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Henning Koonert (hk)19.07.13

"Star Trek Archive"

Scott Tipton

Inhalt

In "Star Trek Archive - 40 Jahre Sci-Fi-Kult" zeichnet Autor Scott Tipton die Geschichte des "Star Trek"-Franchises von der Classic-Serie bis "Enterprise" nach. In den USA ist es unter dem Titel "Star Trek Vault" im Jahr 2011 erschienen, auf Deutsch hat Panini das Buch zeitnah zum jüngsten Trek-Kinofilm im Mai 2013 veröffentlicht.

Auf 128 Seiten beschreibt Tipton in acht Kapiteln das Phänomen "Star Trek": Alle Serien inklusive der Zeichentrickserie erhalten ihr eigenes Kapitel, je ein weiteres umfasst die Kinofilme aus der TOS- und TNG-Ära. Der Autor fasst jeweils die Prämisse zusammen, kommt auf erwähnenswerte Episoden und Geschichten zu sprechen und geht auf manche Produktionsabläufe ein.

Kurze Einschübe widmen sich gängigen Themen wie den Redshirts, der Treknologie oder der Klingonenkultur. Neben den Aspekten Produktion und Story geht Scott Tipton auch kurz auf weitere Franchise-Bestandteile wie Conventions, die Exhibition in Las Vegas oder auch Fan Fiction ein. Er streut einige Anekdoten ein und benennt immer wieder gängige wie kuriose Merchandise-Artikel, die im Lauf der Jahre zu den Trek-Serien und -Filmen erschienen sind.

Das Buch ist mit über 300 Farbfotos illustriert und als Gimmick mit 14 Reproduktionen verschiedener Merchandise-Artikel und Produktionshilfen aus vier Jahrzehnten versehen, von denen sich einige herausnehmen lassen.

Kritik

"Star Trek Archive" beschreibt die Geschichte des Franchise auf mehr als 100 Seiten Text, mit über 300 Abbildungen und mit 14 Erinnerungsstücken zum Herausnehmen.
Schon auf den ersten Blick sieht man, dass dieses Buch hochwertig produziert ist: Im Großformat gebunden als Hardcover steckt es in einem stabilen Pappschuber, mit blauem Spotlack sind auf dem Einband die Umrisse der Enterprise NCC-1701 aufgetragen. Qualität hat ihren Preis: So ist die deutsche Ausgabe mit 49,95 Euro jetzt 20 Euro teurer als das amerikanische Original, das ohne Pappschuber erschienen und bereits im Preis heruntergesetzt worden ist.

Die Übersetzung ins Deutsche durch Barbara und Veronika Knesl ist gelungen, auch wenn dem Lektorat einzelne Flüchtigkeitsfehler entgangen sind. Schön ist, dass sie zumindest in den ersten Kapiteln auch auf die Besonderheiten der deutschen Ausstrahlung eingehen. Leider ist das im weiteren Verlauf des Textes dann nicht mehr der Fall. Zwei Auffälligkeiten: Die Übersetzerinnen machen aus den Runabouts genau wie die "Starfleet Kadetten"-Romane aus den 90ern hier einmal "Flitzer", was nicht seriengetreu, aber auch nicht weiter störend ist. An einer anderen Stelle habe ich mich allerdings gefragt, ob der Autor auch im Original die Auftritte Qs als seltener schon etablierter Gaststar in "Voyager" als "widerwärtige" Ausnahme bezeichnet hat.

"Star Trek Archive" liefert einen kompetenten Abriss über die verschiedenen Inkarnationen von "Star Trek". Dabei reißt Scott Tipton einerseits alle wichtigen Themen an, bietet andererseits aber kaum Neues oder Überraschendes. Geht man die Geschichte von "Star Trek" im Kopf durch, könnte man beim Lesen des Buches bei jedem Punkt dieser eigenen mentalen Checkliste ein Häkchen setzen: ein paar Worte zu Gene Roddenberrys Leben vor "Star Trek", die beiden Pilotfilme, Classic-Serie, erste Conventions, Zeichentrickserie, die nicht zustande gekommene "Phase II", die Kinofilme und so weiter.

Bei den eingestreuten Anekdoten und eingeschobenen Thema-Kästen verhält es sich ähnlich: Das Aufeinandertreffen von Nichelle Nichols und Martin Luther King Jr. gehört dazu, ist aber schon ebenso häufig erzählt worden wie die von Bjo Trimble organisierte Briefkampagne zur "Star Trek"-Rettung. Gleiches gilt für die Exkurse zu Redshirts, Okudagrammen, von Trek inspirierter Technik, der Obersten Direktive, der klingonischen Kultur und Sprache: gehört unzweifelhaft zu Trek - und kennt man schon. Ebenso die verwendeten Abbildungen: allesamt schön, aber wer bereits eine Reihe von "Star Trek"-Magazinen oder den ein oder anderen Band an Sekundärliteratur im Regal stehen hat, entdeckt wenig Neues.

