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Peter Schipfmann (ps), Michael Schuster (mi)18.10.06

"Die Verschwörung"

Andy Mangels & Michael A. Martin

Inhalt

Die U.S.S. Slayton, ein Schiff der Excelsior-Klasse unter Captain Karen Blaylock, befindet sich in der Geminus-Kluft. Dieses ziemlich öde Gebiet im Alpha-Quadranten an der Grenze zum Romulanischen Reich ist eigentlich für die Föderation von recht geringem Interesse. Es gibt nur ein System, in dem eine Spezies wohnt, die über den Warpantrieb verfügt. Zu diesem System, Chiaros, fliegt das Schiff in einer diplomatischen Mission. Denn die Bewohner des vierten Planeten sollen sich in einer Abstimmung entscheiden, ob sie Mitglied der Föderation werden wollen oder sich lieber dem Romulanischen Reich anschließen.

Auf dem Flug nach Chiaros IV registrieren die Fernbereichsensoren ungewöhnliche Subraumstörungen. Da Blaylock sich mehr für dieses wissenschaftliche Rätsel interessiert, leitet der Captain nicht den ersten Landetrupp, sondern bleibt erst einmal an Bord seines Schiffes. Weil die Regierung eindeutig die Föderation bevorzugt, scheint der Ausgang der Abstimmung sowieso von vornherein klar. Doch die Dinge entwickeln sich anders als erwartet. Das Shuttle, welches die Delegation auf den Planeten bringen soll, wird von Rebellen beschossen und muss notlanden. Die Besatzung wird von den besagten Aufständischen gefangen genommen.

Einer der gefangenen Offiziere, Cortin Zweller, scheint ein doppeltes Spiel zu betreiben: Bei den Rebellen hält sich ein Mitglied des Tal Shiar auf, mit dem er offenbar eine Übereinkunft hat. Kein Wunder, denn Zweller selber ist ein Angehöriger der Sektion 31. Diese hat ein Abkommen mit dem romulanischen Geheimdienst getroffen. Für gewisse Informationen sorgt sie dafür, dass die Abstimmung zugunsten der Romulaner ausgeht. Der Slayton ergeht es noch schlimmer als dem Shuttle: Eine starke Subraumstörung hat unter anderem einen Ausfall der Schilde zufolge. Ein romulanischer Warbird taucht auf und eröffnet das Feuer. Die Slayton wird vernichtet.

Einige Sternzeiten später:

Von diesen dramatischen Ereignissen weiß man nichts auf der Enterprise-E, als diese sich gleichfalls in die Geminus-Kluft begibt. Man soll nach der verschwundenen Slayton suchen und zwischen den pro-romulanischen Rebellen und der chiarosanischen Regierung vermitteln.

Für die diplomatische Mission kommen zwei Personen an Bord: Vizeadmiral Marta Batanides, Mitglied des offiziellen Sternenflottengeheimdienstes und der Botschafter Aubin Tabor. Letzterer gehört, wie schon Cortin Zweller, zur Sektion 31. Kaum an Bord, versucht er schon ein Mitglied der Besatzung, den Navigator Sean Liam Hawk, für seine Organisation zu gewinnen. Der ist jedoch unschlüssig und weiß nicht, wie er sich entscheiden soll. Der Anwerbeversuch ist seine letzte Aktion für die Sektion 31, denn während seines ersten Gespräches mit den beiden gegnerischen Parteien auf Chiaros IV kommt es unerwartet zu einem Überfall. Tabor wird getötet, Troi und Riker werden von Rebellen entführt - unter tätiger Mithilfe von Cortin Zweller...

Kritik

Ein Planet will Mitglied der Föderation werden. Doch die Romulaner haben etwas dagegen.
1. Peter Schipfmann

Dem Roman hat einer der beiden Autoren, Andy Mangels, folgende Widmung vorangestellt:

Für die verstorbene Kimberly Yale. In einer Zeit, als wenige Lektoren in der Welt der Comics mit jemanden zusammenarbeiten wollten, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, gab sie mir meinen ersten 'Star Trek'-Auftrag. Ich vermisse sie."

