Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)
18.10.06
"Ich, Q"
John De Lancie & Peter David
Inhalt
Als Q, ein allmächtiges Wesen, sich gerade mit seiner Familie auf einem "Angelausflug" befindet, werden seine Frau und sein Sohn von einem gewaltigen Strudel erfasst und verschwinden. Plötzlich tauchen Picard und Data auf. Kurz bevor sie in den Strudel gezogen werden, kann Q sie retten. Das
Merkwürdige hierbei: Data und Picard befinden sich eigentlich auf dem Holodeck
der Enterprise.
Die drei entscheiden sich, ins Q-Kontinuum zu gehen, um dort weitere Informationen zu erhalten. Dort angekommen, erfahren sie, dass das Universum kurz vor dem
totalen Zusammenbruch steht. Die Q, die schon lange keine Aufregung mehr haben oder denen, besser gesagt, langweilig ist, haben beschlossen den Zusammenbruch und somit ihr Ende zu akzeptieren.
Q will aber unbedingt seine Familie retten. Da niemand aus dem Kontinuum ihm helfen will und er auch seine Macht nicht mehr anwenden kann, beschließt er, sich von Picard und Data helfen zu lassen. Da diese keinen Weg sehen, um anders zu helfen, begleiten sie Q; zur Rettung des ganzen Universums...
Kritik
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 Es geht um nichts weniger als die weitere Exisentz des Universum |
1. Peter Tigmann
Wow, dachte ich, als ich sah, dass Peter David - einer der besten "Star Trek"-Autoren - und John De Lancie - einer der beliebtesten "Star Trek"-Gastdarsteller - ein Buch zusammen schreiben. Das konnte doch nur gut gehen, oder? Aus meiner Sicht bedauerlicherweise nicht. Auf der Rückseite des Buches steht der Zusatz, "... einen der witzigsten
'Star Trek'-Romane aller Sternzeiten". Zugegeben, dieses Buch hat sehr viele witzige Momente, die vor allem durch Qs zynische und ironische Kommentare hervorgerufen werden.
Trotz dieser witzigen Momente kann man dieses Buch unmöglich als Komödie sehen, alleine schon wegen des traurigen Endes und der
zeitweise hohen Gewaltstufe. Als Komödie geht das Buch also nicht durch, wie wäre es also mit einer rasanten und spannenden Actiongeschichte? Das funktioniert leider auch nicht. Zum
einen wegen der zahlreichen lustigen Momente, zum anderen aber auch wegen der Story, die das Hauptproblem darstellt. Sie schafft es einfach nicht, richtig unter die Haut zu gehen oder Spannung in dem Maße aufkommen zu lassen, wie man es erwartet.
Auch finde ich die Geschichte, die von Q erzählt wird, etwas reichlich konfus, da manche Sachen einfach unklar bleiben. Ich weiß
zum Beispiel jetzt noch nicht, wie Picard und Data vom Holodeck auf einen anderen Planeten gelangt sind. Dies mit dem Zusammenbruch des Universums zu erklären, kommt mir reichlich seltsam vor, wie auch einige andere Vorfälle in diesem Zusammenhang.
Ein sehr positiver Punkt, der das Buch rettet, sind die Kommentare von Q. Die Weisheiten, die er über sich, Menschen und andere Spezies abgibt, sind einfach zum schreien. Auch scheint John De Lancie
manchmal von sich selbst zu Reden, was man seinen beziehungsweise Qs Aussagen über Fans entnehmen kann. Auch scheint der Autor einen ziemlich schwarzen Humor zu haben, was manchmal bei den etwas gewalttätigen
Auseinandersetzungen festzustellen ist.
Trotz alledem hab ich bis zum Ende des Buches gehofft, dass irgendwann einmal ein großer Knall kommt und die Story so richtig in Schwung bringt, was aber nur Ansatzweise geschah. Hier wird das Buch etwas spannender. Der lustigste "Star Trek"-Roman aller Sternzeiten ist aber immer noch
"Q²". In dem Buch geht es auch um Q. Der Autor ist Peter David, der auch an diesem Roman mitschrieb. "Q²" schafft es aber viel besser, als "Ich, Q" Spannung aufzubauen und eine gute Story mit viel Humor zu erzählen.
Abschließend bleibt festzuhalten: Von der Story her nicht sehr empfehlenswert. Wer aber auf Humor, insbesondere
schwarzen, steht und ein absoluter Q-Fan ist, darf an diesem Buch nicht vorbei. Da aber die Story mehr im Vordergrund stehen sollte, gibt es eine schwächere Bewertung.
