Thomas Götz (tg)
18.12.12
"Diamantenfieber"
Ian Fleming
Inhalt
Lernen Sie Tiffany Case kennen, eine gefühlskalte, hinreißende Blondine; die Art von Frau, mit der es ganz schön drunter und drüber gehen kann – wenn man will. Sie steht zwischen James Bond und den Anführern eines Diamantenschmugglerrings, der sich von Afrika über London zu den Vereinigten Staaten erstreckt. Bond benutzt Tiffany, um diese Bande zu infiltrieren, doch in Amerika wird der Jäger plötzlich zum Gejagten. Bond schwebt in höchster Gefahr, bis er von unerwarteter Seite Hilfe erfährt – von der eiskalten Schönheit selbst …
Kritik
Im vierten Bond-Roman geht es um das "Diamantenfieber", das aber nur noch Ansätze mit dem gleichnamigen Film zu tun hat. Aber ist der Roman auch besser als der Film? Wir werden sehen...
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 Der vierte Original-Bond. |
Bond selbst erhält diesmal einen eher simplen Auftrag: Diamantenschmuggler auszuheben. Wobei einfach wohl eher relativ ist, denn es gibt keine Superschurken zu bekämpfen wie in den James Bond Filmen sondern eher bodenständige Arbeit zu erledigen, wie dies die 'frühen' Agenten wohl dauernd taten (und noch immer tun). Sicher mit eine Formel für den Erfolg der Bond-Roman, bleiben sie so doch stets realistisch und der Wirklichkeit entlehnt.
Das Fleming 'seinen' Charakter im Griff hat, versteht sich dabei von selbst. So ist Bonds weitere Charakterisierung mehr als konsequent und baut auf den vorhandenen drei Romanen auf. Man merkt eben, dass auch Bond langsam besser wird und nicht mehr so oft in Fallen tappt wie noch zuvor. Indes - auch diesmal wird ihm wieder übel mitgespielt, auch wenn der Gewalt- und Erotikanteil diesmal stark zurückgefahren wurde. Zumindest wird nichts mehr explizit beschrieben sondern eher den Gedanken des Lesers überlassen, was natürlich teilweise intensiver wirkt, da hier die Grenze nur die Vorstellungskraft ist. Daneben erweist sich der Bond in den Romanen auch als 'gestandener' Kerl mit Emotionen, oder anders ausgedrückt, er empfindet stets etwas für seine Frauen - so auch hier. Gut, ob es gleich Liebe hätte sein müssen, was ja eigentlich nicht so recht zu Bond zu passen vermag? Davon abgesehen gab es so oder so ähnliche Szenen schon mal in den Vorgängern. Hier hätte man durchaus einen neuen Twist einbauen können. Immerhin erfährt man so einige Gedanken von Bond zum Thema 'Familie'.
Auch der neue Auftritt von Leiter ist natürlich erfreulich und setzt ebenso konsequent dessen Lebensgeschichte fort. Lediglich der Bösewicht bleibt etwas farblos und segnet kurz nach seinem Auftreten auch schon das Zeitliche. Hier wäre sicher mehr drin gewesen, andererseits darf sich Bond so mit dessen übriggebliebenen Handlangern auseinandersetzen, denn eine Organisation zerfällt natürlich nicht einfach so. Mal was anderes und durchaus realistisch. Dahingegen wird aber bei Tiffany wieder das Übliche Klischee der Frau bedient, die letztlich Bonds Charme verfällt und von einer Bösen zu einer Guten wird - auch das gab es so ähnlich schon und wird hoffentlich nicht zur Dauermarke.
Von den Titelgebenden Diamanten bleibt übrigens im weiteren Verlauf des Buches auch nicht mehr viel übrig, denn die Schmuggelaffäre entwickelt sich zu einem Aufdecken von illegalem Glücksspiel in und um Las Vegas, wobei man aber vor allem bei der Pferdewette den Eindruck hat, etwas "typisch britisches" vorgesetzt zu bekommen. Fleming hatte wohl eine Leidenschaft für Spiele aller Art, anders ist es nicht zu erklären, das in jedem Roman bisher ein irgendwie geartetes (Glücks-)Spiel viel Raum einnahm. Auch hier hätte etwas Abwechslung gut getan.
Das der Roman nicht völlig 'versumpft' liegt erneut an dem typischen Agentenflair, das Fleming wie kein anderer herüberzubringen vermochte. So ist das Katz und Maus-Spiel', das Bond sich mit den Schurken liefert, stellenweise sogar recht interessant und man erhält weitere interessante Einblicke hinter die Kulissen von Agenten- und Schurkenwelt. Alles in allem also durchaus ein kleines Stückchen besser als der Film.
Fazit: Ein zwar gelungener Roman, der aber ein paar Schwächen aufweist und auch ein paar Klischees bedient, die vermieden hätten werden können. Auch scheinen sich ein paar Wiederholungen zu häufen. Nichtsdestotrotz kann man durchaus einen Blick riskieren.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"James Bond 4 - Diamantenfieber" |
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| Originaltitel |
"James Bond - Diamonds are forever" |
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| Buchreihe |
Fantasy-Romane |
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| Autor |
Ian Fleming |
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| Übersetzer |
Stephanie Pannen, Annika Klüver |
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| Preis |
12,80 Euro |
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| Umfang |
326 Seiten |
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| Verlag |
CrossCult |
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| ISBN |
9783864250767 |
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(tg - 18.12.12)