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Thomas Götz (tg), Frank Drehmel (fd)03.08.08

"Doom 3 - Brennende Welten"

Matthew Costello

Inhalt

Das Jahr 2144: Die Ressourcen der Erde sind erschöpft, genauso wie der Platz für ihre vielen Bewohner. Daher ist der Mars das Ziel der Menschheit. Erste Einrichtungen wurden bereits auf dem roten Planeten installiert, darunter Militär und Forschungslabore. Und die Wissenschaftler wurden bereits fündig. Neben Schriftzeichen und Artefakten entdeckten sie ein Relikt, das U1 genannt wird. Niemand ahnt, dass dieses Fundstück eine tödliche Gefahr in sich birgt. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt für den Special Ops Marine Lieutenant John Kane für seine Versetzung auf den Mars. Wegen einer Befehlsverweigerung degradiert und zu den U.S. Space Marines abkommandiert, wird Kanes Ausflug zum Mars zu einer Reise direkt in die Hölle.

Kritik

1. Thomas Götz

Der neuste "Doom"-Band (der die Vorgeschichte zum Spiel darstellt) bedient alle Klischees, die es so gibt: Der böse Wissenschaftler, der verkannte Marine, der eigentlich völlig im Recht ist, eine sich anbahnende Romanze und natürlich das obligatorische Blut und Chaos. Eigentlich bietet der Roman also nichts Neues und jeder, der sich ein bisschen mit der Welt oder solchen Büchern ... na ja, eigentlich jeder, der ein gewisses Gespür für Dramaturgie hat, kann sich denken, wie der Band ausgehen wird (was er im Übrigen auch genauso tut).
Die "Doom"-Story geht weiter.

Dass das Buch dennoch einen gewissen Spaß beim Lesen macht, ist wohl Costellos Schreibstil zu verdanken, denn vor allem die Szenen um die Wissenschaftler und ihre Forschungen machen Laune und können sogar so etwas wie Spannung aufbieten. Lediglich Kanes Story am Anfang des Buches fällt hier etwas ab und ist nahezu gar nicht interessant (mal davon abgesehen, dass man sich auch hier bereits denken kann, wohin das alles führt). Charakterszenen gibt es natürlich so gut wie keine. Klar, Kane und Maria kommen sich näher, aber dann geht eigentlich schon das Geballere los, als die Höllenkreaturen angreifen. Auch von der Motivation des bösen Wissenschaftlers, der eigentlich früher ja den Ionenantrieb erfunden hat, erfährt man nichts (hier gibt aber vielleicht ein Nachfolgeband Aufschluss), obwohl gerade dessen Fall zur "dunklen Seite" interessant gewesen wäre.

Alles in allem bleibt der Band aber mit sehr vielen offenen Fragen zurück (klar, er soll ja eine Brücke schlagen), so dass man aber nur hoffen kann, dass auch eine etwaige Fortsetzung von Costello geschrieben wird. Dann vielleicht mit etwas weniger Klischees.

Fazit: Der Roman bietet überhaupt nichts Neues, viel Blut, vorhersehbare Handlung - aber es gelingt ihm trotzdem, einen gewissen Charme zu entfalten, so dass man durchaus den ein oder anderen Blick riskieren kann.

2. Frank Drehmel

Erinnert sich einer der hier Anwesenden an die "Doom"-Romane des Autorengespanns Dafydd ab Hugh & Brad Linaweaver? Den beiden gelang es in der letzten Dekade des vergangenen Jahrtausends, auf der Grundlage eines drögen Ego-Shooters sage und schreibe vier humorvolle, im positiven Sinne durchgeknallte Romane zu verfassen. Costello gelingt ein ähnliches Kunststück: Er schafft es auf 283 Seiten, aus einem öden Shooter eine noch viel ödere Geschichte zu machen, indem er den Hintergrund des letzten Quäntchens an Originalität und Splatter-Horror beraubt.

Die Action in der ersten Hälfte des Buches beschränkt sich auf sinnreduziertes Gezerge - wie wir WoW'ler sagen - einer kleinen Schar Marines unter der Leitung des kernigen Lieutenants John Kane. In einem fiktiven irdischen Staat, Terekstan, liefern sich diese beinharten Kerle mit dortigen Verbrechern - also grundsätzlich jedem terekstanischen Bürger - ein öden Stellungs- und Häuserkampf, um ihre Kameraden aus einer selbstverschuldeten Bredouille zu befreien. Das Niedermetzeln von Menschen in deren eigenem Land wird begleitet durch so markige Sprüche über Kameradschaft, Loyalität, Corps-Geist und Hurra-Militarismus, dass man sich wünscht, irgendeine verirrte Kugel möge dem Lieutenant ein sicheres aber schmerzvolles Ende bereiten. Während sich Kane auf der Erde des Jahres 2144 als dumpfer Marine-Propagandist bewährt, geht auf dem Mars die Post auch nicht ab. Sohn Kelliher und sein Anwalt Swann schauen dort nach dem Rechten, also danach, ob Dr. "Frankenstein" Betruger die Interessen von Vater Kelliher an einer Urbarmachung des roten Planeten mit hinreichender Motivation vertritt. Tut er natürlich nicht, der Betruger! Er kocht lieber sein eigenes Süppchen und stellt spannende Teleportationsexperimente an, bei denen die Probanden gesund in den Teleporter reinsteigen und mit lustigen Deformationen wieder rauskommen. Die zweite Hälfte des Geschichte, die im Jahre 2145 spielt, lässt sich griffiger subsumieren: Betruger betrügt weiterhin, indem er wie gehabt vor sich hinteleportiert und die Ergebnisse in einer Hutschachtel unter seinem Bett verbirgt, Kane hat Terekstan überlebt und steigt nun auf dem Mars einer gewissen Maria Moreales nach, die wie er und alle anderen Marines des ganzen Universums - "SEMPER FI!" - Eier in der Hose hat, und Kelliher fischt weiter im Trüben.

Das Bedauernswerteste an diesem Roman ist jedoch nicht die klischeehafte, vorhersehbare, spannungs- und horrorfreie Geschichte, sondern Costellos trockener und humorloser Stil, der selbst deutsche Steuergesetze wie einen Ausbund an Poesie und bildhafter Sprache erscheinen lässt. Die einzige Stelle der Geschichte, in der etwas Ähnliches wie Humor vage durchscheint, ist die Erwähnung eines Lieutenants namens Hiram Kohl (tja, solche Romane wie "Doom - Brennende Welten" lehren einen Bescheidenheit).

Fazit: 283 Seiten reines, echtes Hypnotikum. In der ersten Hälfte des Romans passiert fast nichts, in der zweiten noch weniger. Was kann sich ein an Schlafstörungen leidender Leser Besseres wünschen? In diesem Sinne: Septem horas dormire satis iuvenique senique.

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Frank Drehmel

Weitere Infos


Titel "Doom 3 - Brennende Welten"

Originaltitel "Doom 3 - Worlds on Fire"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Matthew Costello

Übersetzer Andreas Kasprzak

Preis 9,95 Euro

Umfang 283 Seiten

Verlag Panini

ISBN 383321743X

(tg, fd - 11.08.08)


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