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Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)18.10.06

"Die andere Seite"

Michael Jan Friedman

Inhalt

Botschafter Spock, ehemals Erster Offizier der Enterprise unter dem Kommando von James T. Kirk, wird zusammen mit einer Gruppe "Vereinigern" auf dem romulanischen Planeten Constanthus festgenommen. Spock arbeitet schon seit einigen Jahren an der Wiedervereinigung zwischen den Planeten Vulkan und Romulus. Viele Romulaner haben sich dem Botschafter mittlerweile angeschlossen, um von den Lehren des Surak zu erfahren. Gerade deshalb stellt Spock für viele Herrscher im Romulanischen Reich ein großes Problem da, welches es zu beseitigen gilt. Des weiteren verfügt Spock durch seine lange Tätigkeit bei der Föderation auch noch über Informationen, die ihn zu einem wichtigen Ziel machen.

Gouverneur Tharrus, der für die Gefangennahme von Spock und seinen Schülern verantwortlich ist, weiß zunächst nicht, welch wichtige Person er in seiner Gewalt hat. Dennoch will er sich durch die Gefangenen politische Vorteile verschaffen. Er ist bereit, hierfür alles zu tun.

Unterdessen erhält Captain Picard die Anweisung, die Vereiniger-Gruppe zu befreien. Die Föderation hat erkannt, dass Spock offensichtlich noch nicht enttarnt worden ist und will ihn so schnell wie möglich auf diplomatischem Weg befreien. Dazu schicken sie Admiral McCoy auf die Enterprise-D, um Captain Picard als "Spock"-Experten beizustehen. Schnell zeigt sich allerdings, dass McCoy nicht mit der diplomatischen Art zufrieden ist, die Captain Picard bei den Verhandlungen mit den Romulanern an den Tag legt.

Auch eine andere Person hat erfahren, dass Spock in Gefahr ist: Captain Montgomery Scott, ebenfalls einst Mitglied der alten Enterprise. Auch er beschließt, Spock zu helfen. Er entführt ein altes Raumschiff der Sternenflotte und macht sich auf, um seinem alten Freund zu helfen.

Auf der Enterprise eskaliert unterdessen die Situation zwischen Picard und McCoy. Der Admiral entbindet Picard von seinem Kommando und lässt ihn in seinem Quartier unter Arrest stellen. McCoy lässt sich auf ein sehr gefährliches Spiel ein und verliert.

Auf Constanthus stehen unterdessen nur noch politische Machtspiele zwischen dem Tod von Spock und seinen Schüler...

Kritik

Spock ist in Gefahr: Picard, McCoy und Scotty greifen ein, um ihn zu retten.
1. Peter Tigmann

Meine Kollegin Nina Ruzicka schrieb einst in ihrem Review zum Roman "Wieder vereint": "Ich beginne langsam festzustellen, dass ich den Autor Michael Jan Friedman nicht besonders mag. Der Grund: Er ist mir zu pathetisch." Nachdem ich mir nun diesen Roman von Friedman durchgelesen habe, kann ich ihr da nur zu stimmen. Einige Stellen im Buch wirken dadurch schon gerade zu lächerlich.

Kommen wir aber erst einmal zu ein paar generellen Dingen: Dieser Roman ist in Deutschland keineswegs neu. Vielmehr wurde er vor einigen Jahren schon einmal unter dem Namen "Crossover" im VGS-Verlag veröffentlicht. Nun ist er also wieder als Neuauflage im Heyne-Verlag erschienen, allerdings unter dem Namen "Die andere Seite".

Was will uns dieser Roman aber mitteilen? Dass es manchmal doch von Nöten ist, die alten "Kirk-Saiten" aufzuziehen, um Missionen erfolgreich zu bestehen? Gerade in der ersten Hälfte habe ich dieses Gefühl sehr oft gehabt. Zu unüberlegt waren die Aktionen von Scott und McCoy im ersten Teil. Zum Glück hatte wenigstens einer von beiden Pech. Das ist jetzt nicht falsch zu verstehen! Nicht, dass man es nicht beiden gönnen würde, aber dadurch wäre der Roman einfach nur lächerlich gewesen. Ein wenig ist er das aber auch so. Scotty mag ja ein technischer Wunderknabe sein. Aber wie glaubwürdig ist es wohl, ein 150 Jahre altes Schiff mit einer mindestens genau so alten Tarnvorrichtung innerhalb von ein paar Minuten aktiv zu bekommen? Auch ansonsten gefällt mir der Handlungsstrang um Scott nicht sehr gut. Zu unmöglich scheinen einfach die Dinge, die er machen kann. Dies beginnt schon ganz zu Anfang, als er eine geschützte Nachricht an Picard ganz einfach so abfangen kann.

Eines muss man Friedman aber lassen; neben allen Unmöglichkeiten und pathetischem Gehabe, ist es im gelungen, einen Roman zu schreiben, der trotzdem noch Einiges an Spannung bietet und auch von Zeit zu Zeit überraschen kann. Vor allem die Geschichte um Spock und seine Schüler, die Vereiniger, hat mir gut gefallen. Und auch die Machtspiele zwischen dem romulanischen Prokunsul und dem Gouverneur waren recht nett zu lesen.

