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Thomas Götz (tg)06.02.14

"47 Ronin"

Joan D. Vinge

Inhalt

Nachdem ein verräterischer Kriegsherr ihren Meister tötet und sie in die Verbannung schickt, schwören 47 führerlose Samurai, Rache zu nehmen und ihre Ehre wiederherzustellen. Aus ihrer Heimat vertrieben und zerstreut ins ganze Land brauchen diese Ronin die Hilfe von Kai, einem einst zurückgewiesenen Halbblut, um sich ihren Weg durch eine verwilderte Welt voller mythischer Bestien, magischer Gestaltenwandlerei und anderen seltsamen Schrecken zu kämpfen.

Kai wird vom vertriebenen und versklavten Außenseiter zu ihrer gefährlichsten Waffe und zum Helden, der der zahlenmäßig unterlegenen Gruppe von Rebellen Inspiration schenkt.

47 Ronin basiert auf dem gleichnamigen Film mit Keanu Reeves, inspiriert von einer der ältesten und traditionellsten, aber dennoch zeitlosesten Legenden Japans.

Kritik

Im Kino ist der neue Film "47 Ronin" mit Keanu Reeves ja heillos gefloppt und die einschlägigen Kritiken lassen nur Böses erahnen. Mit entsprechend gemischten Gefühlen schlägt man also, auch wenn man den Film nicht gesehen hat, das Buch auf - und wird, zumindest anfangs, durchaus positiv überrascht.
Das Buch zum Film, aber taugt es was?

Denn eines kann man gleich vorne weg sagen: So schlecht wie der Film - seien dessen Kritiken nun gerechtfertigt oder nicht - gibt sich das Buch nicht. Bereits der Einstieg in die Story macht durchaus Spaß und vermag zu überzeugen. Sicher, die Story ist ein altes Klischee: Ein gefundener "Bauern"-Junge, der sich heimlich in die Prinzessin verliebt, die aber eigentlich nicht haben kann und von allen missachtet wird. Eine tragische Leibesgeschichte, die, so vorhersehbar sie auch sein mag, zu überzeugen vermag, nicht zuletzt deswegen, weil man tiefe Einblicke in die Charaktere bekommt und deren Gesinnungswandel durchweg nachvollziehen kann.

Das sich die Charaktere freilich bis zum Ende des Buches wandeln (ja sogar wandeln müssen) ist dabei nur das Tüpfelchen auf dem i. Natürlich ist das Ganze glaubwürdig beschrieben und entbehrt nicht einer gewissen Tragik, die vor allem in der Endszene noch einmal deutlich zum Tragen kommt. Diese Szenen, und vor allem auch das Ende, sind dann schon fast die Highlights des Buches, und wer sich wundert, warum das Ende hier zuerst besprochen wird, wird von den Negativaspekten des Buches gleich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Denn nach dem grandiosen Start driftet das Buch schnell allzu sehr in immer mehr Klischees ab. Es kommt nämlich, wie es kommen muss: Der Held, Kai, muss bei einem Ritterturnier... pardon Samuraiturnier für einen vergifteten Kämpfer einspringen, eine Szene, die man so oder so ähnlich schon sehr oft in vielen ähnlich gelagerten Werken gelesen oder gesehen hat. Im Turnier zeigt sich dann auch, das der Kai der Beste Kämpfer des Landes ist. Während die Samurai allesamt abstinken, schafft er es, fast zu gewinnen. Da springt er in Saltos um den Riesenhaften Bösewicht herum und schlägt Pirouetten mit dem Schwert, das man auf den Buchseiten fast greifbar visuell das CGI-Spektakel vor Augen hat, das diese Szene auf der Leinwand geben muss. Derartige Einlagen gibt es natürlich im weiteren Verlauf noch das ein oder andere Mal zu bestaunen und auch die Enthüllung über Kais Herkunft vermag doch eher nur eine schwache Erklärung für dessen überragende Kampfkünste zu liefern.

