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Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)18.10.06

"Im Staubnebel verschwunden"

Gene De Weese

Inhalt

Captain Picard und seine Crew entdecken in einem bisher unerforschten System einen Nebel. Bei einer näheren Untersuchung finden sie an der Grenze des Nebels ein Schiff. Der Kommandant dieses Schiffes heißt Koralus. Er erzählt der Enterprise-Crew, dass sein Schiff ein Generationenschiff sei, das schon vor langer Zeit von einem Planeten innerhalb des Nebels gestartet sei, um so die weitere Existenz des Planetenbevölkerung zu Gewährleisten. Auf dem Planeten ist eine mysteriöse Seuche ausgebrochen, die das gesamte Ökosystem und somit auch die auf dem Planeten lebende Bevölkerung vernichtet.

Als die Enterprise den Planeten findet, muss die Crew entdecken, dass die Situation viel schlimmer ist als von Koralus beschrieben: abgeschottete Städte, die vor der Seuche hätten schützen sollen, sind nur in mangelhafter Form errichtet worden. Die Teile des Planeten, die nicht abgeschottet sind, sind völlig ohne Leben. Aber auch die Städte versprechen keinen Schutz mehr, da Geräte, die man dringend benötigt, nicht mehr hergestellt werden können, da sich ein Großteil der Bewohner der Städte in eine Art virtuelle Realität geflüchtet hat, um so das langsame Sterben ihrer Welt nicht miterleben zu müssen.

Schnell bietet Picard seine Hilfe an, die von dem im höchsten Maße rachsüchtigen und paraneuischen Präsidenten allerdings nur zögernd angenommen wird. Bald findet Picard heraus, dass scheinbar eine Parallelwelt das schreckliche Sterben von Krantin - dem Planeten - verursacht...

Kritik

Bei der Lösung eines Rätsels werden Picard und einige andere seiner Crew verhaftet.
1. Peter Tigmann

Was sich in der Inhaltsangabe ja noch recht Ideenreich anhören mag, entpuppt sich beim Lesen leider als kompletter Langweiler. Dies hat mehrere Gründe:

Zuerst wäre da mal die Geschichte an sich, die ja eigentlich noch recht interessant sein könnte: Ein Planet, der in einem Nebel liegt und dessen Bewohner fast alle in einer virtuellen Realität leben, weil sie vor dem drohenden Tod davonlaufen. Das zusammen mit der Parallelweltgeschichte hätte was werden können, allerdings nicht so! Viel verspielt hat der Autor, in dem er Momente die Spannung aufbauen könnten, direkt aufdeckt und dem Leser alles erklärt. Hierdurch wird die Geschichte auch sehr vorhersehbar, was ja auch nicht unbedingt sein sollte. Hätte der Autor stellenweise etwas offen gelassen, um den Leser später zu überraschen, hätte er wenigstens etwas Spannung in den Roman gebracht.

Ein weitere Punkt hängt auch mit dem Schreibstil zusammen. Gene De Weese schreibt manche Passagen des Buches quasi als Nacherzählung ohne irgendwie direkt auf die Geschichte einzugehen. So etwas hab ich noch nie in einem "Star Trek"-Roman gesehen und bin auch sehr froh darüber, da so überhaupt keine Atmosphäre aufkommen mag. Besonderes ärgerlich ist, dass das komplette Finale in diesem Stil erzählt wird. Ob Sie es glauben oder nicht: Das Finale, das für mich bei dem Gasangriff auf die Enterprise beginnt (machen Sie sich keine Hoffnungen, auch dadurch wird keine Spannung erzeugt), ist innerhalb von zwei Seiten abgehandelt! Also vermag auch dieser eigentlich wichtige Teil eines Romans nicht zu überzeugen.

Kommen wir zu den Charakteren. Einige sind ziemlich zweidimensional. War Koralus am Anfang noch recht interessant, war er für den Rest des Buches nur noch ein Anhang, der kaum noch Erwähnung fand. Khozak, der Präsident von Krantin, soll wohl Paranoid erscheinen, wirkt aber einfach lächerlich. Irgendwann musste er doch einfach mal einsehen, dass ihm die Enterprise-Crew nichts Böses wollte. Die übrigen Charaktere werden mehr oder weniger überzeugend dargestellt, sieht man mal davon ab, dass Picard und Riker scheinbar ohne Troi keine einzige Entscheidung mehr treffen können. Zwar wurde die Counselor in der Serie auch häufig um Rat gefragt, aber hier muss sich Picard erst einmal bei jeder Frage die Bestätigung holen, dass man ihm auch ja die Wahrheit sagt. Selbst dann noch, wenn er schon weiß, dass er nicht angelogen wird.

