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Thomas Götz (tg)24.10.13

"Zerstört Karthago"

David Gibbins

Inhalt

Karthago, 146 vor Christus: Dies ist die Geschichte von Fabius Petronius Secundus, römischer Legionär und Centurio, und seinem Aufstieg zur Macht - von seiner ersten Schlacht gegen die Mazedonier bis hin zum totalen Krieg in Nordafrika und der Belagerung Karthagos. Der Erfolg beschert Fabius Bewunderung und Ruhm, aber er bringt auch Habgier und Neid hervor. Wie viel ist Fabius willens zu opfern, um seine Vision für Rom zu verwirklichen?

Kritik

Ein neuer Computerspieleroman hat seinen Weg nach Deutschland gefunden, diesmal in Form der "Total War"-Reihe. Autor ist kein geringerer als Dave Gibbins, den man zwar nicht von Romanen her kennt, sondern eher als Archäologe (und wenn man ihn nicht kennt, ist es auch nicht schlimm). Erwähnenswert ist dies deshalb, weil die Einleitung und das Ende des Buches aus historischen Anmerkungen bzw. Archäologischen Artikeln bestehen, die kurz den historischen Kontext und die Gegebenheiten zusammenfassen. So weit so gut erweisen sich diese "Hintergrundinfos" allerdings leider als stinklangweilig. Sicher mag die Epoche interessant sein, die meisten Menschen werden aber mit dem kurzen Abriss über Karthago und die punischen Kriege recht wenig anfangen können, auch wenn man es wohl loben sollte, das zumindest der Versuch unternommen wurde, dies den Lesern darzubringen.
Das Buch zum Spiel, aber kann es da mithalten?

Storymäßig geht es, wie erwähnt, um die punischen Kriege und den Untergang Karthagos und.. Moment, was hat das eigentlich mit dem Spiel zu tun? Relativ wenig, auch wenn es die eine oder andere Schlacht zum Nachspielen gibt, hat die Story des Spieles eigentlich nicht die Tiefe, die der Roman hat. Gut, auch das muss nicht zwangsläufig schlecht sein - wenn der Roman die erforderliche Tiefe hat. Leider hat er auch die nicht.

Die Handlung geht um zwei (fiktive) Legionäre, von denen der eine sich mit einer Frau einlässt, die jemand anderem versprochen ist. Dafür muss er sich 10 Jahre Auszeit als Bauer nehmen, bevor er wieder zurückkommt um gegen Karthago zu ziehen und seine Erfolge als Feldherr zu wiederholen. Natürlich steht er dabei unter der Fuchtel des ehemaligen Konkurrenten - nunja, zumindest auf dem Papier, denn zu Gesicht bekommen wird er den Herren bis zum Ende des Romans nicht mehr. Hier offenbart sich auch eine der großen Schwächen des Buches. Zum einen ist es zu Klischeebehaftet: Natürlich muss sich der brave Soldat zurückziehen, natürlich wird er später wieder gebraucht, natürlich ist er es, der Rom zum Sieg führt und ebenso natürlich hat er mit dem Techtelmechtel mit oben erwähnter Dame einen Sohn. Den trifft er sogar, in einer etwa halbseitigen Sequenz - und das war’s. Oder anders ausgedrückt, der Sohn (der immerhin Julius Cäsar heißt), wird ebenso blitzschnell abgehandelt wie der böse Konkurrent Metellus, von dem man, wie ebenso bereits erwähnt, auch nichts mehr hört.

Womit man gleich beim nächsten Manko des Romans wäre: Im Grunde passiert nämlich nichts. Gut, es gibt ein paar Schlachten, aber außer am Anfang und am Ende werden diese in wenigen Sätzen abgehandelt. Und auch die Schlachtszenen am Ende oder Anfang bieten nicht wirklich mehr außer ein paar Seiten Blut. Eigentlich besteht das Buch nur aus Gesprächen zwischen den zwei Freunden, zu denen ab und an mal Personen dazu stoßen. Da wird über Rom und das politische Gefälle, das dort vorherrscht, debattiert, indes... man erfährt nie Details oder darf gar selbst daran teilhaben. So bleibt das Ganze etwas farblos, ist nicht wirklich spannend und dümpelt auf über 400 Seiten nur so vor sich hin. Da hilft es auch nicht, wenn die Handlung sich mal über Spionage in Karthago oder ähnliches dreht - welche mit ellenlangen Beschreibungen der damaligen Schiffe gefüllt ist, unter denen sich aber die meisten wohl eher weniger vorstellen können.

Und auch wenn dann mal Personen dabei sind, ist es nicht wirklich spannend. Ein paar Beispiele gefällig: Da wird ein Schiff abgefangen, das den Bösen Metellus warnen soll. Die Karthager wollen verhandeln, vor Ort will man lieber vernichten. Nun gut, man versenkt das Schiff, Metellus soll es aber durch Kuriere dennoch erfahren. Auch wenn es heißt er käme eh zu spät - wen interessiert’s? Metellus taucht im ganzen Buch ja schon nicht mehr auf. Dann wird ein Verräter hingerichtet. Die Szene ist gut und ergreifend geschrieben und soll wohl die Moral steigern. Aber so ergreifend die Szene auch ist: Wen interessiert’s? Drei Seiten gefüllt und weiter geht’s mit den Planungen zu Karthagos Fall. Und so geht es eben weiter.

Überhaupt hat man den Eindruck, das Buch sollte kein Roman an sich sein, sondern eher eine historische Abhandlung darstellen soll. Offensichtlich sollen die meisten Begebenheiten der damaligen Zeit dargestellt werden - Verhalten römischer Legionäre, Kriegstaktiken, Politik usw.. Leider scheitert der Roman auch hier, denn es ist eben KEINE historische Abhandlung, sondern eine Geschichte, die hier erzählt werden will. Und unter diesem Gesichtspunkt sind auch die Charakterszenen nun mal keine, da es sie schlicht und ergreifend nicht gibt, trotz des Kontextes, durch den die Protagonisten hier gehen.

Fazit: Ein Roman, der eher mit dem Touch einer historischen Abhandlung daherkommt und daher leider total blass und langweilig bleibt.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Total War - Rome: Zerstört Karthago"

Originaltitel "Total War - Rome"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor David Gibbins

Übersetzer Timothy Stahl

Preis 14.95 Euro

Umfang 430 Seiten

Verlag Panini

ISBN 9783833226854

(tg - 24.10.13)


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