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Matthias Wieprecht (we), Henning Koonert (hk)10.05.11

"TREKminds"

Mike Hillenbrand, Christian Humberg

Inhalt

In 24 Erzählungen beleuchten die Autoren Mike Hillenbrand und Christian Humberg unterschiedliche Facetten von "Star Trek". Die thematische Palette reicht hier von ihren persönlichen Erlebnissen über Interviews mit Personen aus dem Trek-Fandom bis hin zu allgemeinen Thesen für gesellschaftliche Bereiche. Der inhaltliche Kern einzelner Kapitel wird zu deren Abschluss mit Karikaturen noch einmal auf den Punkt gebracht.

Kritik

1. Matthias Wieprecht

"Star Trek" ist mehr als Action und Abenteuer, mehr als nur gute Unterhaltung. Es ist eine Philosophie, ein Vorbild ... ein Gefühl. Das neue Buch "TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze" nimmt Sie mit auf eine Reise hinter die Kulissen und Schauplätze.
Das Buch "TREKminds" wurde von den "Star Trek"-Fans sehnsüchtig erwartet. Einerseits deshalb, weil Mike Hillenbrand bereits gemeinsam mit Thomas Höhl zwei informative und unterhaltsame Werke zum Thema "Star Trek" im Heel-Verlag veröffentlicht hatte ("Dies sind die Abenteuer - 40 Jahre 'Star Trek'" und "'Star Trek' in Deutschland"). Andererseits, weil dieses erste Buch aus dem Hillenbrand'schen Verlag iFuB (in Farbe und Bunt) leider seinen angekündigten Veröffentlichungstermin häufiger versäumte.

Mike Hillenbrand geht mit sich selber hart ins Gericht, was den immer wieder neu verschobenen Veröffentlichungstermin angeht. In einem Brief, den jeder Vorbesteller erhielt, schrieb er gar "..., es ist nicht zu entschuldigen, dass Sie so lange auf das Buch warten mussten! Darum versuche ich es auch gar nicht. Aber ich bitte Sie, mir zu glauben, dass mir im Leben nichts so unangenehm war ..."

Mike Hillenbrand nimmt die volle Verantwortung für den verspäteten Erscheinungstermin auf sich. Gerade das jedoch zeichnet ihn aus und gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich sein Verlag, unter seiner Führung, zu einem außergewöhnlichen Verlag mausern wird. Aller Anfang ist eben schwer, das gilt auch für Erstveröffentlichungen. Weitere Werke sollen noch dieses Jahr erscheinen. "Herzblutprojekte", die kein anderer Verlag veröffentlicht, darunter im Laufe der Zeit sowohl weitere Print- als zudem auch Hörbücher sollen zum Programm des iFuB-Verlags gehören. Wir dürfen gespannt sein. Doch zunächst einmal zu "TREKminds".

Liegt das Buch erst mal in den eigenen Händen, überrascht es sehr, wie schmal es geraten ist. Aber Vorsicht - doch gibt es auf den etwa 133 Seiten nur wenige Illustrationen (von Stefanie Kurt) und viel, viel Text. Dass es weniger dick ist, kann von daher so ziemlich übersehen werden, denn "auf den Inhalt kommt es an". Das Buch fühlt sich fast an wie eine der ersten Trekworld-Magazine, und das ist, wie erwartet, ein gutes Zeichen.

Bevor ich zum Inhalt des Buches komme noch zum Titel: "TREKminds" war die erste "Star Trek"- beziehungsweise Sci-Fi-Online-Radio-Sendung, die sehr erfolgreich im April 1999 auf Sendung ging. Die Fans erzählten hier unter anderem davon, was sie durch "Star Trek" gelernt hatten und was es ihnen bedeutete. Dieses Buch nun benutzen Christian Humberg und Mike Hillenbrand dazu, von der Bedeutung des Franchise für sich selbst und andere zu berichten.