Kommen wir zu Datas Katze. Ich mag Katzen, aber Spot soll besser sein als die Sensoren der Enterprise? Das ist doch sehr unglaubwürdig und schlicht und einfach lächerlich.

Noch ein paar Punkte zur Story an sich: Das Volk von Krantin, hat soweit ich weiß, noch nicht einmal den Impulseantrieb entwickelt. Gab es in der Föderation nicht einmal so etwas wie die Erste Direktive? Die wird hier trotz des Umstandes, dass das Volk erst am Anfang der Raumtechnologie steht, völlig außer Acht gelassen und noch nicht einmal erwähnt!

Fazit: In ihren Grundzügen durchaus interessante Story, die aber entsetzlich langweilig umgesetzt wurde und mit einigen Logikfehlern gespickt ist.

2. Manrico Tenner

Der Hintergrund von Krantin ist sehr überzeugend gelungen, gemeinsam mit der Crew der Enterprise versucht der Leser herauszufinden, was der Nebel ist und woher er kommt. Viel Potenzial verschenkt der Roman, indem bereits in der ersten Hälfte die Theorie eines Paralleluniversums auftaucht, die sich zwar erst später als wahr herausstellt, doch hier hätte der Autor die Protagonisten und die Leser länger im Dunkeln lassen können.

Unlogisch erscheint, dass die Sensoren der Enterprise im Nebel so schlecht funktionieren. Da es sich ja um verschiedene Elemente eines Planeten handelt, müsste die Enterprise zumindest feststellen, woraus der Nebel besteht. Auch sollten die Sensoren leistungsfähig genug sein, um eine im wahrsten Sinne des Wortes Staubschicht zu scannen.

Die Lösung aller Umweltprobleme des Planeten im Paralleluniversum ist im Grunde genommen eine Lösung, die die Menschheit sicher nicht anders gewählt hätte (oder wählen würde, so sie könnte). Das dabei auch ein "Direktorat" die Verantwortung (und die Entlohnung) tragen würde und den Rest der Bevölkerung im Unklaren darüber lässt, wie die "Entsorgung" im Einzelnen aussieht, ist nur logisch. Aufgesetzt und mit dem Zeigefinger erzählt wirkt letztlich der Umstand, dass die Welt im Paralleluniversum durch die "entsorgten" Bestandteile ihres Planeten noch eher dem Untergang geweiht waren als in diesem Universum. Die Botschaft des Autors ist klar: Entferne nichts aus einem geschlossenen Ökosystem! Aber so plump hätte es nicht sein müssen.

Khozaks Misstrauen gegen alle Fremden und auch gegen die eigenen Leute scheint vordergründig klischeehaft und nervend. Dennoch schafft es der Autor, gerade dieser Figur mehr Profil zu geben, als den anderen Krantinern: Die Welt, in der er lebt und die Funktion, die er inne hat, lassen ihn allem und jedem misstrauen, obwohl er sich nichts sehnlicher wünscht, als dass die Enterprise seiner Welt helfen kann. Er möchte hoffen und vertrauen, kann es aber nicht so schnell, wie die restlichen Bewohner Krantins und wie manch eine Führungsperson in anderen Romanen.

Die Charaktere der Enterprise-Besatzung sind sehr gut getroffen, ebenso wie die der Krantiner. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich bis auf wenige langatmige Situationserklärungen sehr gut lesen. Das Cover ist leider nichts sagend in Bezug auf den Inhalt, es sei denn Picard und Riker sollen als Synonym für Staubnebel stehen.

Fazit: Gelungene Charaktere, eine überzeugende Story und (die in anderen "Star Trek"-Romanen mitunter fehlenden) Science-Fiction Elemente machen diesen Öko-Thriller zu einem überdurchschnittlichen Lesevergnügen, welches auch durch einige kleine Ungereimtheiten nicht getrübt wird.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Im Staubnebel verschwunden"

Originaltitel "Into The Nebula"

Buchreihe The Next Generation

Autor Gene De Weese

Übersetzer Uwe Anton

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 298 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5448

ISBN 3-453-14010-9

(pt, te - 28.10.06)


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