An dieser Stelle des Buches darf Kai natürlich nicht gewinnen, denn er muss ja ausgeschaltet und aus dem Weg geräumt werden, damit der Bösewicht seinen Plan umsetzen kann und seinen Herrn töten kann. Der einzige, der ihn hätte aufhalten können, nämlich Kai, liegt also in diesem Moment schwer verletzt zu Hause, aber geneigten Lesern ist klar: die Rache wird kommen und Kai darf später den Bösewicht im explosiven Showdown den Marsch blasen. Besagter Bösewicht (der böse Mastermind, nicht der Riesenkämpfer) bleibt allerdings das ganze Buch über etwas flach. Sicher, er hat eine Zauberin als Geliebte, will ein paar Ländereien erobern, aber warum genau er so einen Hass auf Kais Herren hat, wird nicht erwähnt. Auch die Ränkespiele mit dem Herrscher Japans, dem Shogun, bleiben Randgeplänkel und hier is kein Vergleich zu der sehr guten Charakterisierung der Helden zu ziehen.

Positiv ist immerhin, das die Kultur der Samurai und auch Japans nicht nur im weiteren Verlauf des Buches sondern auch von Anfang an gut dargestellt wird. Die Ehre eines Samurais, der rituelle Selbstmord, Blutschwüre, ja selbst traditionelles Essen - all das hat seinen Platz und wird bis hin zum überaus tragischen aber den Traditionen verwobenen Ende sehr gut beschrieben und in die Handlung eingefügt. Leider hält auch hier das Buch in der Tiefe wieder nicht stand, denn munter müssen weitere Klischees bedient werden. Kai ist natürlich die einzige Hoffnung und die 47 Samurai, nun Ronin, gehen nach dem Tod ihres Herrschers auf Rachefeldzug, wozu sie den lieben Kerl brauchen. Es ist an dieser Stelle natürlich klar, dass die Samurai Kai vergeben und ihn in ihrer Mitte akzeptieren, denn darauf läuft ja die ganze Handlung hinaus. Aus heutiger Sicht ist der Gesinnungswandel, sowohl am Buchanfang als auch in der Mitte des Buches, vermutlich schwerer nachzuvollziehen, er passt jedoch wie erwähnt durchaus in das japanische Ehrensystem. Dennoch, Klischee bleibt Klischee.

Und damit nicht genug verwässert das Buch im weiteren Verlauf der Handlung auch etwas, was nicht zu Letzt dem Einsatz von "Magie" zu verdanken ist. Vielleicht war es nötig, Kai als Übermenschen darzustellen, da man so eine Erklärung für seine Fähigkeiten hat. Ebenso ist die Hexe des Bösewichts Magiebehaftet - es ist nur schade, das diese Ideen so rein gar nicht voll ausgeschöpft werden und ebenso wie die Bösen Buben selbst relativ blass bleiben. Das Ganze ist dabei auch noch völlig unnötig, denn der Roman wäre viel besser dagestanden, wenn man auf diesen ganzen Magiekram verzichtet und stattdessen eine solide Charakterstory vor dem Hintergrund des alten Japan erzählt hätte. Gut, dann hätte man im Kino nicht so viele CGI-Kreaturen einsetzen können und weniger Schauwerte gehabt (auch hier springt einen das Buch quasi visuell wieder an), dafür hätte man aber einen schönen Film erzählen können, der sich auf die Charaktere verlässt, statt auf Schauwerte zurückgreifen zu müssen. Umso unverständlicher, wenn man bedenkt, dass die Handlung angeblich auf wahren Begebenheiten beruht, denn im wahren Leben gibt es natürlich keine Magie.

Fazit: Was bleibt ist ein zwar immer noch recht solides Buch, das aber durch das Bedienen von Klischees und der unnötigen Einflechtung von Fantasyelementen, viel von seinen Charme verliert und daher kein Überflieger geworden ist. Wer sich etwas für das alte Japan oder allgemein dieses Thema interessiert, kann natürlich zugreifen, für den Rest ist es wohl eher Geschmackssache. Vernichtende Kritiken wie der Film hat das Buch aber immerhin nicht verdient.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "47 Ronin"

Originaltitel "47 Ronin"

Buchreihe Fantasy-Romane

Autor Joan D. Vinge

Übersetzer Susanne Döpke, Susanne Picard, Helga Parmiter

Preis 14,80 Euro

Umfang 505 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 9783864253041

(tg - 06.02.14)


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