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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)03.01.18

"Divergenzpunkt"

Dayton Ward & Kevin Dilmore

Inhalt

Die U.S.S: Sagittarius ist nach einem Gefecht mit einem klingonischen Bird of Prey über dem Planeten der Tomol abgestürzt. Während die U.S.S. Endeavour im Orbit das verbliebene klingonische Schlachtschiff in Schach hält, beginnt für die Crew auf dem Planeten ein Überlebenskampf. Die Tomol, eigentlich friedliebende Wesen, verwandeln sich um ihren 18. Geburtstag herum in mächtige und vor allem zornige Monster, die mit Geisteskraft töten können. Einst wählten die Tomol daher vor der Volljährigkeit den Freitod. Diese Tradition wurde jedoch von der Tomol Nimur unterbrochen, die bereits im ersten Teil der neuen Serie weitere Tomol zur Verwandlung getrieben hat. Nimur musste die Erfahrung machen, dass Fremdweltler entweder ihre Fähigkeiten missbrauchen möchten oder ihre Verbreitung eindämmen möchten. Da ihr beides nicht behagt, versucht sie mit anderen verwandelten Tomol die Sagittarius zu erobern und die Crew zu töten. Den Sternenflottenoffizieren stehen keine Waffen zur Verfügung, die den Tomol wirklich gefährlich werden können. Die einzige Hoffnung besteht darin, die Artefakte der Shedai und Preserver auszuwerten um herauszufinden, woher die Wut der Verwandelten Tomol kommt.

Der Kommandant der Klingonen, Kang, hält derweil an seinem Ziel, einen Tomol nach Kronos zu bringen, fest. Das bringt ihn in direkte Konfrontation mit Captain Khatami auf der U.S.S. Endeavour. Sie versucht alles, um der Saggitarius vom Orbit aus zu helfen und gleichzeitig Kang in Schach zu halten. Bald stellt sich heraus, dass die Gefahr, die die Tomol für den gesamten Quadranten darstellen, nur gebannt werden kann, wenn die beiden eigensinnigen Kommandanten zusammenarbeiten.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das englische Original.

Auf dem Planeten der Tomol abgestürzt, wird die Crew der Sagittarius von gewalttätigen, mutierten Tomol bedroht, während im Orbit Klingonen lauern.
Second Nature war ein überzeugender Auftaktband. Mit den Tomol wurde ein interessantes Rätsel eingeführt, die Klingonen sorgten für etwas Action. Außerdem lag der Fokus darauf, die Charaktere der Serie einzuführen. "Point of Divergence" kann das Niveau des Vorgängers nicht halten. Stattdessen verliert sich der Roman in einer kleinteiligen Geschichte, die ein immer gleiches Motiv wiederholt.

Der Roman kann lediglich mit zwei Elementen überzeugen. Zunächst ist das mentale Duell zwischen Kang und Khatami sehr überzeugend. Beide sind nicht nur fähige Kommandanten, sondern auch starke Charaktere. Im Laufe der Handlung erarbeiten sie sich gegenseitigen Respekt und sind am Ende sogar in der Lage, gemeinsam gegen eine Bedrohung vorzugehen. Diese Nebenhandlung ist sehr überzeugend. Gleichzeitig wird die Möglichkeit, dass plötzlich klingonische Verstärkungen auftauchen, nie ganz ausgeschlossen. Im Gegenteil, Kang wartet lange Zeit sogar darauf. Da die Klingonen ein großes Interesse daran haben, die Tomol als Waffen gegen die Föderation einzusetzen, erscheint eine mittelstarke Flotte nicht einmal unwahrscheinlich. Diese theoretische Möglichkeit sorgt für etwas Spannung in einem ansonsten schwachen Roman.

Die Handlung auf dem Planeten der Tomol kann nicht überzeugen. Die Crew der Saggitarius versucht natürlich das abgestürzte Schiff so schnell wie möglich startklar zu machen. Die erste Handlung des Captain des Schiffes ist es jedoch, Khatami zu empfehlen, mit allen Bordwaffen auf Nimur zu schießen. Das ist nicht nur aus einer Sternenflottenperspektive ausgesprochen dämlich. Damit wird der Zorn Nimurs gegen Fremdweltler nämlich erst richtig entfacht. Von nun an, versucht die erste verwandelte Tomol alles, um so viele Besatzungsmitglieder wie möglich zu töten. Diese Eskalation hätte durch ein klügeres und überlegteres Handeln vermieden werden können. Leider wird dieser merkwürdige und unsinnige Befehl im weiteren Verlauf der Handlung nicht einmal reflektiert.

Dafür bleibt zugegebenermaßen relativ wenig Zeit. Denn die Tomol greifen unermüdlich an. Während sich die Sagittarius Crew zunächst noch verschanzen kann, ist sie bald auf plötzlich auftauchende Preserver Waffen angewiesen, die die Tomol in Steinsäulen verwandeln. Dieser Handlungsstrang kann zu keinem Zeitpunkt wirklich überzeugen. Weder sind die Angriffe spannend geschrieben, noch erscheinen die „Siege“ logisch. Stattdessen erlebt der Leser einen ergebnislosen Anlauf der Tomol nach dem Anderen. Letztlich enden die meisten jedoch mit noch mehr Salzsäulen. Das sorgt zwar für viele Schusswechsel ist ansonsten aber so langweilig wie es klingt.

