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Jörn Podehl (jp), Julian Wangler (jw), Christian Freitag (cf)09.12.07

"Quintessenz"

Keith R.A. DeCandido

Inhalt

Jean-Luc Picard erwartet das Kriegsgericht - wegen Insubordination. Aufgrund eines Gefühls widersetzte er sich den Anordnungen von Admiral Janeway und ging, abermals, gegen die Borg in eigener Sache vor ("Widerstand"). Nun, da die Gefahr fürs Erste gebannt scheint und die juristischen Mühlen im Oberkommando noch mahlen, wird die Enterprise vorerst mit einer vermeintlich simplen Mission beschäftigt, die zudem genug Abstand zwischen Janeway und Picard bringen soll.

Picards Auftrag lautet, das entlegene Gorsach-System zu kartographieren und womöglich intelligentem Leben nachzuspüren - eine Sternenflotten-Bilderbuchmission wie schon lange nicht mehr. Wäre da nicht ein Rätsel um Gorsach IX, wonach der Planet geradewegs künstlichen Ursprungs zu sein scheint - und der intergalaktische Störenfried Q, der unversehens wieder auftaucht.

Und als zu alledem ganze Planeten in der Galaxis verschwinden und sich das Universum geradewegs aufzulösen beginnt, erkennt Picard, dass er es sich nicht leisten kann, den ebenso ungebetenen wie regelmäßigen Besucher zu ignorieren. Zumal nicht, weil Q zu wissen scheint, dass Gorsach IX der Ausgangspunkt für die beispiellosen Verwerfungen im Raumgefüge ist.

Für den Captain und seine teils neue, noch nicht eingespielte Mannschaft beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Noch ahnen sie nicht, dass Gorsach IX die letzte Stufe im vermeintlichen Prozess des Q-Kontinuums gegen die Menschheit darstellt - und eine ultimative Erklärung bereit hält, wer Q wirklich ist, wofür er steht und was ihn in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein ums andere Mal auf die Enterprise führte ...

Kritik

Die folgenden Rezensionen beziehen sich auf die amerikanische Originalausgabe.

1. Jörn Podehl

Wenn Picard und seine Mannschaft das Rätsel um einen mysteriösen Planeten nicht lösen, wird das Universum enden... Hallo, Q!
"Q&A" wurde von einem Autoren geschrieben, der zur Elite von "Star Trek" gehört. Seine Romane wie zum Beispiel "The Lost Era: The Art of the Impossible", "A Time for War, a Time for Peace" und "Articles of the Federation" gehören zu den interessantesten des "Star Trek"-Bücherversums. Mit Keith R.A. DeCandidos Buch kommt die "Second Decade" endlich etwas in Schwung, nachdem man mit dem gerade so durchschnittlichen "Tod im Winter" und dem alles andere als guten Buch "Widerstand" auf die Post-"Nemesis"-Zeit vorbereitet wird. "Q&A" soll pünktlich zum 20-jährigen Geburtstag an die Stärken der "The Next Generation" anknüpften: gute Charakteristik, Humor und Herz. Dies gelingt aber leider nur bedingt...

Der Roman hat einen sehr willkürlichen Aufbau: zwei Prologe, 21 Kapitel, zwei Epiloge und einige Zwischenspiele aus dem Q-Kontinuum sind auf 295 Seiten komprimiert und nerven nicht selten, denn die Entstehung der Risse im Raum wird aus vielerlei Perspektiven dargestellt, die für die Handlung vollkommen uninteressant und unwichtig sind. Captain Riker von der U.S.S. Titan, Captain Klag von der I.K.S. Gorkon, die romulanische Commander Donatra, ein Ferengi und ein Malon-Frachter-Captain interpretieren die Entstehung der Anomalien aus ihrer Sicht und langweilen nach einigen Kapiteln nur. So ist das Überspringen der Textpassagen mehr als verständlich.

