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Peter Tigmann (pt), Stefan Menz (mz)05.05.02

"Q²"

Peter David

Inhalt

Q, ein mächtiges Wesen, welchem Picard und seine Crew schon sehr häufig begegnet sind, taucht auf der Enterprise auf. Diesmal aber nicht etwa, um mit Picard und seinen Mannen irgendwelche gefährlichen Spielchen zu treiben, sondern weil er die Hilfe des Captains benötigt: Q soll seinem "Neffen" Trelane helfen, erwachsen zu werden, hat damit aber große Probleme.

Er ist überzeugt, dass Picard ihm helfen kann. Trelane - auch bekannt aus der Originalepisode "Tödliche Spiele auf Gothos" - hat schon Captain Kirk Probleme bereitet. Aber diesmal kommt es noch schlimmer: Trelane verbindet sich mit einer immensen Energiequelle und wird so zu einem überaus mächtigen Wesen, welches nicht einmal das Q-Kontinuum aufhalten kann.

Trelane beginnt damit, die verschiedenen (alternativen) Universen zusammenzulegen und bedroht somit nicht nur die Enterprise, sondern auch alle anderen lebenden Kreaturen...

Kritik

Q und Trelane tauchen auf der Enterprise auf und sorgen für Chaos!
1. Peter Tigmann

Zugegeben, die Inhaltsangabe hört sich etwas verworren an, aber jeder, der dieses Buch gelesen hat, weiß auch warum dies so ist. Dieser Roman spielt in drei Universen, die im Roman als Fäden A, B und C bezeichnet werden, zumindest im ersten Teil des Buches, im zweiten, geht es dann mit Kapiteln weiter. Im ersten Faden finden wir uns in einem Universum wieder, wo nicht etwa Jean-Luc Picard Captain der Enterprise ist, sondern Jack Crusher. In Faden B sehen wir das Enterprise-Universum so wie es uns bekannt ist. Faden C, der nur sehr kurz ist, beschreibt das Ende der Enterprise-C.

Wer meint, dies könnte man nie alles in einem Roman unterbringen, der irrt. Peter David ist mit diesem Roman ein Meisterwerk gelungen, welches den Leser von der ersten bis zur letzten Sekunde in seinen Bann zieht. Allerdings muss man sich sehr stark auf den Roman konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Trelane erscheint zunächst wirklich als ein kleiner ungezogner Bengel, zusammen mit Q und Picard ergeben sich hieraus ein paar Lacher, die den Roman auflockern (Beispiel Troi und Geordi). Des Weiteren werden in dieser Phase auch noch einige Geheimnisse gelüftet, die nicht nur die "The Next Generation"-Crew, sondern auch die der Original-Crew betreffen. Als dann aber der alternative Trelane unserem annimmt, beginnt das sprichwörtliche Chaos, und spätestens ab diesem Zeitpunkt fängt das Buch an, seinesgleichen zu suchen. Das Feuerwerk, welches Peter David ab dem "Fadenchaos" bis hin zum Ende des Buches abbrennt, ist genial. Die einzelnen Buchabschnitte sind in dieser Phase nur ganz kurz. Und nach jedem Wechsel fragt man sich aufs neue, was geschehen ist.

Der Grund, warum in der Inhaltsangabe und auch in dieser Kritik nicht mehr verraten wird, ist, dass einfach zu viel von der Handlung Preis gegeben würde, und das wäre für denjenigen, die dieses Buch noch nicht gelesen haben, sehr schade, da es einfach so viele Überraschungen bietet. Alle anderen werden wissen, wie super dieses Buch ist. Und für den Rest gilt: Schnellstens zum nächsten Bücherladen und kaufen, es lohnt sich!

2. Stefan Menz

Diese kurze Inhaltsangabe soll nicht über die sehr komplexe Handlung des 400-Seiten-Buches hinwegtäuschen. Zwar fasst dies wirklich schon die eigentliche Handlung zusammen, das Interessanteste an diesem Buch ist jedoch, zu sehen, wie unsere Helden sein könnten, wenn nur einige Dinge in ihrer Vergangenheit anders gelaufen wären.

So beginnt das Buch auch nicht in der uns bekannten "Star Trek"-Welt, sondern in einer der alternativen Realitäten, die dann auch absolut genial herüberkommt. Jack Crusher ist nicht etwa unter Picards Kommando gestorben, sondern war selbst der große Retter der Stargazer, was Picard das Kommando gekostet hat. Nun ist Crusher Captain der Enterprise und Picard sein Erster Offizier. Gleichwohl ist er von Beverly Crusher geschieden, nachdem ihre Ehe nach Wesleys Tod durch einen Sturz von einem Baum (das wird viele Wesley-"Fans" sicher freuen) kaputt ging. Riker hat sich nicht von Deanna getrennt, sondern sie geheiratet und einen Sohn mit ihr, geriet dann allerdings in romulanische Gefangenschaft, Worf wurde nach dem Tod seiner Eltern nicht von Föderationsoffizieren gerettet, sondern führt nun einen Rachefeldzug gegen die Romulaner, Geordi trägt Augenimplantate und ist Medo-Techniker, und Data ist kein Androide, sondern ein Mensch, dem ein positronisches Gehirn eingepflanzt wurde (und der ein Verhältnis mit Tasha Yar hat).

