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Thomas Götz (tg)15.11.16

"Prinzessin Serisada"

Johannes Ulbricht

Inhalt

Nur wenige Eingeweihte wissen, dass unsere Zivilisation nichts als eine kollektive Illusion ist, in der die Menschen gefangen gehalten werden. In Wahrheit tobt ein geheimer Krieg in der phantastischen Realität hinter der Scheinwelt unseres Alltags. Auf der einen Seite steht der babylonische Stadtkegel von Waylhaghiri, in dem alle Zivilisationsepochen der Menschheit übereinander geschichtet sind. Diese einzige Stadt auf der Welt lebt von der Perfektionierung der zivilisatorischen Ästhetik. Glamour, Moden und kalkulierte Manipulation sind bis in die Intimsphäre allgegenwärtig. In diesem System müssen die Bewohner ihren sozialen Status jeden Tag aufs Neue verteidigen. Auf der anderen Seite steht die umgebende Wildnis des Sumerlandes, in der Tiermenschen leben, die verspielt und kindlich, aber auch unberechenbar und grausam sind. Die jahrhundertealten, doch ewig kindlichen Herrscher beider Reiche, Prinz Zazamael und Prinzessin Serisada, kämpfen erbittert um die Vorherrschaft. Zazamael benötigt für die endgültige Dominanz seines Reiches – die in Form einer Emulsion von Traum und Wirklichkeit namens „große Fusion“ erfolgen soll – den „wilden Wein“ als rettendes Elixier. Auf der Suche nach dem „wilden Wein“ dringt er unter ständiger Bedrohung durch die sumerländischen Tiermenschen ins Herz von Serisadas Reich vor. Auf dieser Reise werden alle seine Gefährten einer nach dem anderen hingemeuchelt, wobei der Prinz das eigentliche Ziel des Attentäters zu sein scheint. Erst einen Schritt vor dem Ziel angekommen erkennt Zazamael, wer der Mörder ist. Währenddessen gelingt es Serisada, als Spionin in Waylhaghiri einzudringen. Dort hat sie die schwierige Aufgabe, sich in der Zivilisation zu behaupten, ohne enttarnt zu werden. Zunächst gelingt ihr eine beachtliche Karriere als Designerin, bis es zu einem der regelmäßigen Zusammenbrüche der ästhetischen Muster in Waylhaghiri kommt, wodurch – wie jedes Mal – ein Teil der Stadt untergeht, indem er von dem tödlichen Silber bedeckt wird. Leider ist es der Teil der Stadt, den Serisada designt hat und in dem sie lebt.

Kritik

Sumerland ist ein Spiel für Handys und Tablets und erzählt eine eigene Geschichte. Man scannt mit der App Symbole ein und erhält Rätsel, die es zu lösen gilt und als Belohnung erhält man Einblicke in eben jenes titelgebende Land, welches eine Realität hinter der Realität darstellt (im Spiel und Roman die "wirkliche" Welt, während unsere Welt nur eine Illusion ist). Das Romane zu Spielen mitunter seltsame Züge annehmen, ist nichts Neues und für Sumerland gilt dies ebenso.
Die Geschichte der Realität hinter der Realität - mehr oder weniger.

Die Handlung spielt sich dabei auf mehreren Ebenen ab. Zum einen sind die Ereignisse in Sumerland, das mit einem benachbarten Staat im Kriege liegt. Die Herrscher der beiden, die eine die titelgebende Prinzessin Serisada, der andere der Prinz Zazamael, dessen Name auch auf dem zweiten Band prangt, versuchen hier, Wege zu finden, die Streitigkeiten zu beenden. Obwohl die Welt, in der diese Geschichte spielt, teils mittelalterlich dargestellt wird, gibt es auch moderne Einflüsse, denn es gibt auch Hubschrauber und ähnliche Dinge. Allerdings muss an der Stelle gesagt werden, das die Handlung eher dem Prinzen denn der Prinzessin folgt, denn die bekommt erst gegen Ende einen größeren Part in der Geschichte. So hätte vielleicht der erste Band besser den Namen des Prinzen tragen sollen. Aber gut, geschenkt.

Die Geschichte um den Prinzen und seine Soldaten, die von einem Attentäter verfolgt und nach und nach niedergemeuchelt werden, ist dann auch der interessanteste Teil der Handlung. Hier gibt es sogar die ein oder andere schöne Szene, etwa wenn die Soldaten sich gegenseitig beschuldigen. Natürlich muss man noch genug Stoff für den zweiten Band haben, so dass das Ganze hier nicht aufgelöst wird, aber es ist erstaunlich, das dieser Teil es schafft, den Leser zumindest soweit bei der Stange zu halten. Selbst die Eingliederungsversuche der Prinzessin in die Hauptstadt des Feindes sind hier eher langweilig und vermögen nicht derart zu überzeugen.

Die Nebenhandlung spielt sich in der Realität ab, denn hier ist eine normale Arbeiterin damit beschäftigt, immer wieder ins Sumerland abzudriften und dessen Story zu verfolgen. Leider werden diese Passagen eher etwas oberflächlich erzählt. Zwar erfährt man viel darüber, wie besagte namenlose Person ihre Firma sieht und vor allem das sie einen gewissen Andi kennengelernt hat, der aber wohl tot ist. Insgesamt wirkt dieser Teil eher etwas verwirrend und es bleibt unklar, was er eigentlich zur Haupthandlung des Sumerlands beitragen kann. Auch das die Heldin quasi namenlos ist, was wohl die Identifikation mit ihr erleichtern soll, hilft hier nicht wirklich.

Ebenso planlos wirkt die Geschichte um Susanne, welche mit ihrer Imaginationskraft angeblich das Sumerland bzw. die Realität erschaffen hat. Was zunächst interessant klingt, liest sich am Ende aber wie ein einfaches Kinderspiel, das die Kleinen zu Millionen jeden Tag zelebrieren. Eine wirkliche Verbindung der Handlungsebenen kann man leider ebensowenig finden und so wirkt auch dieser Story-Arc etwas sinnlos.

Was weiterhin, vermehrt am Ende, auffällt, ist das Verzichten auf Absätze bei Gesprächen. Hier wird das, was die Leute sagen, einfach in einem großen Textblock aneinandergereiht. Ob dies Absicht ist oder ein Fehler, kann nicht gesagt werden, es macht das Lesen aber ein Stück anstrengender.

Eingebettet in den Roman sind auch die Sumerland-Symbole, die man mit dem Handy scannen kann. Ob das funktioniert, konnte nicht getestet werden, möglicherweise erhält man so aber tiefere Einblicke oder die ein oder andere Zeichnung, welche Aufschluss geben könnte. An und für sich ein nettes Gimmick, es sorgt allerdings auch dafür, das der Roman für sich allein gestellt einfach nicht recht funktioniert. Die Story in Sumerland ist zwar interessant, der Rest kommt allerdings etwas planlos daher.

Fazit: Ein Roman, dessen volles Potential sich möglicherweise erst in Verbindung mit dem Spiel entfaltet. Für sich allein gestellt bleibt die Geschichte nur leidlich interessant und vermag wohl nur wenige Leser zu begeistern.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Sumerland 1 - Prinzessin Serisada"

Buchreihe Gamenovelisationen

Autor Johannes Ulbricht

Preis 14,99 Euro

Umfang 351 Seiten

Verlag Panini

ISBN 978-3-8332-3355-5

(tg - 15.11.16)


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