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Simon Thomas Johr (sj)03.04.09

"Star Trek in Deutschland"

Mike Hillenbrand & Thomas Höhl

Inhalt (Pressetext)

Damals in den 1970ern, als Handys so unvorstellbar waren wie Captain Kirks Communicator und das Wort "Computer" in den Bereich der Science-Fiction gehörte, eroberte eine Fernsehserie den deutschen (meist Schwarz/weiß)-Bildschirm: "Star Trek" wurde zum TV-Hit und verbindet noch heute die Zuschauer ganzer Generationen. "Star Trek in Deutschland" beschreibt mit Hingabe und Begeisterung das Phänomen beziehungsweise Fandom und beleuchtet es unterhaltsam und informativ von allen Seiten.

Kritik

Im Nachfolgebuch zu "Dies sind die Abenteuer" steht Deutschland im Mittelpunkt. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt, die sich nacheinander dem Umgang der deutschen Medien mit "Star Trek", der hiesigen Fan-Szene und den "Star Trek"-Romanen widmen.
Thomas Höhl und Mike Hillenbrand ist mit "Star Trek in Deutschland" ein Standardwerk für die deutsche "Star Trek"-Szene gelungen. Dafür haben sie Informationen zusammengetragen, welche zum Teil bereits zuvor veröffentlicht wurden, aber auch zu einem großen Teil solche, welche bis dato in schriftlicher Form nicht vorlagen.

Man könnte "Star Trek in Deutschland" fast als eine Chronik des deutschen Trek-Geschehens bezeichnen. Was dieses Werk jedoch von einer Chronik unterscheidet, ist, dass die Autoren neben einer sachlichen Darstellung nicht zögern, ihre persönliche Meinung zu äußern. Dies alleine ist kein wirklicher Kritikpunkt. Diese Art des Schreibens als stetiges Schwanken zwischen objektiver Darstellung der Fakten und eines dazu gehörenden subjektiven Kommentars ist ein Vabanque-Spiel und gelingt den Autoren von Kapitel zu Kapitel unterschiedlich gut. So bedarf dieses Buch nicht unbedingt einer Bewertung des öffentlich-rechtlichen Gebühreneinzugssystems. Andererseits geben die subjektiven Bemerkungen dem Buch eine große Lebendigkeit, welche andere Sachbücher nicht in der Lage sind aufzuweisen.

Insbesondere bleibt der Eindruck bei der Leserin beziehungsweise dem Leser nicht aus, dass fast alle Journalistinnen und Journalisten, welche bisher über "Star Trek" berichtet haben, eigentlich für diese Aufgabe nicht qualifiziert waren. Und dies, obwohl die Autoren immer wieder betonen, nicht die gesamte Branche verurteilen zu wollen. Tatsächlich sprechen die in dem Buch nacherzählten Fernsehsendungen für sich selbst. Viele Fans wurden von deren Machern instrumentalisiert und in ein schlechtes und verzerrtes Licht gerückt. Allerdings hat jede Medaille zwei Seiten. So möchte ich behaupten, dass auch in den 90er-Jahren allgemein bekannt war, dass Nachmittagstalkshows nicht die Heimat seriöser Berichterstattung sind. Wer sich nun trotzdem in eine solche begibt, bereitwillig der von den Machern verlangten Bedingung nachkommt, eine Uniform anzuziehen, sollte sich danach nicht sonderlich wundern, wenn die Darstellung ihrer/seiner Person nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.

Damit möchte ich auch der in dem Buch geäußerten These widersprechen, dass die Vielzahl auch solcher Auftritte in den 90er-Jahren "Star Trek" in Deutschland erst populär gemacht habe. Betrachte ich das Bild, welches das Gros der Bevölkerung über "Star Trek"-Fans hat, möchte ich entgegnen, dass etwas weniger Popularität wohl besser gewesen wäre.

Sehr zu loben sind die Interviews, welche die Autoren speziell für dieses Buch geführt haben. So erfährt man eine große Menge an Hintergrundinformationen über die Synchronisation der Fernsehfolgen, das Verlegen der "Star Trek"-Bücher oder über die Vermarktung von "Star Trek" auf Video und DVD. All dies konnte man vorher nie in dieser Form nachlesen. Allerdings neigen besonders Informationen über aktuelle Ereignisse schnell zu veralten. So liest man zum Beispiel, dass es keinen Roman zu "Star Trek XI" geben wird. Diese Information war bereits zwei Monate nach Erscheinen des Buches veraltet. Ich möchte den Autoren an dieser Stelle jedoch nicht den Vorwurf machen, dass sie dies trotzdem in dieser Form publiziert haben. Es fehlt momentan im deutschen Raum schlicht und ergreifend an einer neutralen "Star Trek"-Publikation im Zeitschriftenmarkt, welche dies im Ausgleich hätte veröffentlichen können.

Etwas zu kurz muss aus Sicht eines Mitarbeiters des TrekZone Networks der Bereich Internet im Buch wirken. In dem dies behandelnden Kapitel findet man jeweils eine kurze Beschreibung der wichtigsten vorhanden Homepages, ihrer Betreiber und die Art ihrer Dienstleistung. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Internet jedoch stark verändert und damit auch die Art und Weise der Berichterstattung über "Star Trek". Auf diesen Wandlungsprozess, an dessen Ende das heutige Web 2.0 steht, hätte man intensiver eingehen können. Aber vielleicht wollten sich die Autoren auch nur etwas Stoff für ihr drittes "Star Trek"-Werk aufheben...

Im letzten Teil des Buches steht die Literatur im Vordergrund. Auch hier wird die Geschichte detailliert nachgezeichnet - von "Notruf im All" über die Bücher des Heyne-Verlags bis zu den aktuellen Romanen bei Cross Cult. Daneben findet man auch einen Beitrag zu jeder "Star Trek"-Serie mit einer Top 5 der jeweils besten beziehungsweise schlechtesten Romane inklusive passender Rezension. Eine solche findet man auch für die Romanen der zehn Kinofilmen. Auch wenn man in diesen Kapiteln ausschließlich auf Romane zurückgegriffen hat, welche tatsächlich in Deutschland erschienen sind, hätten diese Kapitel besser in das Vorgängerbuch "40 Jahre Star Trek" gepasst. Hier fehlt eindeutig der originäre Bezug zu Deutschland. Des Weiteren hat man hier zum Teil auf Rezensionen zurückgegriffen, welche bereits im inzwischen eingestellten "Offiziellen Star Trek Magazin" veröffentlicht wurden.

Insgesamt ist "Star Trek in Deutschland" ein wirklich angenehm zu lesendes Buch, welches sich sowohl zur Unterhaltung, als auch als Nachschlagewerk eignet. Es hat insbesondere den großen Vorteil, dass man fast an jeder beliebigen Stelle zu lesen anfangen kann. Man entdeckt immer wieder etwas Neues oder ein Kapitel, das man bisher übersehen hat. Somit übertrifft dieses Werk nicht nur längenmäßig seinen Vorgänger "40 Jahre Star Trek". Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass man sich mit den "Star Trek"-Geschehen in Deutschland weitaus besser identifizieren kann, als mit fernen Produktionsabläufen in Amerika. Vielleicht können Mike Hillenbrand und Thomas Höhl aber auch einfach nur gut schreiben...

"Star Trek in Deutschland" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Star Trek in Deutschland: Wie Captain Kirk nach Deutschland kam"

Buchreihe Sachbücher

Autor Mike Hillenbrand & Thomas Höhl

Preis 14,95

Umfang 480 Seiten

Verlag HEEL

ISBN 3-8685-2006-6

(sj - 26.05.09)


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