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Nina Ruzicka (ru)29.05.10

"Im Exil"

Howard Weinstein

Inhalt

Die Alajaner und die Etolosianer haben drei Gemeinsamkeiten: zum einen ihre Abstammung, denn die Etolosianer sind eigentlich eine ausgestoßene Sekte, die vor 300 Jahren Alaj verließen und auf dem Nachbarplaneten - "Etolos" genannt, nach ihrem Anführer - siedelten. Zweitens verbindet beide Völker ein unglaublicher Hass aufeinander. Drittens wurden beide Planeten unbewohnbar.

Im Falle Alajs sind die Bewohner selbst schuld daran, weil sie durch verantwortungslose Ausbeutung und Umweltverschmutzung das Klima zum Kollabieren brachten, genau der Grund, warum sich die Natur liebenden und schützenden Etolosianer abspaltete. Im Falle Etolos' sind es natürliche tektonische Bewegungen, die massive vulkanische Tätigkeit auslösen und damit ein ähnliches lebensfeindliches Klima schaffen.

Und obwohl wie erwähnt Alajaner und Etolosianer einander spinnefeind sind, sehen die jeweiligen Herrscher, Kurister Zeila von Alaj und Präfekt Retthew von Etolos, keine andere Möglichkeit als miteinander zu verhandeln, notfalls auch gegen den Willen der Bevölkerung. Der Deal: Etolosianer helfen dabei, Alajs Umweltsituation wieder unter Kontrolle zu bringen. Dafür erhalten sie von Alaj einen unbesiedelten Planeten im Sonnensystem, um sich dort niederzulassen. Soweit die Ausgangslage.

Die Enterprise soll bei den Verhandlungen vermitteln. Während Picard und Troi auf Etolos die beiden Völkern heiligen Tiere - Nefittifi, ein kurioses Mischwesen mit Schnabel, Federn, Fell und sogar einigen pflanzlichen Merkmalen - begutachten, begleiten Riker und Data die etolosianische Botschafterin Navirra nach Alaj zu Erstverhandlungen. Zwei der heiligen Nefittifi sind ebenfalls in dem Deal enthalten, da die Tiere auf Alaj ausgestorben, für den religiös-sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft aber unverzichtbar sind. Deshalb werden die Nefittifi von Etolos auf die Enterprise gebeamt, zusammen mit dem Tierpfleger Robbal, der ein Auge auf Troi geworfen hat. Während es zweimal zu Anschlägen auf die Tiere kommt (hinter denen Retthews Vertrauter und Sicherheitschef Ozemmik steckt), geraten Riker, Data und die Botschafterin, die von Alaj mit einem Shuttle aufbrechen, in Schwierigkeiten, als sie von einem gewaltigen Schiff gefangen genommen werden. Letzteres steht unter der Führung eines einzelnen, alten Mannes - ebenfalls ein Ausgestoßener Alajs, der sich nun an seiner ehemaligen Heimat rächen will und einen Kollisionskurs mit dem Planeten ansteuert.

Kritik

Zwei Planeten stehen vor dem Untergang: Die Enterprise soll helfen.
Howard Weinstein hat schon mehrere "Star Trek"-Romane geschrieben, und alle drehen sich mehr oder minder um Umweltthemen. Die beherrscht er eigentlich sehr gut; was ihm nicht so liegt ist ein stringenter Handlungsverlauf. Etwa bis zur Hälfte des Buches werden wir sehr detailliert und auch spannend in die diplomatische Situation eingeführt. Zeila kämpft mit Aufruhren und von der Opposition auf Alaj unterstützten Anschlägen auf ihr Leben. Retthew hat ähnliche Probleme, nur richten sich die Anschläge gegen die hoch heiligen Nefittifi. Dazwischen haben beide mit Widerständen aus den eigenen Reihen gegen Verhandlungen mit dem Nachbarn zu kämpfen.

