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Thomas Götz (tg), Frank Drehmel (fd)11.08.07

"Aufstieg der Horde"

Christie Golden

Inhalt

Vor langer Zeit lebten die stolzen Clans der Orcs auf der idyllischen Welt Draenor in relativem Frieden mit ihren geheimnisvollen Nachbarn - den Draenei. Doch die ruchlosen Agenten der Brennenden Legion hatten andere Pläne für die beiden arglosen Völker. Der Dämonen-Lord Kil'jaeden schmiedete einen perfiden Plan, um die Draenei zu vernichten und die Orc-Clans in einen Abgrund aus Hass und Zerstörung zu reißen…

Kritik von Thomas Götz

Der neueste Streich aus der WarCraft-Reihe (natürlich wieder unter dem WOW-Label, damit es auch der letzte begreift bzw. man noch mehr Geld scheffeln kann) steht seinen sehr guten Vorgängern in Nichts nach.
Die Vorgeschichte zu WOW.

Die Story an sich handelt von den Orcs und wie sie von den Dämonen verderbt und verführt wurden. Thralls Vater, Orgrim Doomhammer (ja, und nicht Schicksalshammer, wie die Übersetzung sagt, aber dazu später mehr) und Gul'dan stehen im Mittelpunkt des Romans - tatsächlich tauchen Menschen erst ganz am Ende auf - und selbst dann nur recht kurz. Aber auch und vor allem die Draenei bekommen ihre Rolle weg - und jeder Charakter erhält schöne Charakterszenen, wie man es gewohnt ist, gepaart mit teilweise blutigen Schlachtszenen. Wer sich in der Story von WarCraft auskennt, wird diesen Roman also mit Sicherheit lieben lernen, für die anderen mag er vielleicht nicht ganz so mitreißend sein, ist aber auf jedenfall auch einen Blick wert.

Dennoch gibt es zwei Mankos, welche den Roman etwas abwerten. Zum einen wäre hier zu nennen, das die ganze Handlung über mehrere Jahre andauert, allerdings werden zwischendurch immer sehr große Sprünge gemacht (ein Beispiel: Orgrim und Durotan treffen sich als Jugendliche mit Velen und nur wenige Seiten später sind Jahre vergangen und Durotan Chef seines Clans usw.). Dies ist doch etwas ärgerlich, denn diese Szenen gibt es über das Ganze Buch verteilt. Man hätte ruhig mehr ins Detail gehen, noch mehr ausschmücken können (und dünn genug wäre das Buch ja, so das man sicher noch einige Seiten mehr hätte schreiben können). So verlieren einige Szenen doch etwas an Tempo, wird doch teilweise etwas zu sehr bzw. zu schnell hin- und hergesprungen. Nun gut, so oder so lechzt man auch am Ende des Buches nach mehr...

Der zweite Kritikpunkt ist die deutsche Übersetzung, die mittlerweile die Unsitte angenommen hat, die auch in WOW um sich greift: Die Ausmerzung sämtlicher englischer Begriffe und der Übersetzung von einfach allem - ein Thema, das auch in der Community stark diskutiert und umstritten ist. So gibt es auch hier Namen wie Schwarzfels, Schicksalshammer und Schwarzfaust (wie, ihr kennt Schwarzfaust nicht? Na dann übersetzt doch einfach mal rückwärts.. klingelts? Immer noch nicht? Es ist Blackhand aus WarCraft 1!), die vor allem auch durch die anderen 7 deutschen Romane auch in ihrer englischen Form mehr als bekannt ist. Davon, das deutsche Namen zur Atmosphäre beitragen kann ich für meinen Teil zumindest nichts feststellen, eher im Gegenteil. Hier wird man eher an den Übersetzungswahn der späten 80er Jahre erinnert, denn auch hier übersetzten Verlage wie Goldmann rigoros Fantasynamen ins Deutsche - und das ging (zum Glück) katastrophal nach hinten los, so das man es schließlich gelassen hat. Hoffentlich wird man auch bei WOW noch zu dieser Einsicht kommen...

Fazit: Atmosphärisch und gut, aber auch zu kurz.

Kritik von Frank Drehmel

Wie der Teufel das Weihwasser meide ich in der Regel “echte” Prequels, also solche, die erst dann verbroch... verfasst ... werden, wenn der zu Grunde liegende Hintergrund schon lange als etabliert angesehen werden kann. Andererseits bin ich seit ihren Ravenloft-Romanen ein Fan von Goldens Fantasy-Arbeiten. Wenn zwei Seelen sich streiten, freut sich die Neugier. Es heißt zwar, neugierig sein bringt oftmals Pein, in diesem Fall ist dem allerdings nicht so. Im Gegenteil!

Auch wenn der Hintergrund des Draenei-Exodus’ nach Draenor und des Orc-Einmarsches in Azeroth zumindest in den Grundzügen vielen WoW-Spielern -insbesondere denen, die Warcraft seit seinen Anfängen verfolgen- bekannt sein dürften, so gelingt es Golden dennoch, das Warcraft-Universum mit neuen, interessanten Details zu bereichern.

Das Verhältnis zwischen Orcs und Draenei sowie die innere Zerrissenheit vor allem Durotans werden glaubhaft und plastisch in einer Sprache erzählt, die dem Leser das Geschehen nahe gehen lässt. In stilistischer oder -wenn man so will- literarischer Hinsicht ist Christie Golden zweifellos deutlich talentierter als andere WoW-Autoren wie Knaak, Grubb oder DeCandido. Die stärksten Momente hat der Roman in den Reflexionen Thralls, die jedem Kapitel vorangestellt sind. Gerade hier zeichnet die Autorin ein Bild der Orcs als intelligente, mitfühlende, ehrenhafte und soziale Wesen, was Tolkien- oder Games-Workshop-geschädigte Leser zumindest stutzen lassen sollte. Verstörend sind zunächst die drei abschließenden Sätze des Romans, in denen Thrall die Draenei als den schlimmsten Feind bezeichnet, dem sich die Orcs je gegenüber sahen, stehen sie doch anscheinend im Widerspruch zu der Anerkenntnis der Schuld und des Versagens seines eigenen Volkes. Begreift man die Draenei jedoch sowohl als Spiegel, in dem sich das verderbte Gesicht der Orcs zeigt, als auch als Feind, von dem man in Zukunft auf Grund der gemeinsamen Vergangenheit keine Gnade erwarten darf, dann löst sich dieser Widerspruch auf.

Aus Leser-Sicht besonders erfreulich ist, dass man sich dank der Lokalisations-Politik Blizzards nicht länger über englische, deplatziert wirkende Eigennamen und daraus resultierende Brüche im Lesefluss ärgern muss -wie es noch in Knaaks lauer Ahnen-Trilogie der Fall war-, sondern sich an einem einheitlichen Gesamtbild erfreuen darf.

Fazit: Aufstieg der Horde” ist mitreißend geschrieben, mit starken Charakteren in einer fesselnden, atmosphärisch dichten Story. Der mit Abstand beste Warcraft-Roman bisher! WoW rulez!! For the Horde!!

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Frank Drehmel

Weitere Infos


Titel "World of WarCraft 2 - Aufstieg der Horde"

Originaltitel "World of WarCraft – Rise of the Horde"

Buchreihe WarCraft/StarCraft

Autor Christie Golden

Übersetzer Mick Schnelle

Preis 9,95 Euro

Umfang 268 Seiten

Verlag Panini

ISBN 3-8332-1574-7

(tg, fd - 15.06.09)


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