Die Lösung des Tomol-Problems ist nicht kreativer als die ergebnislosen Schusswechsel. Überraschenderweise hat ein Crewmitglied eine Kopie von dem Meta-Genom der Shedai gemacht. Und wie so häufig bietet das Meta-Genom die Möglichkeit mit Genen herumzuspielen und zum Beispiel den verwandelten Tomol ihre Wut zu nehmen. Am Ende ergibt sich dadurch zwar eine Unannehmlichkeit für den verantwortlichen Offizier, aber die Tomol können in Frieden und Eintracht weiterleben. Diese Art von Konfliktlösung ist so unkreativ wie der Rest des Romans.

Fazit: "Point of Divergence" ist kein überzeugender "Seekers"-Roman. Der erste Teil profitierte neben einer soliden Handlung noch von interessanten Charakterszenen. Die Fortsetzung vermag weder eine spannende noch eine bewegende Handlung aufzubauen. Die Charaktere werden weitestgehend als Schablonen oder Statisten verwendet. Einzig das Duo Kang-Khatami überzeugt. Insgesamt hinterlässt der Roman damit einen schwachen Eindruck.

2.Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Der zweite Band der Seekers-Reihe bildet zugleich auch den Abschluss der Storyline um die Tomol und auch die beiden Autoren sind in Star Trek-Gefilden keine Unbekannten. Nicht nur das sie, wie David Mack, bereits zu Vanguard beigetragen haben, sie haben auch so schon den ein oder anderen Roman verfasst. Anders ausgedrückt: Sie kennen sich in der Materie aus und so passt auch dieser Band recht gut in das übergeordnete Star Trek-Universum.

Tatsächlich hat die Geschichte sogar einiges, das Star Trek ausmacht. Da sind zum einen Charaktere, die erkennen müssen, das sie auf dem von ihnen bestrittenen Pfad nicht weitermachen können. In diesem Fall trifft das vor allem auf die Tomol und ihre Anführerin zu, die zumindest hier mit den meisten Raum einnimmt. Auch die anderen Charaktere kommen nicht zu kurz, ihre Entwicklung bleibt aber ein klein wenig auf der Strecke, was vor allem auch daran liegt, das zum einen die Handlung zu schnell zwischen den einzelnen Orten wechselt und zum anderen sicher daran, das man, im Gegensatz zu Vanguard, noch keine Warmlaufzeit mit den Charakteren hatte. Als einzig halbwegs bekannter Charakter wäre hier Clark Terrell aus „Star Trek II“ zu nennen, doch dazu später mehr.

Denn auch andere Star Trek-typische Sachen werden, wenn auch nicht groß gehalten, so zumindest angeschnitten. Die erste Direktive? Ist natürlich ein Thema, wird aber schnell abgehakt, immerhin haben die Klingonen die Kultur schon verseucht und die Sternenflotte mit hineingezogen. Man muss also hier Schadensbegrenzung betreiben. Und die Neutralisierung der Aliens auf friedlichem Wege? Das wird ebenso schnell abgehakt, denn die lieben Tomol haben sich in regelrechte Superwesen verwandelt, die man mit allen Mitteln aufhalten muss, auch wenn das Vernichtung bedeutet. Vielleicht nicht die feine Star Trek-Art, aber schön, das man an diese Punkte gedacht hat – wobei man hier natürlich diskutieren kann, wieviel davon letztlich Fanservice ist.

Damit endet aber leider schon vieles der positiven Aspekte des Romans, da sich die Geschichte schnell in anderen Aspekten verliert. Dabei ist der Start noch recht stark, auch wenn man schlucken muss, dass die Verwandlung der Tomol aus dem ersten Band noch eine Stufe höher gehoben wurde. Waren sie im ersten Teil zwar schon mächtig, so sind sie jetzt wahre Supermänner, überstehen Phaserfeuer eines Raumschiffes und können ihre Gestalt wandeln. Mag man von dieser neuerlichen „Superwaffe“ halten, was man will, so ist zumindest die Erklärung dafür ins ich stimmig, auch mit Hinblick auf die Vanguard-Vergangenheit. Leider stellt sich im weiteren Verlauf der Geschichte heraus, das man auf diese „Superfähigkeiten“ (von der erwähnten Phaserszene vielleicht mal abgesehen) getrost hätte verzichten können. Die wenigen dargestellten Kampfszenen hätte man nämlich so auch anders darstellen können und allzu abgehoben wirken die Gewandelten dann letztlich doch wieder nicht.