Widmung an Kimberly Yale.

Die eigentliche Geschichte ist in eine Rahmenhandlung gebettet: Nach den Ereignissen von "Star Trek: Der Erster Kontakt" wird das Raumschiff Enterprise instand gesetzt, und Picard erinnert sich an die Besatzungsmitglieder, die den Einsatz nicht überlebt haben, und es springt ihm besonders ein Namen ins Auge: Lieutenant Sean Liam Hawk, der Mann, welcher beim Einsatz auf der Außenhülle ums Leben kam. Und Jean-Luc ruft sich das Ereignis ins Gedächtnis zurück, bei dem sich dieser Offizier bewährt hatte. Nachdem diese Geschichte, die den Hautteil des Buches bildet, erzählt worden ist, reist er mit dem ehemaligen Lebensgefährten von Hawk, dem Trill Ranul Keru, zu einem Kondolenzbesuch bei den Eltern des Verstorbenen. Ende.

Im Roman selber wird die sexuelle Orientierung von Hawk nicht groß thematisiert. Er hat einen gleichgeschlechtlichen Lebenspartner, was für Picard, Riker und Data nichts außergewöhnliches ist. Schließlich ist so was im ideal gedachten 24. Jahrhundert des "Star Trek"-Universums völlig normal. Gerade auf diese Normalität wird leider an einigen Stellen gerade in einer so penetranten Weise hingewiesen, dass es fast lächerlich wirkt.

In einem Buch, in dem es um die Machenschaften der Sektion 31 geht, wäre es zudem schwierig, eine solche Problematik unserer Zeit hineinzubringen, ohne dass es aufgesetzt wirken würde. Im Mittelpunkt stehen deshalb die Rankünen des halblegalen Geheimdienstes. Hawks sexuelle Orientierung ist ergo eine Nebensache, viel wichtiger ist sein Loyalitätskonflikt, in den er durch den Anwerbeversuch des Botschafters gerät. Soll er sich für die Sektion 31 entscheiden, die ja nur das Beste für die Föderation will? Würde er dann noch für die Ideale der Föderation kämpfen, denn die Mittel der Sektion 31 sind bekanntlich recht fragwürdig? Sein Entscheidungsprozess ist nicht einfach, und es werden viele Argumente erwogen, die für die Sektion 31 sprechen und beim Leser zuweilen durchaus ein wenig Verständnis für diese Organisation wecken können. Eine plumpe Schwarz/Weiß-Malerei gibt es hier nicht. Er entscheidet sich natürlich letztendlich gegen die Sektion 31, wie es im ersten Kapitel des Buches schon angedeutet wird.

Eine spannende Geschichte der Intrigen und Verschwörungen, die für mich jedoch so ihre Schwächen hat. In allen "Sektion 31"-Romanen scheitert die Geheimorganisation mit ihren Methoden. Hier liegt es vor allem daran, dass sie gegenüber dem Tal Shiar ziemlich naiv agiert. Sie vertrauen dem romulanischen Geheimdienst und meinen, eine Vereinbarung getroffen zu haben, die dem Wohle der Föderation dient. Doch die Informationen, die sie bekommen, sind selbstverständlich wertlos, im Gegensatz zur Geminus Kluft, die sie im Tausch dafür dem Romulanischen Imperium überlassen. Das wirkt aber nun unglaubwürdig: Weder Kirk, Picard, Sisko oder Bashir können eine Organisation stoppen, die auf so einfältige Weise agiert. Man vertraut solchen Halunken, wie den Leuten vom Tal Shiar!

