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Nina Ruzicka (ru)29.05.10

"Relikte"

Michael Jan Friedman

Inhalt

Dies ist die Romanfassung der Fernsehfolge "Besuch von der alten Enterprise" aus der sechsten Staffel. Ein erschreckend dümmlicher Titel, der für den Buchtitel gegen den Originaltitel der englischen Fassung, "Relics", ausgetauscht wurde.

Da es sich hierbei um keine Doppelfolge handelt wie bei so vielen anderen Romanfassungen, musste der Autor einige Details hinzuerfinden. Die Grundhandlung ist vorgegeben: Die Enterprise stößt in einem abgelegenen Raumsektor auf eine so genannte Dyson-Sphäre, ein künstliches Konstrukt riesigen Ausmaßes, das einen Stern umhüllt und an dessen innerer Hülle eine Klasse-M-Atmosphäre herrscht. Der Föderationstransporter Jenolan notlandete vor 75 Jahren auf der Hülle der Dyson-Sphäre und hinterließ nur einen Überlebenden; dieser war niemand geringerer als Captain Montgomery "Scotty" Scott.

Der Zweck dieser TV-Episode war einzig und allein der Gastauftritt James Doohans, und er hat ganz gut funktioniert, wenn die Handlung auch voller Fragwürdigkeiten war. Diese konnte Friedman nicht beseitigen, das war auch nicht seine Aufgabe und soll ihm nicht angekreidet werden.

Es gibt im Buch eine zusätzliche Nebenhandlung um einen arroganten Fähnrich und dessen gespanntes Verhältnis zu Riker, die einigermaßen gelungen ist. Außerdem wurde der Auftakt verlängert. In der Fernsehfolge geht alles recht schnell, die Befreiung Scottys aus dem Transporterpuffer wird im Teaser vor dem Vorspann abgehandelt. Im Buch lesen wir, wie es zu der ganzen Situation kam, und das ist der größte Gewinn dieses Buches.

Kritik

Roman zur TV-Episode "Besuch von der alten Enterprise"; Scotty und LaForge als Ingenieure. Kann das gut gehen?
Wie ich bereits erwähnte, dient die Handlung der Fernsehfolge einzig und allein dem Zweck, Scottys Auftritt irgendwie rationell zu erklären, und ich muss gestehen, dass dabei vom Drehbuchautor einige Unstimmigkeiten in Kauf genommen wurden. Die Aussage ist folgende: Ein alter Chefingenieur möchte gebraucht werden, kommt aber mit der neuen Technik nicht mehr zu Rande und ist jedem im Weg. Daraufhin fühlt er sich nutzlos und deprimiert. So weit, so gut.

Nun ist die Reaktion der Enterprise-Crew meines Erachtens aber nicht ganz logisch. Scott ist eine lebende Legende, sie behandeln ihn aber eher wie den nervigen alten Opa, der ständig von früher erzählt. Es wird auch keine Mitteilung an Starfleet geschickt, im Gegenteil, am Schluss besteigt Scotty ein Shuttle und fliegt damit weiß Gott wohin. Man sollte doch annehmen, dass Starfleet einen Veteranen seines Kalibers ein wenig ehrwürdiger behandelt. Aber gut, das ist der Fehler des Drehbuches, nicht des Romans.

Friedman gibt eine ausführliche und auch recht passende Einführung, wie der Unfall, der die Jenolan damals zur Notlandung zwang, überhaupt zu Stande kam. Dieser Teil ist sehr gut gelungen, wenn er auch wieder einen Punkt außer Acht lässt, den bereits die TV-Folge ignoriert hat: Sämtliche Besatzungsmitglieder der Jenolan sind ums Leben gekommen. Im Schiff herrscht teilweise noch eine Atmosphäre. Wo sind die Leichen hin? Es müssten nach 75 Jahren mumifizierte Reste übrig sein.

Scottys Verlassenheit wird sehr schön dargestellt, vor allem in einer etwas erweiterten Holodeck-Szene. In der TV-Folge lässt sich Scotty lediglich die leere Brücke der NCC 1701 zeigen, im Buch nutzt der Autor die Möglichkeiten, die das Fernsehen nicht hatte, nämlich auch die einstige Besatzung darzustellen. Ein junger Kirk, Spock, McCoy etc. beleben die Brücke, auf der sich Scotty kurzfristig wieder zu Hause fühlen kann. Dann sieht er jedoch sein gealtertes Gesicht in der Reflektion eines Terminals und resigniert wieder. Das wurde sehr schön ausgearbeitet. Wenn ich pingelig wäre, könnte ich fragen, woher der Computer all die Details der Konversationen (die einer realen Szene nachempfunden sind) wusste, aber ich bin ja nicht pingelig.

Nachdem die Enterprise in der Dyson-Sphäre eingeschlossen ist, erhalten wir eine zusätzliche Handlung um eine Außenmission. Riker, Troi und vier Fähnriche, darunter auch das arrogante Problemkind, untersuchen die innere Hülle, ob sich nicht vielleicht doch Bewohner dort befinden. Das tun sie nicht, dafür erhält der arrogante Fähnrich eine Lektion, die ihn Reue zeigen lässt und die Nebenhandlung ist damit abgeschlossen. Ein netter Zusatz, nicht mehr. Das Beste daran ist noch der Umstand, dass Friedman seine Nebenhandlung an einer Szene aus der TV-Folge aufgehängt hat. Er machte nämlich den namenlosen Fähnrich, der Scotty dessen Unterkunft zeigt, zu eben jenem aufsässigen Besserwisser. Ein recht geschicktes Unterfangen.

Der große Fehler, den die TV-Folge letztlich aufweist - Scotty und LaForge werden aus der Jenolan gebeamt, obwohl beide Schiffe aktivierte Schilde haben - wird hier nicht ausgeräumt. Schade, dabei wäre es recht einfach gewesen, die Schilde zu deaktivieren, kurz bevor das Schiff mittels Torpedos gesprengt wurde.

Alles in allem ist Friedman die Romanfassung durchaus gelungen, alle zusätzlichen Passagen integrieren sich gut in die Handlung und schmücken sie positiv aus. Dringend empfehlen kann ich das Buch aber auch nicht, da schon die TV-Folge als solche nicht überragend war und viel eher von der Anwesenheit James Doohans lebte als vom Inhalt an sich. Ein passables Büchlein also, für Sammler geeignet.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Relikte"

Originaltitel "Relics"

Buchreihe The Next Generation

Autor Michael Jan Friedman

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 234 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5419

ISBN 3-4530-9456-5

(ru - 17.12.10)


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