Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Thomas Götz (tg)02.01.16

"Assassin's Creed - Underworld"

Oliver Bowden

Inhalt

Im November 2015 ging die erfolgreiche UBISOFT-Gamereihe um den ewigen Kampf zwischen Assassinen und Templer-Orden in die nächste Runde. Das Game "Assassin's Creed: Syndicate" entführt den Spieler dann ins England des 19. Jahrhunderts. Zwischen den glänzenden Fassaden des viktorianischen Zeitalters und dem dichten Qualm der industriellen Revolution wird der epochenalte Zwist fortgesetzt. Mit "Assassin's Creed: Underworld" präsentiert Panini den offiziellen Roman zum neuen Game!

Kritik

Ein neuer Assassin’s Creed-Roman darf, wie schon das obligatorische Spiel, das jedes Jahr erscheint, nicht fehlen. Das Titelgebende Underworld bezieht sich in diesem Fall auf die Londoner Untergrundbahn, die Ende des 19.Jahrhunderts gebaut wurde. Zu dieser Zeit spielt auch der Roman.
Der nächste Band der Assassin's Creed-Reihe.

Wie auch die Spielreihe so weist allerdings auch die Romanreihe langsam Ermüdungserscheinungen auf. Doch heben wir zunächst das Positive hervor: Oliver Bowden hat ja bereits die letzten Assassin’s Creed-Romane verfasst (genau genommen hat er bisher alle verfasst) und dabei es gekonnt verstanden, nicht nur die Charaktere interessant erscheinen zu lassen sondern auch alles mit historischen Tatsachen derart zu verquicken, das man tatsächlich Interesse an der jeweils dargestellten Epoche bekommt.

Dies gelingt nur teilweise. Das Setting vermag, nach einer kurzen Aufwärmphase, durchaus eine gewisse Faszination auszuüben und auch die Charaktere werden schließlich als interessant genug dargestellt, allen voran der „Geist“ und ein gewisser Constable, die eindeutig die Hauptfiguren sind. Natürlich ist ein Assassine, der nicht töten kann, ein Kuriosum für sich und mal ein netter neuer Ansatz.

Schön beschreibt Bowden, wie innerlich zerrissen unser Geist ist und wie er letztlich zu dem wird, der er wird. Auch der Werdegang des Constables, der schließlich zu einem Helfer der Bruderschaft wird, wird schön und nachvollziehbar in Szene gesetzt und erinnert an Polizeigeschichten aus der heutigen Zeit. Ja, selbst der Bösewicht bis dahin bekommt ein paar schöne Szenen spendiert, die ihn stellenweise menschlicher, oder sollte man besser sagen, brutaler erscheinen lassen.

Leider verfliegt der positive Start des Romans im weiteren Verlauf immer mehr. Dies fängt damit an, das der Roman durch Rückblenden überfrachtet ist. Bereits in den ersten 100 Seiten bekommt man die Lebensgeschichte des Bösen und unseres Helden präsentiert. An und für sich nicht verkehrt, ist dies jedoch in die derzeitige Handlung eingebettet und jedesmal, wenn sich der Held erinnert, wird dies ausführlich beschrieben und die derzeitige Handlung für lange Seiten unterbrochen. Mag das zu Anfang noch als Stilmittel funktionieren, beginnt es nach einiger Zeit durchaus nervig zu sein.

Die Geschichte an sich ist dabei nicht das Gelbe vom Ei und behandelt nur weiteres Suchen nach weiteren Edensplittern. Das war alles schon mal da gewesen und vermag nicht so recht überzeugend zu sein, bis kurz vor Ende hält aber das interessante Setting der Umgebung noch davon ab, dass die seichte Story wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Dann jedoch wird es Schlimmer.

Im letzten Drittel des Buches fällt die Spannungskurve rasant ab. Dies liegt zum einen daran, das der Hauptcharakter plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern zwei junge Assassinen. Gut, unser Held ist zwar immer noch am Rande da, aber unter anderem Namen und man muss jedesmal umdenken, wenn man diesen liest, da es doch etwas verwirrend ist und man fast den Eindruck hat, eine komplett neue Riege der Bruderschaft vor sich zu haben.

Dennoch steht nun eher eine weibliche Meuchelmörderin im Mittelpunkt und fast hat man das Gefühl, den Aufschrei der Fans zu spüren, die sich seit Jahr und Tag beklagen, das es keine weiblichen Hauptcharaktere in der Spielreihe gäbe. Leider bleiben die neuen Charaktere extrem blass und auch die plötzlich an den Haaren herbeigezogene Liebesbeziehung der Frau mit unserem Helden Geist vermag auf keiner Linie zu überzeugen oder beim Leser irgendwelche Emotionen auszulösen. Zu klischeehaft und aufgesetzt wirkt das Ganze.

Aufgesetzt wirkt auch der Rest der Handlung bzw. des großen Finales. Da wurde auf über 300 Seiten eine Vormachtstellung der Templer aufgebaut, nur um im letzten Drittel mit einem einzigen Nebensatz zunichte gemacht werden. Da fragt man sich natürlich, wozu vorher das Ganze? Eine spannende Story schreibt man sicher anders. Auch die neu eingeführten Bösewichte bleiben genauso blass, wie die beiden neuen Helden. Man kennt sie nicht und sie treten nur in wenigen Seiten auf, in denen sie ihre Facetten zeigen dürfen (z.B. einen Wutausbruch). Hier kommt keinesfalls eine irgendwie geartete Beziehung zum Leser zustande, geschweige denn das man emotional involviert würde. Selbst der anfangs so gut aufgebaute Constable verschwindet plötzlich in der Versenkung und darf nur in einem Nebensatz nochmal helfend eingreifen – das könnte man schon fast als Armutszeugnis ansehen, oder hat da noch ein anderer Autor mitgemischt?

Fast hat man den Eindruck, dem Autor wären an dieser Stelle die Seiten ausgegangen und er hätte auf Gedeih und Verderb noch das Finale in das Buch quetschen müssen. Jenes ist nämlich denkbar unspektakulär ausgefallen, ein bisschen Lichterbrimborium, ein durchgeknallter Bösewicht der etwas Darth Vader macht und… vorbei. Das Ganze hatte sich ja schon angebahnt, da ja auch der erste Edensplitter (um den es die ersten 75% des Buches ging) bereits kurze Zeit später mit wenigen Worten aus dem Roman geschrieben worden war. So ergeht es nun auch dem Rest der „Superwaffen“ und man fragt sich unwillkürlich, was an ihnen so furchterregend sein soll, wenn sie eigentlich so unbedeutend sind. Hier hat Bowden schon Besseres abgeliefert – schade.

Fazit: Ein guter Auftakt, der sich schnell in ein recht unspektakuläres Ende verwandelt, das man so oder so ähnlich schon kennt. Schade, das die zuvor mühsam aufgebauten Charaktere später in Nebensätzen abgekanzelt werden und der Roman vor allem am Ende schon fast einen Komplettabsturz erlebt. Von Bowden ist man hier eigentlich Besseres gewohnt.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Assassin's Creed - Underworld"

Originaltitel "Assassin's Creed - Underworld"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Oliver Bowden

Übersetzer Timothy Stahl

Preis 14,99 Euro

Umfang 393 Seiten

Verlag Panini

ISBN 978-3-8332-3170-4

(tg - 02.01.16)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017