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Thomas Götz (tg)16.10.14

"Ernte des Krieges"

Oisin McGann

Inhalt

Bei "Kings of the Realm" ist es die Aufgabe des Spielers, aus einem kleinen Camp eine wehrhafte Stadt mit tausenden Bürgern, Rittern und Adligen zu errichten. Dabei gilt es, sowohl die Ressourcen als auch die diplomatischen Gegebenheiten klug einzusetzen, um schließlich die Herrschaft des Königreiches an sich zu reißen.

Kritik

"Kings of the Realm" ist ja eigentlich ein Browserspiel, in dem es vorrangig um den Aufbau einer Siedlung geht. Handlung ist da eigentlich Fehlanzeige und doch gibt es nun ein Buch, das versucht, der Welt etwas Tiefe zu verleihen. Leider mit eher mäßigem Erfolg.
Ein Roman zu einem Browsergame? Kann das funktionieren?

Dabei ist die Grundprämisse nicht mal so schlecht: Schatzjäger dringen in ein Grab ein und befreien eine Untote Armee, welche wie eine Plage über die Länder herfällt. Diese Untoten werden immer mehr und ergießen sich wie eine unaufhaltsame Woge, während die Helden darüber grübeln, wie sie sie besiegen können. Dabei ist einer der Helden, Vallen, derjenige, der mit seinem Bruder besagtes Grab geöffnet und das Leid auf die Welt losgelassen hat, ein Konflikt, der auch im weiteren Verlauf des Buches mehr als einmal deutlich wird.

Statt daraus aber ein gutes Plotelement zu machen, wird das Ganze lieber wieder vergessen. Überhaupt gibt es in diesem Buch extrem viele Stellen, die man später wieder 'vergisst', doch dazu gleich mehr. Zunächst einmal spielt sich das Buch auf mehreren Ebenen ab: Da ist Vallen und seine Frau, zu denen später Grutt stößt, dann noch die Salamander Seliza, die Zwergin Bö und der Elf Tolka. All diesen Charakteren wird eine kleine Hintergrundgeschichte spendiert und es wird aufgezeigt, was sie in den Wirren des Untoten-Angriffs erleben. Gut, stellenweise wäre da sicher mehr drin gewesen, aber im Großen und Ganzen gehört dies noch zu den besseren Szenen des Buches.

Natürlich ist dem geneigten Leser schnell klar, das sich alle Helden früher oder später auf derselben Reise (aka. Quest) wiederfinden werden und zusammenarbeiten müssen. Immerhin, so sollte angemerkt werden, gelingt es diesen aber nicht, das angerichtete Unheil wieder gut zu machen und das Buch hat also kein Happy End. Alles andere wäre auch unrealistisch gewesen, aufgrund der vielen Mankos in diesem Band fühlt man sich aber so etwas enttäuscht ob dieses Abschlusses. Doch damit nicht genug bleiben leider auch die Charakterszenen im Verlauf des Buches immer mehr auf der Strecke. Hat sich Vallen noch anfangs über seinen Fehler gegrämt, so wandelt sich dies im weiteren Verlauf zu einem simplen Metzelspiel unter den Untoten. Den anderen Charakteren geht es da leider ähnlich, denn nach ihrer Einführung verlieren sie jede Tiefe und bleiben recht blass.

Hinzu kommen ein paar grobe Schnitzer, welche sich auf das bereits erwähnte "Vergessen" wichtiger Plotelemente beziehen. Dies fängt damit an, das Vallen ja eigentlich Soldat ist und er sich dennoch von seinem Bruder breitschlagen lässt, ein Grab zu öffnen. Gut, vielleicht hat er es in seiner Freizeit getan, und auch das er danach wieder als Verteidiger gegen die von ihm entfesselten Schrecken arbeiten darf, mag noch logisch zu erklären sein, da ja keiner weiß, das er schuld ist. Dies wird auch in einer schönen Szenen mit der ganzen Gruppe deutlich, in der er allen seine Schuld gesteht und es ein kurzes Aufbegehren gibt. Nur ist das völlig bedeutungslos, denn wie wir einige Zeit (kurz vor Ende) später erfahren, steckte eine böse, wobei eigentlich gute, Priesterin dahinter, welche Vallens Bruder zur Graböffnung geschickt hatte. Warum erwähnt sie nicht, vielleicht aus Eifersucht zu Tolka? Aber auch das spielt keine Rolle, denn eine Zeile später kann die gute nicht mehr sprechen, da sie sich verwandelt und eine weitere Seite später ist die Dame tot. Die ganzen Charaktermomente von Vallen sind also hinfällig und der Roman trottet in ein Dahindümpeln ab (wobei er das schon geraume Zeit vorher geschafft hat).

Dies ist angesichts der vielen weiteren fragwürdigen Szenen aber auch kein großer Verlust mehr. Hier ein paar Beispiele: Tolka hat eine Schwester, welche Elfenverteidigerin ist. Die wird kurz eingeführt, getötet und zum Untoten gemacht. Dass sie bei der Erstürmung der Elfenstadt helfen soll, wird im Anschluss nur noch am Rande erwähnt, denn sie gerät ab da ebenso in Vergessenheit, wie viele andere Dinge. Ein Untergott hilft unseren Helden bei der Flucht, eine Seite später ist der aber schon in der Gewalt der Untoten und verrät denen alles, was sie wissen wollen, wodurch eigentlich alles vorher wieder ad asurdum geführt wird. Wie die Untoten ihn geschnappt haben, wird auch nicht erklärt. Vallens Bruder ist ein weiterer Punkt, der am Anfang vorkommt und am Ende wieder auftaucht, nur um schnell und wie erwartet zu sterben. Oder auch die schweren Verletzungen, die Grutt und einige andere am Ende davon tragen. All das ist wenige Seiten später schon wieder vergessen.

Allerdings ist das recht überhastete Ende dann auch der traurige Abschluss dieses Romans. Fühlt man am Anfang der Geschichte noch den Druck durch die vielen erstarkenden Untoten, so ist am Ende bereits die halbe Welt erobert. Die letzten Schlachten werden auf wenigen Seiten geschlagen und überhaupt erweckt vieles den Eindruck (etwa auch der erwähnte Kampf zwischen Vallen und seinem Bruder) als würden dem Autoren die Seiten ausgehen - und das will bei fast satten 500 Seiten Buch schon was heißen. Im Anschluss gibt es sogar noch ein kleines Kompendium zu den Einheiten von "Kings of the Realm", allerdings erhält man etwas Ähnliches auch bei den Hintergründen zum Spiel selbst, daher sind die nicht wirklich neu oder gar nötig.

Was bleibt ist ein etwas halbgares Buch, das leider viel mehr sein will, als es ist und sich zuviele grobe Schnitzer erlaubt, um mitreißend zu bleiben.

Fazit: Ein starker Anfang verwässert zusehends und endet in mehr als einer Hinsicht unbefriedigend. Die Charaktere bleiben nach ihrer Einführung auf der Strecke und auch sonst wandelt die Story auf bekannten Pfaden dahin. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Kings of the Realm 1 - Ernte des Krieges"

Originaltitel "Kings of the Realm 1 - War's Harvest"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Oisin McGann

Übersetzer Robert Mountainbeau

Preis 14.99 Euro

Umfang 475 Seiten

Verlag Panini

ISBN 978-3-8332-2944-2

(tg - 16.10.14)


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