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Florian Heinz (fh), Manrico Tenner (te)05.05.02

"Planet der Schuldner"

W. R. Thompson

Inhalt

Megara - ein unscheinbarer Planet an der Grenze der Föderation. Die Bevölkerung hat bis vor kurzem nicht lesen, nicht schreiben können, hat ihre Felder bebaut und... alle sind glücklich gewesen.

Bis vor kurzem: Denn ein neuerlicher Scan entdeckt, dass sich die Bevölkerung innerhalb von zehn Jahren von einer Agrargesellschaft in eine Zivilisation verwandelt hat, die kurz vor dem Warpsprung steht. Und im Orbit befindet sich ein Schiff der Ferengi. Wenn da was nicht mit rechten Dingen zugeht.

Botschafter Offenhouse (wir kennen ihn aus der "The Next Generation"-Folge "Die Neutrale Zone", bei der er zusammen mit ein paar anderen Menschen des 20. Jahrhunderts von der Enterprise-Crew aufgetaut worden ist) bekommt den Befehl, mit der Enterprise zum Planeten Megara zu fliegen und die Vorgänge zu untersuchen. Er findet durch ein nettes Gespräch mit dem Daimon des Ferengischiffs heraus, dass diese wirklich für den Quantensprung der Industrie verantwortlich sind: Dabei scheint es nur um Profit zu gehen, denn die Ferengi kümmern sich einen Dreck um die einheimische Bevölkerung: Sie wohnen in Slums und nagen am Hungertuch.

Picard beamt schließlich mit dem sympathischen Offenhouse auf den Planeten, um sich durch die offizielle Herrscherin ein Bild von der Lage zu machen. Gleichzeitig versuchen andere Außenteams sich ein Bild von der Bevölkerung zu holen, indem sie shoppend durch die Städte ziehen.

Doch plötzlich werden alle Starfleet-Mitglieder auf dem Planeten angegriffen, Picard und Offenhouse sogar entführt... Und es scheint plötzlich so, als wenn die Ferengi auch nur Marionetten einer dritten Partei wären...

Kritik

Ferengi haben eine primitive Kultur zur Industriegesellschaft gemacht.
1. Florian Heinz

Thompson ist ein Trekkie: Er machte in diesem Buch laufend Anspielungen zu anderen "The Next Generation"-Episoden, führte sie aber leider meistens nicht fort. Zudem versuchte er, den Humor der "The Next Generation"-Charaktere einzufangen und in diesem Buch konzentriert wiederzugeben. Kurz: Er versuchte krampfhaft, witzig zu sein. Manchmal ist es ihm gelungen, aber oftmals ging der Schuss auch nach hinten los.

Was mir dafür aber sehr gut gefallen hat, war der Mut, den Thompson in seinen Charakterdarstellungen bewiesen hat: Nur wenige Autoren trauen sich leider, Figuren weiterzuentwickeln, da sie Angst haben, es könnte in den Serien zu Widersprüchen kommen. Und in diesem Buch treten sehr viele Aspekte auf, die in den späteren "The Next Generation"-Folgen anders dargestellt werden: So verstehen sich Worf und sein Sohn Alexander in diesem Roman sehr gut. Es gibt zwar ein paar kleine Konfliktchen zwischen den beiden - vor allem wegen des menschlichen Blutanteils bei Alexander - aber auch diese löst Thompson in einem Happy-End auf. Ein wenig kitschig, aber noch okay.

Worf und Riker, eine weitere Beziehung, die so in der Serie keine Beachtung findet: In dem Roman sind sie beste Freunde. Riker als Klingonenfanatiker und Worf als humorloser Krieger, die beide zusammen Filme des 20. Jahrhunderts angucken.

Viel Mühe hat Thompson aber auch in die Entwicklung der neuen Rassen gesteckt: Er stellt die Megaraner als eigenständig und individuell vor. Es ist interessant, mehr über deren Vergangenheit zu lernen und wie sie es schafften, mit der "Besetzung" der Ferengi zurechtzukommen. Außerdem führte er ein neues Brückenmitglied ein aus der Rasse der Zuik: insektenartige Lebewesen, deren Gene viel leichter als beim Menschen mutieren können. Es ist interessant, immer mehr des Bildes zu erhalten, wie die Evolution mit diesem Problem der Mutanten umgegangen ist. Leider freundete sich dieses neue Mannschaftsmitglied mit Wesley an. Man kann eben nicht alles haben.

Dann gibt es aber im Buch auch Sachen, die mich persönlich einfach nerven: So reden die Megaraner die ganze Zeit mit einem dummen Akzent, weil der hochentwickelte Translator den Satzbau nicht umstellen kann. Auch wird mehr als einmal über die Eugenischen Kriege gefaselt... Ich habe die Vermutung, dass Thompson generell versuchte, Widersprüche des "Star Trek"-Universums aufzudecken und zu erklären. Fast schon krank - und krampfhaft.

Tja, alles in allem ist der Roman ... tja, schwer zu sagen. Er ist keine große Bereicherung: Die Story ist ganz gut, aber nicht bahnbrechend; die neuen Spezies sind interessant, aber nicht unbedingt ein Muss für das Universum.

Dafür ist Offenhouse sehr schön dargestellt und sorgt in Diskussionen mit Picard für den einen oder anderen Lacher. Und das Ende kann überraschen.

Ein solides Werk.

2. Manrico Tenner

Die Folgen der künstlich beschleunigten Entwicklung einer Kultur sind anschaulich beschrieben: Nicht nur die Gegner der Föderation machen Gebrauch von Korruption, Betrug und Mord. Auch die Retter von Offenhouse und Picard nutzen skrupellos diese Instrumente, um ihre Ziele zu erreichen. Die Rasse der Megaraner ist sehr vielschichtig dargestellt, und glücklicherweise werden die üblichen Schwarz-Weiß-Schablonen vermieden. Letztlich sind sie alle Opfer einer Macht im Hintergrund.

Selbst die Ferengi sind raffinierter charakterisiert als in anderen Romanen und behalten im Konflikt mit den Cardassianern sogar die Oberhand. Letztere wirken untypisch konfus: Angeblich ist eine Intervention der Föderation eingeplant, nach Eintreffen der Enterprise jedoch agieren sie eher gedankenlos und nachlässiger als gewohnt. So gerät die Gefangennahme der auf dem Planeten verbliebenen Cardassianer zwar sehr effektvoll, verläuft jedoch viel zu einfach und schnell.

Die Charaktere der Enterprise sind allesamt gut getroffen. Rikers cineastische Vorlieben und Datas Reaktionen darauf sorgen für Humor, Worf brummt gelegentlich dazu, LaForge darf basteln und Dr. Crusher hat jede Menge Patienten zu versorgen. Für Dramatik sorgen Wesley und Offenhouse, die beide an ihren Fehlern in der Vergangenheit leiden. Während Wesley letztlich seinen Frieden findet, trägt Offenhouse schwerer an seiner Bürde und will nun versuchen, auf Megara seine Schuld zu begleichen. Einzig Deanna Troi hat nur ein paar Dialogzeilen und taucht sehr selten im Buch auf.

Fazit: Gelungene Charaktere, eine fesselnde Story und eine ausgewogene Mischung aus Action und Dramatik. Einziger Wermutstropfen sind die Cardassianer "light".

Bewertung

1. Florian Heinz
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Planet der Schuldner"

Originaltitel "Debtor's Planet"

Buchreihe The Next Generation

Autor W. R. Thompson

Übersetzer Uwe Anton

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
2 bis 3 Euo

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 320 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5439

ISBN 3-453-12638-6

(fh, te - 05.05.02)


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