Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Nina Ruzicka (ru)29.05.10

"Kriegstrommeln"

John Vornholt

Inhalt

Auf dem Planeten Selva ist es zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen. Eine Gruppe von terranischen Siedlern hat dort eine Kolonie gegründet, ohne zu ahnen, dass sie dabei in den Lebensraum anderer intelligenter Wesen vordringt. Denn schon Jahre zuvor ist eine Handvoll Klingonen - damals noch Kinder - im Zuge eines Gefechtes zwischen Klingonen und Romulanern auf Selva gestrandet. Die Überlebenden eines Raumschiff-Absturzes haben in den Wäldern des jungen Planeten eine primitive aber funktionierende Gemeinschaft aufgebaut.

Captain Jean-Luc Picard und die Enterprise-Crew haben den Auftrag, dem Morden ein Ende zu bereiten. Vor allem Lieutenant Worf bemüht sich, Kontakt zu den jungen Klingonen zu finden, um sie zu einem friedlichen Zusammenleben mit den Föderations-Siedlern zu bewegen. Doch einige der Kolonisten sabotieren die Bemühungen der Enterprise-Offiziere. Offensichtlich können sie sich nur eine Lösung des Problems vorstellen: die "Wilden" vollständig auszurotten.

Kritik

Menschen und Klingonen bewohnen gemeinsam den Planeten Selva. Doch sind die Klingonen von den menschlichen Mitbewohnern nicht begeistert und wollen sich dem Problem entledigen...
Diese Kritik bezieht sich auf die englische Originalausgabe "War Drums".

Ein sehr schwierig zu bewertendes Buch. Die Geschichte ist zweifellos spannend, mitreißend und vor allem bei der Beschreibung der jungen, verwilderten Klingonen mehr als gelungen. Es tut mir deshalb fast weh, diesem Teil keine bessere Benotung zugestehen zu können. Doch das ganze Drumherum, von der Auswahl der handelnden Charaktere über die Plotentwicklung lassen einfach nicht mehr als ein besseres Mittelmaß zu.

Zuallererst muss leider wieder darauf hingewiesen werden, dass die deutsche Übersetzung von Horst Pukallus grottenschlecht ist. Ich habe diese nach etwa 40 Seiten weggelegt und das Buch auf Englisch weiter gelesen. Wenn Data im Original sagt: "Dies gilt allerdings für beide Seiten", der Übersetzer ihm dafür aber "Und umgekehrt wird ein Schuh draus" in den Mund legt, so kann man meine Reaktion vermutlich nachvollziehen.

Es gibt zwei Handlungsschauplätze: zum einen die wie eine Festung abgeschirmte Kolonie der Siedler, zum anderen den Wald, wo die Klingonen hausen. Zu den Siedlern wird als einzige Föderationsvertreterin Ro Laren geschickt, um die auffälligen seismischen Störungen auf dem Planeten zu überwachen. Das ist insofern unlogisch, als sich die Siedler von der ersten Minute an als massiv rassistisch erweisen und ungeniert darauf hinweisen, dass sie es als Zumutung empfinden, mit Nicht-Menschen kommunizieren zu müssen.

Picard weiß das und bestückt sein gesamtes Außenteam mit "Aliens": Worf, Troi und Data sind dazu ausersehen, Kontakt mit den Klingonen aufzunehmen. Nun gut, Worf ist logisch und Data aufgrund seiner relativen Unverwundbarkeit auch. Aber Troi? Wozu braucht man im Kontakt mit blutrünstigen Klingonen eine Empathin, vor allem wenn die Mission darin besteht, den Klingonen über mehrere Tage und Nächte hinweg durch die Wildnis nachzulaufen? Letztlich erweist sich Troi auch als absolut nutzlos, sie stellt lediglich fest, dass viele Emotionen durch den Raum schwirren.

Der nächste Punkt ist das extrem xenophobe und bigotte(!) Verhalten der Siedler. Diese stammen von der Erde und sind dort auch aufgewachsen. So, wie sie sich verhalten (sie schrecken weder vor Beschimpfungen übelster Art, noch vor Hinterhalten, Folter und versuchtem Mord zurück), stammen sie eher von der Erde des 20. Jahrhunderts, nicht von einem Planeten, der als Sternenflottenbasis unzähligen befreundeten außerirdischen Rassen als Wahlheimat dient. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass derart unverhohlener Rassismus von der Sternenflotte geduldet würde, Picard hätte gleich zu Beginn seiner Mission massiv dagegen einschreiten müssen.

Aus dem 20. Jahrhundert scheinen aber auch die Tricorder des Außenteams zu stammen, denn niemandem fällt auf, dass sich eine als Mensch getarnte Romulanerin unter den Siedlern befindet. Die Terraner sind letztlich nämlich doch nicht genuin böse, sie werden nur von der Romulanerin aufgestachelt. Diese möchte die Siedler und die Klingonen dazu bringen, dass sie einander die Schädel einschlagen, damit das romulanische Imperium den Planeten, der nahe der Neutralen Zone liegt, okkupieren kann. Und um dies zu erreichen, begibt sich die Spionin des Nachts immer wieder heimlich in das Lager der Klingonen, erscheint deren Anführer als "Große Göttin" und hat Sex mit ihm, um ihn sich gefügig zu machen. Ja, so funktioniert das. Worf behauptet zwar, der Weg zum Herzen eines Klingonen gehe über seinen Magen, aber die Romulanerin hat offensichtlich einen nicht minder effektiven Schleichweg gefunden. Ganz abgesehen von dieser hanebüchenen Grundlage wird ziemlich schnell klar, wer die Spionin ist und deren dramatische Aufdeckung wirkt etwas später recht platt.

Ohne zu viel über den Ausgang verraten zu wollen, sei noch verraten, dass letztlich eine Naturkatastrophe dazu beiträgt, dass Siedler und Klingonen nach fast 300 Seiten blutigen Hasses binnen Minutenschnelle zu besten Freunden werden. Weiters kommt ein 12-jähriges supergeniales Kind vor, das mit seiner unerträglichen Altklugheit selbst einen Wesley Crusher aus der ersten Staffel von TNG als Sympathieträger erscheinen lässt.

All diese gebündelten Nachteile lassen den Roman in einem vernichtenderen Licht dastehen, als er es verdient. Die Geschichte ist spannend und kann vor allem Klingonenfreunden durchaus empfohlen werden - allerdings nur auf Englisch.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Kriegstrommeln"

Originaltitel "War Drums"

Buchreihe The Next Generation

Autor John Vornholt

Übersetzer Horst Pukallus

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 349 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5312

ISBN 3-4530-8567-1

(ru - 29.05.10)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017