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Thomas Götz (tg), Frank Drehmel (fd)20.12.07

"Far Cry 1 - Götterdämmerung"

Michael T. Bhatty

Inhalt

Jack Carver ist Golfkriegsveteran und ein kaltblütiger Killer der CIA, bis sein Leben aus der Bahn geworfen wird. Jetzt ist er ausgestiegen und will nur noch seine Ruhe in der Südsee genießen, gelegentlich als Charterskipper reiche Touristen durch das Südsee- Paradies shippern, Whisky trinken und vollbusige Strandschönheiten beobachten. Doch als ihn die Journalistin Valerie für eine Bootstour zu einer abgelegenen Inselgruppe Mikronesiens anheuert, wird er wieder mit den Schatten seiner Vergangenheit konfrontiert: Brutale Söldner im Dienste eines wahnsinnigen Gen forschers machen Jagd auf den einstigen Jäger. Doch Jack Carver ist alles andere als eine einfache Beute. Um sich und das Mädchen zu retten und um die größenwahnsinnigen Pläne Dr. Kriegers zu durchkreuzen, stellt er sich der Bestie, die in ihm selbst schlummert ...

Kritik

1. Thomas Götz

Agent Jack is back....
Ein weiteres Buch über ein 3D-Shooter-Spiel - das diesmal dem Spiel alle Ehre macht. Auf den ganzen 281 Seiten mit Handlung geht es nur um eines, und das kann man in einem Satz zusammenfassen: Jack Carver landet auf einer Insel voller Söldner und Terroristen und löscht diese samt ihren Mutanten aus. Tatsächlich passiert im Laufe des ganzen Buches nichts anderes, und das trotz eines noch vielversprechenden Starts.

Aber so hetzt unser Held einfach von Gebäude zu Gebäude - klar, die obligatorischen Gebäude, wie Labor, Zentrale usw. dürfen da nicht fehlen - und löscht Terrorist um Terrorist aus. Alle tot in diesem Gebäude? Wunderbar, dann weiter zum nächsten. Und so wie es hier beschrieben wurde, liest sich das Buch leider auch. Im Grunde wiederholen sich ewig die gleichen Szenen, die nach einiger Zeit mehr als langweilig werden. Klar, von 3D-Shooter-Gesichtspunkt her ist das ja ganz nett.... aber für ein Buch erwartet man sich da schon etwas mehr.

Da helfen auch die Rückblenden um Jack nichts, die ein wenig von seiner Vergangenheit enthüllen sollen. Und auch die beiden Agenten, mit denen Jack rumzieht und bei denen nicht alle so ist, wie es sein soll, vermögen nicht wirklich Charakterstarke Szenen zu erzeugen. Da hilft es auch nichts, das ab der Hälfte des Buches die ersten genveränderten Monster auftauchen, gezüchtet, wie sollte es anders sein, von einem Ex-Nazi. Aber natürlich ist auch das alles kein Problem für Jack. Hat man am Anfang des Buches noch den Eindruck, er stünde nur gegen eine Handvoll Söldner, schafft Jack es sogar, eine ganze Hundertschaft von Ihnen auszulöschen, und das fast gänzlich in roten Hawaiihosen...

Statt also wirklich innovative Wege zu gehen, wird eigentlich im Grunde immer nur dasselbe Schema F abgespult, so das man das Buch eigentlich getrost als Nebensache zu den Akten legen kann.

Fazit: Keine Charakterszenen, nur stupides Geballere auf ganzen 282 Seiten, ohne jedweden weiteren Tiefgang. Nur wenn man sichs antun muss....

2. Frank Drehmel

Für mich stand außer Frage, dass in meiner Buch-Bilanz des Jahres 2007 Miyabi Hasegawas Final-Fantasy-Machwerke unangefochten die letzten Plätze auch im Dezember erfolgreich verteidigen würden, denn mit so etwas wie “Farcry - Götterdämmerung” konnte man ernsthaft eigentlich nicht rechnen. Glückwunsch, Frau Miyabi! Es gibt tatsächlich einen Autor, der schreibt noch schlechtere Bücher als Sie: ein Neue-Medien-und-Allround-Genie namens Michael T. Bhatty, in dessen Vita an einer Stelle sogar ein Doktortitel in - höhöhö, ich habe es gleich geahnt - Medienwissenschaften auftaucht.

