Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Thomas Götz (tg)20.05.17

"Wer fürchtet den Tod"

Nnedi Okorafor

Inhalt

In einer nicht näher definierten post-apokalyptischen Zukunft werden die dunkelhäutigen Okeke von den hellhäutigen Nuru unterdrückt. Um sich an der Vergewaltigung ihrer Mutter zu rächen und ihr Volk zu befreien macht sich das Mädchen Onyesonwu (dt.: Wer fürchtet den Tod) auf eine lange Reise voller Magie und Gefahren. Ihr Ziel: Den mächtigen Zauberer Daib zu töten - ihren Vater und Vergewaltiger ihrer Mutter.

Kritik

"Wer fürchtet den Tod" ist der erste (bzw. nach deutscher Veröffentlichung zweite) Roman von Nnedi Okorafor. Bereits ihr Erstling (bzw. Zweitling) stellte ihr Heimatland Afrika dar, das mit der Landung außerirdischer zurecht kommen musste. Das Buch war recht ruhig und lieferte eine eher selbstkritische Auseinandersetzung mit den Zuständen auf dem Kontinent selbst. Auch in diesem Buch merkt man ihr wieder die Liebe für ihre Heimat an, denn auch dieser Roman spielt in Afrika - was natürlich nicht negativ zu bewerten ist.
Ein Roman über das mystische in uns - und über die Zustände in Afrika.

Auch muss man solche Geschichten natürlich mögen, um damit warm zu werden und auch bei dieser Handlung versteckt sich wieder Kritik an den Zuständen Afrikas. Dabei funktioniert dieser Band in vielen Ebenen sogar besser als der Erste/Zweite.

Alles beginnt in einer postapokalyptischen Zukunft, wobei diese Zeit nicht näher definiert ist. Insgesamt erfährt man nur recht wenig über die Welt, in der sich One (die Heldin) bewegt. Dies muss man auch nicht immer im Detail erläutern, denn manchmal ist etwas Geheimniskrämerei durchaus das sogenannte I-Tüpfelchen. Das bedeutet in diesem Fall, das die Story auch in der heutigen Zeit auf dem afrikanischen Kontinent funktionieren würde, sofern man geneigt ist, einen Hauch Mystik zu akzeptieren. Denn die Heldin ist eine Art Schamanin (oder, um den Sprachgebrauch des Romans zu benutzen: Zauberin). Sie kann sich in verschiedene Astralebenen begeben, Wunden heilen und die Gestalt wandeln. Dabei treibt sie nur ein Zweck an: Rache an ihrem Vater.

Dieser hatte nämlich ihre Mutter vergewaltigt, was man gleich zu Beginn lesen kann. Auch dies ein Seitenhieb auf Afrika, in dem auch heute noch teilweise diese Zustände herrschen. Es folgt der Lebensweg der Heldin, welche man auf ihrem Pfad zur Teenagerin und darüber hinaus verfolgen kann. Dabei werden weitere (afrikanische) Unsitten wie etwa Beschneidung angesprochen (und vollzogen). Derartige Details, die zu unserer wahren Welt verbunden sind, gibt es auch im weiteren Verlauf noch und tragen zur guten Atmosphäre des Romans bei.

Auch sonst vermögen die Charaktere durchaus zu überzeugen. Sicher, die Handlung gab es so oder so ähnlich schon: One lernt langsam, das sie etwas besonderes ist und Fähigkeiten hat. Im Laufe der Zeit sucht sie sich einen Lehrer, der ihr hilft, damit umzugehen. Jugendlich-typisch ist sie dabei ungestüm und zornig und macht vieles falsch. Soweit so Klischeehaft ist man dennoch schnell mit One verbunden und kann ihre Entscheidungen nachvollziehen. Dies wird sich später bis zu einem gewissen Grad auch auf ihre Begleiter übertragen. Dabei ist schön, das viele weitere Klischees, sprich, die Ausbildung, einfach mal übersprungen wird. Dies wäre wohl wirklich zu langweilig gewesen und so wird die Handlung schön gestrafft.

Ebenso klar ist allerdings auch, das One alsbald mit ihren Gefährten aufbricht, um ihren Vater zu stellen. Ab dieser Stelle nimmt der Roman aber eine Abwärtskurve. Gut, die klassische Quest, von einer Stadt in die andere zu reisen, immer auf der Suche, ist so gesehen auch klischeehaft, hat aber in Ansätzen durchaus ein paar gut zu lesende Akzente. Vor allem die kleinen Kabbeleien innerhalb der Gefährtenreige stechen hier hervor. Dann allerdings beginnen sich einige Längen einzuschleichen. Statt die Konfrontation mit ihrem Vater voranzutreiben, wird sich eher weiter auf Ones Selbstfindungsphase konzentriert.

Sicher, die Heldin ist an der Stelle noch weit davon entfernt, perfekt oder die strahlende Heldin zu sein, als die viele sie sehen. Sie aber quasi erneut mit dem Holzhammer auf Lerntour zu schicken, etwa wenn sie übermütig auf der Astralebene einfach kopflos ihren Vater angreift, bremst die vormals schnelle Erzählstruktur merklich aus. Hinzu kommt die zu häufige Strapazierung des Themas Sex (natürlich ohne explizite Szenen zu beschreiben). Es mag durchaus sein, das es für Teenager, die ihren Körper und ihre Sexualität entdecken, kein anderes Thema mehr gibt als eben diesen Beischlaf. An einem gewissen Punkt in dem Roman kann man sich aber quasi nur noch fragen, wer gerade mit wem und überhaupt (auch bezogen auf Ones Begleiterinnen). Auch hier wäre etwas weniger mehr gewesen.

Auch das Finale ist dann vergleichsweise unspektakulärer abgehandelt, was in diesem Falle, ob eines nicht wirklichen Happy Ends (okay, irgendwie schon aber irgendwie nicht) allerdings durchaus auf seine eigene Art funktioniert, auch wenn das ein oder andere Klischee auch hier bedient wird. So oder so regt auch da Ende wieder zum Nachdenken über Afrika an, und genau das war es, was die Autorin beabsichtigt hat.

Fazit: „Wer fürchtet den Tod“ ist kein schlechter Roman und legt vor allem am Anfang einen sehr guten Start hin. Das letzte Drittel des Buches versandet leider etwas, hier wäre vielleicht an manchen Stellen eine Handlungsstraffung gut gewesen, dennoch wird man beim Lesen des Romans sicher nicht schlecht unterhalten.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Wer fürchtet den Tod"

Originaltitel "Who fears the Death"

Buchreihe Weitere Romane

Autor Nnedi Okorafor

Übersetzer Claudia Kern

Preis 18 Euro

Umfang 511 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-186-6

(tg - 20.05.17)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017