Picard und Q als Hauptcharaktere sind dagegen gut getroffen. Ihr Zusammentreffen bildet die Haupthandlung des Buches, die nett zu lesen ist und den einen oder anderen Schmunzler provoziert. Nichtsdestotrotz gehört sie nicht zu den besten aus "Star Trek"; zu oft sah man sich in den TV-Episoden und vielen Büchern mit riesigen, unfassbaren Katastrophen, Vernichtung oder Krieg konfrontiert, sodass der Reiz allmählich verloren geht. Qs Sticheleien erwecken aber nostalgische Gefühle an die "Next Generation". Es wurde ja auch Zeit, dass der Allmächtige wieder auf die Enterprise kommt.

Gleichzeitig beantwortet "Q&A" eine Frage, die man sich seit "Mission Farpoint" des Öfteren gestellt haben wird: Gibt es mächtigere Wesen als die Q? Seit diesem Buch wissen wir es definitiv. Höhere, universumübergreifende Wesen - sie werden immer mit Großbuchstaben beschrieben: SIE - warten darauf, dass irgendwer Universum für Universum das Rätsel um Gorsach IX lüftet. Warum? Weil sie Spaß daran haben und hoffen, endlich lebenswürdige Wesen zu finden und auf die Vernichtung des Universums zu verzichten. In meinen Augen etwas an den Haaren herbeigezogen, aber so sind Science-Fiction und Q nun einmal.

Dass "unser" Universum weiterhin existieren wird, ist selbstverständlich, auch wenn Zwickmühlen dieser Art abgedroschen sind. DeCandido biegt auf interessante Weise alle Auftritte von Q in der TV-Serie so zurecht, dass sie keine kurzsichtigen Einzelgeschichten mehr sind, sondern Picard auf die Konfrontation mit IHNEN vorbereiten. Jetzt steht Picard da - und vermag SIE zu überzeugen, des Lebens würdig zu sein (übrigens durch ein Lachen, wie wir es in der TV-Episode "Willkommen im Leben nach dem Tod" gesehen haben ... aha!).

Aber, liebe Leserinnen und Leser, gekünstelt oder nicht, der Gedanke einer globalen, jahrzehntelangen Q-Mission hat schon seinen Reiz, auch wenn Q damit den Menschen keinen Gefallen tun wollte, sondern seinen eigenen Hals gerettet hat; schließlich wären auch die Q mit unserem Universum draufgegangen - und weder Q, Q, Q und q hätten das gewollt, oder?

Kommen wir zu den Charakteren, die in der etwas schwächeren Nebenhandlung beleuchtet werden: Es gibt neue Gesichter auf der Enterprise, die sich aber noch etablieren müssen. Neuer Zweiter Offizier und damit an der OPS stationiert, ist Lieutenant Commander Miranda Kadohata, eine Frau, die schon vor Jahren auf der Enterprise diente und dadurch in den Herzen der Crewmitglieder verwurzelt ist. Geordi fällt es da verständlicherweise schwer zu akzeptieren, dass jetzt jemand Datas Posten übernommen hat. Die Rolle des Buhmanns hat Lieutenant Zelik Leybenzon inne. Er ist der typische, klischeehafte Sicherheitschef; derjenige, der niemanden (insbesondere Offiziere) leiden kann (was übrigens auf Gegenseitigkeit beruht. Er ist nur auf der Enterprise, weil Worf ihn haben wollte). Im Grunde genommen ist er eine abgespeckte Version von Major Hayes aus "Star Trek: Enterprise", nur dass Leybenzon wohl nicht so schnell sterben wird ... leider. Wer ist Schiffs-Counselor? In "Widerstand" wurde bereits die Vulkanierin T'Lana eingeführt. Sie ist weder überzeugend noch interessant. Interessante Vulkanier gibt es anscheinend nur in der Trek-Serie "Vanguard": Das Beispiel T'Prynn zeigt, wie man einen richtig guten Charakter schaffen kann. Dr. Crusher und der Rest kommen wieder einmal zu kurz. Man kann sich fragen, warum sie denn noch auf der Enterprise ist, wenn sie nur sporadisch als Picards Liebhaberin herhält? Und wo ist eigentlich Wesley?

