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Thomas Götz (tg)07.04.16

"Jäger in der Dunkelheit"

Peter David

Inhalt

Es ist das Jahr 2555. Seit Ende des verheerenden Krieges herrscht ein brüchiger Frieden zwischen den Eliten der Allianz und der Menschheit. Eine überraschende Entdeckung führt dazu, dass sich die ehemaligen Kontrahenten zur Zusammenarbeit gezwungen sehen, um das Ende der Galaxis in letzter Sekunde zu verhindern.

Kritik

Die Geschichte der Halo-Reihe ist ein richtiges Wechselbad. Anfangs waren sie, begleitend zu den Spieleteilen, noch recht gut nur um dann immer mehr in der Langeweile zu verschwinden. Dafür hatten die Comics eher den umgekehrten Weg eingeschlagen und sind mittlerweile ergänzend zur aktuellen Storyline und recht gut. Das Schicksal von Dr. Halsey etwa, das in den Büchern gestartet war, hat jüngst seine Fortsetzung in den Halo-Comics erfahren. Erst der letzte Roman, "Frisches Blut" brachte nicht nur den titelgebenden neuen Wind in die Romanreihe, sondern räumte auch mit vielen alten Hinterlassenschaften auf.
Die Halo-Saga geht weiter.

Nun hat sich mit Peter David ein alter Schriftstellerveteran der Halo-Reihe angenommen und vorliegendes Buch geschrieben. David dürfte den meisten ja nicht unbekannt sein, war er doch früher vor allem auch für seine Star Trek-Romane bekannt (deren Reihe er erst kürzlich beendet hatte). Davids Bücher zeichneten sich meist durch das Auftreten irgendeiner Superwaffe aus, aber auch durch herrliche Charakterszenen. Kurzum, schreiben kann er und an Superwaffen herrscht bei Halo ja auch kein Mangel, denn um eben diese geht es ja quasi. Die perfekten Voraussetzungen also für ein gutes Buch? Fast.

Zunächst schafft David es wirklich, mitreißend zu schreiben und das ganz ohne Action. Da wird, wie bereits im Vorgänger, mit den Altlasten aufgeräumt: Der nicht ganz ausgereifte Versuch, künstlich wieder Animositäten zwischen Allianz und Menschen auszulösen, in dem insgeheim wieder Krieg geschürt wird, wird nun völlig vom Tisch gefegt. Die Hardliner in der Allianz werden gleich zu Beginn eliminiert und die Menschen diplomatisch überzeugt. Bahn frei für eine komplett neue Story und diesmal im Geiste des Friedens, Menschen und Allianz still vereint.

So weit so gut, gelingt es David an dieser Stelle wunderbar, die Dynamik zwischen den beiden Völkern auf diese Friedenszeit zu übertragen. Es ist Misstrauen vorhanden, aber man versucht, dennoch zusammenzuarbeiten und das höhere Wohl im Auge zu behalten. Im Laufe des Romans müssen die Charaktere lernen, ihre Feindseligkeiten zu begraben und entwickeln in der Tat neuen Respekt füreinander. Bis zum Ende werden diese schönen Momente also durchgehalten, das ist ein gutes Plus für den Roman. Lediglich die anfangs etwas hochgehypten Doktoren verlieren im Verlauf der Handlung etwas an Glanz und werden eher bedeutungslos. Denn nicht ihre Expertise ist es, die die Situation letztlich auflöst, sondern pure und stumpfe Gewalt, doch dazu später mehr.

In diesem Zusammenhang ist dann auch der Verweis auf Luthers Tochter, die er am Ende dann suchen will, unnütz. Dieser Handlungsstrang interessiert eigentlich keinen, ebensowenig wirkt der später auftauchende Bruder eines Spartaners mehr als überflüssig, da er auch bereits nach wenigen Seiten wieder verschwindet. Fast wirkt es so, als wäre er nur als Erklärung eingefügt worden, um dem wahren Bösewicht seine Aktivatorsequenz zu ermöglichen. Von den inneren Konflikten, die besagter Bruder zweifellos hatte und hat, erfährt man nichts. Da ist man von David eindeutig besseres gewohnt, auch bei den Nebencharakteren.

Ansonsten ist die Handlung, wie erwähnt, zumindest anfangs spannend. Das Portal zur Arche muss aktiviert werden, um herauszufinden, was eigentlich los ist und dann muss das Einsatzteam natürlich die Ursache ausschalten. Was klassisch beginnt wird auch in den ersten zwei Dritteln des Romans konsequent umgesetzt und lebt auch von den erwähnten Charaktermomenten. Dann jedoch sinkt die Qualität des Buches rapide nach unten hin ab. Was sich anschließt ist fast ausnahmslos eine Ballerorgie, die, wie in einem Shooter, fast ohne Sinn und Verstand abläuft.

Da werden die zwei Heldengruppen getrennt, nur um wenig später wiedervereint zu sein, ohne sich nennenswert verbessert zu haben. Kurz darauf werden sie wieder getrennt, nur um sich in weiteren Ballerorgien gegen Gegner zu bemühen und um weitere tote Helden zu produzieren. Spätestens hier wirkt vieles sehr konstruiert und fast so, als wäre über das Ende kein rechter Plan vorhanden gewesen. Auch der Bösewicht bleibt etwas blass und obwohl seine Beweggründe angedeutet werden, versäumt man es, diese näher zu beschreiben - etwas, das nicht nur Heldin Vale am Ende bedauert, sondern auch der Leser. Aus der Idee des vergessenen Wächters hätte man an dieser Stelle auch mehr machen können, so schön es auch ist, lose Enden der Spieleserie aufzugreifen.

Das ist natürlich schade, sorgt es doch dafür, das der Roman an einer besseren Wertung vorbeischrammt.

Fazit: Nach einem starken Start mit guten Charakterszenen verkommt das Buch am Ende zu einer Ballerorgie mit teils arg konstruierten Szenen. Das schwache Ende wertet den Roman daher leider etwas ab.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Halo - Jäger in der Dunkelheit"

Originaltitel "Halo - Hunters in the Dark"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Peter David

Übersetzer Tobias Toneguzzo

Preis 14,99 Euro

Umfang 403 Seiten

Verlag Panini

ISBN 978-3-8332-3261-9

(tg - 07.04.16)


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