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Thomas Götz (tg), Frank Drehmel (fd)14.12.08

"Zone der Verdammten"

Wasilij Orechow

Inhalt

Als das Atomkraftwerk von Tschernobyl im Jahr 1986 einen Super-GAU verursachte, hielt die Welt vor dem nuklearen Schrecken den Atem an. Doch die Radioaktivität in den Ruinen des Kraftwerks ist bei weitem nicht die schlimmste Bedrohung. Nach einem erneuten Unfall im Jahr 2006 ist das Gebiet weiträumig abgeschirmt, denn etwas unsagbar Böses lauert in den Trümmern. Paramilitärische Glücksritter - so genannte S.T.A.L.K.E.R. - stöbern in dem verstrahlten Gebiet nach Artefakten und kommen sich dabei nicht nur selbst in die Quere. Entartete Tiere und alptraumhafte Monstrositäten jagen dort nach Beute. Aber die größte Gefahr lauert im Zentrum des ehemaligen Kraftwerks und wartet auf die Chance, auszubrechen...

Kritik

1. Thomas Götz

Der vorliegende Band zeigt eindrucksvoll, wie ein guter Roman zu einem 3D-Shooter aussehen sollte. Im Grunde hat er alles, was das Herz begehrt: schöne Charakter- und schöne Actionszenen, sowie eine akzeptable Story.
Der nächste Streich der Stalker-Serie.

Gut, an der Story werden findige Leser schon bald merken, das etwas mit der "Touristengruppe" nicht stimmt, aber dies ist wohl beabsichtigt. Bei der Hatz eben jener durch die Zone wird es vor allem gegen Ende spannend - aber auch etwas verwirrend - als sich die Pläne aller Beteiligten mehr oder weniger offenbaren und es zum großen Showdown kommt. Bis dahin verfolgt der Leser die Hatz der Gruppe - und darf überrascht feststellen, das wirklich nicht jeder stirbt (kein großes "Sterben wie die Fliegen"). Und auch die Umgebung ist sehr schön integriert: Die Monster und Anomalien wirken niemals aufgesetzt, sondern sind schön in die Handlung eingeflochten. Eventuelle Neukreationen werden quasi nebenbei erklärt, als wäre es ganz selbstverständlich. Die typischen Actionszenen wirken ebenso gut eingeflochten und niemals aufgesetzt - sie sind Beiwerk und nicht Haupttragendes Kernstück. Sicher, auch dieses Buch profitiert von der realistischen Stalker-Atmosphäre, aber zusammen mit dem oben erwähnten ergibt das ein äußerst stimmiges Gesamtbild.

Auch Charakterszenen gibt es, wie erwähnt. Denn keiner der Touristen ist am Ende noch so wie zuvor - jeder kriegt die Chance sich zu ändern, und der Hauptcharakter sowieso, vor allem am Ende noch mal, als er zu seiner Freundin zurückkehrt. Auch hier wirkt nie etwas aufgesetzt, sondern alles ist stets so, als würde es zur Welt bzw. zur Handlung gehören, und gerade deswegen funktioniert auch alles derart gut.

Fazit: Stimmungsvoller Roman mit stimmungsvoller Umsetzung. Durchaus lesenswert.

2. Frank Drehmel

David Rothe, der Hauptprotagonist der Frenz'schen Stalker-Romane, ist vergessen, es lebe Hemul! Nicht nur, dass der Stalker als Reminiszenz an Tove Janssons Mumintal-Geschichten einen der originellsten Kampfnamen des Genres trägt, er verkörpert auch „perfekt“ jenen Geist, der das Überleben unter den Bedingungen der Zone überhaupt möglich macht: er ist zynisch, gewalttätig, vorsichtig bis zur Paranoia, abergläubisch wie eine alte russische Babuscka, hat unter der rauen Schale einen guten Kern und folgt pragmatisch – also immer, wenn es möglich ist - einem obskuren Stalker-Ehrenkodex. Die überraschendste Charaktereigenschaft Hemuls ist sein tiefer Aberglaube bzw. Glaube an Mysterien und mysteriösen Wesenheiten der Zone, der allerdings für einen Menschen, welcher sich permanent im Grenzbereich von Wissens und Erfahrung bzw. in physischen wie psychischen Extremsituationen bewegt, psychologisch durchaus plausibel ist. Jenseits des interessanten Hauptcharakters bietet Orechow dem Leser ein erfreulich umfangreiches Sammelsurium an Kreaturen, Phänomenen und Erscheinungen, die eines gemeinsam haben: sie sind allesamt (potenziell) tödlich, wobei diese Tödlichkeit durch mit großer Freude zelebrierte, plastische und drastische Gewaltschilderungen illustriert wird. Bemerkenswert ist zudem, dass der Autor bei aller Gewalt von dem „Zehn gehen rein, einer kommt raus“-(aka „Zehn kleine Negerlein“-)Schema, welches so viele Romane des Genres prägt, abweicht, dass es ihm vorderst also nicht darum geht, Protagonisten auf möglichst grausame Art vom Leben zum Tode zu befördern, sondern das überraschend viele Mitglieder der Jäger-Gruppe mehr oder weniger unversehrt davon kommen. Zu guter Letzt kann der Autor auf seiner Haben-Seite einen expliziten Hinweis auf Andrei Arsenjewitsch Tarkowskis cineastisches Meisterwerk „Stalker“ - nach der Geschichte „Picknick am Wegesrand“ der Gebrüder Strugazki - verbuchen, das dem gesamten Spiele-Setting zu Grunde liegt.

Stilistisch stellt „Zone der Verdammten“ einen radikalen Bruch mit Frenz' Romanen dar. Nicht nur, dass die gesamte Geschichte in der Ich-Form erzählt wird, auch die zum Teil extrem kurzen Sätze Orechows erweisen sich zunächst als gewöhnungsbedürftig. Hat man sich aber erst einmal damit arrangiert, so nimmt einen der stakkatoartige, lakonische – jedoch nur selten unbeholfen wirkende - Stil gefangen, da er das Geschehen rasant – fast schon hektisch - voran zu treiben scheint und dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Allein auf dieser stilistischen Ebene kommt „Zone der Verdammten“ der Atmosphäre eines Shooters so nahe wie kaum eine andere Gamenovelisation. In Verbindung mit den plastischen und drastischen Bildern ergibt das einen Roman, der nicht nur das Herz von S.T.A.L.K.E.R.-Spielern höher schlagen lässt.

Fazit: Ein knallharter, rasanter Actionreißer vor einem düsteren, morbiden „Alternate Reality“-Hintergrund. Trotz des gewöhnungbedürftigen Stils und der einfachen Konstruktion der mit Abstand beste S.T.A.L.K.E.R.-Roman ... bisher.

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Frank Drehmel

Weitere Infos


Titel "S.T.A.L.K.E.R. – Shadow of Chernobyl 4: Zone der Verdammten"

Originaltitel "S.T.A.L.K.E.R. – Shadow of Chernobyl: Zona Porazhenia"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Wasilij Orechow

Übersetzer Helena Walter

Preis 9.95 Euro

Umfang 411 Seiten

Verlag Panini

ISBN 9783833217869

(tg, fd - 17.01.09)


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