Nina Ruzicka (ru)
29.08.02
"Masken"
John Vornholt
Inhalt
Vor zweihundert Jahren ist der Planet Lorca von einer Theatertruppe, kommend von der Erde, kolonisiert worden. Kurz darauf kommt es zu einer Naturkatastrophe, die nur wenige Lorcaner überlebt haben. Jedes technische Wissen ist verloren gegangen. Die Nachkommen leben in einer mittelalterlichen Feudalgesellschaft. Sie tragen Masken, um ihren Rang und ihre Macht zu dokumentieren.
Starfleet will diplomatische Beziehungen zu Lorca anknüpfen. Die Enterprise bringt zu diesem Zweck Botschafter Fenton Lewis zu dem Planeten. Er soll den geheimnisvollen König von Lorca ausfindig machen, der die Maske der Weisheit trägt. Captain Picard besteht darauf, die Delegation selbst zu leiten. Doch kurz nach der Landung des Teams kommt es zu erneuten vulkanischen Eruptionen auf Lorca. Der Kontakt zwischen dem Captain und der Enterprise bricht ab. Commander Riker stellt einen Suchtrupp zusammen und lässt sich auf den Planeten beamen.
Während er und sein Team sich auf der Suche nach Picard und den anderen einem fahrenden Händler anschließen, haben diese mittlerweile Aufnahme ins Gefolge einer stolzen Kriegerin gefunden, welche ihrerseits auf der Suche nach dem verschwundenen König von Lorca ist - allerdings nicht, um zu verhandeln, sondern um ihn vom Thron zu stürzen. Botschafter Lewis verlässt alsbald dieses Gefolge, nachdem er von der Kriegerin im Kampf gedemütigt worden ist. Er erreicht über Umwege die Suchmannschaft Rikers und erzählt ihnen vom Tod Picards und seiner Leute. Jedoch trauen ihm die Crewmitglieder der Enterprise nicht und beschließen, nicht eher mit der Suche aufzuhören, bis sie die Leiche des Captains finden.
Die Enterprise indes hat nicht nur Schwierigkeiten, ihre Leute mit den Sensoren zu erfassen, es taucht auch noch ein Ferengi-Schiff auf, welches in den Orbit einschwenkt, um Handel mit den Lorcanern zu treiben. Dass dahinter nichts Gutes steckt, merken auch die Außenteams bald. Alles dreht sich nur noch um die Maske der Weisheit und das Erringen der Oberherrschaft über den seismisch äußerst instabilen Planeten.
Kritik
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 Auf einem altertümlichen Planeten müssen Picard und seine Offiziere eine wichtige Maske finden. |
Ich ging schon nach ein paar Seiten sehr kritisch an den Roman
heran, weil sich bald all jene altbekannten Muster zeigten, die einem so oft
als Kritikpunkte auffallen: Erstens zentriert sich wieder mal das gesamte Geschehen
eines ganzen Planeten auf eine einzige Region - immerhin aber nicht bloß auf
eine Stadt, wie es ebenfalls bereits vorkam. Zweitens ist jedes Mal, wenn Picard
ein Außenteam begleitet, mit einer mittleren Katastrophe zu rechnen - kein Wunder,
dass Riker ständig wie eine Glucke an ihm dranhängt! Als ich dann noch über die
merkwürdige Sache mit den Masken las und feststellte, dass Kate Pulaski als Ärztin
fungierte, schwante mir Übles (Marke Pulaski: "Data, Sie sind kein Mensch, sondern
eine Maschine!" - Data: "Ooooch, wie gemein!").
Doch siehe da! Ich will jetzt nicht behaupten, der Roman sei fehlerfrei. Die Kritik am ewig unglückseligen Picard bleibt, und auch Troi kam eher schwach weg. Picard hatte sie extra wegen ihrer Fähigkeiten mitgenommen, und sie erkannte Riker nicht einmal, als der vor ihr stand, bloß weil er eine Maske trug! Allerdings hat es der Autor geschafft, die Geschichte so glaubhaft und authentisch zu berichten, dass die Masken auf einmal ganz natürlich wirkten, genauso wie die Mitglieder der Außenteams wuchs man auf einmal in diese "primitive" Gesellschaft hinein, und auf einmal wünschte man sich gar, selbst so eine Maske zu tragen! Ein merkwürdiges Hineingleiten in eine Handlung, welches mir bislang noch nie passiert ist! Die drei Handlungsstränge (Außenteam Eins, Außenteam Zwei und das Geschehen auf dem Schiff) wurden geschickt miteinander verknüpft, nämlich absolut gleichwertig in ihrer Spannung, so dass man nie versucht war, die "langweiligen" Absätze zu überspringen.
Picard hat - man höre und staune - doch tatsächlich eine Romanze mit der stolzen Kriegerin! Es wird nicht übermäßig ins Detail gegangen, aber so einige Erotikszenen sind doch dabei - ist mir zum ersten Mal in einem Roman begegnet, und war überaus - nett!
Die Ferengi werden hier sehr interessant dargestellt, nämlich als eine Mischung jener raffgierigen Spezies, die sie sind, aber auch als durchaus ernstzunehmende Gegner! Das fand ich sehr begrüßenswert, da mir ihre Reduktion auf die Witzfiguren der Galaxis doch schon langsam gegen den Strich geht! Sehr erfreulich war das Fehlen jeglicher Mensch-Maschine-Diskussionen zwischen Pulaski und Data, welches ich, wie oben erwähnt, befürchtet hatte! Im Gegenteil, Pulaski war hier direkt sympathisch - und dennoch nicht im Widerspruch zur Serie dargestellt!
Abschließend muss ich noch den Schluss-Handlungsbogen loben. Gerade als man denkt, es ginge alles gut aus, schafft der Autor binnen dreier Sätze (!) ein totales Chaos, es gibt einen sehr unschönen Mord, einen Verrat und letztendlich ein widerliches Gemetzel. Das Ende war überraschend - nur eine Frage hätte ich da noch: Wie schnell verwesen Leichname bloß auf Lorca?
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Masken" |
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| Originaltitel |
"Masks" |
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| Buchreihe |
The Next Generation |
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| Autor |
John Vornholt |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
9,80 DM

Antiquarisch: 2 bis 4 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
304 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/4787 |
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| ISBN |
3-453-04496-7 |
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(ru - 29.08.02)