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Nina Ruzicka (ru)29.05.10

"Der Kronprinz"

Rebecca Neason

Inhalt

Der Planet Capulon IV steht kurz vor dem Beitritt zur Föderation, Captain Picard soll der Zeremonie als offizieller Vertreter beiwohnen. Der Beitritt ist unmittelbar nach der Krönung des Königs geplant.

Der junge Monarch hat viele ambitionierte Reformpläne, was die Zukunft seines Volkes betrifft, doch wird er Opfer einer Intrige. Von seinem eigenen Zwillingsbruder, dessen Existenz ihm bislang unbekannt war, wird er überwältigt und mithilfe eines verräterischen Vertrauten in ein Kellerverlies geworfen. Dort bleibt er nicht lange alleine, denn schon bald folgen ihm Captain Picard, Counselor Troi und eine franziskanische Nonne, die auf Wunsch des nunmehr entthronten Königs nach Capulon IV gekommen war, um sich dort um Waisenkinder zu kümmern.

Doch in letzter Sekunde kann die Krönung des falschen Königs verhindert werden.

Kritik

Der Planet Capulon IV soll der Föderation beitreten. Picard und Troi möchten den Kronprinz des Planeten antreffen, doch kommt natürlich wieder alles anders...
...und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Ich muss gestehen, die Lektüre dieses Romans habe ich passagenweise nur mittels Schnelllesen durchgehalten. Ich stelle jetzt mal folgende These auf: Die Autorin schätzt Romane von Victor Hugo und Alexandre Dumas d.Ä., außerdem hat sie die DS9-Episode "Die Legende von Dal'Rok" gesehen.

Das Buch ist nur mit viel Müh und Not als "Star Trek"-Roman zu bezeichnen, im Grunde ist es ein Fantasymärchen mit "Star Trek"-Versatzsstücken. Da ist ein Planet, auf welchem eine Zivilisation herrscht, die noch nicht den Warpantrieb erfunden hat, und dennoch wurde ein Erster Kontakt initiiert. Picard besteht wieder mal darauf, allein und ohne jeglichen Schutz (nur in Begleitung von Troi und Schwester Veronica) auf den Planeten zu beamen. Dort wird ihm gleich mal mitgeteilt, dass der König (bei dem es sich mittlerweile um den bösen Zwillingsbruder handelt) frühestens in zwei Tagen für ihn Zeit hätte - und das Team verbleibt die ganze Zeit über brav auf seinem Zimmer!

Der wahre König ist ein richtiger Märchenprinz, fromm bis in die letzte Faser seines Herzens, und seine zukünftige Frau ist es ebenso. Genau wie die Frauenfiguren bei Victor Hugo ist sie jedoch ein bisschen dämlich, daher agiert sie bei ihrem Rettungsversuch höchst ungeschickt. Da muss dann schon Troi mithilfe der telepathisch begabten Nonne einen geistigen Hilferuf an Riker schicken.

Kommen wir gleich mal zu der Nonne. Nicht nur, dass auf der Erde immer noch Franziskanerklöster existieren, betreibt der konkrete Nonnenorden der "Kleinen Mütter" interplanetare Missionen: Sie kümmern sich um ausgestoßene, weggelegte und misshandelte Kinder. Picard ist ein großer Bewunderer dieser Nonnen, schon seit seiner Jugend, und verträumt erinnert er sich an ein Erlebnis zurück, als er ergriffen in einer Kapelle stand. Gene Roddenberry hat sich spätestens hier im Grab umgedreht.

Zwar wird durchaus betont, dass die Religion im 24. Jahrhundert nicht mehr den Furcht einflößenden Stellenwert vergangener Tage hat, aber Mutter Veronica vermeint nach wie vor den Zorn Gottes auf sich lasten zu fühlen. Sie ist nämlich eine geborene Telepathin, die nie mit ihrem Talent, das sie als Kainsmal betrachtet, umzugehen gelernt hat, deshalb leidet sie in Anwesenheit von Menschen unter dem Ansturm derer Gedanken. Troi nimmt sich der Schwester an und braucht erst einmal eine gute Weile, bis die hysterische Nonne ihre Ängste so weit in Griff hat, dass sie sich von Troi nicht wie vom Teufel verfolgt fühlt und deren Hilfe akzeptiert. Aber Zeit hat Troi zum Glück genug, denn die Reise dauert mehrere Wochen - die Enterprise fliegt nämlich mit Warp zwei. Warum, das wird nicht erklärt.

Auf Capulon IV kommt das telepathische Potential Schwester Veronicas dann natürlich wie gerufen, denn die Bewohner entpuppen sich als verkappte Telepathen, die nach Jahrhunderten der Abschirmung erst wieder lernen müssen, sich zu öffnen. Und das wird ihnen Mutter Veronica letztlich auch beibringen.

"Star Trek"-Romane haben immer wieder die Eigenschaft, dass die Autoren das Ende übereilt in einigen Absätzen hinschleudern. Dieser hier leidet am Gegenteil. Das Ende will einfach nicht in Sicht kommen, die Szenen fallen von einem Kapitalkitsch in den nächsten, die Guten werden immer besser, und die Bösen ereilt natürlich ein mildes Urteil. Würde man sie härter bestrafen, ließe man sie dieses Buch lesen.

Nur, weil es stilistisch noch schlechtere Trek-Romane gibt, erhält dieser hier keine Nullwertung.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Der Kronprinz"

Originaltitel "The Guises of the Mind"

Buchreihe The Next Generation

Autor Rebecca Neason

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 300 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5414

ISBN 3-4530-9865-X

(ru - 29.05.10)


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