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Christian Freitag (cf)12.06.11

"William Shatner von A bis Z"

Robert Schnakenberg

Wie schreibt Amazon? "Schauspieler, Sänger, Regisseur, Schriftsteller, Reiter, Game-Show-Master, Spoken-Word-Performer, Hollywood-Schürzenjäger - gibt es etwas, das William Shatner nicht kann oder woran er sich nicht zumindest versucht?" Als ich das Buch vor einiger Zeit bei Amazon gesehen hatte, stand ich vor der alles entscheidenden Frage: "Kauf ichs oder lass ichs?" Rezensionen suchte man vergebens. Allerdings sind bei Amazon derzeit auch nur wenige noch auf Lager.

Die Entscheidung, das Buch nicht zu kaufen, hatte zunächst die Oberhand. Ich habe bislang so ziemlich alles gekauft und/oder gelesen, was "Star Trek" angeht. Bill Shatner hatte bereits zehn "Star Trek"-Romane veröffentlichen lassen. Außerdem wurde er auch von einigen Autoren "betreut", wenn es darum ging, seine (Auto-)Biografien zu schreiben. So konnten wir uns bereits seine "Memoiren", "Film-Memoiren" und gar sein auch vor Kurzem in Deutschland erschienenes Buch "Up Till Now" anschaffen. Es gab auch eine inoffizielle Biografie und sogar ein Personality Comic, der jedoch nur in den USA erschienen ist. Die deutschen Leser hatten also bereits vier Werke über Shatner. Die Fans hätten sich also denken können, dass sie bereits alles wissen. Selbst in den Boulevardblättern tauchte Bill dann und wann mal auf und gab eine seiner Zoten zum Besten. Ich kann mich noch daran erinnern, als er einem Stinktier begegnete und dem Reporter erzählte, wie es ihn von oben bis unten ange...stänkert hat.

Verrät das neue Buch wirklich alles über den Captain der Enterprise und seine anderen Rollen? Eine Rezension von Christian Freitag.
Als ich dieses Buch zum ersten Mal sah, dachte ich auch eher daran, dass aufgrund des Cross-Cult-Erfolges irgendjemand als Trittbrettfahrer ein neues "Star Trek"-Sachbuch schnell heruntergeschrieben hat. Bereits das Cover ließ die Absichten erkennen: Shatner überlebensgroß als Captain Kirk auf einem altbekannten, wenn auch guten Publicity-Foto. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es handelt sich bereits um eine Neuauflage. Ich wusste nicht einmal, dass es eine "Alt"auflage vor etwa zehn Jahren gab. Die ist auch nicht in Deutschland erschienen, jedenfalls nicht meines Wissens nach.

Innerhalb der letzten zehn Jahre ist viel passiert. Shatner hat sich "The Roast" gestellt, der auch schon einige Male auf Deutsch im Comedy Central Kanal gezeigt wurde. Er hat eine neue Autobiografie geschrieben (die aber nicht in dem Band erwähnt wird) und ist - ganz wichtig - als Danny Crane in "Boston Legal" aufgetreten. Außerdem hat Billy Boy auch schon für "World of Warcraft" - auch hier im deutschen Fernsehen - geworben (diese Werbung wird übrigens auch nicht in dem Band erwähnt).

Wie gesagt konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Was sollte der Mann noch schreiben, was ich nicht schon wusste. Aber er sollte mich eines Besseren belehren. "William Shatner - von A bis Z" ist hier wirklich Programm. Das Buch kann man von vorne bis hinten durchlesen, muss man aber nicht. Man kann irgendwo anfangen und irgendwo aufhören. Keiner der Einträge ist miteinander verwoben. Auch wenn dies in dem Fall sinnig ist, hat mir aufgrund der Springerei so eine Art Historie gefehlt, weil man innerhalb der fast 60 Jahre Bühnenerfahrung schon leicht den Überblick verloren hat.

