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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)21.06.16

"Das Licht der Fantasie"

Jeffrey Lang

Inhalt

Nach den traumatischen Ereignissen von Cold Equations ist Data nicht nur unter die Lebenden zurückgekehrt, er hat auch kurz darauf seine Geliebte verloren. Geblieben ist ihm unverhofft seine Tochter, auf die sich seine Liebe nun konzentriert. Um Lal zu schützen, entscheidet sich Data, den Dienst in der Sternenflotte zu quittieren. Als sicheren Hafen wählt er ausgerechnet Orion Prime. Hier führt er das Finanzimperium Noonien Soongs weiter, während seine Tochter vor zu vielen neuen Eindrücken geschützt ist, die ihre Prozessoren überfordern könnten.

Doch das neue Glück hält nicht lange. Lal ist rasch gelangweilt und möchte mehr von der Welt sehen. Trotz großer Bedenken gibt Data nach und lässt Lal mehr Freiraum, während er selbst mit neuen Berufen experimentiert. Gerade als sich das komplizierte Vater-Tochter Verhältnis beruhigt hat, wird Lal entführt. Der holografische Professor James Moriarty ist zurückgekehrt. Er hat durchschaut, dass er einst nicht vom Holodeck befreit wurde, sondern in eine weitere Simulation transferiert wurde. Die Umstände dieser Entdeckung waren außerordentlich tragisch. Nun fordert er von Data, ihm einen Körper zu besorgen, mit dem er endgültig vom Hologramm zur künstlichen Intelligenz im "echten" Universum werden kann. Zusammen mit Commander La Forge bemüht sich Data darum, den Forderungen des intelligenten aber auch sehr traumatisierten Moriarty nachzukommen, um seine Tochter zu retten.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Professor Moriarty hat Datas Tochter Lal entführt. Zusammen mit Geordi macht Data sich daran, Moriarties Forderung nach einem neuen Körper zu erfüllen.
"Cold Equations" endete mit einer hanebüchenen Handlung, in der zwar das Schicksal der gesamten Galaxis auf dem Spiel stand, der Leser aber aufgrund einer abstrusen Handlung weder Spannung noch Spaß empfand. "The Light Fantastic" wurde als Fortsetzung der damaligen Ereignisse angekündigt. Die Handlung klingt mindestens so abstrus: Zwar steht diesmal nicht das Schicksal der gesamten Galaxis zur Disposition, aber Data muss sich mit einem äußerst intelligenten Hologramm auseinandersetzen. Anders als dem Abschlussband von David Mack, gelingt es Jeffrey Lang dabei jedoch hervorragend sowohl ein eindringliches Bild von Data als auch von "technischen" Minderheiten zu zeichnen.

Die größte Stärke des Romans ist das hohe Tempo und die damit verbundenen Ortswechsel. Mit Datas Schiff, der Archeus, machen sich Data, La Forge und die künstliche Intelligenz an Bord, Shakti, auf die Suche nach dem Ursprung Moriarties Macht und nach einem Körper für den Professor. Zuerst führt ihre Reise sie zum Daystorm Institute, wo sie Moriarty vermuten. Später werden jedoch auch das neue Deep Space Nine sowie der aus der Originalserie bekannte Harry Mudd und der Androidensammler Kivas Fajo besucht. Dabei kommt es nie zu Actionszenen. Stattdessen erzeugt Lang ausschließlich aus den Dialogen, Datas Tricks und dem Schicksal Lals Spannung. Dies gelingt ihm in jeder Episode ausgesprochen gut. Allein Datas Tricks reichen dabei aus, um den Leser bei Laune zu halten. Aber auch die Dialoge, die Reflektionen über die Motive Moriarties und die dahinterliegenden allgemeinen Probleme von Androiden und Hologrammen sind sehr überzeugend.

