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Jörn Podehl (jp), Martin Weinrich (wc)18.03.06

"Der Rote König"

Michael A. Martin & Andy Mangels

Inhalt

Captain Riker und die U.S.S. Titan sind nach dem Shinzon-Vorfall auf einer humanitären Hilfemission in das Romulanische Reich aufgebrochen - eine Aufgabe, die nicht zu ihrer eigentlichen Mission - der Erforschung des Beta-Quadranten - gehört. Prompt wird das Starfleet-Schiff und seine romulanische Begleitung I.R.W. Valdore, das Schiff von Commander Donatra, durch einen Riss im Raum in die 200.000 Lichtjahre fernab liegende Kleine Magellan'sche Wolke gezogen. Die Singularität ist durch die Explosion des Warbirds Scimitar wenige Wochen zuvor entstanden und zu einer Gefahr für den Quadranten geworden. Donatra hegt die Hoffnung, dass sich in der Wolke eine verloren gegangene romulanische Raumflotte aufhält, die es ab jetzt zu finden gilt.

Schnell stellt sich heraus, dass man in einem nicht gänzlich unbekannten Teil des Universums gelandet ist: 80 Jahre zuvor hat es die U.S.S. Excelsior unter Captain Sulu hierher verschlagen. Dabei ist es zu einem zufälligen Kontakt mit dem Volk der Neyel gekommen, Abkömmlinge der Menschen, die durch einen Unfall mit Zefram Cochranes experimentellem Warpantrieb unendlich lange unterwegs gewesen und in der Magellan'schen Wolke gestrandet sind. Dort haben sie über Jahrhunderte ein Imperium aufgebaut, das jetzt zu zerbröckeln droht - und das in einer Zeit, in der dem Raumbereich ein großes Unheil droht.

Denn die Spalte im Raum ist nicht nur eine Art Wurmloch zum Beta-Quadranten, es ist gleichzeitig die Öffnung zu einem Protouniversum, das langsam aber unaufhaltsam die gesamte Magellan'sche Wolke mit seinem eigenen Raumbereich "überschreibt". Je länger Riker, Donatra und ihre Crews mit der Hilfe warten, desto weiter schreitet dieser Prozess voran. Für die Neyel ist das gleichbedeutend mit dem Ende ihrer Existenz…

Kritik

1. Jörn Podehl

Diese Kritik bezieht sich auf die englische Originalausgabe!

Die Titan hängt in der 200.000 Lichtjahre entfernten Magellanschen Wolke fest. Was hat sie dahin verschlagen? Was machen die Neyel dort?
Leser des ersten "Titan"-Buchs "Taking Wing" werden sich am Ende der Geschichte geärgert haben, als Rikers erstes Soloabenteuer mit einem großen Cliffhanger endete. In "The Red King" wird dieser endlich gelöst, und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Die Rahmenhandlung mit dem ungewollten Portal in die Magellan'sche Wolke ist etwas weit hergeholt und bietet keinen eigentlichen Höhepunkt. Die Rettung der Neyel (bekannt aus "The Lost Era: The Sundered"), deren Welt durch den Spalt im Raum, "Red King" oder "Sleeper" genannten, bedroht wird, ist nicht besonders aufregend, aber dennoch gut zu lesen. Die Evakuierung einer gesamten Welt wird gut geschildert, wobei ich mich frage, warum es gleich ein ganzer Planet sein muss und nicht einfach eine Kolonie oder etwas Kleineres. Leider ist die Rettungsaktion zu schnell und problemlos abgelaufen, sodass sich wieder einmal um moralische Konflikte gedrückt wird. Man bedenke: Zusammen mit der Flotte von Commander Donatra, der Titan und dem Kometen Vanguard, der einst die Ur-Neyel in die Wolke gebracht hat, rettet man gerade einmal zwei Millionen Neyel - 0,1 Prozent der Bevölkerung! Dass 99,9 Prozent dabei sterben, geht leider in der Geschichte unter.

Interessante Ansätze bietet die Rahmenhandlung mit den Neyel und der Magellan'schen Wolke durchaus, doch hat ein Sprung 200.000 Lichtjahre weit weg und die Tatsache, dass die Titan ihren Weg zurückfinden wird, nicht genug Potential für neue "Star Trek"-Abenteuer. Stattdessen wären die Ereignisse im Föderationsraum um das zersplitterte Romulanische Imperium wie in "Taking Wing" mindestens genauso interessant gewesen. Sollte "Titan" diesen Weg weitergehen, sehe ich die Gefahr, dass spätestens mit dem vierten Buch ein "Wir spielen 'Next Generation' mit der Titan"-Gefühl eintreten und "Titan" nichts weiter als eine durchschnittliche "Star Trek"-Story werden könnte. Ich wünsche mir etwas Außergewöhnliches, mit dem nur Riker und die Titan fertig werden können, so etwas wie zum Beispiel einen Temporalen Kalten Krieg wie in "Enterprise", welcher jedoch nicht an undurchdachten Logikfehlern dahinsiecht.