Bis auf Classic hat jede "Star Trek"-Serie ihren Relaunch. Wo ist der von "The Next Generation" angesiedelt? Leider ganz, ganz weit unten. Trotz des durchschnittlichen "Q&A": Für mich ist er der schwächste Relaunch von allen Serien und trübt die Freude auf die Zukunft von "Star Trek". Auch das von Peter David verfasste, im Dezember erscheinende Buch "Before Dishonor" wird daran wohl nicht viel ändern. "The Next Generation" ist seit "Der Aufstand" (und vielleicht noch der "A Time To ..."-Reihe) vorbei und sollte den Lesern so in Erinnerung bleiben, wie sie einst war: als eine tolle Serie mit Gefühl, Moral und Herz. Nicht als dahin gekleisterte Neuauflage vergangener Zeiten zu einem 20-jährigen Geburtstag. Lebe wohl, TNG!

Fazit: Das kreative, dennoch nicht überdurchschnittliche Highlight der "Second Decade". Die Leserinnen und Leser, die TNG in guter Erinnerung behalten wollen, sollten lieber die Finger von diesen drei Büchern lassen und ältere TNG-Romane lesen.

2. Julian Wangler

Die Platzierung von "Q&A" zwischen zwei Borg-Romanen lässt erahnen, dass es sich eigentlich um eine Interimsgeschichte handelt. Die zudem starke Beschäftigung mit den Charakteren bestätigt dies. Hier scheint Autor Keith R.A. DeCandido, fast schon ein wenig unfreiwillig, in die Bresche des Vorgängerromans "Widerstand" zu springen, welcher mit schlechter Persönlichkeitsentwicklung (und dem Verheizen zweier Newcomer-Protagonisten) eine Menge Nachholarbeit erforderlich machte.

Dem entgegen steht ein A-Plot, welcher sich anschickt, die Q-Besuche seit der Farpoint-Mission zu ganzheitlicher Perspektive zu führen und einen Schlussstrich darunter zu ziehen. All das klingt im Prinzip nicht schlecht, besteht scheinbar mit "Q&A" die Möglichkeit, jene konzeptlose Nichtigkeit von "Widerstand" gleichsam auszubügeln.

Doch anders als im Falle von J.M. Dillards Roman ist es diesmal weniger der inhaltliche Aspekt denn die konkrete Umsetzung, unter der der Leser zu leiden hat. Denn "Q&A" kommt ziemlich uninspiriert daher: Es beginnt - im Gefolge einer sich wie Kaugummi ziehenden Einleitung - als gewöhnliche Q-Episode, in der so manches Element brühwarm aufgekocht wird (Gags, Qs Verbannung) und wenig überrascht. Das Wortspiel im Titel verweist jedoch über das Übliche hinaus. Obwohl das "A" nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem "Q" gegeben wird, bekommt der Leser doch am Ende des Buches eine Rechtfertigung für Qs Verhalten in den letzten 20 Jahren geliefert - und ist irgendwie seltsam enttäuscht.

Es ist sicherlich auch die etwas blutleere Erklärung, die DeCandido das Gotteswesen abgeben lässt, aber darüber hinaus fragt man sich natürlich, ob es eines übergeordneten, höheren Grundes bedarf, der über sein alljährliches Erscheinen Auskunft gibt. War es nämlich nicht gerade die selbstherrliche Note und die eigenartige Nähe zu Picard und seiner Crew - ja womöglich ein Hauch von Neid -, die Q verspürte? Das Bedürfnis, nicht perfekt zu sein, nicht göttlich, sondern menschlich und makelbehaftet und damit trotzdem oder gerade deshalb leben zu können? War das nicht seine Schwäche für die Menschheit im Allgemeinen und Picard im Speziellen gewesen?

Das alles erfährt nun eine krasse Revidierung, denn laut DeCandidos Interpretation der Dinge waren auch Q und seinesgleichen Getriebene im Angesicht einer Herausforderung, wo es um die Rettung des Universums (und einer den Q überlegenen, noch höheren Spezies ging), und der in "The Next Generation" ideell geführte Prozess gegen die Menschheit verkommt zu einem Mittel zum Zweck, zu einer Farce. Das ist, würde ich sagen, das wirklich Enttäuschende: eine Entmystifizierung des Q-Faktors, an den sich bedauerlicherweise eine Sinnentleerung anschließt.