Auch die Charaktere waren recht gut getroffen, sieht mal von dem gealterten McCoy ab. Entweder hat er mit seinem zunehmenden Alter den Verstand verloren oder Friedman hat es einfach nicht geschafft, ihn glaubwürdig zu beschreiben. Ich tendiere eher zu zweiterem. Auch Picard ist von Zeit zu Zeit etwas "seltsam".

Fazit: Wer bereit ist, über einige sehr abstruse Momente, gepaart mit den üblichen kleinen Fehlerchen in Romanen (getarnt schießt es sich scheinbar in vielen Romanen am Besten), hinwegzusehen, erhält einen doch noch recht kurzweiligen Roman, der auch ein wenig Spannung und Action bietet, sich aber vorwiegend um die Charaktere dreht.

2. Manrico Tenner

Eine Fortsetzung der "The Next Generation"-Doppelfolge "Wiedervereinigung?" ist eigentlich eine sehr gute Idee, leider wurde sie unbefriedigend umgesetzt. Die internen Machtkämpfe im Romulanischen Reich erweisen sich als sehr kompliziert, und selbst der Tal Shiar erscheint machtlos. So zerstritten und illoyal sich die Romulaner hier zeigen, ist es sehr verwunderlich, dass sie ein solches Imperium aufbauen konnten. Glücklicherweise arbeitet auch die Gefängnisleitung nicht sonderlich professionell, weswegen Spocks Identität lange Zeit unentdeckt bleibt.

Scottys Plan, Spock auf eigene Faust zu retten, läuft recht gut an; das Kapern eines Föderationsschiffes erinnert an "Star Trek: Auf der Suche nach Mr. Spock“. Doch spätestens beim Erreichen des romulanischen Raumes stellt der Leser fest: Welcher Plan? Und da der Autor scheinbar bemerkt hat, dass die Scotty-Story nicht durch Improvisationen á la Kirk (dem sicher etwas eingefallen wäre) zu retten ist, macht er das einzig vernünftige: Er lässt ihn von den Romulanern gefangen nehmen.

Die Charakterisierung McCoys geht gründlich in die Hose: Völlig unnachvollziehbar ist seine Kommandoübernahme. Bereits unter Kirks Kommando wusste er, wann seine Meinung gefragt war und wann er den Captain in Ruhe zu lassen hatte. Die gesamte Rettungsaktion wird durch seine Ignoranz (und Senilität?) gefährdet. Einzig seine gebrummten und mitunter bissigen Kommentare entsprechen dem wirklichen Charakter der Figur McCoys.

Die Rolle der Enterprise-Crew beschränkt sich auf das typische Bedienen der bekannten Figur-Klischees: Picard versucht sich als Stimme der Vernunft, kann sich gegen die Unvernunft ranghöherer Offiziere nicht durchsetzen, rettet aber am Ende die Gefangenen. Troi darf besorgt die Spannungen zwischen McCoy und Picard kommentieren. Riker bricht als (einzig fähiger?) Shuttlepilot zu einer riskanten Befreiungsaktion auf. Barclay ist nervös. Und Dr. Crusher hätte hier endlich mal von ihrem Recht Gebrauch machen können, den kommandierenden Offizier wegen Unzurechnungsfähigkeit abzusetzen, verschenkt diese Gelegenheit jedoch leider. Spock und seine "Jünger" erweisen sich letztlich als recht gut charakterisiert.

Jene ruhigen Passagen mit Diskussionen über Gewalt, das Leben und die vulkanischen Philosophien hätten in einer nervenaufreibend spannenden Befreiungsstory sicher für einen schönen Kontrast gesorgt. Leider plätschert die Story recht uninspiriert vor sich hin, wird zwar nicht wirklich langweilig, ermuntert aber aufgrund der eher schlechten Charakterisierung der Figuren nicht gerade zum Weiterlesen.

Gegen Ende wird aufgetrumpft: Spock hat eine Spartakus-Szene (wie im Film mit Kirk Douglas, als gegen Ende die Gefangenen auf die Frage nach der Identität ihres Anführers riefen: "Ich bin Spartakus"). Ein geläuterter Verräter darf doch an Suraks Philosophie teilhaben. Und McCoy macht das erste Mal in diesem Buch etwas richtig: Er gibt Picard das Kommando zurück.

Alles in allem wirkt die Story durch die vielen Figuren überfrachtet, und die gesamte Rettungsaktion erweist sich als eher unspektakulär: Wer hätte wirklich am Gelingen der Mission gezweifelt? Niemand bewertet "Die andere Seite" besser als McCoy: Sein Grummeln und einige Schläfchen auf der Brücke rühren sicher daher, dass er dieses Buch schon gelesen hat.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Die andere Seite"

Originaltitel "Crossover"

Buchreihe The Next Generation

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
15,55 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 313 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5750

ISBN 3-453-19665-1

(pt, te - 24.10.06)


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