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Julian Wangler (jw), Martin Weinrich (wc)05.09.09

"Stürmische See"

Christopher L. Bennett

Vorbemerkung

Der fünfte Roman der "Titan"-Reihe spielt nach der Crossover-Trilogie "Star Trek: Destiny" und greift auf deren Ereignisse zurück. Unter anderem über die Hintergründe zu "Stürmische See" sprach das TrekZone Network mit Autor Christopher L. Bennett im September 2008. Das Interview lesen Sie an dieser Stelle.

Inhalt

Welch ein Katzenjammer! Die Welt ist untergegangen, noch bevor die Titan sie erretten konnte. Nach "Schwert des Damokles" kamen unverhofft die Borg zurück und fielen in ungekannter Weise über den Alpha-Quadranten her, dass manch ein Admiral den Dominion-Krieg im Rückblick als "warm-up act" deuten wird (Seite 4). Dabei hatten die Macher bei Pocket Books, als sie "Titan" 2005 auf die Schiene setzten, ja eigentlich zu viel vom Krieg in "Star Trek" gehabt. Riker und seine bunte Crew waren angetreten, um der Sternenflotte wieder etwas vom traditionellen Geist einzuhauchen, zu den Wurzeln des Unterfangens zurückzukehren.

Das scheint, kaum ist das Projekt in die Gänge gekommen, nun schon wieder Makulatur zu sein. Die Föderation liegt in Trümmern. Viele Crewmitglieder kehren der Titan den Rücken, um sich für Wiederaufbauprojekte zu engagieren. Die Wiedergeburt einer Sternenflotte, die sich ihren Idealen verschreibt, erscheint nun weiter denn je entfernt.

Umso interessanter ist die Begründung, die das Oberkommando anführt, um ausgerechnet die Titan trotz einer durchs Fegefeuer gegangenen Planetenallianz wieder auf große Fahrt zu schicken. Riker und seine Leute hätten (in der zurückliegenden "Destiny"-Erzählung) durch ihre Forschungsreise durch den Gum-Nebel maßgeblich dazu beigetragen, einen Weg zu finden, die Borg zu besiegen und den Quadranten damit vor dem sicheren Untergang zu bewahren. Es sei also gerade jetzt - da sich im Hintergrund eine neue, mächtige Allianz aus Romulanern, Tholianern, Breen und anderen zu formieren beginnt - äußerst wichtig, jemanden da draußen zu haben, der die Augen offen hält. Und nebenbei ein Symbol setzt, wo man in einigen Jahrzehnten wieder hinkommen möchte: zurück zur friedlichen Erforschung.

Das lässt sich Riker nicht zweimal sagen. Fast hat man den Eindruck, der Titan-Captain habe gepokert und gewonnen. Auch, wenn er vor der Admiralität Gegenteiliges behauptet hat, wollte er sicher als Letztes, dass seine Mannschaft auseinandergeht. Nun hat er ein selten gewordenes Ticket erworben, wieder in die Ferne zu segeln (wenn auch nicht ganz so fern wie bei der letzten Expedition in die Ausläufer des Orion-Arms). Diesmal geht es zu einem Planeten namens Droplet.

Der Himmelskörper weckt Interesse: Er gehört zu einer Klasse, die gerade vor ein paar Jahren entdeckt wurde. Es handelt sich um eine Ozeanwelt, die ausschließlich aus Wasser und Eis besteht. Keine Kontinente, keine Inseln, nur ein endloses Meer, ebenso weit wie tief. Ungefähr 90 Kilometer tief ist der Druck derart vernichtend, dass das Wasser selbst zu Eis gepresst wird, auch wenn es da unten kochend heiß ist. Als wäre dieser Planet nicht ungewöhnlich genug, existieren obendrein noch Lebensformen in seinem Ozean, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Wasser. War da etwas? Ach ja, Navigatorin Aili Lavena ist ja ihrerseits so eine Art Aliennixe und damit perfekt geeignet, im Mittelpunkt dieser ganzen Expedition nach Droplet zu stehen. Nicht von ungefähr wählt Riker sie für das Außenteam aus, das in einem zum U-Boot umgerüsteten Shuttle loszieht, um den endlosen Ozean zu erkunden. Doch kaum hat Lavena ihrem inneren Drang nicht widerstehen können und einmal ihre Flossen durch das fremde Gewässer gereckt, wird sie von einer unbekannten Kreatur attackiert. Durch eine ominöse Quallenlebensform wird sie vor einer gefährlicheren Situation bewahrt, muss jedoch die Investigation abbrechen.