Als erfolgreich sehe ich die Kernthese des Buchs formuliert, die eindeutig die Zusammenarbeit der Kulturen ist; man soll über der Andersartigkeit stehen und nicht nach der Abstammung urteilen. Gleichzeitig ist die Titan das Symbol für die Verbindung. Riker und der abtrünnige und sympathische Neyel Frane werden zum Bindeglied zwischen ihren Welten, während Donatra und die Romulaner als zwiespältige Begleiter auf einer anderen Ebene stehen. Die Neyel repräsentieren die schreckliche Vergangenheit der Menschen, so wie auch bei uns heutzutage der Fall ist, während die Titan das neue Leben darstellt, so wie es sein sollte. Ein Hauch von Schwarz-Weiß-Denken, der dennoch erfrischend für das Buch ist.

Damit wären wir bei den Hauptfiguren des Buches: Riker, Donatra und Frane. Allesamt wurden sie hervorragend und plastisch dargestellt und luden mehr als einmal zum Nachdenken ein. "The Red King" hat nicht nur tolle moralische Dialoge zwischen Riker und Frane, sondern auch sehr spannende Meinungsverschiedenheiten zwischen Riker und Donatra zu bieten. Frane hat die oben genannte Kernthese sogar noch um einige Dialoge erweitert, die mich doch nachdenklich stimmen und ich frage mich, ob Frane nicht damit Recht hat.

"Sie [Riker] sind ein Mensch. Commander Vale, Ihr Erster Offizier, ist auch ein Mensch. Commander Troi, Ihr diplomatischer Offizier und Ehefrau ist ein Halbmensch […] Ich sage, dass diese gemischte Crew, auf die Sie ach so stolz sind, einer kleinen Gruppe mächtiger Menschen gehorcht"

Frane zu Captain Riker
S.146

Wird die Föderation nicht doch von Menschen dominiert? Sehen wir Menschen uns als die Herren der Quadranten, ohne es selbst wahrhaben zu wollen, dass wir so denken? Fragen, die hoffentlich in weiteren "Star Trek"-Romane neu aufgegriffen und für Zündstoff sorgen könnten.

Commander Donatra als zweite Hauptfigur ist mit diesem Buch sicherlich eine der spannendsten Charaktere, die wir hoffentlich in absehbarer Zeit wieder sehen werden. Bei ihr ist man sich nie richtig im Klaren, ob sie Riker helfen will oder ihn nur als Mittel zum Zweck sieht. Sie wandelt auf schmalem Grat jenseits von gut und böse. Riker, der sich wegen der Zerstörung der Scimitar in "Nemesis" verantwortlich für das Entstehen des Risses im Raum fühlt, wird schnell bewusst, dass es keinen Picard mehr an seiner Seite gibt, der jede ausweglose Mission meistert; jetzt steht die ehemalige Nummer Eins alleine da und wird ungewollt zu Donatras Spielball. Mir hat das sehr gut gefallen. Schließlich muss William Riker auf eigenen Füßen stehen lernen und ist nicht gleich der glorifizierte Held. Weiter so, Riker!

Ein weiterer interessanter Aspekt der neuen "Titan"-Reihe, welcher bei "The Next Generation" in den letzten Jahren vielleicht etwas unterging, ist die Vielfalt an extraterrestrischem Leben auf einem Schiff. So etwas gab es zuletzt in "Spocks Welt" und den Post-"Star Trek: Der Film"-Storys und bietet für einige Augenblicke den lang ersehnten Rücksprung in abwechslungsreiche "Star Trek"-Zeiten, in denen nicht nur gekämpft und Schlachten geschlagen werden. Zweidrittel der Titan-Crew sind Außerirdische auf der Suche nach dem Unbekannten, deren Potential der Kulturen man in den nächsten "Titan"-Bänden hoffentlich noch weiter heraushebt. Gleichzeitig ist diese Vielfalt zweischneidig und neigt stellenweise zu einer gespielten Neuerung, die leider nicht immer überzeugen kann. Leicht entsteht der Eindruck, dass man auf Krampf etwas Neues zu erschaffen versucht: Nur weil man zum Beispiel einen Schiffsarzt durch ein saurierartiges Alien ersetzt und ihn scheinbar anders macht, ist er nicht wirklich anders, sondern oft nur eine Mischung aus Dr. Phlox und dem Holo-Doc.

