man ihnen alles für Unsinn in den "Star Trek"-Serien und Filmen vorsetzt.

Auch Paramount scheint solche oder ähnliche Befürchtungen bezüglich dieses Buches zu hegen. Es darf nämlich nur mit dem folgenden Aufdruck verkauft werden:

"Dieses Buch entstand ohne Genehmigung, Lizenz oder Billigung einer Institution, die mit der Schöpfung oder Herstellung der 'Star Trek'-Fernsehserie, oder 'Star Trek'-Filme befasst ist."

Aussage von Paramount

Man hat es wohl nicht so gerne, dass jemand daher kommt und das hinterfragt, was in den "offiziellen Handbüchern" so alles steht. Aber Laurence M. Krauss ist, wie viele Physiker, bekennender "Star Trek"-Fan, und auf jeder Seite spürt man seine Begeisterung für die Serie. Warum Naturwissenschaftler sich von der fiktiven Science-Fiction-Welt von "Star Trek" angesprochen fühlen, dafür liefert Stephen Hawking im Vorwort die treffende Begründung:

"Die von der Science-Fiction präsentierten Ideen gehen ab und zu in wissenschaftliche Theorien ein. Und manchmal bringt die Wissenschaft Konzepte hervor, die noch seltsamer sind als die exotische Science-Fiction."

Stephen Hawking
in seinem Vorwort zu diesem Buch.

Für beides liefert dieses Buch schöne Beispiele. "Star Trek" kann man aus unterschiedlichen Gründen mögen: Es werden spannende Geschichten erzählt, dann gibt es die so genannte "Philosophie von 'Star Trek'", die dazu führt, dass in einer kommerziellen Fernsehsendung kritische Inhalte vermittelt werden, und es gibt das Interesse an der "Science" von "Star Trek". So wurden ja in der "Readers Corner" des "Daily Trek"-Newsletters Diskussionen darüber geführt, ob es möglich sei, ein Holodeck über das gesamte Raumschiff auszudehnen, die bei Zeitreisen auftretenden Paradoxa wurden erörtert, und es wurde die Frage gestellt, welche Folgen differierende Lebensrhythmus unterschiedlicher Spezies für das Zusammenleben auf einem Raumschiff haben könnte (zu Letzterem gibt es einen sehr guten medizinischen Focus von Nicole Rebsher auf diesem "Star Trek"-Portal).

Wer sich dafür interessiert und schon immer etwas über den wissenschaftlichen Hintergrund des Warpantriebes oder eines Wurmloches wissen wollte, ist der ideale Leser für dieses sehr gute Buch. Wem schon in der Schule die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer ein Graus waren, wird es natürlich langweilig und trocken finden (das meine ich nicht abschätzig). Als nachteilig empfinde ich nur, dass auf den über 200 Seiten des Buches viele Theorien nur kurz angedeutet werden können und für den Wissbegierigen etliche Fragen offen bleiben.

Wem es bei der Lektüre genauso geht, empfehle ich zum Beispiel die populärwissenschaftlichen Bücher von Isaak Asimov.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Die Physik von 'Star Trek'"

Originaltitel "The Physics of 'Star Trek'"

Buchreihe Sachbücher

Autor Laurence M. Krauss

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
15,99 Euro

Antiquarisch:
ca. 20 bis 25 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 207 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/05549

ISBN 3-453-10981-3

(ps - 13.04.03)


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