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Martin Weinrich (wc)26.10.14

"Second Nature"

David Mack

Inhalt

Die U.S.S. Sagittarius misst seltsame Energiewerte auf dem Planeten Nereus II in der Taurus Region. Das eingesetzte Außenteam entdeckt die Tomol. Die Mitglieder dieses Volkes begehen all beim Eintritt in das Erwachsenenalter rituellen Selbstmord. Während das Sternenflottenteam noch fassungslos die Zeremonie beobachtet, taucht plötzlich ein klingonisches Team auf und verhindert den Freitod einer Tomol. Bald darauf erfahren die Offiziere den Grund für die Prozession: Die Tomol verwandeln sich ab einem bestimmten Alter in mächtige und vor allem blutrünstige Wesen, die mit Geisteskraft töten können. Die Klingonen hoffen, diesen Prozess zu einer Waffe umzufunktionieren. Doch sie haben die tatsächliche Macht eines entwickelten Tomols deutlich unterschätzt.

Während das Außenteam ebenfalls in Lebensgefahr schwebt, ist es der Sagittarius unmöglich, dem Außenteam zu helfen: Zwei Bird of Preys, kommandiert von Commander Kang, tauchen im Neureus-System auf und verlangen den sofortigen Abzug der Sternenflotte.

Kritik

Die U.S.S. Sagittarius misst merkwürdige Energiewerte auf Nereus II. Kurz darauf findet sich die Untersuchungsexpedition in einer von Klingonen gestörten Selbstmordzeremonie wieder.
Mit knapp 300 Seiten ist "Second Nature" ein für heutige "Star Trek"-Romanverhältnisse schmales Buch. Genau das tut der Lektüre gut. Durch den begrenzten Raum muss Mack keine große Geschichte erzählen. Stattdessen kann er eine serientypische Handlung aufbauen. Eine auffällige Messung weckt das Interesse der Sternenflotte, daraufhin kommt es zu einem interessanten Erstkontakt, der die Grundlage für eine anschließende Konfrontation legt. Der Roman strahlt den Flair einer Fernsehepisode aus.

Mack unterlaufen dabei kaum handwerkliche Fehler. Die Tomol sind überzeugend dargestellt. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie den Tod in jungen Jahren hinnehmen, wirkt erschreckend. Der Leser hat aus diesem Grund viel Sympathie mit Nimur, die sich weigert, so früh aus dem Leben zu scheiden. Umso schockierender sind die Folgen, die das durch die Klingonen ermöglichte Weiterleben Nimurs hat. Aus der lebensfrohen jungen Frau wird eine Art böser Racheengel. Dem fällt zunächst das klingonische Außenteam zum Opfer und kurz darauf natürlich die Tomol, die sie in den Tod drängen wollten. Mack lässt den Leser zunächst geschickt über die Ursachen für diese Verwandlung im Unklaren. Lediglich die Tatsache, dass die „Vanguard“-Nachfolgeserie "Seekers" in der Taurus-Region spielt, hätte zu der Vermutung, dass die Shedai hinter der genetischen Veranlagung zu dieser Verwandlung stecken, führen können.

Die Charakterisierung der Sagittarius-Crew wirkt in diesem Auftaktband bereits vielversprechend. Nach gerade einmal 300 Seiten sind natürlich noch nicht alle Namen geläufig. Aber die Besatzung ist wie bereits die Vanguard-Crew möglichst divers angelegt. Gleich im zweiten Kapitel muss die erste Offizierin daher einen kleinen Besatzungskonflikt schlichten, der auf unterschiedlicher genetischer Zusammensetzung beruht. Doch auch abseits von diesem augenzwinkernden Auftakt gelingen Mack die ersten "Geplänkel" der Crew in diesem Roman bereits sehr gut. In der zweiten Hälfte tritt die Arbeit an den Charakteren jedoch hinter der actiongeladenen Handlung zurück.