Nach der Lösung des alles und jeden betreffenden Rätsels ist es nun unwahrscheinlich, dass Q noch einmal auftaucht. Wenn Picard Q fragt: "It's finally over?" und dieser darauf antwortet "Yes, mon capitain.", dann muss ich stutzen. Denn in der Serie hieß es noch, dieser Prozess gehe nie zu Ende, und auch Qs eigene Querulanzen und Neugier schwemmten ihn immer wieder an Bord. Ist es möglich, ein derart abgeklärtes Ende für die große Q-Story aus der Taufe zu ziehen? Es gibt noch mehr Probleme: Die lange Einleitung und das insgesamt nicht einmal 300 Seiten fassende Buch lassen der Geschichte alles andere als viel Entfaltungsfreiraum. Dadurch wird es aber gleichsam fragwürdig, weshalb gerade Gorsach IX die große und letzte Herausforderung des Kontinuums an die Menschheit ausmachen soll. Anstatt das Q-Thema auf eine höhere Ebene zu hieven, wird es im Zuge eines finalen Paukenschlags - der übrigens viel mit "Gestern, Heute, Morgen" gemein hat - vom TNG-Stamm abgesägt. Ob das der Tenor ist, den die "Second Decade" mit sich führen sollte? Gerade in Anbetracht der sich abzeichnenden Schwierigkeiten, ein neues Stammthema zu besetzen, sollte das zum Nachdenken anregen.

Kommen wir schließlich zum Komplex der Charaktere. Da lautet die gute Nachricht: Es tut sich endlich was. Die schlechte hingegen: Es sind Trippelschritte und Feintuning, was bei der Auslegung von "Q&A" wohl auch nicht anders möglich war. Aber immerhin gibt es endlich sinnvolle Dialoge, die sich alten wie neuen Helden annehmen und Einblicke in ihren mentalen Kosmos geben. So sucht Geordi den neuen Counselor, eine Vulkanierin namens T'Lana, auf, um den Verlust Datas verarbeiten zu können; der (nach "Widerstand" schon wieder) neue Sicherheitschef Leybenzon ist eine kantige Persönlichkeit und repräsentiert einen Teil der "neuen" Sternenflotte nach dem Dominion-Krieg; erfreulich sind auch die häufigen Wortwechsel zwischen Picard und Beverly, womit bewiesen scheint, dass sie doch mehr miteinander können als sich im Spannungsfeld der eigenen Chemie zu bewegen. Kurzweilig, aber nicht von schlechten Eltern sind auch die Konfrontationen Picards und Worfs mit T'Lana. Alles in allem bleiben aber auch hier die hohen Erwartungen an die "Second Decade", die ich ursprünglich hatte, auf der Strecke.

Fazit: Was nun ist der Verbleib von "Q&A"? Eindeutig die Beendigung eines großen Themenbogens. Da nur John de Lancie auf der Leinwand alterte, jedoch nicht Q in Romanform, ist es fraglich, wieso die Begegnungen mit ihm mit derartiger Hartnäckigkeit zu einem Ende gebracht werden. Ein Ende zudem, das vieles in der Serie Gesehene mit Füßen tritt und kaum sonderlich einfallsreich ist. Ein wenig geglückter erscheint diesmal der B-Plot um die Protagonisten, wo es kleinen, aber zweifellos richtigen Schritts eine gute Entwicklung nimmt. Das reicht jedoch keineswegs aus, um die gravierenden Nachteile des Buches zu kompensieren. Für einen DeCandido-Roman ist er allemal enttäuschend. Zur Verteidigung des ansonsten mit so viel Lob überhäuften Autors gehört es aber auch anzuführen, dass die Vorgaben ja nicht unbedingt prickelten.

So oder so: Die Konzept- und Perspektivlosigkeit spukt nach wie vor, gleich einem ruhelosen Geist, durch die verzweifelt düsteren Fluren der "Next Generation". Die "Second Deacade" enttäuscht auf ganzer Linie.

