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Thomas Götz (tg)01.08.17

"Funkstille"

Linda Nagata

Inhalt

Diejenigen, die ihm am nächsten stehen, halten ihn für tot. Und der ehemalige Army Lieutenant James Shelley hat nicht vor, etwas daran zu ändern. Dennoch wird er von einer Organisation für verdeckte Operationen rekrutiert, die sich ganz dem Red, einer hochentwickelten künstlichen Intelligenz, verschrieben hat und mit dessen Hilfe die Welt vor Bedrohungen schützen will. Shelley ist davon überzeugt, dass er die notwendige Vorsicht gelernt hat, wenn es um die Arbeit mit der geheimnisvollen künstlichen Intelligenz geht – bis Reds immer unberechenbareres Verhalten aus Versehen einen Krieg entfacht und Shelley auf Kollisionskurs mit seinem alten Leben schickt. Im abschließenden Buch der "The Red"-Trilogie muss sich Shelley entscheiden, wem – oder was – er vertrauen will, während er darum kämpft, einen eskalierenden Konflikt aufzuhalten, der droht, die Welt ins Chaos zu stürzen und diejenigen zu zerstören, die er liebt.

Kritik

Der dritte Band der Red-Reihe ist zugleich deren Abschluss, was die Buchreihe zu einer Trilogie macht. Wie bei vielen Trilogien erweist sich aber in diesem Fall der letzte Band auch als der Schwächste.
Der Abschluss der Red-Trilogie.

Doch beginnen wir zunächst mit dem Positiven: Wie schon in den zwei Bänden zuvor so gelingt es Linda Nagata erneut, militärischen Drill und Missionen adäquat zu beschreiben. Auch das zwischenmenschliche, sofern es das in militärischen Strukturen gibt, fließt ein, ausgedrückt wie immer durch den Hauptcharakter James Shelley, der auch in diesem Band der Held ist, um den sich alles dreht.

Andere Figuren bleiben allerdings auf der Strecke und neben Shelley bekommt eigentlich kaum jemand genug Raum eingeräumt, um wirklich von einer Charakterentwicklung sprechen zu können. Selbst die Beziehung mit Delphi, seiner Freundin, verläuft nach den Enthüllungen des Romans nur eher am Rande weiter. Das muss natürlich nicht immer schlecht sein, sorgt aber zumindest in diesem Band dafür, das man beim Showdown als Leser eher wenig für die Kameraden von Shelley empfindet, was eben dieses Finale noch einmal zusätzlich abschwächt.

Und wenn man gerade über das Ende spricht: Dies kommt sehr abrupt. Es gibt keine Auseinandersetzung von Shelleys Vater mit der Tatsache, das er noch am Leben ist oder wie es sonst um das titelgebende Rote steht. Shelley ist – Achtung: Spoiler – quasi vom Internet getrennt, es folgen ein paar Seiten in seinem neuen Leben und das Buch ist vorbei. Das ist angesichts der in den ersten beiden Bänden aufgebauten Spannungskurve schon ettäuschend.

Natürlich muss man nicht immer eine Erklärung für alles bekommen. Sogar das titelgebende Rote bleibt auch in diesem Band eher geheimnisvoll und im Hintergrund. Wie es genau entstanden ist, was seine Beweggründe sind und ob man es kontrollieren kann – alles Fragen, die im Verlauf der Reihe (und in diesem Band nochmal im Speziellen) angesprochen wurden, die aber unbeantwortet bleiben. Stattdessen wird eher zufällig ein Denkanstoß eines Hackers eingeworfen, den man auf einer Mission ebenso zufällig aufgabelt: Warum nicht eine Gegen-KI programmieren? Warum nicht nachdenken, ob man die Missionen des Roten fraglos annimmt?

Auch das sind eigentlich wichtige Fragen bzw. die Kernfragen der gesamten Trilogie. Ist man zu abhängig vom Internet? Lässt man sich steuern, wenn dieses irgendwann die Kontrolle übernimmt? Leider wird die Antwort darauf im Keim erstickt und auch wenn man als Leser natürlich selbst über diese Sachen nachdenken soll – sie gehen im weiteren Verlauf des Buches, und damit auch für den Leser, einfach unter. Dabei hätte sicher ein Kampf zweier virtueller KIs, am Besten noch mit Avataren in diversen Formen, Potential für einen großen Teil der Geschichte gehabt. Aber gut, das hätte vielleicht zu viele Klischees bedient und an zuviele andere Reihen erinnert, in denen ähnliches schon zur Genüge zelebriert wurde.

Leider werden aber auch sonst eher ein paar Klischees bedient. Nach dem Ende des letzten Bandes gilt Shelley als tot, ist aber in Wahrheit untergetaucht und erledigt Missionen für das Rote. Und damit ist im Grunde die Story des Romans in einem Satz zusammengefasst. Denn es geht von einer Mission zur nächsten, wobei natürlich Shelleys Freunde Wind davon bekommen dürfen, das er eben trotzdem noch lebt. Zumindest wird man von den obligatorischen anschließenden Dialogen diesbezüglich verschont.

Wie erwähnt sind die Missionen klassische Anti-Terror-Einsätze und damit sicherlich nahe an der heutigen Zeit, in der man sich einfach sicher fühlen will und durch Militärs wie diese, die im Verborgenen handeln, ein solches Gefühl erzeugen kann. Das ist aber ebenso wie die existenziellen Fragen um das Internet und wie weit man gehen soll, nur ein Randthema.

So hangelt sich das Buch von Mission zu Mission (Drei an der Zahl) bis es eben zu jenem abrupten Ende kommt. Als Leser wird man so mit dem Gefühl zurückgelassen, das man gar nicht weiß, was eigentlich Sache ist, was es mit dem Roten auf sich hat und ja, wie es mit ihm weitergeht. Mysterien mögen manchmal gut sein und funktionieren, nach drei Bänden hätte man sich als Leser an der Stelle aber schon mehr erwartet.

Fazit: Trotz eines guten Aufhängers versandet die Geschichte etwas in den Anti-Terror-Einsätzen der Protagonisten, welche immerhin gut umgesetzt sind. Hier hätte man aber mit etwas mehr Konzentration auf das Titelgebende Rote und die Auflösung seiner Mysterien einiges mehr herausholen können. So bleibt man leider etwas unbefriedigt zurück.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "The Red 3 - Funkstille"

Originaltitel "The Red 3 - Going Dark"

Buchreihe Weitere Romane

Autor Linda Nagata

Übersetzer Helga Parmiter

Preis 16.- Euro

Umfang 567 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-198-8

(tg - 01.08.17)


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