Die Mission bedarf eines Neuanlaufs. Unter anderem findet man in der Nachlese heraus, dass der Stamm des Wesens, das Lavena rettete, hoch empfindungsfähig und intelligent ist. Zudem ist diese Spezies nicht feindlich gesonnen, sondern war offenbar selbst um eine Kontaktaufnahme bemüht. Im Zuge einer kleinen Kontroverse schießt sich die Führungsmannschaft darauf ein, davon auszugehen, dass die Oberste Direktive hier nicht greift, gibt es doch Indizien auf die enorme Intelligenz der Quallenwesen. Euphorisch entscheidet sich Riker, Lavena zu begleiten, um mit ihnen zu kommunizieren. Dabei wird die Pacificanerin den Löwenanteil an der Herstellung des Erstkontakts haben; sie ist aufgrund ihrer nautischen Physiologie prädestiniert dafür.

Die Freude währt nur kurz. Bald schon keimen neue Probleme herauf: Ein großer Asteroid nähert sich Droplet - auf Kollisionskurs. Stoppt man ihn nicht, ist sein Schadenspotential enorm. Riker gibt seiner Vertretung auf der Titan freie Hand. Doch als das Feuer auf den interstellaren Gesteinsbrocken eröffnet wird, verteilt dieser hochexplosives Material, das unter seiner Nickeleisensichel schlummerte. Die Titan wird schwer beschädigt.

In den Meeren Droplets, wo Riker und Lavena unterwegs sind, schlägt das Verhalten der Quallenwesen um. Sie werden aggressiv und halten das Expeditionsteam fest. Die Situation destabilisiert sich rapide: Während die Titan im Orbit große Probleme hat, nimmt Riker an, die Quallen hätten das Vertrauen verloren. Doch dann kommt heraus, dass das Eingreifen der Titan selbst ursächlich ist: Der Beschuss des Asteroiden setzte ein Strahlungsgemisch frei, das das Droplet-Ökosystem in Mitleidenschaft zog...

Kritik

1. Julian Wangler

Die Titan fliegt nach den Ereignissen während des Borg-Angriffs weiter. Diese sind nicht spurlos an der Crew vorbeigegangen, wie sich auf ihrer Mission zur Wasserwelt Droplet zeigt.
Zählen wir es einmal auf: ein Ökosystem im All, nachgerade seltsame Waberwesen, hinter denen sich eine ganze Gesellschaft verbirgt. All das noch angereichert durch lange Erläuterungen, die gerade unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten durchaus Sinn ergeben. Dies klingt nach dem Erfolgsrezept, das Christopher L. Bennett bereits einmal in der "Titan"-Reihe anwandte, nämlich in "Die Hunde des Orion". Damals war ihm ein echter Coup gelungen, der mit Abstand beste Band der Serie. Und doch - man ahnt es - scheitert nun eine Neuauflage von Glanz und Gloria. Welches sind nur die Gründe dafür?

Fangen wir ganz von vorne an: "Titan" ist durch "Destiny" verändert worden. Dafür kann Bennett nicht das Geringste. Nichtsdestoweniger spielt der Einfluss, den die letzte Crossover-Trilogie hinterließ, eine nicht unwesentliche Rolle für die Fortsetzung der Reihe. "Stürmische See" ist so wie der Hintergrund seines Covers: Die Farbe spielt eine untergeordnete Rolle, solange sie nur düster ist. Unverkennbar hat die Masseninvasion der Borg eine tiefe emotionale Schneise in das Selbstwertgefühl der Crew gerissen.