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe aus dem Cross Cult Verlag.

3. Christian Freitag

Seitdem Quälgeist Q bei "Mission Farpoint" den Widersacher gegeben hat, hat sich der Charakter - wenn man ihn denn so nennen will - ganz schönen Wandlungen unterzogen. Hat er in "Mission Farpoint" noch der Menschheit die weiteren Reisen durch das All untersagen wollen und die Menschen vor ein postapokalyptisches Gericht gestellt, versuchte er einige Folgen später, Riker zum Q zu machen. Hier schien er Picard nichts weiter als ein Taschenspieler zu sein. Eine Art Witzfigur, die man nicht ernstnehmen könne. Dieser Eindruck wurde eine ganze Staffel später ad absurdum geführt.

Q hat der Enterprise die Borg vorgestellt. Eine schmerzliche Erfahrung, weil Picard insgesamt 18 Crewmitglieder bei dem Angriff verloren hat. Ohne scheinbaren Grund scheint Q dann eine weitere Staffel später seine Kräfte verloren zu haben und musste sich dann bei den Menschen aufhalten, die er so gerne genervt hatte. Schließlich war es eine ganze Weile ruhig um ihn. Q wandelte sich, als er eine junge Q ins Kontinuum überführen oder sie auslöschen sollte. Hier sah nur der Zuschauer, dass mehr am Kontinuum dran war, als ein bedrohlicher Schatten erschien, mit dem sich Q unterhalten hatte. Kurz darauf taucht er gar als "Gott"-Inkarnation bei Picard auf. Letztlich teilte er Picard dann mit, dass den Menschen die weitere Existenz verwehrt wird. Insgeheim half er aber Picard, dies zu verhindern. Danach wurde er bei Picard und Co. nie wieder gesehen.

Es gab zwar einen Auftritt bei DS9, der jedoch nicht ins Gewicht fiel und einige Auftritte bei "Voyager", die zwar an sich interessant waren, jedoch nie an die TNG-Episoden heranreichten. Es ist schwer, das Wesen einzuordnen: Quälgeist, Misanthrop, sogar Beschützer. Q lässt sich nicht in irgendwelche Schubladen stecken. Es war zwar schön, dass die TNG-Serie in sich damit einen runden Kreis vollzogen hatte, aber bei den Filmen fiel auch nicht sonderlich auf, dass Q fehlte.

Es gab allerdings ein Audiobuch, indem sich Spock gegen Q zu behaupten hatte, abgesehen vom Computerspiel "Borg", wo er auch sein Unwesen trieb. Stattdessen nahmen sich die Autoren des Wesens an. Q trat das ein oder andere Mal mehr oder weniger erfolgreich in Comics der DC-Reihe in Erscheinung. Zu nennen seien hier beispielsweise die Nr. 33 folgende, in denen Q die Mannschaft der Enterprise-D in Klingonen verwandelt (insbesondere der Rüstungsinhalt von Troi wurde auf dem Cover eindrucksvoll in Szene gesetzt ...), ein fader Aufguss hiervon erfuhr die Reihe ganz zu ihrem Ende, als Q die Mannschaft in Androiden verwandelte, sodass man dankbar sein konnte, dass es nicht jede Woche etwas anderes war, obwohl Vulkanier wäre wohl noch interessant gewesen.

Insbesondere Peter David hatte einen Narren an ihn gefressen, da er ganz seinem Humor entsprach. Von ihm stammen dann auch die allesamt ausgezeichneten Romane: "Eine Lektion in Liebe" mit Lwaxana Troi, "" mit Trelane und letztlich mit John-de-Lancie-Darsteller "Ich, Q". Autor Greg Cox, der bereits die ausgezeichneten Khan-Romane geschrieben hatte, schlägt in eine ganz andere Kerbe. Statt den humoristischen Ansatz des Q zu gehen, schreibt er im epischen Dreiteiler "Das Q-Kontinuum" vom Aufstieg und Fall des T'Kon-Imperiums sowie von einigen anderen allmächtigen Wesen, die es auf Q abgesehen hatten und ihm auf der Enterprise-E einen fulminanten Showdown liefern.

