Nina Ruzicka (ru), Peter Schipfmann (ps)
06.10.02
"Gullivers Flüchtlinge"
Keith Sharee
Inhalt
Die Rampartianer stammen ursprünglich von der Erde, die sie im 22. Jahrhundert verlassen haben. Den überaus misstrauischen Behörden, die eine "Infektion" des Planeten durch die Enterprise befürchten, gewährt Picard arglos Zugang zum Schiff. Ein Fehler, denn was die Inspektoren fürchten, ist keine biologische Verseuchung, sondern eine fiktive.
Auf Rampart ist jegliche Art der Phantasie, ja, des freien Denkens gar, bei Todesstrafe verboten. Literatur, Kunst, Kultur existieren nicht. Picard wird entführt und einer Gehirnwäsche unterzogen. Das Rettungsteam, bestehend aus Riker, Troi und Data, verliert die Verbindung zum Schiff, denn dort machen sich Vernichtungsroboter ans Werk. Durch ihre Fähigkeit, Gehirnströme lesen zu können, wird jeglicher Plan, sie zu vernichten, im voraus erkannt und vereitelt.
Ein Kampf gegen die Zeit und gegen scheinbar nicht mehr bezähmbare Phantasien beginnt!
Kritik
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 Auf dem Planeten Pampart ist jegliche Literatur verboten. |
1. Nina Ruzicka
Das war der mit Abstand spannendste "Star Trek"-Roman, den ich je gelesen habe! Bestechend ist hier nicht nur die an vielen Enden aufgeknüpfte Handlung, sondern auch das immer bizarrer werdende Abgleiten in Visionen und Phantasien. Letztendlich scheint sich alles zu überschlagen, Unmögliches wird Realität, die jahrzehntelang verdrängten Mythen steigen direkt aus dem Erdboden hervor, und gerade als man meint, dass die Schmerzgrenze zum Kitsch überschritten sei, springt die Handlung wieder zurück, alles findet seinen logischen Weg, und doch bleibt kein Stein auf dem anderen und die Lösung der Rätsels verschafft angenehme Gänsehaut.
Im Allgemeinen finde ich nichts ärgerlicher, als wenn die bekannten Charaktere falsch dargelegt werden. Auch hier kommt es teilweise vor. Datas Versuch, dichterisch kreativ zu sein, ist wieder einmal krampfhaft lustig und vollkommen daneben - nicht mal ein Dorftrottel würde so dichten! Trotzdem hat mir der Roman gefallen. Die Handlung schließt so dicht und rasch ineinander, dass mögliche Charakterisierungsfehler darin verschwinden. Vielleicht eine polarisierende Ansicht...
2. Peter Schipfmann
Auch mich hat der Roman in den Bann gezogen. Er stellt für mich unter anderem ein wunderbares Plädoyer für Phantasie, Einbildung und Literatur dar. Schade nur, dass das Buch keine Erklärung für die Entstehung der "Verdrängungskultur" der Rampatianer liefert. Und die selbstverständlich logischen Erklärungen für die Visionen Trois und das Geheimnis Worfs wirken auf mich ein wenig banal. Das sind aber nur belanglose "Mängel" eines ansonsten tollen Buches.
Leider scheint der Autor, auch außerhalb des "Star Trek"-Universums, keinen weiteren Roman oder eine Erzählung veröffentlicht zu haben. Ich habe jedenfalls nichts gefunden, oder verfügt jemand vielleicht über bessere Informationen als ich?
Anmerkung der Redaktion: Auch zwei Jahre nach diesem Review ist kein weiteres Buch des Autoren erschienen.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Gullivers Flüchtlinge" |
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| Originaltitel |
"Gulliver's Fugitives" |
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| Buchreihe |
The Next Generation |
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| Autor |
Keith Sharee |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
10,80 DM

Antiquarisch: 1 bis 3 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
299 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/4889 |
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| ISBN |
3-453-05403-2 |
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(ru, ps - 06.10.02)