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Thomas Götz (tg), Frank Drehmel (fd)08.10.07

"Mass Effect 1 - Die Offenbarung"

Drew Karpyshyn

Inhalt

Jede fortgeschrittene Rasse in der Galaxie ist von der Technologie der Protheans abhängig - einer Spezies, die vor 50 000 Jahren spurlos verschwand. Nachdem die Menschheit im Jahre 2148 auf dem Planeten Mars ebenfalls mit Prothean-Technologie in Berührung kam, griff sie nach den weiter entfernten Sternen. Jetzt muss sie sich in der Gemeinschaft der galaktischen Völker behaupten ... An der Grenze des kolonisierten Weltraums untersucht Commander David Anderson die Überreste einer strenggeheimen Militärforschungsstation. Nur Leichen, rauchende Ruinen und eine Menge an unbeantworteten Fragen blieben davon übrig. Wer waren die Angreifer und was führten sie im Schilde? Hauptverdächtige ist die Wissenschaftlerin Kahlee Sanders, die, Stunden bevor ihre Kollegen abgeschlachtet wurden, spurlos verschwand. Doch ihre Ergreifung gibt Anderson nur weitere Rätsel auf. An der Seite eines Alien-Agenten, dem er nicht vertrauen kann und mit einem Attentäter auf seinen Fersen, dem er nicht entkommen kann, durchforstet der Commander die Galaxie, um einer finsteren Verschwörung auf die Spur zu kommen, die das Universum in seinen Grundfesten erschüttern könnte.

Kritik von Thomas Götz

Der erste Schritt der Menschen in die Galaxis.
Der vorliegende Roman stellt die Vorgeschichte zum Spiel Mass Effect dar. Rein storymäßig mag das Buch nicht allzuviel Neues bieten (die Jagd nach einem überlegenen Artefakt), nichtsdestotrotz kommt man nicht umhin, beim Lesen durchaus Spaß zu empfinden.

Dies liegt vor allem am interessanten Setting des Romans, bzw. dem Mass Effect-Universum. Nur mit Hilfe von alter Technik kommen die Menschen ins All, es gibt einen Krieg der auf Mißverständnissen basiert (und der, nach seiner Lösung, noch eine Menge Vorurteile zurückläßt) und die Menschen müssen sich in der galaktischen Gemeinschaft noch behaupten. Da das buch vor dem Spiel angesiedelt ist, weiß natürlich noch niemand, das die Menschen dereinst tatsächlich zum Rat gehören werden, das sie zu den Top-Agenten, den Spectres, zählen werden und das die Protheaner kurz vor der Rückkehr stehen, um alles Leben auszulöschen. Diese Grundsteine werden (teilweise zumindest) erst in diesem Buch gelegt und es ist interessant, diesen Entwicklungen zu folgen.

Zugegeben, die Charaktere an sich sind so oder so ähnlich schon in anderen Büchern aufgetaucht: der machtgierige Wissenschaftler, der arrogante Top-Agent, der einfache Soldat, wobei sich letztere zusammenraufen müssen, um zu bestehen. Und natürlich darf auch die übliche sich anbahnende Liebesgeschichte der beiden Hauptchars nicht fehlen und so gibt es auch die ein oder andere recht vorhersehbare Szene.

Möglicherweise hat dies aber auch der Autor gesehen (oder es ist nur Zufall) aber das erwähnte Setting rettet diese Szenen teilweise sogar, denn zwischendurch gibt es immer mal wieder Erklärungen zu den Technologien oder Gegebenheiten der unterschiedlichen Völker, die diese Szenen etwas abmildern. Alles in allem zeigt dies aber vor allem eines: das noch längst nicht alle Sci-Fi-Themen ausgelutscht sind und es durchaus noch möglich ist, interessante Szenarios zu erschaffen, die über übliche Klischees hinausgehen. Und so darf man auch auf die Fortsetzung gespannt sein.

Fazit: Vielleicht kein Überflieger, aber immerhin mal ein ein bisschen anders geartetes Szenario, das Lust auf mehr macht.