"Quintessenz" ist nach langer Q-Abwesenheit eine schöne runde Sache. Man hat zwar nicht den besten Q-Roman vor sich, hier sind David und Cox ganz klar auf der Bestenliste, aber er bemüht sich eine Erklärung für all die teilweise zusammenhanglosen Auftritte in TNG zu geben und erwähnt auch noch die Auftritte der beiden vorgenannten Autoren. Es wird hier recht konstruiert erklärt, weshalb Picard von Q sozusagen "vorbereitet" wurde, auf das, was kommt. Auch wenn sich der Leser teilweise – berechtigt - die ein oder andere Logikfrage stellen mag, so ist "Quintessenz" nett zu lesen, bricht aber auch aus der "Second Decade"-Reihe etwas aus.

Was bei der "Second Decade"-Reihe ferner auffällt, ist das Spielen mit neuen Nebenfiguren, die ja zu Hauptfiguren werden sollen. Man kann das Schiff nicht mit vier bekannten Gesichtern führen. Die drei neuen Nebenfiguren bleiben recht farblos. Es fällt hier auch auf, wie sehr Sara Nave und Lt. Battaglia, deren Namen man sich sogar merken konnte, tatsächlich fehlen. Der weibliche vulkanische Counselor hat ihre Eigenart, penetrant gegen alles "dagegen" zu schreien, selbst wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Entscheidung richtig war, geht es ihr um den Status quo. Vor allem hatte man bei der intensiven Beschreibung und Einarbeitung den Eindruck gewonnen, als wollte man mit Worf und ihr etwas Besonderes vorhaben. Dies wurde aber nicht weiter verfolgt, sodass der Charakter unter "ferner liefen" mal gehört, dann aber auch in Vergessenheit geraten war. Auch Davids Vorschlag am Ende, den einen oder anderen Charakter zu "retten", um ins nächste Abenteuer zu fliegen, wurde vergeigt. Insbesondere das "Frontschwein" Leybenzon bleibt recht unsympathisch. Mit Commander Kadohata kann man auch nicht viel anfangen, sie ist jedoch diejenige, die der Enterprise in den weiteren Romanen am längsten erhalten bleiben wird. Vermutlich ist dem auch so, weil sie als Mutter dreier Kinder und einer intakten Familie, deren Mann aber auf dem Planeten mit den Kindern verblieben ist, eine recht seltene Konstellation in "Star Trek" bietet.

Der Autor weiß, wovon er schreibt, kennt "Star Trek" fast in- und auswendig (fast, weil sonst hätte er Taurik zum Lieutenant gemacht und nicht zum Ensign). Er verknüpft Serienfolgen mit Romanen und anderen Reihen ("I .K. S. Gorkon", "New Frontier") und es gelingt ihm eine relativ plausible Erklärung - plausibel für Q jedenfalls allemal - zu finden, weshalb der Quälgeist solch ein Interesse an der Menschheit hat ...

Insbesondere ist es interessant zu erfahren, dass es auch noch den Q überlegene Wesen gibt, die diese ausschalten könnten und dass es nichts gibt, das die angeblich so allmächtigen Q dagegen ausrichten könnten. Damit wird weiter an der Unfehlbarkeit der Q gebröckelt, wie bereits mit dem Bürgerkrieg innerhalb des Kontinuums aufgrund des Selbstmordes von Quinn. Auch lässt dies Qs Interesse an der Menschheit und an Picard in einem ganz anderen Licht erscheinen. Hier geht es durchaus auch um den Selbsterhaltungstrieb, der den Q ebenfalls zu Eigen sein scheint.

Fazit: Für mich stellt "Quintessenz" trotz einiger Schwächen und Ungereimtheiten bislang den Höhepunkt des Relaunchs nach "Tod im Winter" und "Widerstand" dar.

"Quintessenz" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Julian Wangler
3. Christian Freitag

Weitere Infos


Titel "Quintessenz"

Originaltitel "Q & A"

Buchreihe TNG - The Second Decade

Autor Keith R.A. DeCandido

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 320 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3941248634

(jp, jw, cf - 09.04.12)


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