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Peter Schipfmann (ps)03.02.02

"Jenseits von Star Trek"

Laurence M. Krauss

Inhalt

  • UFOs - Welchen Schaden könnten sie anrichten?
  • Aliens - Haben Sie unseren Planeten besucht?
  • Interstellare Reisen
    • Was kosten Sie?
    • Wie lange dauern sie?
    • Welche Energiemengen erfordern sie?
  • Antimaterie - Taugt sie als Antriebsenergie?
  • Planeten in anderen Sonnensystemen - Wie kann man sie entdeckten?
  • Dunkle Materie - Medium und Energiereservoir?
  • Zeitreisen - Welche Paradoxa lauern?
  • Telepathie - Ist Hellsehen möglich?

Diese und viele weitere faszinierende Fragen zum wissenschaftlichen Hintergrund der Science-Fiction beantwortet der Autor des Bestsellers "Die Physik von 'Star Trek'" Lawrence M. Krauss, Professor für Physik und Astronomie, in seinem neuen Buch.

Kritik

Diesmal geht es nicht nur um "Star Trek", sondern auch um andere Science-Fiction- und Mystery Serien sowie Filme.
Lawrence M. Krauss schrieb ein Buch mit dem Titel "Die Physik von Star Trek", welches sich mit dem Verhältnis der fiktiven "Star Trek"-Technologie zu den Erkenntnissen der Physik des 20. Jahrhunderts befasste. Was ist in absehbarer oder noch nicht absehbarer Zukunft realisierbar? Haben die Autoren vielleicht gar einige Entdeckung der Naturwissenschaft intuitiv vorweggenommen? Die essentiellen Bestandteile der "Star Trek"-Physik, wie das Beamen oder der Warp-Antrieb, kamen auf den Prüfstand und wurden auf ihren Realitätsgehalt hin abgeklopft. Dabei ging es dem Autor nicht darum, reines Nit-Picking zu betreiben. Er ist ein Science-Fiction-Fan, insbesondere natürlich ein "Star Trek"-Fan. Wenn die Naturwissenschaften, laut Krauss, von der Frage nach dem "Warum...?" inspiriert werden, ist es bei der Science-Fiction die Frage nach dem "Was wäre wenn...?".

Sein "Star Trek"-Buch stieß auf eine begeisterte Leserschaft, (auch die deutsche Ausgabe kam auf vier Auflagen), sodass er sich entschloss, ein zweites Buch nachzuschieben. Diesmal beschränkt er sich nicht allein auf "Star Trek", wenngleich das Franchise auch hier im Mittelpunkt steht.

Es beginnt mit "Independence Day", in dem bekanntlich riesige Alien-Raumschiffe mit ihren Waffen die Erde verwüsten. Das müssten sie eigentlich gar nicht tun, denn allein die Anwesenheit eines Mutterschiffes in einer Umlaufbahn und der riesigen Untertassen in der Atmosphäre hätte Auswirkungen, die schlimmer wären als alles, was man im Film sieht. Weshalb? Nun, wenn der Mond nur für Ebbe und Flut sorgt, würde das gigantische Mutterschiff in seiner niedrigeren Umlaubahn viel, viel heftigere Auswirkungen haben und mit so erzeugten Naturkatastrophen eine Invasion überflüssig machen. Aber riesige UFOs sehen auf der Kinoleinwand ja so beeindruckend aus. Ähnlich verhält es sich mit den Flugbewegungen von UFOs, die Mulder in einer frühen "Akte X"-Folge sieht. Diese seltsamen Pirouetten ergeben keinen Sinn, kein Raumschiff würde sie drehen, sie sehen nur cool aus. Diese Filme sagen also rein gar nichts über mögliche Aliens aus, sondern nur etwas über Menschen und ihre Vorstellungen und Ängste.

Wie sieht es nun mit unseren Möglichkeiten aus "to boldly go to where no man has gone before", wenn schon die Außerirdischen nicht zu uns kommen? Mit den uns zurzeit zur Verfügung stehenden Mitteln scheitert das an den beschränkten Ressourcen und am fehlenden Geld. Mit Kernfusion oder Antimatrie sehe es schon besser aus, sie sind aber bisher nur reine Zukunftsmusik.

Was ist nun mit der von der theoretischen Physik zumindest nicht ausgeschlossen Möglichkeiten, die Raum-Zeit zu verzerren (Warp-Antrieb, Wurmlöcher und ähnliches). Das war schon in "Die Physik von Star Trek" ein Thema. Obwohl der Autor schon da klargestellt hatte, dass es sich wirklich nur um eine rein theoretische Möglichkeit handelt, hat es trotzdem die Phantasie seiner Leser, sogar der akademischen, beflügelt. Deshalb führt er hier weitere Gründe an, die dagegen sprechen, dass so etwas jemals von praktischer Bedeutung für die Raumfahrt wird. Krauss mag zwar ein "Star Trek"-Fan sein, aber er scheint nicht gerade ein DS9-Experte zu sein. Er erwähnt, dass Johannes Kepler schon 1609 auf die Idee kam, mit Sonnenwind durchs All zu segeln. Die DS9-Folge "Die Erforscher", in der Benjamin Sisko mit "himmlischen Winden" nach Cardassia Prime reist, kommt ihm da nicht in den Sinn.