278 Seiten hirnloses, unplausibles, todlangweiliges, vorhersehbares Metzeln, Morden, Töten, Vergewaltigen, Foltern, Quälen und Macho-Phrasen-Dreschen lassen die Eier selbst des größten Testosteron-Junkies platzen. Zugegeben, Bhatty hat in stilistischer Hinsicht mehr auf dem Kasten als eine Hasegawa - irgend etwas sollte man aus seiner akademische Ausbildung in Deutschland ja mitgenommen haben, und sei es nur ein geschickter Umgang mit Präteritum und Präsenz - , doch dieser kleine Vorteil gegenüber der relativ harmlosen Kleinkinder-Fantasy verblasst angesichts der völlig hirnrissigen, durch und durch gewalttätigen 08/15-Ego-Shooter-Story: “zufällig” Equipment (Waffen, Drogen, Teewurst) finden, mehr oder weniger plausible Teil-Missionen erfüllen und Legionen von Mutanten, irren Forschern und übellaunigen Söldner abschlachten.

Jack Carvers Boot wird des Nachts vor einer kleinen Insel im Pazifik von um äußerste Geheimhaltung bemühten Söldnern ganz unauffälligerweise mittels einer Stinger-Rakete und unzähliger Granaten versenkt. Die Journalistin Valerie “Val” Constantine, in deren Auftrag er vor dem Eiland rumschipperte, geht bei dieser Aktion flöten, während Jack sich nach orientierungslosem Vor-sich-hin-Tauchen in unbekannten Gewässern zufälligerweise in einem alten Bunker aus dem zweiten Weltkrieg wiederfindet. Spätestens ab dem Zeitpunkt, als unser Held hier auf einem alten Karten-Tisch ein niegelnagelneues Kommunikationsgerät findet (also auf Seite 18 des Romans), über welches sich ein gewisser Harlan Doyle mit ihm in Verbindung setzt, sollte dann auch dem optimistischstem Leser klar sein, dass Bhattys Roman im Punkt Plausibilität nicht über ein durchschnittliches Shooter-Exposé hinausgeht.

Was nun folgt, ist alles in allem so soapy, dass es fast schon lustig wäre, wenn nicht die Brutalität dem Ganzen solch ein üblen Geschmack verleihen würde: Doyle lotst Craver von Insel zu Insel, Mission zu Mission - suche ein Boot, dringe in die Forschungseinrichtung ein, schalte die Kommunikationsanlage aus, uswusf. - mit dem Ziel, Val zu befreien und gleichzeitig die genetischen Experimente eines Nazi-Wissenschaftlers (^^), dem die Schöpfung von Mutanten - sogenannter Trigene - gelungen ist, zu unterbinden.

Immerhin bemüht sich der Autor, seinem Protagonisten, Carver, durch geradezu exzessiv eingestreute Rückblenden und dem ständigen Zitieren einer “Inneren Stimme” mehr Tiefe zu verleihen. Letztlich jedoch münden diese Versuche erstens in einer nervtötenden Störung des Leseflusses und zweitens in der Erkenntnis, dass Carver schon immer ein sadistisches, gewalttätiges Arschloch war, auf das Rüdiger Hoffmans “Testosteron ist mein Hormon, ich habe schlichte Emotion.” wie die Faust aufs Auge passt.

Fazit: triefender, todlangweiliger Macho-Müll für grenzdebile, männliche (Spät)Pubertierende mit Identitätskrise. Kein Zweifel: Farcry-Fans werden den Roman dennoch - oder deswegen - lieben..

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Frank Drehmel

Weitere Infos


Titel "Far Cry 1 - Götterdämmerung"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Michael T. Bhatty

Preis 9.95 Euro

Umfang 283 Seiten

Verlag Panini

ISBN 3833215682

(tg, fd - 15.06.09)


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