Am liebsten lese ich Bücher, an denen Mike Hillenbrand beteiligt ist, kreuz und quer. Es einfach irgendwo zu öffnen, und reinzulesen ist ein wahres Vergnügen. Zufällig schlage ich zum Beispiel Seite 78 auf und finde ein Interview mit Markus Rohde, Marc Lee und Richard Arnold. Sie plaudern aus der Westentasche. Arnold etwa erinnert sich an Gene Roddenberry, den er noch erleben durfte und dessen Angestellter er noch heute in gewisser Weise ist. Auf Seite 63 berichtet Andreas Mergenthaler, Gesellschafter von Cross Cult, wie er sein "Fan-Sein" definiert und wie er zur "Star Trek"-Philosophie steht. Auf Seite 122 ist eine Art Betrachtung über die Lehren der TOS-Episode "Kirk : 2 = ?" zu lesen. Wie ist die Folge wohl zu verstehen? Was soll es bedeuten, dass wir auch unsere böse Persönlichkeits-Seite brauchen, um Entscheidungen zu treffen? Nicht nur moralische Fragen, auch die nach der Technik in "Star Trek" und in unserer Realität werden thematisiert. Von den Dreharbeiten an "Beam me up" ist die Rede, und ein spannendes Interview mit J. J. Abrams ist ebenfalls zu finden.

Zu zahlreich sind die verschiedenen, gut erzählten Anekdoten und Betrachtungen rund um "Star Trek". Zusätzlich gibt es noch ein Schmankerl: So wie die Fans in "Dies sind die Abenteuer - 40 Jahre 'Star Trek'" und "'Star Trek' in Deutschland" zu Wort kamen, kommen hier nun die Darsteller selbst zu Wort und erzählen in kurzen, klaren Sätzen, wie sie zum Phänomen "Star Trek" oder zur eigenen Rolle etwa stehen.

Die "Bilderwitze" von Stefanie Kurt lockern den Text angenehm auf. Sie haben mich öfter einmal zum Schmunzeln und den ein oder anderen ""Star Trek"-Gedanken" auf den Punkt gebracht, ohne selber "Star Trek"-Charaktere zu verwenden.

Insgesamt gesehen erschließt sich mir hier ein kleines, aber feines Werk, welches von zwei enthusiastischen Autoren und Fans geschrieben wurde, die zudem über eine Menge Wissen rund um das Thema verfügen, welches nicht so einfach im Internet zu finden ist - und schon gar nicht an einer Stelle zusammengefasst! Mike Hillenbrand und Christian Humberg sind meiner Ansicht nach selber "Beautiful Trekminds", und es ist schon erstaunlich, wie sehr es Spaß machen kann, diesen Anekdoten, die an vielen langen Abenden an vielen Lagerfeuern erzählt werden könnten, zu lauschen respektive sie zu lesen. Dabei entsteht ein Bild. Ein Bild von einer Science-Fiction-Serie, die viel bewegt hat und dazu in der Lage ist zu bewegen.

Fazit: Ein herrlich unterhaltsames, informatives Buch rund um das Thema "Star Trek", welches das Serien-Phänomen von sehr vielen Seiten unterschiedlich beleuchtet und so das Besondere daran einmal klar herausarbeitet. Klare Kaufempfehlung, zumal es nur 9,95 Euro kostet.

2. Henning Koonert

"TREKminds", "Nur der Himmel ist die Grenze", "Was die Welt von 'Star Trek' lernen kann" - so steht es auf dem Cover. Gleich drei Dinge auf einmal? - So fragte die sorgende Mutter einst in der Werbung, im Zweifel, ob das nicht zu viel des Guten wäre. Um trekkige Gemüter soll sich demnach das Werk drehen, verbunden mit den Ideen hinter dem Franchise (stellvertretend im Picard'schen Motto gebündelt) und einem Rezept für eine bessere Welt. Eine große Aufgabe sind die Autoren da angegangen, eine, die man ihnen aufgrund ihrer vorherigen literarischen Visitenkarten in der deutschen "Star Trek"- und Phantastik-Szene durchaus zutrauen kann.