Wenn man auf absehbare Zeit nicht unser Sonnensystem verlassen kann, wie sieht es denn aus, Planeten und fremdes Leben im All von der Erde aus zu erforschen? Da ein Planet einen, wenn auch geringen, Einfluss auf die Bewegung seiner Sonne hat, kann man mittels dieser Bahnabweichungen die Trabanten ausmachen. Bisher beschränkt sich das auf große jupiterähnliche Gasriesen in Sonnennähe, mit höherer Messgenauigkeit wird man bald auch kleinere, erdähnliche Trabanten entdecken. Hat man zukünftig vielleicht genügend empfindliche Messgeräte, könnte man deren "Chemische Signatur" erfassen und so feststellen, ob Leben auf ihnen möglich oder vorhanden ist. Was die Wahrscheinlichkeit angeht, dass es extraterrestrisches Leben gibt, so gehen die Meinungen weit auseinander. Krauss neigt hier eher den Optimisten zu, ohne dies mit Fakten untermauern zu können. Die wichtigsten Gegenargumente fehlen hier einfach. Seine Ausführungen sind hier recht spekulativ, lassen die Genauigkeit und Präzision der vorherigen und nachfolgenden Kapitel vermissen.

Interessanter wird es wieder, wenn es um außersinnliche Wahrnehmung (ESP) geht. Kann die Macht mit uns sein? Oder kann man, wie Deanna Troi, Empfindungen von anderen empfangen? Wenn es so was gibt, müssten Gehirne irgendeine Art von Energie senden, die Empathen oder Telepathen wahrnehmen. Nur bei uns Menschen ist da nichts Messbares vorhanden. Es gibt leider kein Feld von großer Reichweite, keine Trägerenergie der Gedanken und Gefühle, welche unsere Deanna registrieren könnte. Wenn man nicht, wie die Vulkanier bei der Gedankenverschmelzung, den direkten Körperkontakt sucht, ist da leider nichts zu machen. Und gar ein kleines Raumschiff Kraft seiner Gedanken aus dem Sumpf ziehen, wie Luke Skywalker? Die enorme Energie, die für diesen Kraftakt erforderlich wäre, erübrigt schon alle weiteren Fragen. Die kann man weder selbst erzeugen noch seiner Umgebung auf irgend eine Art und Weise entziehen.

Zum Schluss widmet sich Lawrence M. Krauss dem Thema "Mensch gegen Künstliche Intelligenz" oder: Kann eine Maschine einem Menschen ähneln, ihm vielleicht gleichwertig werden? Hier werden vor allem die Gedanken anderer Wissenschaftler (Turing, Penrose) referiert, bevor es dann zur Sache geht: Krauss legt einen Exkurs zur Quantenmechanik vor. Da scheint zunächst jeder Zusammenhang zum Thema des Kapitels zu fehlen. Er stellt sich dann aber doch ein: Wenn die Miniaturisierung der Computer so weitergeht wie bisher, werden quantenmechanische Effekte von Bedeutung. Ihr fehlender Einfluss bei den aktuellen Computern könnte der entscheidende Unterschied zwischen Elektronengehirnen und biologischen Hirnen sein.

Zum Schluss wird, da die Quantenmechanik schon mal in das Buch eingeführt wurde, die Viele-Welten-Interpretation der Science-Fiction diskutiert.

Wenn man als Science-Fiktion-Fan auch Interesse an den Naturwissenschaften hat, ist "Jenseits von Star Trek" eine lohnenswerte Lektüre. Wer nur an spannenden Geschichten und der "Philosophie von 'Star Trek'" interessiert ist und den Physikunterricht in der Schule nur sterbenslangweilig findet oder fand, für den ist das Buch nichts. Wie fesselnd dieser Lesestoff ist, hängt auch von der Vorbildung des Lesers ab. Je mehr man selber aus anderen Quellen an Vorbildung und Kenntnissen mitbringt, desto uninteressanter ist das Buch. Einige Male, zum Beispiel, wenn es um den Antrieb von Raumschiffen geht, gibt es Überschneidungen mit dem ersten Buch. Manchmal sind es einfach nur Wiederholungen, deshalb ärgerlich und überflüssig, an anderen Punkten wiederum stellen sie eine sinnvolle Ergänzung zum ersten Buch dar (zum Beispiel seine erneuten Ausführungen zum Warpantrieb).

Nicht so gelungen ist das, was er zur Quantenmechanik zu sagen hat. Hier gelingt es ihm nicht, diese eher unanschauliche Materie dem Leser nahe zu bringen. Schon in vorherigen Kapiteln gibt es immer wieder mal kleinere Abschweifungen, die aber nicht stören, sondern durchaus eine Bereicherung sind. Hier geht der rote Faden leider mehr oder weniger verloren. Insgesamt ist es aber doch ein gutes Buch, dem es gelingt, naturwissenschaftliche Zusammenhänge, ob eher trivial oder eher kompliziert, dem Laien nahezu bringen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Jenseits von Star Trek - Die Physik hinter den Ideen der Science Fiction"

Originaltitel "Beyond Star Trek: Physics from Alien Invasions to the End of Time"

Buchreihe Sachbücher

Autor Laurence M. Krauss

Übersetzer Erik Simon

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
15,99 Euro

Antiquarisch:
ca. 12 bis 15 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 213 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/6497

ISBN 3-453-19670-8

(ps - 18.03.07)


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