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Nina Ruzicka (ru)29.05.10

"Die Jarada"

V.E. Mitchell

Inhalt

Die Jarada sind ein insektoides Volk, das über alle Maßen auf die Einhaltung eines strikten Protokolls bedacht ist. So viel wissen wir seit der Ersten-Staffel-Folge "Der große Abschied", in welcher Picard sich mit einer offiziellen Begrüßung in der Landessprache abplagen musste, da die Jarada hierfür keine Universalübersetzer akzeptierten. Damals wurde ein erster Kontakt geknüpft, der jetzt (reichlich spät, denn wir befinden uns zeitlich gegen Ende der vierten Staffel) ausgebaut werden soll.

Die Jarada sind zu Erstgesprächen über einen Beitritt zur Föderation bereit. Natürlich muss wieder alles streng nach Protokoll ablaufen und fast alle Senioroffiziere sind im diplomatischen Team: Picard, Riker, Dr. Crusher, Troi, Worf, sowie Keiko O'Brien. Die Verhandlungen laufen fast verdächtig gut. Für den nächsten Tag soll das Team jedoch getrennt werden und individuelle Besichtigungstouren unternehmen. Keiner im Team ist darüber besonders erfreut, doch sie müssen ihren diplomatischen Auftrag erfüllen. Und während Picard hier trotz Außeneinsatz einmal nicht in Gefahr gerät, erwischt es fast alle anderen Crewmitglieder.

Nachdem der Captain und Troi aufs Schiff zurückbeamt wurden, müssen sie feststellen, dass kein Kontakt zum Außenteam mehr besteht. Dafür wird die Enterprise von scheinbar geistesgestörten Jarada attackiert.

Kritik

Jahre nach den Ereignissen der TV-Episode "Der große Abschied" kommt es zu Gesprächen zwischen der Föderation und den Narada. Aber dann...
Zu den Pluspunkten des Romans zählt zunächst einmal, dass dieses in der TV-Serie nur am Rande erwähnte Volk der Jarada zumindest in den ersten Kapiteln näher vorgestellt wird. Es handelt sich um Wesen, die im Aussehen Gottesanbeterinnen ähneln. Sie leben in einem hierarchischen Gruppenverband, wie man ihn von Ameisen oder Bienen kennt, natürlich auf intellektuellerer Ebene als unsere irdischen Insekten.

Die Autorin ist mehrfache Akademikerin, unter anderem in den Bereichen Geologie und Ökologie, und das merkt man, wenn sie Landschaften beschreibt. Aber auch die kulturellen Eigenheiten, das Aussehen der Insektenwesen, ihr Geruch, die verschachtelte Architektur des Palastes wird bis ins kleinste Detail geschildert und damit vermittelt sie ein sehr lebhaftes Bild. Zweiter Pluspunkt ist der Einsatz von Keiko als eine der Hauptfiguren. Gerade sechs Monate ist sie mit Miles verheiratet, und in der Ehe kriselt es bereits, weil hier zwei sehr konservative Kulturen - die irische und die japanische - aufeinander treffen. Natürlich ist das eine Spiegelung der konservativen Jarada.

Kommen wir zum Aufbau der Geschichte. Zunächst haben wir die einführenden diplomatischen Gespräche, auf welche die Aufteilung des Teams in einzelne Gruppen folgt. Während Picard und Troi ein letztes Gespräch mit dem Jarada-Oberhaupt führen und dann zum Schiff zurückkehren, soll Riker einer Gruppe von Jarada-Musikern seine Posaunenkünste darbieten, Beverly soll die medizinischen Einrichtungen begutachten, Worf ist für eine militärische Vorführung ausersehen und Keiko sowie ein Kollege aus der Botanik-Sektion der Enterprise sollen die Vegetation der Umgebung auskundschaften. Alle erhalten sie einen oder mehrere Führer zur Seite gestellt - und alle geraten sie in Lebensgefahr.

Kapitelweise wird je ein Außenteam begleitet und dann ein Schwenk zurück zum Schiff gemacht. Diese Reihenfolge wird strikt beibehalten, was dem ganzen einen etwas starren Charakter verleiht. Alle Crewmitglieder stellen nach kurzer Zeit fest, dass die Jarada etwas verbergen und werden kurz darauf auch schon von scheinbar geistesgestörten Insektenwesen attackiert, so dass ihnen nur die Flucht bleibt. Keiko und ihren Kollegen trifft es hierbei am härtesten, denn während letzterer von den giftigen Krallen der Jarada schwer verletzt wird, leidet Keiko selbst scheinbar an einer Art Planetenkoller, die sie permanent erbrechen lässt. Das wird letztlich so glaubhaft geschildert, dass zumindest ich erfolgreich getäuscht wurde und erst gegen Ende des Romans den Grund ihrer Übelkeitsattacken durchschaute.

Man kann diesem Aufbau sicherlich keine Spannungsarmut vorwerfen, was sicherlich auch erwähntem Detailreichtum zu verdanken ist. Dennoch fiebert man nicht wirklich mit. Die Erklärung für die irrationale Aggression der Jarada stellt sich dann auch als recht dürftig heraus: Sie ernähren sich falsch. Der Planet, den die Enterprise nämlich hier besuchte, war nicht die Heimatwelt der Jarada, sondern eine Außenkolonie, und dort fehlen scheinbar unersetzliche Nahrungsgrundbausteine, weshalb die Jarada buchstäblich durchdrehen. Die Banalität dieser Erklärung wird gegen Ende des Romans ziemlich hastig abgehandelt.

Zum Glück endet es dann aber nicht damit, dass die Enterprise als Retter in der Not ein dankbares Volk in die Föderation aufnimmt, sondern es stellt sich heraus, dass die Jarada niemals der Föderation beitreten wollten, sondern nur in einer ritualisierten Geiselnahme Hilfe für ihr konkretes Problem (den Massenwahnsinn) erpressen wollten. Letztere Erkenntnis wird aber nie ausdrücklich erwähnt, der Roman schwelgt vorwiegend in Actionszenen, wobei ein und dieselbe bedrohliche Situation auf fünf Handlungsstränge ausgewälzt wird, von denen nur zwei wirklich zur Lösung beitragen, der Rest ist Füllmaterial.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Die Jarada"

Originaltitel "Imbalance"

Buchreihe The Next Generation

Autor V.E. Mitchell

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 346 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5279

ISBN 3-4530-7991-4

(ru - 29.05.10)


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