Der Autor scheint Shatner-besessen zu sein. Und dabei hat er in seinem Eintrag "Fans" noch behauptet, diese hätten kein Leben ... Er hat jeden Film, jedes Buch, jeden Auftritt (auch im Internet) auseinander genommen. Mit augenzwinkerndem Humor ist er Shatner aber nicht nur ergeben, sondern lästert teilweise auch ziemlich, beispielsweise über seine "Wampe". Interessierte konnten sich ein Bild darüber machen, wie Shatner mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hatte. Der Autor weiß ganz genau, dass Shatner eine "Rampensau" ist, wie er es auch selbst schreibt. Beim Lesen des Buches stellt man aber auch schnell fest, dass er ihn trotz der Kritiken sehr bewundert.

Einige der Einträge erscheinen zunächst willkürlich. Was soll ein "Arschtritt" mit Shatner zu tun haben, fragt man sich. Und prompt wird einem die Antwort geliefert. Vermutlich hätten einige Autoren ihr Buch anders aufgebaut. Dieser Autor rechtfertigt den Lexikonstil jedoch damit, dass man Shatner selbst nie so ganz begreifen wird und dass die vorliegende Form einen Teil seines Facettenreichtums widergibt. Natürlich fallen solche Einträge wie "Arschtritt" und "Sex" sofort ins Auge und verfehlen damit nicht ihre Absicht.

Wunderbar ist, dass er es sich nicht nehmen lässt, weitere "Star Trek"-Darsteller dort aufzuführen, wo sie bereits vor, während oder nach der "Star Trek"-Karriere mit ihm aufgetreten sind. Er lässt aber auch nichts aus. So dürfen auch diejenigen zu Wort kommen, die wahre Shatner-Kritiker sind. Es kommen die Kommentare von James Doohan und Walter Koenig genauso in dem Buch vor wie auch viele der unzähligen Frauengeschichten und sexuellen Annäherungsversuche wie bei Kirstie Alley und so weiter und so fort - auch unerwarteter Natur. Auch kleine Anekdoten während oder vor den Dreharbeiten der klassischen Serie werden immer wieder ans Tageslicht gebracht und machen die Serie wieder lebendig. Sie zeigen aber auch nicht nur Shatner, sondern die Leute um ihn herum. Insbesondere wird einzig und alleine DeForest Kelley als derjenige aufgeführt, der nie Partei bezogen hat. Ein echter Südstaaten-Gentleman halt. Zwischendurch gespickt immer mit Zitaten von Shatner, und auch die kurzen Intervieweinsätze von "Shat", die lediglich einen Satz umfassen, aber die teilweise nicht an dieser Stelle zu passen scheinen.

Vieles war mir wirklich nicht bekannt. Und wenn es mir bekannt war, dann nicht in dem Umfang. Interessant ist auch ein Einblick in das US-Recht: So konnten zwei Verehrerinnen Shatners gegen ihn auf Unterhalt klagen, auch wenn sie keine Kinder mit ihm hatten, sondern einfach aufgrund der Beziehung, die sie mit ihm hatten.

Kritik könnte man allenfalls an dem Band üben, weil in den Fließtexten nirgends eine Fußnote verzeichnet wurde. Der Autor hat zwar die Quellen aufgeführt, aber unabhängig von dem Text, wie eigentlich zum Beispiel in einer wissenschaftlichen Abhandlung notwendig. Derer bedarf es aber auch nicht und ich habe es auch nicht vermisst.

Schön hätte ich es auch gefunden, wenn er teilweise geschrieben hätte, ob der jeweilige Film auf DVD erschienen ist oder nach Kenntnisstand erscheinen wird und ob diese Filme auch in Deutschland veröffentlicht worden sind. Einige der Filme und Serien werden jedoch wohl nur in den Staaten oder in Kanada vertrieben worden sein.

So umfangreich das Buch auch in seiner relativ dünnen Form ist und so allwissend der Autor zu sein scheint, sind ihm doch dicke Fehler unterlaufen. Unter dem Eintrag "Bill and Ted's Bogus Journey" teilte er mit, dass die Hauptdarsteller Shatner begegnen. Das stimmt nicht. William Shatner ist in dem Film in persona nie aufgetreten, jedenfalls nicht "extra" dafür. Ich kenne diese frühe Komödie von dem damals noch recht unberühmten Keanu Reeves, der seine "Hoshi"-artigen Bewegungen aus dem Film leider manchmal auch noch in seine heutigen Darstellungen einfließen lässt. Es handelt sich um eine Fortsetzung zu "Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit". Im ersten Teil sind die beiden mit einer als Telefonzelle getarnten Zeitmaschine durch die Zeit gereist und haben für ihr Geschichtsreferat diverse Größen aus der Geschichte "entliehen". Das Ergebnis war teilweise recht witzig, wenn auch trivial. Die beiden haben durch ihre Musik unter anderem den Weltfrieden proklamieren können und waren ansonsten auch "Hoshi"-mäßig im Geschäft. In der Fortsetzung versuchen Androiden aus der Zukunft ihre menschlichen Alter Egos aus dem Weg zu räumen.