Letztlich besteht ein Großteil des Romans aus der Konfrontation der Sagittarius und den klingonischen Schiffen über dem Planeten Sereus II. Die unbekannte Variable in diesem Konflikt ist die Stärke Nimurs und der von ihr bekehrt-verwandelten Tomol, die gegen Ende in die Auseinandersetzung eingreifen. Die Schlacht zeigt eine von zwei kleinen Schwächen des Romans. Anders als noch in Vanguard werden die Klingonen hier klischeehaft dargestellt. Das wird ausgerechnet dadurch verursacht, dass Mack einen Zivilisten, einen Wissenschaftler, in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Dieser regt sich regelmäßig – zurecht – über die schlichte Herangehensweise der klingonischen Soldaten auf, die mitunter tödliche Konsequenzen hat. Der Leser kann sich nicht helfen und muss sich über die Dummheit der Klingonen ebenfalls ärgern. In einer äußerst überzogenen Szene wird der Wissenschaftler nach einer dramatischen Warnung von der ganzen Besatzung eines Bird of Preys ausgelacht. Unschwer zu erahnen, dass dieser Spott die letzte Tat dieser stolzen Klingonen ist. Die Stellung klingonischer Zivilisten innerhalb des Imperiums und vor allem innerhalb des Militärs wurde in der Vergangenheit deutlich besser dargestellt und hätte auch hier in anderer Form erfolgen müssen.

Die zweite Schwäche ist, dass der Roman trotz der Kürze mehr Inhalt vertragen hätte. Lieder haben sich die Autoren der Serie für einen Auftaktzweiteiler entschieden. Obwohl Seekers eher als Serie mit Einzelabenteuern angekündigt wurde, hat "Second Nature" damit ein sehr offenes Ende. Dies ist bereits nach dem zweiten Drittel absehbar: Zwar wäre zu dem Zeitpunkt eine rasches Ende durch klingonische Flucht oder durch Waffengewalt noch möglich, doch traut man Mack solch eine schlichte Lösung nicht zu. Dichter erzählt, hätte man die Konfrontation bereits in diesem Roman beenden können. Auf die Konsequenzen hätte der Folgeband immer noch aufbauen können.

Gleichzeitig ist Mack der Cliffhanger sehr gut gelungen. Nach einer spannenden Schlacht wird Fremdweltlern der Zugang zu Nereus II untersagt, obwohl just die Sagittarius darüber abgestürzt ist und sich noch Klingonen auf dem Planeten befinden. Nun stehen sich einige Sternenflottenoffiziere im Weltraum und auf dem Boden mutierten und unglaublich mächtigen Tomol gegenüber. Offen ist auch die Frage, was die Shedai einst mit der "Bestrafung" der Tomol bezweckt haben. War es tatsächlich "nur" eine Machtdemonstration oder werden sich bald noch andere Fallen und Tricks der Shedai auftun, wie es in "Vanguard" bereits häufiger der Fall war? Mack gelingt damit ein überzeugendes offenes Ende. Außerdem lässt er die generelle Ausrichtung der Serie, die neue Shedai-Handlung könnte im nächsten Band abgeschlossen werden oder den weiteren Verlauf von "Seekers" dominieren, im Unklaren. Dadurch ist das Interesse am zweiten Teil der Reihe hoch.

Fazit::"Second Nature" ist ein überzeugender Auftakt für die neue Reihe "Seekers". Zunächst werden dem Leser die Crew und die Tomol nahe gebracht. Anschließend wird mithilfe der Klingonen eine anständige Konfrontation erzeugt, die sich letztlich in ein Dreiseitengefecht entwickelt. Nur mit kleinen Schwächen dafür aber einem spannenden Ende versehen, macht "Second Nature" bereits Lust auf die Fortsetzung.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Star Trek: Seekers - Second Nature"

Buchreihe Weitere Romane

Autor David Mack

Preis 5,90

Umfang 320 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476753072

(wc - 26.10.14)


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