Dieser Handlungsteil funktioniert bestens, bis plötzlich das dritte Element - der rachsüchtige Alte in seinem Riesenschiff - in den Vordergrund rückt. Ab dem Zeitpunkt wendet sich die Handlung um 180 Grad, mit einem Mal wird die gesamte diplomatische Situation fallen gelassen, und wir springen lediglich zwischen den auf dem Riesenschiff gefangenen Crewmitgliedern und der verzweifelten Enterprise hin und her, auf welcher sich Picard allen Ernstes zu einer Kamikaze-Aktion entschließt, bei der das gesamte Schiff inklusive Besatzung geopfert würde. Das verläuft so: Man schießt zwei Photonentorpedos auf das Riesenschiff und feuert einmal Phaserstrahlen ab. Beides bleibt wirkungslos. Und schon ist der nächste logische Schritt der, dass die Enterprise den Kollisionskurs des Schiffes mit Alaj nur dadurch stoppen kann, indem sie selbst das Schiff rammt.

Dass Worf von der Idee begeistert ist, ist noch verständlich, aber dass kein einziger der Techniker an Bord auch nur die Möglichkeit in Betracht zieht, erst mal die Schilde oder die Frequenz der Phaser neu zu justieren, um das Riesenschiff zumindest einzubremsen, scheint mir schon etwas gewagt (um nicht zu sagen, blödsinnig). Picard wendet sich tatsächlich an die Besatzung, teilt ihr mit, dass jetzt leider alle sterben müssen, um einen Planeten zu retten, auf dem sich die Bewohner gerade gegenseitig abschlachten und der ohnehin bald völlig vergiftet sein wird, und rast mit Wucht auf das gegnerische Schiff zu. Natürlich wird er in letzter Sekunde zurückgepfiffen, weil Riker und Data mittlerweile den alten Mann überwältigt und das Schiff unter Kontrolle gebracht haben.

Ganz abgesehen von diesem mehr als dürftigen Schluss gibt es aber noch andere Fehler. Wie erwähnt hält sich die Enterprise bei Etolos auf, während sich das Shuttle von Alaj auf den Weg macht, um sich auf halber Strecke mit der Enterprise zu treffen. Da sie sich innerhalb eines Sonnensystems befinden, können beide Schiffe nur mit Impulsantrieb fliegen, und das dauert im vorliegenden Falle 19 Stunden. So weit, so gut. Jedoch behält die Enterprise ihre eigene Mannschaft und das Shuttle nach der Verabredung keine Sekunde mehr im Auge, was insofern überrascht, als sogar heutige Flugzeuge ständig per Radar überwacht werden. Dass das Shuttle verschwunden ist, fällt der Enterprise folglich erst ein paar Minuten vor dem geplanten Treffen auf. Man folgert messerscharf, dass das riesige Schiff daran schuld sei - und geht auf Warp! Innerhalb des Sonnensystems.

Der nächste ärgerliche Faktor ist der bereits erwähnte Handlungsschwenk. Die ursprünglich aufgebaute Handlung wird ohne weitere Erwähnung fallen gelassen. Wir erfahren, dass Retthews Freund Ozemmik, der eingangs sehr detailliert charakterisiert wurde, so dass man mehr von ihm zu erfahren erwartete, hinter den Anschlägen steckt - und das war's. Die anfangs sehr im Vordergrund gehandelte Botschafterin Navirra wird, nachdem das Shuttle gefangen wurde, auch nicht mehr erwähnt, ihre weitere Funktion in den Verhandlungen (sowie ihre Existenz) scheint irrelevant. Die blutigen Aufstände auf Alaj toben unbeachtet weiter vor sich hin oder auch nicht, wir erfahren nichts mehr darüber. Und Troi, die wie ein Schulmädchen mit dem Tierpfleger Robbal flirtet, schert sich keine Sekunde um den verschwundenen Riker, im Gegenteil, sie plädiert sogar dagegen, das riesige Schiff als Feind zu betrachten.

Leider ein Roman, der nach einem viel versprechenden Anfang ein eher jämmerliches Finale hingelegt hat.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Im Exil"

Originaltitel "Exiles"

Buchreihe The Next Generation

Autor Howard Weinstein

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 283 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4937

ISBN 3-4530-5856-9

(ru - 29.05.10)


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