Fazit: Einige Schwächen und nicht so gut wie der erste Teil, eine durchaus interessante Charaktergeschichte mit einer durchschnittlichen Rahmenhandlung und ein rührendes, grandioses Ende. Wenn an den Storys noch etwas gefeilt wird, ist die Titan auf dem besten Weg, eine wirklich tolle "Star Trek"-Serie zu werden!

2. Martin Weinrich

Diese Kritik bezieht sich auf die englische Originalausgabe!

Der zweite Teil des ersten "Titan"-Abenteues setzt verständlicherweise dort ein, wo das erste endete ("Eine Neue Ära"). Die Titan-Crew muss feststellen, dass sie in einer Satellitengalxie der Milchstraße, der Magellan'schen Wolke gelandet ist. Es ist dieselbe Galaxis, in der einige Jahrzehnte zuvor Captain Sulu die Neyel kennen lernte ("The Lost Era: The Sundered").

Auch Commander Donatra von der Valdore macht schnell Bekanntschaft mit den Neyel. Zwar ist sie überrascht, dass sie auf Wesen mit den Genen der Menschen trifft, doch legt sich ihre Überraschung rasch, als sie wieder Kontakt mit der Titan herstellen kann. Denn es gibt ein weitaus wichtigeres Problem: Wieder einmal entsteht ein Protouniversum, da diesen Teil der Magellan'schen Wolke bedroht und schon ein System zerstört hat. Nun bedroht es auch das Heimatsystem der Neyel. Intelligente Wesen in diesem Protouniversum, das "The Red King" genannt wird, haben zudem Einfluss auf Donatras Flotte.

Riker geht es nun darum, die Heimatwelt der Neyel zu evakuieren und die Ausbreitung des Protouniversum möglichst zu stoppen. Dafür benötigt er Donatras Hilfe, die er auch erhält. Es gelingt den beiden, einen verschwindend geringen Prozentsatz der Neyel-Bevölkerung zu retten. Ob es gelungen ist, die Ausdehnung zu stoppen, bleibt fraglich. Sicher ist auf jeden Fall nur, dass Donatra zwar Riker hilft, aber nach ihren eigenen Regeln spielt. So tötet sie ihren Kollegen Suran und zerstört ein klingonisches Schiff. Beides kann Riker nicht gut heißen, muss es aber akzeptieren, da er auf Donatras Hilfe angewiesen ist.

Die Idee des Protouniversums erscheint relativ unsinnig. Etwas Ähnliches tauchte schon in der "Deep Space Nine"-Folge "Der Trillkandidat" aus der zweiten TV-Staffel auf. Damals war die Lösung noch seltsamer. Das Protouniversum wurde einfach wieder auf die andere Seite des Wurmlochs gebracht. Dort hätte es sich aber auch unendlich weit ausdehnen müssen und zum Beispiel den Zugang zum Wurmloch versperren müssen. Insgesamt ist die Idee eines Protouniversums nicht überzeugend, und das merkt man dem Buch dann leider auch an.

Ansonsten findet sich Rikers Crew in diesem Buch zusammen. Die letzten Besatzungsmitglieder werden gefunden, und nebenbei wird ständig die Frage aufgeworfen, wie durchmixt die Crew des Schiffes denn nun eigentlich ist. Denn ein Großteil der Besatzung ist zwar nichtmenschlich, aber die wichtigsten Offiziere sind noch immer Menschen. Daher gibt es ständig wieder versteckte Rassismusvorwürfe, die im Laufe des Buches jedoch zerstreut werden.

Ein weiterer Fokus liegt auch auf dem Charakter Tuvok. Er und der Admiral Akaar waren einst Freunde, haben sich aber an einem kulturellen Streit entzweit. Auch diese Beziehung wird in dem Buch wieder in Ordnung gebracht. Hier wirkt allerdings wieder einmal ein Admiral der Sternenflotte nicht sonderlich kompetent, und man fragt sich, warum nicht endlich einmal vernünftige Leute befördert werden.

Fazit: Die Tuvok-Akaar-Beziehung erscheint irgendwie unnötig. Das Protouniversum weiß auch nicht wirklich zu überzeugen. Es vernichtet zwar extrem viele Lebewesen, aber davon bekommt der Leser eigentlich gar nicht viel mit, weil die Crew letztendlich so erleichtert ist, dass sie überhaupt zwei Millionen Lebewesen hat retten können. Schön an dem Buch ist, dass die Crew sich zusammenfindet, die rassistischen Vorwürfe aus dem Weg geräumt hat und nun auf Forschungsmission starten kann. Das legt zwar den Grundstein für eine möglicherweise tolle Serie, wirklich spannend ist es aber nicht.

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Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Der Rote König"

Originaltitel "The Red King"

Buchreihe Titan

Autor Michael A. Martin & Andy Mangels

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 362 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3-9412-4802-2

(jp, wc - 28.12.09)


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