Und jetzt kommt es: Die Szene, auf die sich der Autor hinsichtlich Kirk beruft, schauen sich die beiden Akteure lediglich im Fernsehen an. Captain Kirk prangert aus "Ganz neue Dimensionen" auf dem Bildschirm und läuft vor dem Gorn davon. Dabei wird die einmalige Felsformation gezeigt. Beim Betrachten - oder auch Nichtbetrachten - der Episode (die Zuschauer sehen zu, die Akteure "hoschen" rum - was auch immer "Hoschi" heißen mag - trümmern dann die Androidendoubles herein und laden die beiden ein mitzukommen (damit sie sie umnieten können, was die beiden "Helden" da aber noch nicht wissen). Damit ist der "Shatner-Auftritt" auch schon vorbei. Der geneigte Zuschauer jedoch, der drangeblieben ist, wird damit belohnt, dass die beiden Freunde von den Androidendoubles genau dorthin verschleppt werden, wo Shatner gegen den Darsteller in dem Gornkostüm gekämpft hat (!) und auch von dessen besagten Felsen heruntergeworfen werden. Trotz ihres Todes können die beiden aber nicht den Mund halten und der Film fängt da erst auch richtig an.

Außerdem ist nicht die Enterprise in die Vergangenheit geflogen, um zwei Buckelwale zu holen, sondern ein Bird of Prey. Allerdings machte sich der Autor über die Darstellung in "Star Trek III" lustig. Hier fand ich, dass es sich um einen unberechtigten Einwand handelte. Kirk hatte gerade vom Tod seines Sohnes erfahren. Ich möchte denjenigen sehen, der davon nicht schockiert ist ... Die Darstellung war meines Erachtens in dieser Szene ausgezeichnet und extrem glaubhaft.

Etwas nervig war das "Star Trek V"-Gebashe des Autors. Sicherlich hat jeder sein Recht auf seine eigene Meinung, aber hier nahm es Überhand. Er bemängelte die schlechte Kameraführung, die Spezialeffekte, die Story. Zu "Star Trek: Der Film" meinte er, dass die Fans zwar wussten, dass der Film Schrott wäre, es aber nicht zugeben wollten. Seltsamerweise fehlt auch ein Hinweis zu dem neusten "Star Trek"-Film. Selbst wenn er nicht erschienen war, als der US-Band veröffentlicht wurde, so waren einige Querelen um Shatner da ja durchgesickert. Wenn man jetzt nebenbei die Randbemerkung erlauben darf, ist auch die Kameraführung und der Maßstab bei den Spezialeffekten hier auch nie optimal. Und hier wird auch noch in dem Band freudig aufgeatmet - auch seitens der Fans, dass zum Glück ein Akademiefilm mit jüngeren Darstellern abgelehnt wurde. Ist schon bezeichnend ...

Da Shatners Auftritte so umfassend sind - wenn auch unfreiwillig -, hätte der Autor ebenfalls die Parodien unter die Lupe nehmen können. Denn teilweise fragt man sich schon, warum welcher Eintrag jetzt gerade vorgenommen worden ist. Wenn Tim Allens Auftritt in "Galaxy Quest" schon aufgenommen wird, obwohl er ihn nur parodierte und Shatner persönlich nicht in dem Film aufgetreten ist, er aber seinen Senf in einem Satz dazugibt, hätte er auch auf die unzähligen Trickfilmauftritte zum Beispiel in "Animaniacs", "Family Guy" und "The Simpsons" hinweisen können. Aber vermutlich liegt da die Gefahr in "unzählig". Es ist aber schon wegweisend, dass der Autor auf "Futurama" verweist, als es um Shatners Sprechgesang ging, aber vollkommen DEN Auftritt von Stewie Griffin aus "Family Guy" vermissen lässt, der 1:1 Shatners "Rocket Man" vorträgt. Eine sträfliche Vernachlässigung. Im Übrigen gab es eine gelungene Shatner-Parodie von MAD TV über "Boston Legal".