Die Enterprise hingegen kommt natürlich dahinter, warum die Romulaner sich Chiaros IV unter den Nagel reißen wollen und kann in einer dramatischen Aktion das drohende Unheil abwenden. Die Schilderung dieser Aktion zählt für mich zu den stärksten Teilen des Buches. Data lässt sich mit dem Computer eines Shuttles verbinden, um so das Sicherheitssystem der Romulaner zu überwinden. In einem inneren Monolog des Androiden wird die Funktionsweise seines positronischen Gehirns und seines Gefühlschips plastisch und eindringlich geschildert. Datas fast aussichtsloser Kampf mit einer ihm verwandten künstlichen Intelligenz ist der Höhepunkt des Romans. Ebenfalls gelungen ist die Darstellung des innerplanetarischen Konfliktes auf Chiaros, der viele Bezüge zu ähnlichen Geschehnissen unserer Gegenwart enthält.

Fazit: Ein guter Roman mit intrigant-hinterhältigen Romulanern, moralischen Fragestellungen und einer spannend erzählten Geschichte

2. Michael Schuster

Das "The Next Generation"-Viertel der "Sektion 31"-Reihe von Herausgeber Marco Palmieri ist ein abenteuerliches und spannendes Buch, das auch hierzulande viele erfreute Leser finden wird. "Die Verschwörung" ist ein überdurchschnittliches Abenteuer der Crew der Enterprise-E, das verschiedenste Fäden aus den unterschiedlichsten "Star Trek"-Episoden und -Filmen zusammenknüpft, um eine Geschichte zu erzählen, die selbst eigentlich genug Stoff für zwei Filme bietet. Die Geschichte mit den Romulanern und den Chiarosans ist fesselnd, aber die eigentliche Hauptfigur ist einmal nicht Captain Picard oder ein anderes Mitglied der allseits bekannten Crew, sondern Lieutenant Hawk, der Navigator aus "Star Trek: Der Erste Kontakt", der hier die schwerste Entscheidung seines Lebens treffen muss. Der Zwiespalt des jungen Offiziers ist gut beschrieben, und die Argumente von Sektion 31 sind teilweise so gut, dass man sich selbst ertappt, wie man ihnen zustimmt.

Die Zweitgeschichte, die allerdings um nichts weniger wichtig ist, betrifft die Romulaner, die einen herrlichen Auftritt haben und wieder einmal den Alpha-Quadranten bedrohen. Alte Freunde und Feinde tauchen auf, und die beiden Autoren schaffen es, Anspielungen auf dutzende Folgen der Serien fallen zu lassen, die man oft erst beim wiederholten Lesen bewusst registriert. Noch dazu ist es ihnen zu verdanken, dass das "Star Trek"-Universum endlich eine homosexuelle Figur hat, die nicht nur im Hintergrund für eine, zwei Szenen auftaucht, sondern ein dreidimensionaler Charakter ist. Das Beste daran ist die Tatsache, dass auf Hawks Sexualität nicht mit Leuchtreklame und Hinweisschildern aufmerksam gemacht wird, sondern durch beiläufige Bemerkungen mit anderen Crewmitgliedern - was zeigt, wie alltäglich und normal es im 24. Jahrhundert ist.

Fazit: "Star Trek: The Next Generation - Die Verschwörung" ist ein Buch, das man auf jeden Fall lesen sollte, wenn man ein Freund von politischen Intrigen, moralisch-philosophischen Gedankenspielen oder einfach nur einem hervorragenden "The Next Generation"-Abenteuer ist. Ausgezeichnet geschrieben, mit einer ganz offensichtlichen Affinität zu "Star Trek", schöpfen Mangels und Martin die Möglichkeiten der Serie voll und ganz aus. Übrigens: Wer bei den Namen Zweller, Batanides oder Koval aufhorcht, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Kritik bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Bewertung

1. Peter Schipfmann
2. Michael Schuster

Weitere Infos


Titel "Sektion 31 - Die Verschwörung"

Originaltitel "Section 31 - Rogue"

Buchreihe The Next Generation

Autor Andy Mangels & Michael A. Martin

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
7,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 378 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5769

ISBN 3-453-21361-0

(ps, mi - 24.10.06)


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