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Nina Ruzicka (ru)29.05.10

"Nacht über Oriana"

Laurell K. Hamilton

Inhalt

Nachdem auf Oriana mehrere hunderte Jahre lang ein Bürgerkrieg geherrscht hat, ist der Planet verwüstet und vergiftet. An der Oberfläche kann man sich nur mit Schutzanzug und auch dann nur kurz aufhalten, Vegetation und Bevölkerung sind im Aussterben begriffen, doch die Animositäten der zwei verfeindeten Gruppen, die Torlick und die Venturi, besteht nach wie vor.

Trotz allem haben sich nun beide Anführer dazu entschlossen, in Friedensverhandlungen zu treten, welche von Captain Picard geleitet werden sollen. Begleitet wird Picard von Worf und Troi. Gleich zu Beginn wird klar, dass Aggression, Hass und Misstrauen zu einem integralen Bestandteil der Orianischen Gesellschaft geworden sind, so dass Rikers Sorge um die Sicherheit des Captains diesmal mehr als verständlich ist. Dennoch folgt die Enterprise kurz darauf dem Hilferuf eines in Not geratenen Schiffes und lässt das diplomatische Team ungeschützt auf dem Planeten zurück.

Und wirklich, es dauert nicht lange, da wird Picard auch schon des Mordes beschuldigt und soll hingerichtet werden: Zum Auftakt der Friedensverhandlungen ist nämlich der Anführer der Venturi vergiftet worden, und Picard gilt als Hauptverdächtiger, weil er neben dem Opfer stand.

Um die Friedensmission nicht zu gefährden, lässt sich Picard widerstandslos verhaften, ernennt Worf zum Ersatzbotschafter und soll binnen drei Tagen hingerichtet werden. Drei Tage, in denen Worf und Troi die Unschuld des Captains beweisen müssen.

Kritik

Nach Jahrhunderten des Bürgerkriegs gibt es auf Oriana endlich Friedensverhandlungen: Die Enterprise soll helfen. Doch bei der Konferenz wird Picard des Mordes verdächtigt...
Dieser Roman hat das Zeug, extreme Bewertungen zu erhalten - von sehr schwach bis sehr gut. Ich habe lange überlegt, in welche Richtung ich tendiere und dann doch für "eher schwach" entschieden.

Spannend ist die Geschichte, keine Frage, und auch die Nebenhandlung ist gut und in die Gesamthandlung integriert. Was mich persönlich daran gestört hat, ist die fehlende Logik, wenn man das Ganze betrachtet. Es scheint mir, dass sich der Autor das Ziel gesetzt hat, Worf in die für ihn mehr als unangenehme Rolle eines Diplomaten zu zwängen, ganz egal wie, und genau so fühlt es sich dann auch an. (Ironie der Geschichte, die der Autor natürlich nicht vorausahnen konnte: Worf wurde mehrere Jahre später tatsächlich Diplomat, nämlich Botschafter der Föderation im Klingonischen Reich.)

Die orianische Gesellschaft ist sehr eigentümlich strukturiert. Aufgrund der massiven Umweltzerstörung gebären die Frauen fast nur noch deformierte Kinder. Ein Faktum, das als große Schande gilt und von beiden Kriegsparteien verheimlicht wird. Die deformierten Kinder werden dann so lange in brutkastenartigen Einrichtungen gehalten, bis ihre Deformationen chirurgisch behoben wurden - falls dies überhaupt möglich ist. Man spricht nicht darüber, aber natürlich kommt das Föderationsteam schon binnen Stunden dahinter.

Es taucht eine weitere Partei auf: die "Grünen". Das sind Orianer, die gewaltlos leben und sich unterirdisch eine Art botanisches Paradies geschaffen haben, und zwar mit Hilfe von Gentechnologie. Deren Kinder sind nicht deformiert, da genetische Defekte schon vor der Geburt korrigiert wurden. Sie verfügen über das Wissen und das Potenzial, den Planeten zu retten. Da aber die Vergiftung des Planeten als große Schande und Tabu gilt, werden sie von beiden Kriegsparteien als Feinde betrachtet und wie Tiere gehetzt. Dennoch schafft es Picard, dass die Grünen auch an den Verhandlungsgesprächen teilnehmen dürfen - was ihnen jedoch keinen Vorteil bringt, da wie erwähnt der Mord passiert.

Auf der Suche nach dem wahren Schuldigen stellen Worf und Troi fest, dass Folter ein ganz normales und akzeptiertes Mittel zur Wahrheitsfindung auf Oriana ist. Demzufolge wird auch Picard gefoltert. Es werden ihm aber "nur" Schmerzen jenseits alles Vorstellbaren zugefügt, Folgeschäden seien nicht zu befürchten.

Ach ja, und dann stellt sich noch heraus, dass die Orianer in Wahrheit alle Empathen sind, "Erdheiler" um genau zu sein, sich dessen aber nicht mehr bewusst. Bevor der Krieg begann, waren sie nämlich eins mit ihrem Planeten, der sich als seiner selbst bewusster Organismus herausstellt.

Wie gesagt, wenn man alles von einer gewissen Distanz betrachtet, ist die Geschichte mehr als an den Haaren herbei gezogen. Unterirdische Wiesen und Wälder ohne Sonnenlicht? Woher haben die Grünen ihre Energie? Da sie als Feinde gelten, werden sie sich wohl kaum ins allgemeine Stromnetz einklinken können. Und überhaupt, die Sache mit den pflanzen- und friedensliebenden Naturbewahrern ist einfach zu kitschig. Wie auch die Sache mit dem "lebenden Planeten".

Hier schließt sich der Bogen zur Nebenhandlung: Das Schiff, das die Enterprise mit seinem Notruf von Oriana weggelockt hat, ist nämlich ebenfalls ein selbst-bewusster Organismus, und der Notruf wurde von einem bestochenen Bordmitglied veranlasst. Angezettelt hat das Ganze ein Orianer, nämlich derselbe, der auch für den Mord und die beinahe Hinrichtung Picards verantwortlich ist. Dies ist ein weiterer Schwachpunkt: Es ist eigentlich von Anfang an klar, wer der Schuldige ist, was die ganze Sucherei Worfs und Trois ein wenig aufgesetzt wirken lässt.

Bleibt noch der Schluss, der wie üblich gehetzt und unglaubwürdig klingt. Picard wurde von diesen Leuten ohne wirklichen Beweis gefoltert, und zwar in einem Ausmaß, dass er nur knapp dem Tod entging. Zwei Grüne hatten nicht so viel Glück, sie starben im Zuge der "Befragungen". Und was macht Picard? Er hat zum Abschied immer noch ein Scherzchen auf den Lippen und freut sich über die gelungene Friedensmission.

Wäre dieses Buch zu einer TV-Folge umgesetzt worden, hätte sie vermutlich viel Gelächter hervorgerufen. Die Orianer sind ein kleines Volk, schätzungsweise nicht über 1,50 Meter groß. Sich vorzustellen, wie Picard von ihnen gefoltert wird und wie Worf schließlich mit ihnen "kämpft"… es müsste ausgesehen habe, wie ein Kampf zwischen Rübezahl und den sieben Zwergen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Nacht über Oriana"

Originaltitel "Nightshade"

Buchreihe The Next Generation

Autor Laurell K. Hamilton

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 298 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5342

ISBN 3-45308-588-4

(ru - 29.05.10)


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