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Simon Thomas Johr (sj)01.08.09

"Durch das Universum bis hierher"

William Shatner

Inhalt

William Shatner wuchs in Montreal auf. Die Schauspielerei faszinierte William seit seinem sechsten Lebensjahr, als er in einem Feriencamp bei einer Theateraufführung mitwirkte. Nach der High School absolvierte er 1952 erfolgreich ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der McGill-Universität in Montreal. Ab 1953 spielte Shatner beim Stratford Festival of Canada in mehreren Shakespeare-Aufführungen. 1956 zog er nach New York und arbeitete dort für das Fernsehen und am Broadway. Ende der 50er-Jahre übernahm William Shatner erste kleine Filmrollen in durchaus anspruchsvollen Kinofilmen. 1958 spielte er an der Seite von Yul Brynner und Maria Schell in der Dostojewski-Verfilmung "Die Brüder Karamasow" seine erste Kinorolle.

Shatners Rollen hatten ihm inzwischen einige Bekanntheit verliehen und er bekam in dieser Zeit bei fast allen Rollenangeboten gesagt, dass der nun folgende Film ihn endgültig zum Star machen würde. Auch 1961 war dies der Fall, als er die Nebenrolle des Captain Harrison Byers im oscarprämierten Film "Das Urteil von Nürnberg" übernahm. Doch der endgültige Durchbruch blieb aus. Oftmals hatte er wohl einfach Pech oder ein unglückliches Händchen für die richtigen Rollen.

In der Beaumont-Verfilmung "Weißer Terror" spielte Shatner die Hauptrolle des Rassisten Adam Cramer, welcher versucht, die weiße Bevölkerung eines Südstaaten-Städtchens gegen ihre schwarzen Mitbewohner aufzubringen:

Der Film war allerdings so gewagt, dass sich die meisten Kinos nicht trauten ihn zu zeigen, weshalb er schließlich floppte. Shatner übernahm auch diverse Gastrollen in den populärsten Fernsehserien der 60er-Jahre, wie zum Beispiel in "Twilight Zone" oder "Auf der Flucht", sowie in vielen Fernsehspielen. Feste Serienrollen lehnte er zunächst ab, da er befürchtete, sie könnten seiner Karriere schaden. Als er jedoch feststellte, dass dies bei anderen Kollegen nicht der Fall war, übernahm er eine Hauptrolle in der Anwaltsserie "For The People". Da diese jedoch zeitgleich zu dem äußerst erfolgreichen "Bonanza" lief, waren die Quoten sehr schlecht, die Serie wurde nach einer Staffel abgesetzt und Shatner blieb erneut der Durchbruch versagt.

"Als ich 'Inkubo' drehte, hatte ich bereits 15 Jahre im Showbusiness gearbeitet [...] Es war frustrierend, dass einigen jungen Schauspielern, die mit mir im Fernsehen aufgetreten waren, sich mittlerweile zu großen Filmstars gemausert hatten, großartige Schauspieler wie Paul Newmann und Steve McQueen. Ich hingegen war bei Fersehproduktionen und Low-Budget-Filmen hängengeblieben." (S. 109)

1966 schließlich wurde ein Pilotfilm, welchen er kürzlich gedreht hatte, für eine Serie verlängert. Sie hieß "Star Trek", hielt sich bekanntlich nur drei Jahre und war zunächst nicht sonderlich erfolgreich, weshalb Shatner sie zunächst als ein weiteres Kapitel in seiner Schauspielerlaufbahn abhakte. Zeitgleich mit dem Ende von "Star Trek" geriet er in eine persönliche Krise. Seine Ehe war gescheitert und sein Vater verstorben. Die Schauspielangebote, welche ihn in den kommenden Jahren erreichten, waren meist von minderer Qualität. Niemand versprach ihm nun mehr, einen Star aus ihm zu machen. Um den Unterhalt für seine Frau und seine drei Kinder bezahlen zu können, spielte er in den 70er-Jahren hauptsächlich in einer Reihe drittklassiger und billig produzierter Filme mit. Als einen seiner Tiefpunkte bezeichnet er selbst den Film "The Horror at 37,000 Feet" von 1973:

"Die Strategie für meine Karriere lautet seitdem fast immer Ja zu sagen: Ob ich ein Album machen möchte? Ja. Ob ich in einer Quizshow auftreten möchte? Ja. [...] Okay, manche Entscheidungen entpuppen sich als weniger zufriedenstellend, als man es sich ausgemalt hat. Aber das kann man vorher nicht wissen." (S. 213)

Anfang der 70er-Jahre hatte sich "Star Trek" durch Wiederholungen doch noch zu einem Erfolg gemausert und Gene Roddenberry bot Shatner die Rolle des Kirk in der kurzlebigen Zeichentrickversion der Serie an, welche dieser dankend annahm. Für Shatner ein seltener Ruhepunkt in einer ansonsten aufwühlenden Zeit. In den folgenden Jahren folgten einige weitere relativ unbedeutende Filme.

Shatner über die Dreharbeiten zu "Devil's Rain":

Das war wahrlich eine absurde Situation. Ich prügelte mich gerade mit einem Fotografen, der Nacktbilder von mir geschossen hatte, als ich von einer halbnackten Blondine befummelt wurde, und nebenbei sollte ich von Ernest Borgnine geopfert werden, während der Gründer der Church of Satan gelangweilt zusah. Ja, das ist Showbusiness." (S. 195)

Ende der 70er-Jahre ging es mit Shatners Karriere wieder bergauf. Hauptgrund dafür war die zunehmende Popularität von "Star Trek", welche die Serie in den landesweiten Wiederholungen erreicht hatte. Shatner wurde nun des Öfteren als Moderator für wissenschaftliche Sendungen engagiert. 1978 übernahm er die Moderation der ersten Science-Fiction-Award-Verleihung. Im Rahmen dieser Veranstaltung trug er auch seine inzwischen legendäre Version von Elton Johns Song "Rocket Man" vor:

Shatners Karriere festigte sich in den 80er-Jahren. Alle zwei bis drei Jahre stand ein neuer "Star Trek"-Film an und er spielte die Hauptrolle in der Fernsehserie "T. J. Hooker". In acht Episoden der Serie übernahm er die Regie, was ihm die ebensolche des fünften "Star Trek"-Films einbrachte, welcher schließlich floppte, was Shatner auf zu starke Budgetkürzungen und die Aufweichung seiner ursprünglichen Handlungsidee (die Enterprise-Crew sucht Gott und findet den Teufel) zurückführt.

Nach dem Filmtod seiner Rolle als James T. Kirk erlebte Shanter einen Karriereaufschwung. Zwischen 1994 und 1996 entstanden vier Fernsehfilme und 18 Serienfolgen von "TekWar", welche auf Science-Fiction-Romanen von Shatner basieren. Des Weiteren bekam er Nebenrollen in Blockbustern wie "Miss Undercover". Von 2004 bis 2008 spielte er an der Seite von James Spader die Rolle des Denny Crane in der Justizserie "Boston Legal", für die er 2005 den Emmy als bester Nebendarsteller in einer Dramaserie und den Golden Globe als bester Nebendarsteller in einer Fernsehproduktion erhielt. Shatners Kommentar: "Warum hat das so lange gedauert?"

Kritik

In William Shatners neuster Autobiographie zeichnet der Mime seinen Werdegang als Schauspieler nach. Privat stehen die Auf und Abs seiner vier Ehen im Vordergrund. Mit Selbstkritik spart er dabei nicht.
William Shatners Leben ist interessant. William Shatners Leben war ereignisreich. In seiner Autobiographie lässt er uns daran teilhaben.

William Shatner war nie das, was er immer sein wollte: Ein großer Star. Liest man seine Autobiographie, bekommt man den Eindruck, dass ein großer Filmstar zu werden vor allem eines ist: Glückssache. Shatner traf Anfang der 60er-Jahre ein paar falsche Entscheidungen. Er lehnte die richtigen Angebote ab und nahm die falschen an. Nach "Star Trek" war er schlicht zu alt, um noch groß rauszukommen. In den 70ern dann der Absturz - viele billige Filme. Geld verdienen, um über die Runden zu kommen. Aber Shatner ist nichts davon peinlich. Für ihn ist die Schauspielerei vor allem ein Beruf, mit dem man sein Geld verdient. Wenn die Arbeit auch noch künstlerisch anspruchsvoll ist, dann nimmt er das gerne mit. Dies ist aber nicht das leitende Kriterium, welches er bei seiner Rollenauswahl anlegt. Und diese beruht auf dem Prinzip, fast kein Angebot auszuschlagen, denn es könnte ja zu einem weiteren führen. Die Angst aller Schauspieler, die aktuelle Rolle könnte die letzte sein, schwingt dabei mit.