Ihr neustes Werk bildet keine abschließende Behandlung dieses umfassenden Themenkomplexes, was zum einen am überschaubaren Umfang von 140 Seiten liegt, zum anderen an der gewählten Erzählform: Umfangreiche Recherchen und inhaltliche Tiefe weichen hinter persönlichem Erleben und subjektiver Schilderung zurück.

Gerade im Persönlichen liegt die Stärke dieses Buches. Wenn Mike Hillenbrand berichtet, wie er zum Fan wurde oder Christian Humberg die Leser an seinem Besuch als Vorzeige-Trekkie in einer Mainzer Schule teilhaben lässt, dann merkt man: Die haben was zu erzählen. Umso bedauerlicher bleibt daher, dass die Autoren ihre einzelnen Beiträge (bis auf die Vorworte) trotz deutlich individuellem Hintergrund nicht namentlich zeichnen.

Neben diese persönlichen Anekdoten reihen sich einzelne Interviews, unter denen Humbergs (zuvor in der deutschen "Star Trek XI"-Romanumsetzung erschienenes) Gespräch mit J. J. Abrams durch die ungewöhnliche Form der Schilderung positiv auffällt: In fünf Teilen wird "Das Abrams-Abenteuer" erzählt, durch das der Leser einen Eindruck von der Vorbereitung des Interviewers auf das Gespräch und seine Bewertung von Abrams' Aussagen während des Interviews bekommt. Einige der weiteren Interviews erscheinen, wobei sie für sich genommen aufschlussreich sind, eher wie ein Nachschlag zu "'Star Trek' in Deutschland" als ein integrativer Teil von "TREKminds" - wie auch das Stilmittel der eingestreuten Trek-Zitate, die diesmal vornehmlich von Schauspielern stammen.

Den schwächeren Teil des Buches stellt die abschließende Phrase des eingangs genannten Dreiklangs dar. Wenn die Autoren sich von der Schilderung persönlicher Erlebnisse oder ihrer Fan-Vorlieben (in Form zum Beispiel von Plädoyers für Barclay, Shatner oder Wesley Crusher) lösen und sich weitläufigen Themen wie Wissenschaft, Wirtschaft oder Gesetzesgrundlagen widmen, bleibt die Auseinandersetzung mit diesen beispielhaft und an der Oberfläche. Schade!

Fazit: "TREKminds" ist kein einfaches Buch. "Gleich drei Dinge auf einmal?" - Die Zauberformel, die diese Triade in ein rundes Ganzes zusammenführt, hat das Erzählungen-Bündel ungleich dem Werbespot nicht gefunden. Denn: Irgendwie bleibt es ein Allerlei. Worin liegt also am Ende das Raison d'être dieses Werks?

Die Antwort darauf meine ich im ersten Vorwort des Buches zu finden, in dem Mike Hillenbrand schreibt: "Christian Humberg und ich nutzen dieses Buch [...] als unsere persönliche Voicebox, um zu zeigen, was wir - und andere - von 'Star Trek' gelernt haben." Vielleicht war auch das ein Grund, es im eigens (wenn auch nicht nur dafür) ins Leben gerufenen Verlag zu veröffentlichen. Hier haben zwei Trek-Fans die Möglichkeit erschaffen und genutzt, um einmal das in die Öffentlichkeit zu tragen, was ihnen selbst zu "Star Trek" wichtig erscheint. Ohne fremde Vorgesetzte aus Verlag und Marketing, die ihnen reinreden und Grenzen setzen - und das macht "TREKminds" aus Sicht dieser Fan-Publikation zwar nicht perfekt, aber ursympathisch.

"TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze" ist unter anderem bei Amazon.de und über den Verlag In Farbe und Bunt zu beziehen.

Bewertung

1. Matthias Wieprecht
2. Henning Koonert

Weitere Infos


Titel "TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze"

Autor Mike Hillenbrand, Christian Humberg

Preis 9,95 Euro

Umfang 140 Seiten

Verlag In Farbe und Bunt

ISBN 3941864009

(we, hk - 03.06.11)


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