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Jörn Podehl (jp)18.10.06

"Der Test"

John Vornholt

Inhalt

Starfleet testet die Möglichkeit, die Untertassensektionen von Galaxy-Klasse-Schiffen auf Planeten notzulanden. In Krisensituationen kann dies von Bedeutung sein. Deswegen werden Captain Picard und eine Rumpfcrew abkommandiert und müssen mit einem Untertassenprototyp diesen Test leiten. Admiral Nechayev, Commander Riker und Commander LaForge kommandieren den speziellen Diskus, Picard und seine Leute bleiben auf der Antriebssektion.

Der Maquis sieht die Gelegenheit, die Diskussektion einzunehmen und zu warten, bis der Sekundärrumpf andockt. Nach der Enterung der Antriebssektion hätten sie damit ein gewaltiges Kampfschiff, mit dem er einen Angriff auf cardassianische Kolonien fliegen könnte. Ro Laren - ehemaliger Starfleet-Offizier - hat diesen Plan entwickelt.

Commander Fulton, neuer Adjutant von Admiral Nechayev, hat eine Simulation entwickelt, in der die Enterprise in eine Notlage gerät. Er entpuppt sich als Maquisard und flieht mit der Untertasse. Picard nimmt sofort die Verfolgung auf, um zu verhindern, dass es zu einem Krieg zwischen der Föderation und der Cardassianischen Union kommt.

Kritik

Die Untertassensektion der Enterprise wird vom Maquis gestohlen!
Mit "Star Trek: The Next Generation – Der Test" veröffentlicht der Heyne-Verlag wieder einen der in den letzten Jahren spärlich erschienenen "Star Trek"-Romanen. Angesiedelt ist er in der Zeit der Serie um die Enterprise-D. 280 Seiten dick ist er, aber es kommt ja bekanntlich nicht auf den Umfang, sondern auf den Inhalt an.

Um diesen kann man sich streiten. John Vornholt ist ein Autor, der die Gabe hat, den Leser in sein Gedankenreich eintreten zu lassen. So war es in "Kristallwelt" eins und zwei, "Der Dominion-Krieg" eins und drei sowie in seinem vielleicht besten Roman "Masken". In "Der Test" schafft er es durch die guten Dialoge und Charakterbeschreibungen, dass die Enterprise für den Leser real wird. Zum Beispiel konnte ich mit Picard und Riker mitfühlen, was es für ein Gefühl war, von Admiral Nechayev für den Test mit der Untertassensektion abkommandiert zu werden. Die "Angst" von Riker vor der knallharten Admiralin war wunderbar geschrieben worden, und er tat einem irgendwie Leid; wie der Hase vor der Schlange.

"Der Test" sollte wahrscheinlich eine Anspielung auf die Möglichkeit der Landung mit der Untertassensektion in "Star Trek: Treffen der Generationen" sein. Doch irgendwie war diese Anspielung viel zu durchsichtig. Natürlich sollte eine Rumpfcrew mit dem Diskus "Hybrid-Prototyp NCC-4011" eine gezielte Bruchlandung auf dem Planeten Kitjef II durchführen. Aber als dann der Maquis den Diskus übernommen und gestohlen hat, habe ich das Gefühl gehabt, dass die Terrorgruppe ihr Ziel nicht erreichen würde, sondern dass der Autor unbedingt den Diskus abstürzen lassen will ... um jeden Preis der Welt. Über ein Viertel des Buches beschäftig sich nur mit dem Thema Bruchlandung anstatt mit dem Erfolg der Mission.

Ein großer Kritikpunkt an diesem Buch ist die Dummheit des Maquis. Riker, LaForge und Nechayev sind auf dem Diskus gefangen und sitzen gefesselt auf der Brücke. Die Pappenheimer des Maquis nutzten jedoch geradezu jede Möglichkeit von den Starfleet-Offizieren ausgetrickst zu werden. "Meine Beine tun mir so weh, lieber Herr Maquis-Soldat. Können Sie mich nicht losbinden und in den Bereitschaftsraum sperren? Ach ja, und ganz nebenbei: Lassen Sie sich Zeit damit, die Tür zu zerschießen, wenn wir versuchen, durch ein Paneel zu flüchten." Genau so komme ich mir als Leser vor. Riker verkauft die Maquisarden für dumm, LaForge kann fliehen und beamt dann Riker von der Brücke! Wie schlau von den Terroristen, ihm nicht den Kommunikator abzunehmen. Nechayev stibitzen die beiden Offiziere wieder durch einen anderen Trick. Da interessiert den Leser nur eins: Wann holen die Maquisarden ihre roten Clownsnasen aus der Tasche und setzten sie auf?