Teilweise stimmten auch die Folgenübersetzungen nicht. Sie wurden oft nicht mit den deutschen Episodentiteln dargestellt, sondern mit einer 1:1-Übersetzung, wie "Der Tag der Taube" anstatt "Das Gleichgewicht der Kräfte" und "Die Rückkehr der Archonier" ("Landru und die Ewigkeit"). Seltsamerweise ist aber ein Titel "Kirk : 2 = ?" ohne jedwede Änderung übernommen und "The Enemy Within" ist nicht 1:1 übersetzt worden wie "Der innere Feind" zum Beispiel. Dahingehend werden aber im Anhang sämtliche Folgen wie gehabt in der ZDF- und Sat.1-Titelgebung zitiert. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Übersetzung hier etwas geschludert hat und nicht immer wusste, welche Episode der Autor jetzt meinte. Seltsamerweise werden diverse Gastauftritte ausgebreitet ("Prinz von Bel Air"), andere fehlen dafür ganz ("Sea Quest DSV"). Für "Alles über Shatner" hätte ich da doch etwas mehr erwartet.

An sich lässt sich sagen, dass das Buch aber auch nicht unbedingt aktuell ist. Im Bucheinband findet sich das Datum der Originalausgabe: 2009. Da stellt sich mir die Frage, weshalb "Star Trek XI" genauso wenig aufgeführt ist wie Shatners zehnter Band "Starfleet Academy: Collision Course" (2007) und lediglich neun Romane aufgeführt sind. Normalerweise wäre aufgrund des Fleißes unserer "Rampensau" eigentlich schon wieder eine neue Auflage fällig. So könnten die bisherigen neueren Gastauftritte und das Geplänkel um den neuen Film ebenso verarbeitet werden wie sein neuster Streich "Shit My Dad Says". Im Übrigen bereitet sich der Star gerade auf eine Dokumentation über die "Star Trek"-Captains vor. Auch über die Graphic Novel "Ashes of Eden" hätte ein Wort verloren werden können, wenn schon mal auf seinen Nierensteinen herumgeritten wird. Auch fehlte mir, dass William Shatner unter anderem von den Medien verdächtigt wurde, als dessen dritte Ehefrau Nerine im Pool ertrank. Eine deutsche Ausgabe der MAD meinte sogar in einer Parodie, dass er gleichzeitig einen Film drehen und seine Frau umbringen könnte.

Alles in allem lässt sich aber sagen, dass das Buch gelungen ist. Ich habe es gerne gelesen, und es lässt sich auch flüssig lesen. Oft habe ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Schön ist auch der Anhang hinsichtlich der Episoden. Insbesondere wurde hier Hauptaugenmerk auf die Shatner-Eigenarten gelegt, wie oft sein Hemd reißt und dergleichen.

Ich danke dafür, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, den Band zu rezensieren, andernfalls wäre mir wirklich ein Kleinod verloren gegangen. Nach knapp über 200 Seiten ist man dann auch durch. Ich habs eigentlich schade gefunden und hätte gerne noch weitergelesen.

Trotz aller Kritikpunkte kann ich das Buch wärmstens empfehlen, würde aber auch die Empfehlung aussprechen, eine neue Auflage zu starten, da die aktuelle bereits bei dem unermüdlichen Star schon wieder veraltet ist.

"William Shatner von A bis Z" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "William Shatner von A bis Z: Alles über den Captain der Enterprise und seine anderen Rollen"

Originaltitel "The Encyclopedia Shatnerica: An A to Z Guide to the Man and His Universe"

Autor Robert Schnakenberg

Übersetzer Fraziska Schöttner

Preis 9,95 Euro

Umfang 207 Seiten

Verlag Ubooks

ISBN 9783866081529

(cf - 12.06.11)


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