Sollte die Titan nicht das Flaggschiff des Optimismus und des Aufbruchs sein? Davon ist jedenfalls in "Over A Torrent Sea" nicht mehr viel übrig. Der ganze Tenor und alles, was die Beziehungen der Charaktere prägt, ist dunkel und schwermütig geworden. Das ist eine Zäsur für die weithin unbeschwert gestartete Titan. Natürlich findet das Oberkommando eine noch so fadenscheinige Begründung, Rikers Truppe wieder hinaus zu schicken - show must go on. Umso mehr scheint der Nimbus der strahlenden, runderneuerten Forschungsmission gebrochen. Dummerweise ist damit das Serienkonzept in Abgrenzung zu anderen Buchreihen mehr denn je infrage gestellt. Soviel zum Grundsätzlichen.

Für den fünften "Titan"-Sprössling an sich sieht es indes kein Bisschen besser aus, als die Ausgangslage erahnen lässt. Wieder einmal führt Gutmenschentum in die Beinahe-Katastrophe. Potzblitz und Wolkenbruch! Es darf nicht wahr sein: Schon wieder lässt man Rikers Mannschaft eine Dummheit begehen, die im Zusammenhang mit der Obersten Direktive steht. In "Schwert des Damokles" war bei mir ja eigentlich die Schmerzgrenze erreicht, aber nun bin ich mir sicher, dass es keine Rolle mehr spielt, wie oft man noch mit demselben Kopf gegen dieselbe Wand anrennen wird. Hauptsache, die Mischt-euch-ja-nicht-ein-Moral wird weiter per Holzhammermethode vermittelt.

Die restliche Story kann man nur als öde bezeichnen. Auffällig an ihr ist in erster Linie die Abwesenheit eines vernünftigen Spannungsbogens. Streckenweise glaubt man glatt, es mit Versatzstücken von Frank Schätzings "Der Schwarm" zu tun zu haben. Was "Die Hunde des Orion" so interessant machte, waren vor allem die reichhaltigen Quellenbezüge, die so miteinander verwoben wurden, dass ein unverkennbarer Aha-Effekt dabei herauskam. Beim vorliegenden Buch ist das keineswegs mehr so. Droplet ist eine reine Wasserwelt. Schön und gut, aber an viel mehr als einer "Voyager"-Episode können wir uns da im Kanon nicht bedienen.

Diesmal fehlt auch der interessante Konflikt: Es gibt keine konkurrierenden Parteien und keine Auseinandersetzungen, wie Riker sie im letzten Bennett-Roman insbesondere mit Christine Vale hatte. Die Essenz von "Over A Torrent Sea" schmiegt sich stark dem Charakter Lavenas an, der nur mäßiges Interesse beim Leser zu wecken vermag. Dabei gibt sich Bennett alle Mühe, die pacificanische Navigatorin anfassbar zu machen und auch ihre intime Vergangenheit mit Riker auszuleuchten.

In der zweiten Hälfte der Geschichte schiebt sich dann ein anderer Handlungsbogen dazwischen, der ebenfalls etwas mit beeinflusstem Verhalten zu tun hat. Durch einen telepathisch-empathischen Kontakt zwischen Tuvok und Troi wird Doktor Ree in Mitleidenschaft gezogen. Seine verdrängten, schwer auf ihm lastenden Gefühle, dass er Trois letztes Baby nicht retten konnte, führen dazu, dass er geradewegs durchdreht - und die Counselor entführen wird. Dieser Handlungsbogen wirkt wie eine Kapitulation vor der eigentlichen Story um Droplet, auf der anderen Seite ist er - mag das empathische Beeinflussungsphänomen an den Haaren herbeigezogen wirken - halbwegs von Interesse, weil er endlich einmal handfeste Charakterstudien betreibt.

Verglichen mit unsäglichen Pseudokonflikten in früheren "Titan"-Romanen, die in "Schwert des Damokles" zur Lächerlichkeit kulminierten, erscheinen die Charakterszenen überhaupt geerdeter, sinnhaltiger. Ob es nötig war, Tuvok zu einem psychischen Wrack zu machen, indem man ihm von den Borg seinen Sohn nehmen ließ, darüber kann man sich trefflich streiten, und es lag wiedermals nicht in Bennetts Ermessen, sondern im Konzept von "Destiny". Auf jeden Fall ist es schlüssig, wenn er der Zuwendung Counselor Trois bedarf.