2. Manrico Tenner
Laut Umschlagstext soll dies einer der "witzigsten 'Star
Trek'-Romane aller Zeiten" sein, wobei ich dieser Einschätzung nur sehr bedingt
Recht geben kann. In Ich-Form geschrieben, erfährt der Leser von allen
Geschehnissen durch Q höchstpersönlich. Gerade das soll die große Stärke des
Romans sein und ist, neben der Story, seine größte Schwäche. Bis auf wenige
Augenblicke wird der aus der Fernsehserie gewohnte schwarze Humor, Sarkasmus und
letztlich der mitunter sadistische Witz nie erreicht. Die ständig abschweifenden
Gedanken des allmächtigen Wesens erschweren den Lesefluss zusätzlich.
Die Rahmenhandlung mit der Flaschenpost ist metaphorisch übertrieben, jedoch in
sich stimmig. Dass Fragen offen bleiben (Ist Gott eine Suizid-gefährdete Frau?),
steht dem Buch recht gut, schließlich sind derart philosophische Fragen für uns
Sterbliche zu hoch. (Das war fast ein Zitat von Q!) Andere religiöse Fragen
werden durch die Nebenfiguren aufgeworfen und von Q provozierend und gewohnt
ironisch kommentiert, jedoch nie beantwortet.
Der größte Schwachpunkt des Buches ist jedoch die Handlung selbst. In typischer
Dallas-Manier wird das Universum um Q ins Chaos gestürzt, nur um nachher als
Ablenkungsmanöver des lebensmüden Q-Kontinuums entlarvt zu werden. Bis auf den
Untergang des Universums selbst war nichts real und passierte nur, um Q davon
abzuhalten, eben diesen Untergang zu verhindern. Die Motivation des Q-Kontinuums
bleibt im Unklaren.
Leider wurde die Traumsequenz nicht besonders spannend und hintergründig
inszeniert. In menschlichen Metaphern gefangen, muss das Überwesen ohne seine
üblichen Kräfte seine Familie finden. Unterstützung erhält Q von Picard und
Data. Den spärlich gesäten Humor findet der Leser natürlich in der Interaktion
und den Dialogen zwischen diesen Personen. Also kämpfen sich Q, Picard, Data und
der geduldige Leser durch die verschiedenen Level dieses Alptraums, wobei der
größte Gag (wenn auch unfreiwillig) das M-Kontinuum darstellt. Chaos und Unlogik
durchziehen das ganze Buch, versuchen sich ständig zu steigern und lassen den
Leser letztlich doch kalt.
Das Ende eines jeden Buches und beinahe jeder Fernsehepisode lassen den Tod von
Hauptfiguren nicht zu, so dass einzig die Gefahr selbst und die Abwendung der
Katastrophe Spannung erzeugen können. Wenn es dabei auch noch um das Ende des
Universums geht, sind die Anforderungen hoch gesteckt. Doch leider will der
Autor diesen Anforderungen gerecht werden, indem er versucht, sich ständig neue
Szenarien einfallen zu lassen, um jede Menge "Spezialeffekte" unterbringen zu
können, womit er die Geschichte jedoch überfrachtet, für den Leser
undurchsichtig gestaltet und irgendwo in der Mitte wahrscheinlich selbst den
Überblick verliert.
Die "Nebenfiguren" Picard und Data erfüllen ihre Funktion als Stichwortgeber
hervorragend, andere Charaktere werden überspitzt dargestellt. Eine weitere
Schwäche des Romans ist die Darstellung von Q selbst. Abgesehen von eingangs
erwähntem Fehlen des typischen Q-Humors wird das Überwesen zu stark
vermenschlicht. Zwar hat er seine Kräfte verloren und das Buch wurde natürlich
von einem Menschen geschrieben, aber dennoch ist dieser Q nicht der Q aus der
Serie und anderen Büchern.
Fazit: Der ungewöhnlich schwierige Erzählstil, eine uninspirierte
Handlung und die leider nur mittelmäßig charakterisierte Hauptfigur lassen nur
eine Wertung zu: Ab in die Flaschenpost und zurück ins Meer.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Ich, Q" |
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| Originaltitel |
"I, Q" |
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| Buchreihe |
The Next Generation |
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| Autor |
John De Lancie & Peter David |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch: ca. 2 - 8 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
280 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/5768 |
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| ISBN |
3-453-17937-4 |
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(pt, te - 24.10.06)