Dann sind da ja auch immer noch die Klingonen, die im ersten Band noch groß aufgebaut und als dritte Partei eingeführt wurden. Diese verhalten sich aber im vorliegenden Band derart dumm, das man sich schon fragen muss, wie sie überhaupt zu solch furchtbaren Gegnern der Föderation werden konnten. In diesem Band sind sie eher nur Stichwortgeber, die eigentlich immer gehörig auf die Nase kriegen und dabei der Föderation immer unterlegen sind. Nach dem ersten Buchdrittel ist ihr Schiff kampfunfähig geschossen und sie sind bis kurz vor Ende eigentlich aus dem Spiel genommen. Die Reparaturen können sie nicht selbst durchführen sondern benötigen Hilfe der Föderation, welche es in der gleichen Zeit schafft, nicht nur ein Schiff sondern gleich zwei zu reparieren! Selbst die kurze Allianz am Ende ist eher Makulatur und im Grunde hätte man die Klingonen aus diesem Band ebenso herausnehmen können – ihr Verschwinden wäre vermutlich nicht aufgefallen.

Apropos wundersame Reparatur: Sah es am Ende von Band Eins noch so aus, als wäre die Sagittarius hinüber – immerhin stürzte sie auf der Oberfläche des Planeten ab und selbst die Klingonen gingen davon aus, das dies keiner überlebt – so scheint der Crash in diesem Band gar nicht so schlimm zu sein. Binnen weniger Stunden wird das Schiff sogar wieder flugtauglich gemacht (zugegeben: Warpfähig wird es nicht und muss am Ende abgeschleppt werden) und kann auch noch im Kampf gegen die Gewandelten eingreifen. Das sagt uns im Umkehrschluss, das die Klingonen es nicht schaffen, ein kleines Scoutschiff abzuschießen, während die Föderation nur ein paar Schüsse braucht, um einen Klingonen effektiv aus dem Spiel zu nehmen.

Kann man am Anfang noch über diese Ungereimtheiten großzügig hinwegsehen, so häufen sich diese im weiteren Verlauf der Geschichte leider immer mehr. Am Ende driftet die Handlung sogar etwas in langweiligere Gefilde ab, was vor allem daran liegt, das sich die Handlung im Laufe der Geschichte immer wieder wiederholt. Es beginnt mit einem kleinen Angriff der Tomol, diese werden zurückgeschlagen, dann greifen sie erneut an und am Ende noch einmal, bis die lang ersehnte Rettung kommt. Sicher, die Angriffe sind immer leicht verschieden und mit anderen Faktoren versehen, richtig Spannung kommt nach der x-ten Attacke aber wirklich nicht mehr auf.

Hinzu kommen die vielen Handlungssprünge, begleitet von den bereits erwähnten Logiklöchern in der Handlung. Da wird die „böse“ Nimur als Bedrohung aufgebaut, nur um später in einem Nebensatz ebenso den Bewahrer-Abwehrmechanismen zum Opfer zu fallen. Der neue „Bösewicht“ ist dahingegen natürlich blass und recht schnell besiegt. Dann wird ein Heilmittel im Handumdrehen entwickelt, was eigentlich die ganze Situation auf dem Planeten als absurdum führt. Klar, man hatte Hilfe von den Shedai-Daten aus Vanguard, aber die Bewahrer sollen nicht in der Lage gewesen sein, ein Heilmittel zu entwickeln, während die Sternenflotte dies in wenigen Stunden schafft? Auch wenn ihr Prinzip „wir siedeln nur um“ sein mag – eine derart fortschrittliche Kultur findet kein Heilmittel für die Tomol sondern installiert lieber Abwehrmaßnahmen in Form von Drohnen und anderen Dingen? Nochmal: Die Föderation hat in wenigen Stunden ein Heilmittel entwickelt, die Bewahrer bauen lieber – um eine Allegorie der derzeitigen Weltlage zu verwenden – einen langen steinernen Zaun um das Volk, inklusive Geschütztürmen? Kosten-Nutzen irgendjemand?

Auch mit Seta, der neuen Anführerin der Tomol, wird auf dem Schiff mit einer Schwester eine Art Freundschaft aufgebaut, die dann aber blitzschnell verschwindet und nie mehr erwähnt wird. Stattdessen ist Seta auf dem Planeten und zieht die Kastanien aus dem Feuer. Wie erwähnt sind es diese Handlungssprünge und Ungereimtheiten in der Handlung, die die anfangs solide Geschichte im Laufe des Romans immer mehr aufweichen und verwässern. Fast kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, das die Autoren es hier versäumt haben, sich ordentlich abzusprechen und jeder eben „sein Ding“ durchgezogen hat.

Selbst wenn man an dieser Stelle einberechnet, das einige der angesprochenen Punkte vielleicht Kritik auf hohem Niveau ist (Sprich: „Fanboy-Gemecker“) reicht es an dieser Stelle leider nicht, den Roman in die Oberliga der Trek-Geschichten zu katapultieren.

Fazit: Eine durchaus solide beginnende Handlung verwässert im weitergehenden Verlauf immer mehr durch Ungereimtheiten aber auch durch unausgegorene Charakterentwicklungen, so dass sie am Ende leider etwas in die Langeweile abdriftet. Das ist schade, denn hier wäre sicher mehr drin gewesen.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Point of Divergence"

Buchreihe Weitere Romane

Autor Dayton Ward & Kevin Dilmore

Preis 14 Euro

Umfang 397 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-439-3

(wc, tg - 03.01.18)


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