Und auch Ranul Kerus Stunde schlägt, der auf den Vulkanier zugeht und mit ihm seinen eigenen Schmerz über den Verlust seines Lebensgefährten Hawk (auch gestorben durch die Borg) teilen kann. Die Gefühle, die zwischen Pazlar und Ra-Havreii reifen, schildert Bennett gekonnt. Es scheint, dass sich ihre Beziehung verfestigt. Auch, wenn keiner von ihnen das offen zugeben will: Sie mögen einander. Deanna Trois Schwangerschaft und die Katastrophe, die sie mit einer Fehlgeburt bereits erlebte, wirken ohne die Lektüre der "Destiny"-Romane nicht ganz nachvollziehbar; zu viel ist da einfach geschehen. Aber auch an dieser Stelle vermeidet Bennett unnötigen Kitsch und konzentriert sich aufs Wesentliche: auf eine teils verwandelte werdende Mutter.

Fazit: Bedauerlicherweise ist der Rest der Geschichte so staubtrocken und uninteressant, dass "Stürmische See" unterm Strich den Tiefststand seines Vorgängerwerks nicht heben kann. Es ist das erste Mal, dass mir einfach nichts mehr einfallen will, außer müde mit den Achseln zu zucken. "Titan" schaut keiner rosigen Zukunft entgegen. Und dafür muss man nicht einmal "Destiny" bemühen. Nun bewahrheitet sich, dass die Macher, als sie die Reihe aus der Taufe hoben, mehr auf sprühende Farben und große Losungen setzten denn auf innovative Ansätze. So gesehen wurde "Titan" am langen Ende nicht durch die Borg gefressen, sondern von der eigenen Konzeptlosigkeit.

Wären nicht die Sprache und erklärenden Fertigkeiten Bennetts sowie ein paar brauchbare Charakterszenen, würde "Stürmische See" auf dem Level von matter, wortblähender Fan-Fiction-Kost angelangt sein. Wer das schon als Erfolg feiern will - nur zu. Vielleicht sollte man bescheiden werden.

2. Martin Weinrich

Die "Destiny"-Trilogie war storytechnisch eine Fortführung von Methoden aus "Deep Space Nine". Mehrere Handlungsstränge wurden zuvor aufgebaut und in den "Destiny"-Büchern dann kombiniert. Keine "Alien der Woche" mehr, keine Forschungsreisen, dafür ein aufbauender, stringenter roter Faden. "Stürmische See" schließt direkt an die "Destiny"-Trilogie an. Das ist gut so, denn es wäre merkwürdig gewesen, wenn die Titan-Crew einfach so zur Tagesordnung übergegangen wäre. Daher wird zunächst die erneute Forschungsmission gerechtfertigt und auch im weiteren Verlauf des Romans wird den Verlusten der Crew während der Borg-Invasion sehr viel Platz eingeräumt.

Ansonsten erinnert "Stürmische See" aber eher an eine "The Next Generation"-Episode. Das ist natürlich nicht verwunderlich, schließlich kommen die meisten bekannten Charaktere aus eben dieser Serie. In diesem Fall ist es allerdings auch das Beste, was man über den Roman sagen kann.

Die Titan erreicht den Planet Droplet. Droplet ist eine Wasserwelt. Dem Autor gelingt es in dem Roman die Biosphäre Dorplets sehr intensiv zu beschreiben. Es wird an Details nicht gespart, die Darstellung wirkt glaubwürdig. Hinzu kommt, dass Bennett der Selkie an Bord der Titan ebenfalls viel Platz einräumt. Die Selkie sind Wasseratmer, daher hat Aili, die Selkie an Bord, viel Freude an dem Wasserplaneten. Die Beschreibungen der Wasserwelt aus ihren Augen sind sehr gelungen. Gut geschrieben ist ebenfalls, wie die Titan-Crew langsam herausfindet, dass die großen Kalwale des Planeten intelligente Lebensformen sind. Die Kontaktaufnahme gestaltet sich als außerordentlich schwierig und führt letztendlich ja auch zu der Problemstellung des Romans. Dabei wird immer wieder deutlich, dass eine Wasserwelt deutlich gefährlicher ist als eine Landwelt. Denn Erinnerungen Ailies zeigen, dass selbst die fortschrittlichen Selkie in ihren Gewässern vor Räubern nicht komplett sicher sind.

