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Thomas Götz (tg)01.07.14

"Mortal Dictata"

Karen Traviss

Inhalt

Der Krieg gegen die Allianz ist vorüber, doch nun sehen sich die Militärs einer neuen Bedrohung gegenüber: Die Kolonien dürsten nach Rache für die Zerstörungen des zermürbenden Krieges und ein Vater sucht nach Antworten, da seine ins SPARTANER-II-Programm rekrutierte Tochter spurlos verschwunden ist. Dabei schreckt er selbst vor der Zerstörung ganzer Welten nicht zurück. Eine Aufgabe für das Kilo-Five-Team.

Kritik

Karen Traviss hat ja als Autorin bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Da gab es zunächst ihre Star Wars-Buchreihe die zur "Legacy-Ära" angesiedelt war und die sogar durchaus gut war. Dann allerdings schwenkte sie auf die "Republic Commandos" über, und bereits dort hielt ein zunehmend langweiliger Ton in ihre Romane Einzug. Es folgten ihre Ableger in den "Gears of War"-Büchern sowie erst kürzlich "Halo", wozu auch der vorliegende Roman gehört. Da vor allem die Romane der letzten beiden Reihen eher schlecht als recht und, wie erwähnt, eher langweilig vor sich hindümpelten, erwartet der geneigte Leser mitunter für diesen Band das Gleiche.
Der Abschluß der aktuellen Halo-Trilogie.

Dabei ist die Ausgangssituation eigentlich ganz gut: Eine Spartanerin, die auf ihre Familie trifft, deren Vater seit 35 Jahren nicht aufgegeben hat, nach ihr zu suchen. Auf der einen Seite will sie es ihm sagen, auf der anderen will er aus Rache gegen die Erde vorgehen und muss aufgehalten werden. Jede Menge Grundlagen für schöne und gute Charakterszenen also.

Gut, es mutet etwas merkwürdig an, das Aliens und Menschen in einer Kolonie so kurz nach Kriegsende friedlich zusammenleben wie in jeder Schwarzmarktstraße. Und auch das dieser Roman nicht unbedingt noch zur Kilo Five-Reihe zählen muss, sollte nicht unerwähnt bleiben. Denn große Vorkenntnisse braucht man nicht. Traviss hat die Handlung um Dr. Halsey (die ja noch VOR der Kilo Five-Trilogie begann) bereits im Buch davor beendet, und auch die bösen Aliens sowie das heimliche Fördern des weiteren Bürgerkrieges der Allianz wird nurmehr am Rande erwähnt. Aber warum auch nicht? Immerhin gaben diese Stories nun wirklich nicht mehr her, so das man sich gut auf die Familiengeschichte konzentrieren konnte. Im Grunde also quasi fast ein von der übergeordneten Handlung der Trilogie losgelöster Roman.

Weiterhin etwas störend sind, man sollte es eigentlich nicht sagen, gerade die Actionszenen. Das es einige rachsüchtige Aliens gibt, die Staffan das Schiff immer wieder abluchsen wollen, ist ja noch verständlich. Leider haben sie die Angewohnheit, immer zu den unpassendsten Momenten zu stören und den Lesefluss an dieser Stelle zu unterbrechen. Besonders spannend sind sie überdies auch nicht geschrieben und wie bei Filmen sind diese Szenen eher dramaturgisches Füllwerk. Was im Normalfall aber funktioniert, wirkt hier eher störend.

Davon aber abgesehen wird ein sehr schönes Charakterspektakel abgefeuert, die Traviss' alte "Sünden" fast schon vergessen machen - aufgrund obiger erwähnter Mängel aber nur fast. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte um die Familienzusammenführung extrem gut gelungen. Man erhält Einblicke in die Charaktere und selbst die Bösen bleiben nicht eindimensional und erhalten sehr viel Tiefe. Daher ist es, wie auch im Buch, umso tragischer, wenn diese eigentlich nichts falsch gemacht haben. Ein jeder kann ihre Beweggründe daher nachvollziehen und sie werden dadurch noch menschlicher. Und natürlich will man auch als Leser dauernd dazwischen gehen, und die Wahrheit hinausposaunen, mit der man eine ganz schöne Weile bei der Stange gehalten wird.

Aus dieser Warte hat Traviss also alles richtig gemacht und spinnt ein Flechtwerk aus rührenden und mitfühlenden Szenen, die bis ins Herz gehen. Störend sind hier, wie erwähnt, lediglich die Unterbrechungen durch die Actionszenen, denn diese Sorgen eher für etwas zähe Passagen zwischendurch, in denen man die früheren 'Langeweiler-Ansätze' zu erkennen vermag - was aber durch einen exzellenten Schluss wieder wett gemacht wird. Denn besagter Schluss drückt noch einmal richtig auf die Tränendüse - und auch das funktioniert erstaunlich gut. Auch hier hätte man gern nach dem Ende des Bandes noch viel mehr von den Familien gelesen.

Mit mehr Romanen von diesem Kaliber kann Traviss den verlorenen Boden auch sicher irgendwann wieder gutmachen, auch wenn man vielleicht nicht also enthusiastisch an den nächsten Band gehen sollte. Aber bis dahin ist sicher noch etwas Zeit.

Fazit: Ein rührender und gut geschriebener Charakterroman, in dem erstaunlicherweise die Actionszenen eher störend sind. So oder so ist die Langeweile der Vorgänger hier nur wenig vorhanden. Haarscharf an vier Sternen vorbei.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Halo - Kilo Five 3: Mortal Dictata"

Originaltitel "Halo - Mortal Dictata"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Karen Traviss

Übersetzer Tobias Toneguzzo & Andreas Kasprzak

Preis 19

Umfang 489 Seiten

Verlag Panini

ISBN 9783833228612

(tg - 01.07.14)


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