Da es sich um ein offizielles Lizenzprodukt handelt, werden die Serien und Filme natürlich positiv dargestellt. Von Verstimmungen oder Enttäuschungen der Beteiligten - sofern es sie gab - liest man nichts, kritische Äußerungen sind oft sprachlich glattgebügelt. So kommt den Lesern etwa öfters unter die Augen, dass manche Folgen oder Aspekte zu "gemischten" Reaktionen führten. Erst im letzten Kapitel, bei "Enterprise", klingen kritischere Töne um verpasste Chancen und unzufriedene Fans deutlicher an. Allerdings lobt der Autor auch nicht alles über den grünen Klee, sondern orientiert sich schon an der Faktenlage; und eine "Voyager"-Folge wie "Die Schwelle" lässt sich wohl auch mit bestem Willen nicht mehr schönschreiben.

Seine Wiedergabe der Produktionsgeschichte reichert Scott Tipton an, indem er ausgewähltes Merchandise erwähnt, das begleitend zu den Folgen und Filmen veröffentlicht wurde. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt der Autor dabei keineswegs, nach welchen Kriterien ausgewählt wurde, bleibt unklar. Regelmäßig kommt er auf die verschiedenen Actionfiguren zu sprechen, was wahrscheinlich eine persönliche Vorliebe widerspiegelt – besitzt er laut beigereichten Informationen über den Autor am Buchende doch "mehr Comichefte und Actionfiguren, [als] ein erwachsener Mann haben dürfte". Weitere aufgeführte Merchandise-Artikel reichen von Standard (Comics) bis hin zu ausgefallen (Marshmellow-Spender).

Als Alleinstellungsmerkmal dienen dem Buch Reproduktionen von 14 Gegenständen, die im Zusammenhang mit "Star Trek" stehen. Sie bilden eine weitläufige Auswahl: Es befinden sich darunter verkleinerte Versionen eines Malbuchs, einer Comicseite und eines Kinoposters genauso wie eine Drehbuchseite, Produktionsskizzen zu Locutus' Borg-Arm und dem Captainssessel der Enterprise-E, weiterhin ein Bügelbild, ein "Spock Lives!"-Fähnchen, Aufkleber und Sammelbilder sowie eine Einladung zur Abschlussparty der fünften DS9-Staffel. Beispielhaft stehen diese Kleinode für Vielfalt und Umfang des "Star Trek"-Franchises. Dennoch bleiben sie, was sie sind: nette Gimmicks als Zugabe, aber für sich allein genommen kein Kaufargument.

Fazit: Der im Buch gewährte Blick in die "Star Trek Archive" fasst die schon über 40 Jahre dauernde Geschichte des Franchises mit seinen Filmen, Serien und Begleiterscheinungen wie Conventions, Ausstellungen und Merchandise kompetent zusammen. Damit wandelt man auf ausgetretenen Pfaden: Eine Vielzahl ähnlicher Werke ist über die Jahren auf den Markt gekommen (zum Beispiel "Wo bisher noch niemand gewesen ist", "Das 'Star Trek'-Universum", "Dies sind die Abenteuer - 40 Jahre Star Trek", "Star Trek 365" und weitere). Je nach inhaltlicher Ausrichtung bieten diese Bände zudem eine größere Fülle an Hintergrundinformationen oder Bildern. Als Neuerung bleibt in diesem Buch gegenüber einigen Vorgängern die Einbeziehung der jüngsten "Star Trek"-Serie(n); als wirkliches Alleinstellungsmerkmal gelten lediglich die Repliken des Materials aus Merchandise und Produktion.

Für Fans, die bereits mehrere Trek-Sekundärliteraturbände ihr Eigen nennen, ist das angesichts des stolzen Preises ein dünnes Kaufargument. Neue Informationen oder Denkanstöße werden sie im Buch kaum finden. Wer dagegen bisher wenig über die Hintergründe von "Star Trek" gelesen hat oder die Geschichte des Franchises einfach noch mal nachlesen möchte und das nötige Kleingeld dafür übrig hat, macht mit dem Kauf dieses Buches dank des qualitativ hochwertigen Designs nichts verkehrt.

"Star Trek Archive" ist unter anderem bei Amazon.de als Hardcover erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Star Trek Archive - 40 Jahre Sci-Fi Kult"

Originaltitel "Star Trek Vault: 40 Years from the Archives"

Buchreihe Sachbücher

Autor Scott Tipton

Übersetzer Barbara und Veronika Knesl

Preis 49,95 Euro

Umfang 128 Seiten

Verlag Panini Books

ISBN 978-3-83322-655-7

(hk - 19.07.13)


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