Der Roman kann also das typische "The Next Generation"-Entdeckergefühl aufleben lassen. Man staunt über die Unterwasserbevölkerung und vor allem über die Art und Weise, wie die Kalwale sich den Ozean "untertan" gemacht haben. Außerdem ist während des ganzen Romans klar, dass hier nichts "Galaktisches" geschieht. Sicherlich gibt es mal wieder Diskussionen über die Oberste Direktive, und natürlich geraten die Kalwale in Gefahr, aber all das baut sich nicht zu einem großen Handlungsbogen auf, der für die gesamte Föderation zur Gefahr werden könnte. Wie in einer "The Next Generation"-Folge ist klar, dass nach der Erforschung des interessanten Objekts, die Handlung abgeschlossen ist.

Leider hält die Story dann nicht mit der Beschreibung der Unterwasserwelt mit. Die Titan versucht einen Asteroiden zu zerstören, der viele Kalwale bedroht. Die Crew scheitert, und der Asteroid erreicht, nun mit vielen zusätzlichen Waffenstoffen versehen, den Ozean. Die Strahlung stört die Orientierung der Kalwale und sorgt für heftige Probleme. Den Kalwalen droht die Vernichtung. Dieses Szenario wirkt etwas merkwürdig, die wissenschaftliche Erklärung, warum die Titan den Asteroiden nicht zerstören konnte, überzeugt nicht ganz. Die weitere Handlung besteht eigentlich hauptsächlich daraus, dass Aili ihre Kontakte zu den Kalwalen verstärken muss. Das liest sich auch noch nett, ist aber weder faszinierend noch fesselnd.

Der Autor schien selbst zu wissen, dass die Haupthandlung für einen ganzen Roman vielleicht etwas dünn ist. Daher hat er noch eine Nebenhandlung eingebaut, was leider ein Fehler war. Der reptilianische Doktor der Titan Ree wird durch Trois emotionale Aufgewühltheit kurz vor der Geburt von Rikers und Trois Baby zu einem kleinen Amoklauf verleitet. Seine Rasse kennt einen natürlichen Vater-Instinkt, der zum absoluten Schutz jedes Babys beitragen soll. In diesem Fall entführt er Troi und eine Krankenschwester und fliegt mit ihnen eine bewohnte Welt an, mit deren Bewohnern er laut Oberste Direktive keinen Kontakt aufnehmen dürfte. Diese Kurzschlussreaktion wird zwar im Verlauf des Romans verständlich gemacht, wirkt aber trotzdem unnötig. Natürlich musste man noch eine "Story" aus Rikers Tochter machen, hier wirkt sie aber deplatziert. Da wäre es beinahe besser gewesen, den Roman zu kürzen und sich nur auf die Droplet-Geschichte zu konzentrieren.

Nebenbei verliert die Titan immerhin nicht ihre Charaktere aus den Augen. Wie bereits erwähnt, müssen sich die meisten Crewmitglieder mit den Verlusten der Borg-Invasion auseinandersetzen. Daneben wird aber auch an der Beziehung zwischen Ra-Havreii und Pazlar gefeilt, und auch sonst wirkt das Leben auf der Titan schon recht authentisch. Dies lenkt immer mal wieder von der etwas schwachen Haupthandlung in angenehmer Art und Weise ab.

Fazit: Zu Beginn trumpft "Stürmische See" noch mit viel Entdeckergefühl und einem gut geschilderten Ökosystem auf. Im Verlauf des Romans wird leider klar, dass die Story alleine nicht trägt, die Nebenhandlung ist eher deplatziert. Trotz der guten Beschreibungen des Autors und dem Fokus auf die Charaktere erreicht der Roman so nur eine durchschnittliche Wertung.

Bewertung

1. Julian Wangler
2. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Stürmische See"

Originaltitel "Over A Torrent Sea"

Buchreihe Titan

Autor Christopher L. Bennett

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 400 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 394124891X

(jw, wc - 17.03.11)


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