Nachdem der ganze erste Teil des Buchs in dieser Realität spielt, taucht plötzlich ein in dieser Welt nicht bekannter, völlig erledigter Q auf, woraufhin dann eine Erklärung folgt, was in der realen Welt geschehen ist.

"Q²" ist ein typischer Peter-David-Roman, der sich wie viele seiner Bücher dadurch auszeichnet, dass er sich so gut lesen lässt wie kaum ein anderer Roman, da Peter David unheimlich interessant und spannend erzählt. In diesem Fall ist es natürlich diese seltsam verdrehte Welt, die einen weiterlesen lässt, um zu erfahren, was überhaupt geschehen ist. Zwar sind die ständigen Sprünge zwischen den einzelnen Realitäten ziemlich verwirrend, vor allem, da es auch zeitlich ständig wechselt, dies schadet aber der Spannung nicht. Insbesondere fällt da eine kleine Anspielung auf, in der Trelane selbst verwirrt ist, dass er in der Vergangenheit ja erst noch etwas tun muss, das in der Zukunft längst geschehen ist.

Weiterhin sticht Peter Davids umfangreiche Kenntnis des "Star Trek"-Universums hervor, indem er zahlreiche Fäden aus den unterschiedlichsten Folgen aufgreift und zusammenführt, angefangen bei Trelane, dem schon Kirk begegnet ist, und der immer als Vorlage für den Charakter des Q gedient hat. Hier allerdings tritt auch der gravierendste Mangel des Romans auf: Der Autor versucht nämlich Dinge zu erklären, für die es besser keine Erklärung gegeben hätte, angefangen damit, dass Trelane, wie so ziemlich jedes mächtige Wesen, plötzlich ein Mitglied des Q-Kontinuums ist (ich dachte, die hießen alle Q). Außerdem soll Trelane auch noch für alle temporalen Anomalien verantwortlich sein, denen die Enterprise-D jemals begegnet ist, die natürlich alle für Picard gedacht wären, da es ja ansonsten ein sehr seltsamer Zufall wäre, dass ausgerechnet sein Schiff ihnen immer begegnet. Es wird sogar angedeutet, er könne Qs Sohn sein. Am Absurdesten ist aber immer noch die Idee, dass selbst die Macht, von der Gary Mitchell im (zweiten) Classic-Pilotfilm "Die Spitze des Einsbergs" besessen war, die Macht Qs war.

Auch die ständigen, wenn auch nur peripher auftauchenden, Anspielungen auf die christliche Religion irritieren ziemlich. Nicht nur, dass jeder an Bord plötzlich betet oder religiöse Bekundungen abgibt, natürlich existiert auch (der christliche) Gott und ist ein Teil des Q-Kontinuums. Na ja, ich will das mal als einen von Qs schlechten Scherzen ansehen, als er Picard davon erzählt, dass er Gott immer von der Schöpfung der Menschheit abgeraten habe. Trotzdem ist das ziemlich unpassend, wenn man bedenkt, dass Gene Roddenberry schon in den 60ern jede Form von Religiosität aus "Star Trek" verbannt haben wollte und Götter bestenfalls technisch fortgeschrittenere Wichtigtuer waren.

Und so interessant die Geschichte auch sein mag, in diesem Fall misslingt Peter David die Charakterisierung der Personen ziemlich. Eine dritte Realität ist die aus der Folge "Die alte Enterprise", in der die Enterprise-C aus ihrer Zeit verschwindet und dadurch nicht den Klingonen im Kampf beistehen kann, was einen Krieg gegen die Föderation zur Folge hat. Obwohl wir die Crew dieser Realität bereits aus dieser Folge kennen, ist Picard hier plötzlich ein hirnloser Militarist, der offensichtlich unter Paranoia leidet und überall klingonische Spione sieht, obwohl wir Picard auch in einer solchen Welt recht besonnen erlebt haben. In der zuerst genannten Version hintergeht er sogar seinen besten Freund Jack Crusher, indem er ein Verhältnis mit Beverly hat (klingt nach einer typischen Fan-Fiction-Story), wobei Jack letztendlich Amok läuft, Picard und Beverly töten will und am Ende Selbstmord begeht. Selbst ein hintergangener Liebender würde niemals auf diese Weise reagieren, erst recht nicht, wenn es sich um einen erfolgreichen, heldenhaften und psychisch stabilen Sternenflottencaptain handelt. Am Ende, als sich die Realitäten überschneiden, lässt Peter David dann auch noch seinem Blutdurst freie Bahn, indem er einfach wahllos Hauptcharaktere killt (und Tasha Yar gleich zwei Datas beschert); es muss ja nur am Ende die reale Welt wieder hergestellt werden.

Fazit: Ein sehr spannender und interessanter Roman, der auf faszinierende Weise mit alternativen Versionen der Hauptcharaktere spielt, es jedoch mit Absurditäten übertreibt und die "Star Trek"-Welt in eine einheitliche Form pressen will, die so nicht gedacht war.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Stefan Menz

Weitere Infos


Titel "Q²"

Originaltitel "Q Squared"

Buchreihe The Next Generation

Autor Peter David

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 408 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5445

ISBN 3-453-14909-2

(pt, mz - 23.09.06)


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