Kritik von Frank Drehmel

Wie der kürzlich erschienene Hellgate-Roman, “Exodus” erzählt auch “Die Offenbarung” die Vorgeschichte zu einem Computerspiel -in diesem Fall Biowares “Mass Effect”-, dessen Veröffentlichung zum gegenwärtigen Zeitpunkt lediglich angekündigt ist. Doch damit erschöpfen sich auch schon -glücklicherweise- die Ähnlichkeiten beider Bücher, denn Drew Karpyshyns Roman spielt nicht nur vor einem gänzlich anderen Hintergrund, sondern ist rundum gelungen und für mich die bisher mit Abstand beste Gamenovelisation des 2007er-Panini-Programms (und das, obgleich sich der Autor bisher eher als Spiele-Entwickler, denn als Roman-Schreiber hervorgetan hat).

Nach Gründen für den positiven Gesamteindruck muss man nicht lange suchen. Zunächst wäre da die -gerade auch stilistische- Leichtigkeit, mit der Karpyshyn vor uns eine Zukunft ausbreitet, die zwar keine pazifistische ist, die sich aber von genre-üblichen Dark-SF-Szenarien (bislang) wohltuend unterscheidet und in der sich durchaus Elemente von Star Trek -aber auch Babylon 5, Star Gate, Battlestar Galactica und einer Prise Star Wars- erkennen lassen. Statt futuristischem Hack’n’Slay entwickelt der Autor eine Detektiv-Geschichte vor einem Hintergrund, in dem die Menschheit lediglich die zweite Geige in Reihen der raumfahrenden Spezies spielt. Der Verzicht auf die oft in amerikanischen TV-Shows an den Tag gelegte “We are the Masters of the Universe”-Attitüde ist zwar nicht gänzlich neu, aber er macht dennoch den gesamten Hintergrund erstens glaubwürdiger und zweitens sympathischer. Und wenn die “alten” Raumfahrer-Völker Angst vor uns haben, dann liegt das nicht an unserer moralischen Überlegenheit bzw. an obskuren Verhaltensweisen wie bspw. zwanghaftem Forscherdrang (ein Standpunkt, der gerne in Star Trek vertreten wird) , sondern ganz einfach daran, dass wir uns wie Karnickel vermehren und zudem Erz-Imperialisten sind.

Darüber hinaus hält der Autor für den Leser eine Vielzahl an Informationen (zu Technologien, Rassen, Politische Konstellationen, etc.) bereit, die er quasi im Vorbeigehen und mit viel Sinn für Atmosphäre, Details und auch Humor offeriert, die aber zu keinem Zeitpunkt auf Kosten des Tempos bzw. des Leseflusses gehen oder unverständlich sind. So handelt Karpyshyn innerhalb weniger Seiten die Entwicklung der Menschheit von “Mond-Hüpfern” zu einer wahrhaft raumfahrenden Spezies ab, ohne dass der Leser das Gefühl hat, Zentrales zu verpassen oder nicht umfangreich genug aufgeklärt worden zu sein.

Schließlich erwarten den Leser eine Fülle interessanter Charaktere, die mit Ausnahme des dunkelhäutigen Weißen Riesen, David Anderson, und der Meisterin Propper, Kathleen Sanders, trotz aller Reduktion auf wesentliche Merkmale erfreulich viele Nuancen besitzen und sich nicht ohne Weiteres in dröge Schwarzweiß-Schemata pressen lassen. Anderson und Sanders ihrerseits sind als fleischgewordene Aufrichtigkeit so strahlend rein, dass man sie einfach gern haben muss.

Fazit: Lebendig und fesselnd geschrieben, mit viel Sinn für Details und interessante Charaktere. Nicht nur für Gamer sehr empfehlenswert.

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Frank Drehmel

Weitere Infos


Titel "Mass Effect 1 - Die Offenbarung"

Originaltitel "Mass Effect - Revelation"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Drew Karpyshyn

Übersetzer Mick Schnelle

Preis 9,95 Euro

Umfang 283 Seiten

Verlag Panini

ISBN 3833216484

(tg, fd - 15.06.09)


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