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Frank Drehmel (fd), Thomas Götz (tg)01.10.07

"30 Days of Night"

Tim Lebbon

Inhalt

Die Menschen des kleinen Städtchens Barrow, in den Weiten Alaskas gelegen und nördlichste Siedlung der USA, bereiten sich auf den arktischen Winter vor. Einen Großteil der 563 Einwohner zieht es in wärmere Gefilde, während sich 152 Personen auf 30 Tage fast vollkommener Dunkelheit einstellen. Doch dieses Jahr stört etwas Unheimliches die Ruhe in dem abgelegenen Kaff. Es beginnt damit, dass sämtliche Kommunikationsmöglichen nach “draußen” zerstören werden. Dann findet man die ersten toten Hunde und schließlich zerfetzte Menschen. Für Deputy Eben Oleson, seine Ex-Frau Stella Oleson, die ein unglücklicher Zufall just zu dieser Zeit nach Barrow verschlagen hat, und die wenigen Verbliebenen beginnt ein Kampf gegen einen unmenschlichen Gegner, den sie kaum etwas entgegensetzen zu haben.

Kritik von Frank Drehmel

Eine Stadt wird von Vampiren angegriffen.
Stell Dir vor, Dir begegnet des Nachts ein düster aussehender Zeitgenosse mit Klauen und spitzen Reißzähnen. Du pumpst ihn mit Blei voll, als er Dir irgendetwas raus- und/oder abreißen und dann dein Blut trinken will. Deine Kugeln richten allerdings -abgesehen von ein paar hässlichen Löchern- nicht das Geringste aus. Was -glaubst Du- wird jemand, der das anschließende, unausweichliche Massaker beobachtet, über diesen Typen denken?

A) Hey, der Kerl muss auf Droge sein!

B) Hey, der Kerl muss auf Entzug sein!

C) Hey, der Kerl muss ein Vampir, Werwolf oder Dämon sein.

Nun, die Figuren in diesem Roman jedenfalls scheinen von den Segnungen des televisionären Zeitalters und einschlägigen Filmchen bzw. Büchern unbeleckt und raten lange Zeit vor sich hin, wer denn da den Leuten die Eingeweide rausreißt, ihr Blut trinkt und ihre Köpfe auf Pfähle spießt. Bis irgendwann der letzte Hinterwäldler auf Seite 122 schnallt, dass nicht dahergelaufene Crack-Heads seine Mitbürger auseinanderreißen, vergehen nervtötend viel Zeit und -aus Lesersicht- überflüssige Diskussionen. Doch beginnen wir am Anfang.

Zweifellos basiert “30 Days in Schlaraffenland” auf einem recht originellen Grundkonzept, das sowohl eingefleischten Vampirfans als auch Nachwuchsvampiren die Fährnisse und Glückseligkeiten des Untoten-Daseins ins Bewusstsein rückt: ist das Blutsaugerleben im arktischen Sommer kein Zuckerschlecken, so macht der arktische Winter das Unleben erst richtig lebenswert. Tatsächlich gelingt es Tim Lebbon, der als Horror-Spezialist für eine Reihe mehr (oder weniger) aufregender Roman-Veröffentlichungen verantwortlich zeichnet, anfangs, die Atmosphäre und Kälte der arktischen Nacht durchaus fesselnd einzufangen, um so einen Hintergrund zu schaffen, vor dem die tumbe Story der Screenplay-”Koryphäen” -Niles, Beattie & Nelson- gnadenlos in die Knie geht. Kino-Stereotypen von “A wie Abschlachten” bis “Z wie (traute) Zweisamkeit” kennzeichnen eine vorhersehbare Handlung, die jeder Horror- oder Splatter-Fan im Halb-Schlaf herunterbeten könnte. Szenen von der Stange sowie Protagonisten und Beziehungskisten aus einen Standard-Lehrbuch für Skript-Schreiber lassen nicht wirklich Freude oder gar Spannung aufkommen. Endgültig belegt wird das mangelnde Interesse der Drehbuch-Schreiberlinge an einer gehaltvollen Story durch die Motivklärung des Ober-Saugers Marlow für das Barrow-Gemetzel, die sich mit “Einmal richtig den Bauch vollschlagen” subsumieren lässt. Niles & Co. geht es lediglich um plakative, todlangweilige Gewalt und vordergründige Action. Dass bei dieser schlechten Ausgangslage dem Autor des Romans zum Film kein großer Wurf gelingen kann, liegt auf der Hand. Um für Lebbon eine Lanze zu brechen: er rackert sich redlich ab und allein seinem eingängigen, flüssigen Schreibstil ist es zu verdanken, dass der Leser nicht schon nach 70 Seiten seine Reißzähne in den Einband schlägt.

Fazit: Im Dunkeln nichts Neues. Vampir-Splatter von der Stange. Nur für Hardcore-Fans

Kritik von Thomas Götz

Das vorliegende Buch zum Kinofilm präsentiert uns die Story einer von Vampiren belagerten Stadt, und, wie es sich vermuten läßt, damit einhergehend auch das zugehörige blutige Gemetzel.

Positiv anzumerken ist, das man wenigstens versucht, so etwas wie Charakterentwicklung aufzubauen. Gut zugegeben, eine gescheiterte Ehe die ob der Krise wieder funktioniert ist nicht wirklich neu, aber es ist immerhin ein bisschen was da. Auch das sich die Menschen auf taktische Finessen stützen, um den Vampiren zu entkommen, mag mitunter zu gefallen.

Zieht man diese Sachen allerdings vom Roman ab so bleibt, ausser dem erwähnten Gemetzel, nunmal leider nicht mehr allzu viel übrig. Da werden die üblichen Klischees bedient (30 Tage Dunkelheit an sich sollte man wohl auch dazu zählen) wie etwa die im Ort festsitzende Frau, die eigentlich gar nicht dableiben wollte aber dableiben muss und so ihre (oben bereits erwähnte) Ehekrise zu bewältigen. Da sind die alles schlachtenden Vampire und die durchdrehenden Menschen, die auch irgendwie reingehören. Aber da ist auch eine Menge verschenktes Potenzial: Die Vampire sind einfach "nur" böse (und klettern teils rum wie Werwölfe), es gibt im Grunde keinen richtigen Hintergrund für sie. Ihr anführer hätte ebensogut ein No Name sein können, so viel erfährt man über ihn. Keine Spur von Mystizismus oder sonstigen Ausgeklügeltheiten (wie etwa das schwarze Blut und ob und wie man seine Persönlichkeit als Vampir behält). Lediglich die Bemerkung, das man alle tötet, um im Verborgenen zu bleiben, spendet etwas Trost, bietet aber sonst auch nichts weiter.

Was bleibt ist ein Mittelmäßiger Roman, den man zwar schön für Unterhaltung zwischendurch lesen kann, der aber keine hohen Ansprüche hat oder erfüllt.

Fazit: Im Grunde ein Slash'n'Slay in Reinform, Mittelmaß.

Bewertung

1. Frank Drehmel
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "30 Days of Night"

Originaltitel "30 Days of Night"

Buchreihe Fantasy-Romane

Autor Tim Lebbon

Übersetzer Firouzeh Akhavan-Zandjani

Preis 9,95 Euro

Umfang 283 Seiten

Verlag Panini

ISBN 3833216417

(fd, tg - 15.06.09)


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