Shatner bezeichnet "Star Trek" als das größte Glück seines Lebens. Gab es ihm doch die Möglichkeit, in einigen großen Mainstream-Filmen mitzuspielen. Um zu verstehen, warum manche "Star Trek"-Akteure so eine schlechte Einschätzung ihrer eigenen Bedeutung haben (lebhaft zu beobachten bei Nichelle Nichols auf der FedCon XVIII) muss man sich vor Augen führen, was die Serie mit ihnen machte. Als Shatner bei "Star Trek V" Regie führte, verfügte er über ein 30-Millionen-Dollar-Budget. Viele seiner Filme, welche er danach drehte, überschritten die 30.000-Dollar-Grenze nicht. Die "Star Trek"-Filme ermöglichten den Schauspielern der Serie alle zwei bis drei Jahre einen Sprung in den Hollywood-Olymp mit vorprogrammiertem Fall zurück in Low-Budget-Produktionen kurz nach Drehende. Shatner hat dies begriffen und angenommen. Gehadert hat er nur mit der Verehrung der Fans. Er konnte sie nicht verstehen. Schauspielerisch hat er "Star Trek" nicht besser oder schlechter gespielt als seine anderen Projekte. Warum sollte man ihn dafür verehren?

"Ich wusste, dass diese Conventions stattfanden, aber ich wollte eigentlich nichts mit ihnen zu tun haben. Das war meine Vergangenheit, ich hatte damit abgeschlossen. Um genau zu sein, stand ich damals nicht einmal mehr in Kontakt zu irgendeinem der Darsteller aus der Serie - einschließlich Leonard. Ich wehrte mich dagegen, dass die drei Jahre als Captain Kirk in einer gefloppten Fernsehserie als das Highlight meiner Karriere in die Geschichte eingehen sollte." (S. 166)

"Durch das Universum bis hierher" liest sich flott und angenehm. Inzwischen hat Shatner, zwar immer mit einem Co-Autor, eine Reihe von Büchern verfasst und weiß, wie man Leute solide unterhält. So hält er sich nicht lange mit Erzählungen seiner Kindheit auf und kommt relativ schnell zu seinem Einstieg in die Schauspielerei. Im Ausgleich dafür lässt er die Leser später ausgiebig an den Auf und Abs seiner vier Ehen teilhaben. An Selbstkritik spart er dabei nicht. Im Buch wirklich nervend auffallend sind die vielen Abschweifungen, welche Shatner dauernd macht. Mitten in einer Erzählung fällt ihm etwas anderes ein, was er in einem völlig anderen Jahrzehnt seines Lebens erlebt hat, dies schildert er dann erst, bevor er an der Stelle weitermacht, welche er zuvor abgebrochen hat. Ob er damit die Spannung steigern will, bleibt unbeantwortet.

Das William Shatners schauspielerische Leistungen weit mehr umfassen als nur "Star Trek", wird schon beim Betrachten der Kapiteltitel deutlich. Gerade zwei von elf sind der Weltraumserie gewidmet. Auch sonst liegt der Fokus dieses Buches mehr auf der gesamten Bandbreite seines kreativen Schaffens. So vermeidet Shatner, Dinge zu wiederholen, welche er bereits in seinen zweibändigen "Star Trek Erinnerungen" erzählt hat. Damit bietet das Buch eine Reihe neuer Informationen sowohl für "Star Trek"-Fans als auch Gelegenheitsleser.

"Durch das Unviersum bis hierher" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "William Shatner: Durch das Universum bis hierher: Die Autobiographie"

Originaltitel "Up Till Now"

Autor William Shatner, David Fisher

Übersetzer Thorsten Wortmann

Preis 19,90 Euro

Umfang 350 Seiten

Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf

ISBN 978-3-89602-879-2

(sj - 04.08.09)


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