Zurück zum Thema dumm und Maquis. Selbstverständlich dürfen Charaktere wie Picard und Riker nicht sterben. Aber Gefahren könnte man in einem Roman etwas cleverer verarbeiten. So schafft es Riker, sich durch den Diskus zu wühlen und wird von einem Bajoraner entdeckt, der kräftemäßig mit dem Ersten Offizier mithalten kann. Es kommt zu einem Kampf, der Bajoraner hat eine Waffe und könnte Riker einfach erschießen. Riker beleidigt und provoziert ihn, und was ist? Anstatt einfach abzudrücken, steckt der Maquisarde seine Waffe weg und kämpft mit dem Ersten Offizier. Das soll ich glauben?

Nichtsdestotrotz kommt ein alter Bekannter wieder - Lieutenant Ro Laren. Als Anführerin der Terrorgruppe, die die Aktion mit der Untertassensektion organisiert, hat sie sonst keinen großen Auftritt. Warum Ro Laren für diese Story "verheizt" wird, ist mir nicht ganz klar. Wahrscheinlich will John Vornholt einige dramaturgische Ansätze mit einbringen, das ihm aber erst gegen Ende gelingt, als Ro erfährt, dass die Mission gescheitert ist und bei der Flucht aus ihrer Kolonie einige Bajoraner nicht mit dem von Ro erzielten Ergebnis zufrieden sind.

Gut gefallen haben mir manche Merkmale der Nebenfiguren. Zum Beispiel der Verräter Commander Fulton, der wirklich überraschend während der Kampfsimulation von der Brücke geschlichen ist. Heimlich hat John Vornholt es geschafft, diesen Charakter unauffällig Verrat begehen zu lassen. Das war aber auch leider das einzige Gute an diesem Charakter. Später entwickelt er sich zu einem herrischen Egoisten, der den sprichwörtlichen Schwanz einzieht, wenn es zu einer auswegslosen Situation kommt.

Der junge Maquis-Angehörige Timothy Wiley ist für mich eine interessante Person: In Gegenwart von Ro Laren wirkt er etwas verschüchtert, während er auf dem Diskussegment zu einem Kommandanten aufblüht, der als mehr oder weniger Held stirbt. Seine Reibereien mit Fulton sind unterhaltsam, aber an manchen Stellen zu abgekartet. Riker soll erschossen werden, und er hat Ro Laren das Versprechen gegeben, keinem Starfleet-Offizier zu verletzten... Wie lieb von ihm. Ist ihm dieses Versprechen als Terrorist wichtiger als der Erfolg der Mission?

Lächerlich finde ich das Zusammentreffen der beiden Diskussektionen: der Hybrid-Prototyp und die Enterprise-Untertasse, da Picard um Hilfe gebeten hat und Starfleet die "normale" Untertasse losschickt. Picard kommt mit seinem Sekundärrumpf aus der von John Vornholt viel zu detailliert beschriebenen Thresher-Staubwolke und muss nun herausfinden, welches der beiden Untertassen "seine" ist. Er kann sie nicht anfunken, weil einer der beiden Diskusse die Funksignale stört. Picard beschließt, auf beide zu schießen und zu hoffen, dass der von dem Maquis besetzte zurückschießt, was dieser natürlich auch tut. Dann verschwindet Picards Schiff und wartet, bis der Maquis-Rumpf die Flucht ergreift. Plötzlich kommt der Sekundärrumpf wieder und - Friede, Freude - dockt an dem Primärrumpf an.

Dramatisch wird beschrieben, wie der Hybrid-Prototyp auf den Ozean des Planeten Pedrum abstürzt. Das ist eine interessante Problematik, weil die Bewohner des Planeten von der Ersten Direktive geschützt werden. Würden die primitiven Eingeborenen die Untertasse sehen, kann sich dadurch die Kultur des Volkes fatal verändern. Leider wird dieser Gedanke nicht weiter ausgeführt, eine Schande eigentlich.

Fazit: Eine gute Idee, den Maquis einen Diskus stehlen und damit einen Angriff auf eine cardassianische Kolonie durchführen zu lassen. Leider wird diese nicht vollständig ausgeschöpft und leidet an manchen Stellen arg an Glaubwürdigkeit. Ich habe mir mehr davon erhofft. Hoffen wir, dass zukünftige "Star Trek"-Romane etwas mehr Überzeugungskraft haben.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Der Test"

Originaltitel "Rogue Saucer"

Buchreihe The Next Generation

Autor John Vornholt

Übersetzer Harald Pusch

Preis 8,95 Euro

Umfang 280 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5752

ISBN 3-453-88103-6

(jp - 24.10.06)


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