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Thomas Götz (tg)22.04.15

"Das Schwert des Attila"

David Gibbins

Inhalt

Der offizielle Roman zum brandneuen Teil des Strategieklassikers. Für Echtzeitstrategiefans ist die Total-War-Gamereihe vor allem aufgrund der historischen Hintergründe ein echter Leckerbissen. In der Romanserie zu "Total War" werden diese geschichtlichen Szenarien in stimmungsvolle Geschichten verpackt. "Attilas Schwert" entführt den Leser in die kriegerische Zeit des 5. Jahrhunderts, als die zivilisierte Welt vor den Hunnen erzitterte.

Kritik

Ein neuer Total War-Roman, wieder aus der Feder von Dave Gibbins, der die Hunnen behandelt - eine Fraktion, die interessanterweise gar nicht im Spiel vorkommt. Wie der Titel schon vermuten lässt, dreht sich alles um das Schwert von Attila, dem Hunnenkönig. Dabei ist der Roman ähnlich aufgebaut wie der Erste und erinnert in seiner Form eher an eine historische Lehrstunde. Verstärkt wird dieser Eindruck vom historischen Exkurs am Schluss des Bandes.
Ein weiterer historischer Spieleroman.

Dabei spielt der titelgebende Attila in diesem Buch überhaupt keine Rolle. Erst um die Seite 206 herum, also fast schon am Ende des Buches, taucht er kurz auf, ist aber nach fünf Seiten bereits wieder in der Versenkung verschwunden. Um die Seite 260 taucht er dann noch einmal kurz in der Endschlacht auf und das war es dann schon. Etwas mickrig für ein Buch, das über Attila handeln soll. Und auch das ebenfalls im Titel vorhandene Schwert versauert in Attilas Schatzkammer und kann ebenso leicht von unserem Hauptcharakter gestohlen werden...

Das belegt am Ende nur eines: Traue nie dem reißerischen Text des Buchcovers, in dem es so schön heißt, das die Geißel Gottes käme und die Welt in Brand setzen würde. Davon ist allenfalls ein laues Lüftchen zu merken. Übrigens ist es auch witzig, das in den historischen Anmerkungen am Schluss, der Autor nicht müde wird, Attilas Schwert als verbürgtes Artefakt zu beschreiben – und immer wieder darauf hinzuweisen, wie sehr es den Zeichnern des Covers gelungen ist, das Schwert dort zu integrieren. Dumm nur, das – zumindest auf dem deutschen Cover – von diesem Schwert absolut keine Spur mehr geblieben ist…

Besagter Hauptcharakter ist ein römischer Legionär und am Anfang des Buches wird schön der Bogen zum Erstling geschlagen, denn es gibt eine weitere Schlacht um Karthago, in diesem Fall müssen sich die Römer aber zurückziehen und Karthago verschwindet alsbald in der Versenkung. Danach folgen Abhandlungen über römische Kriegsstrategien und Nahkampfmuster. Und leider wird das im weiteren Verlauf des Bandes nicht besser, denn derartige Diskussionen erstrecken sich über viele Seiten.

Das dabei die Charaktere auf der Strecke bleiben, ist natürlich fast schon selbstredend. Wobei Charaktere etwas übertrieben ist, denn auch wenn ab und zu Freunde von Flavius auftauchen, bleiben diese eher blass. Charakterentwicklung ist noch am ehesten in den Szenen mit seiner Frau zu sehen, welche als ehemalige Sklavin die Worte Gottes verbreitet. Nur ist diese auch recht schnell von der Bildfläche verschwunden und der Roman kann weiter vor sich hindümpeln.

Dabei steht Attila eigentlich vor den Toren Roms und man bräuchte dringend einen Sieg. Da kommt es auf Seite 160 gerade recht, als die Helden ihren Auftrag erhalten - also etwa nach der Hälfte des Buches. Attilas Schwert stehlen, lautet dieser, um damit der Moral der Hunnen einen Dämpfer zu verpassen. Wie gut, das Attilas Tochter auf der Seite der Römer steht und hilft - wie erwähnt, nach nur wenigen Seiten ist Attilas Auftritt vorbei und der Diebstahl geglückt. Dann macht der Roman einen Zeitsprung und ob es die Hunnen nun moralisch niedergerungen hat oder nicht wird wohl auf alle Zeit ein Rätsel bleiben.

Zumindest in der finalen Schlacht auf den kataulanischen Feldern darf man das Schwert nochmal zücken und allen Angst einjagen und die Hunnen vertreiben. Dabei findet der letzte Kampf unseres Helden aber nicht gegen Attila sondern einen seiner Elitekämpfer statt. Dadurch enttäuscht auch das Finale auf ganzer Linie.

Das ist allerdings auch kein Wunder, denn die Schlachten in diesem Buch werden allgemein auf wenige Seiten heruntergebrochen und in wenigen Begegnungsszenen abgehandelt. Es mag sein, das der Autor kein Händchen für das Schlachtenschreiben besitzt, nur muss man dies dann eben anders kaschieren und nicht unbedingt so. Denn auf diesem Wege kommt leider überhaupt keine Spannung auf. Und überhaupt wirkt der Roman stellenweise auch recht schwer zu lesen, da man (bewusst?) auf Absätze verzichtet hat. So werden Gespräche zwischen einzelnen Personen einfach im Fließtext hintereinander geklatscht - was nicht nur manchmal irritierend ist, ist ein Anführungszeichen doch schnell überlesen, sondern einfach auch störend. Ob dies der deutschen Version oder dem englischen Original geschuldet ist, schwer zu sagen. Vielleicht ist ja alles auch in der nächsten Auflage besser und es handelt sich hierbei nur um einen Fehler.

Fazit: Leider vermag der Roman nur stellenweise zu überzeugen und hätte eigentlich gar nicht unter dem Label "Total War" erscheinen müssen, denn damit hat er nahezu nichts zu tun. Es gibt keine Schlachten, die Charaktere bleiben blass und auch der titelgebende Attila taucht nur auf wenigen Seiten auf. Ansonsten ergeht sich der Roman eher in Schilderungen der historischen Lage und Kämpfe, und geht, wie der Erstling, eher als Historienwerk durch.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Total War - Rome: Das Schwert des Attila"

Originaltitel "Total War - Rome: The Sword of Attila"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor David Gibbins

Übersetzer Timothy Stahl

Preis 14.99 Euro

Umfang 347 Seiten

ISBN 978-3-8332-3006-6

(tg - 22.04.15)


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