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Thomas Götz (tg)29.05.15

"Steinfrühling"

Stephen Baxter

Inhalt

Vor zehntausend Jahren existierte eine gewaltige und fruchtbare Ebene, die die britischen Inseln mit Europa verband: das Nordland. Diese Heimat eines Stammes aus einfachen Jägern und Sammlern, in deren Mitte die vierzehnjährige Ana aufwächst, besitzt zwar eine reichhaltige Natur, ist aber auch ihren Launen unterworfen. Die Welt wird wärmer, der Meeresspiegel steigt und in einem schicksalshaften Jahr überrollt ein Tsunami das Land und verstreut Anas Volk in alle Himmelsrichtungen. Eines Tages trifft Ana einen Reisenden aus einer fernen Stadt namens Jericho – eine Stadt, die durch eine Mauer geschützt ist. Doch wenn die Menschen aus dem fernen Jericho eine Mauer bauen konnten, um die Welt fernzuhalten, kann Anas Volk doch auch sicher eine Mauer bauen, um das Meer fernzuhalten.

Kritik

Stephen Baxter liebt es ja, alternative Szenarien und Parallelwelten zu entwerfen, ist doch ein Großteil seiner veröffentlichten Bücher mit eben jenen Themen gefüllt. Auch der vorliegende erste Band der Nordland-Trilogie handelt von einer parallelen Entwicklung auf der Erde. Die Handlung ist dabei etwa 7300 v.Chr. angesetzt. Eine Eiszeit ist gerade vorüber und Großbritannien und Europa sind als Landmasse verbunden und nicht getrennt (gut, insoweit ist das wohl auch in „echt“ passiert).
Band eins der Nordland-Trilogie.

Vor diesem Hintergrund geht es um eine Gruppe von Jägern bzw. Menschen der damaligen Zeit, die zu überleben suchen. Dabei muss man zugute halten, das die recht primitive Welt recht akkurat dargestellt wurde. Es gibt Gewalt und Vergewaltigung an jeder Ecke, die Namen der Personen sind nach Dingen der Welt oder Eigenschaften benannt (etwa Wurzel oder Weise) und mit einem langen Leben ist es auch nicht weit her. Wer 40 wird, gilt als alt und kurz vorm abnippeln. Zudem ist es natürlich mit der Hygiene nicht weit her und vor allem am Anfang wird des öfteren sehr ausführlich beschrieben, wie die Leute auf die Toilette gehen. Gerade weil dies teilweise recht eklig ist, fühlt man sich als Leser in die Steinzeitwelt versetzt und kann die Lebensweise der damaligen Zeit durchaus nachempfinden.

Leider ist dies bereits das einzig Positive, das der Roman zu bieten hat. Die Geschichte an sich vermag es nämlich nicht, so richtig in Fahrt zu kommen. Die Kämpfe der unterschiedlichen Fraktionen sind zwar recht nett zu verfolgen, einen tieferen Sinn verfolgen sie aber zunächst nicht, außer die Charaktere einzuführen. Nachdem sich deren Handlungsstränge aber nach etwa 200 Seiten sowieso vereinen, sind auch diverse Einzelschicksale eher hinfällig und die Handlung folgt einem linearen Verlauf. Allerdings bleiben auch hier die Charaktere recht blass, angefangen etwa vom Verrat der Schwester einer der Anführerinnen, der aus heiterem Himmel zu kommen scheint, bis hin zu den Sklavenszenen gegen Ende. Man hat hier eher den Eindruck, es mit einer menschlichen Studie der Urzeit zu tun zu haben, denn mit einer richtiggehenden tiefgreifenden Handlung.

Das Ganze bessert sich etwas, als die Naturkatastrophe hereinbricht und man sich auf das Ende des Buches zubewegt. Allerdings sind die Änderungen nicht derart gravierend, das aus dem anfangs langweiligen Trott groß ausgebrochen wird. Der Bau des ersten Staudamms bzw. Walls ist hier zwar eine gute Ablenkung, wie erwähnt kommen die Streitereien der Gruppe untereinander aber teilweise wie aus heiterem Himmel. Dies wird auch dadurch bedingt, dass das Buch gegen Ende einen Sprung von 15 Jahren macht und man über die vergangene Zeitspanne nur wenig erfährt - aber dies ist allgemein ein Problem, wenn sich Bücher über derartige Zeiträume erstrecken. Hier wirkt sich dies aber leider nicht positiv aus.

Auch hier wirkt Zesis Hass jedoch noch immer leicht deplatziert, obwohl man ihn, ob des Schicksals, das ihr widerfahren ist, zumindest etwas nachvollziehen kann. Aber es wirkt hier fast so, als hätte man auf Gedeih und Verderb noch einen richtig bösen Bösewicht gebraucht, um die finale Schlacht des Buches einzuläuten, die leider dann nach wenigen Seiten auch schon wieder vorbei ist. Leider plätschert auch der Handlungsstrang um die Sklaven genauso halbherzig dahin – und wird am Ende gar ganz vergessen - wie es bereits der Rest des Buches tat, so das man wirklich viel Durchhaltevermögen aufweisen muss, um den Roman wirklich zu Ende zu lesen.

Fazit: Ein etwas halbgarer Roman, der an den meisten Stellen einfach seicht vor sich hinplätschert. Von einer richtigen Parallelwelt ist jedenfalls absolut gar nichts zu spüren, denn das Buch hätte auch einfach eine Studie der Urzeitmenschen darstellen können. Hier wurden eindeutig viele Chancen verschenkt, bei denen es auch der zweite Band schwer haben wird, diese auszubessern.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Nordland-Trilogie 1: Steinfrühling"

Originaltitel "Northland Trilogy 1 - Stone Spring"

Buchreihe Fantasy-Romane

Autor Stephen Baxter

Übersetzer Claudia Kern

Preis 16,80 Euro

Umfang 631 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-450-5

(tg - 29.05.15)


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