Lang stellt jede Figur überzeugend dar. Datas Verwirrung über sein neues Selbst, seine Emotionen und seine Möglichkeiten, wird sehr deutlich. Der Leser versteht Geordies Schwierigkeiten, seinen alten Freund zu verstehen und fühlt gleichzeitig Datas Unsicherheit und Unfähigkeit, sich selbst zu verstehen. Lang gelingt außerdem das Kunststück, alle anderen Charaktere ebenfalls in all ihren Facetten zu skizzieren. Moriarties Skrupellosigkeit beim Erreichen seines Zieles wird verständlicher, wenn man von dem Verlust seiner (holographischen) Kinder erfährt. Selbst für Harry Mudd und Kivas Fajo kann der Autor einige Sympathien herausspielen, indem er ihre pathetischen Zwänge (ewiges Leben bzw. Sammlerwahn) in eindringlicher Form mit der Realität ihrer Erreichten Taten kontrastiert. Zuletzt gelingt es dem Autor auch, eine überzeugende und in ihrer Naivität geradezu berührende Romanze zwischen der künstlichen Intelligenz Shakti und dem Daystrom Ingenieur Albert Lee anzubahnen.

Abgerundet wird dieser gelungene Roman mit Langs Fokus auf "technische" Minderheiten. Bei seiner Suche nach Moriarties Machtzentren kommt Data mit vielen Hologrammen und Androiden in Kontakt. Lang zeichnet ein sehr differenziertes Bild der Situation. Vor allem Hologramme wie Vic Fontaine oder der Doktor der Voyager haben sehr viel Verständnis für Moriarties Situation. Sie sehen ihn als Opfer eine Gesellschaft, unter der sie ebenfalls bereits zu leiden hatten. Androiden wiederum stehen nicht automatisch auf Datas Seite und stehen der ganzen Situation (je nach Alter) sogar äußerst indifferent gegenüber. Insgesamt gelingt es Lang, ein sehr gelungenes Bild dieser beiden eher überschaubaren "Communities" zu zeichnen. Diese Auseinandersetzung lässt den Leser nicht nur darüber nachdenken, wie die so inklusive Föderation bestimmte Gruppen doch ausgrenzt, sondern erweckt auch den Wunsch nach mehr Geschichten aus diesem "Milieu".

Fazit: Während es "Cold Equation" nicht gelang, Interesse an der Androiden Community zu erwecken oder Spannung zu erzeugen, vermag "The Light Fantastic" beides. Basierend auf einer spannenden Handlung, führt Lang den Leser an viele Orte und erzählt spannende Geschichten, in deren Verlauf die Lals Entführung nicht nur plausibel erscheint, sondern die beteiligten Charaktere in all ihren Facetten überzeugend und bewegend beschrieben werden. Mit diesem spannenden wie überzeugendem Roman erweckt Lang den Wunsch nach weiteren Erzählungen aus dem Androiden / Holgramm-Umfeld.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Der elfte TNG-Roman bringt einige Bekannte zurück ins Rampenlicht, darunter, wie das Cover schon zeigt, Data und Lal. Davon abgesehen schließt sich von der TNG-Crew aber nur Geordi der Handlung an, wer also auf einen Auftritt der Enterprise hofft, könnte etwas enttäuscht werden.
Professor Moriarty hat Datas Tochter Lal entführt. Zusammen mit Geordi macht Data sich daran, Moriarties Forderung nach einem neuen Körper zu erfüllen.

Die Handlung selbst startet auch altbacken. Die Enterprise trifft auf eine im All schwebende Schildkröte, auf deren Rücken Elefanten eine große Scheibe tragen, die... nein, natürlich nicht! Dennoch sei hier der kleine Vergleich gestattet, denn auch der erste Scheibenwelt-Roman trägt den Titel "Das Licht der Fantasie". Bei TNG geht es natürlich nicht um Magie sondern um harte reale Fakten.

Und die sehen derart aus, das Moriarty zurückkehrt und Datas Tochter Lal entführt. Wer also die Vorgänger nicht kennt (namentlich die "Kalte Berechnung-Trilogie") der wird sich an dieser Stelle vielleicht fragen, wie das sein kann. Aber ja, Data und Lal sind wiederauferstanden und nicht nur das, auch andere alte Bekannte werden zurückgeholt, und damit ist nicht Moriarty gemeint, sondern die Androiden. Dies beginnt mit der Gemeinschaft der Androiden aus Langs Roman "Das Unsterblichkeitsprinzip" (bei uns noch als einer der letzten Deutschen Romane bei Heyne erschienen) und führt über die vergessenen Androiden aus der Kirk-Ära, namentlich die Mudd-Androiden.

Auf der einen Seite ist es natürlich schön, das hier der Bogen zu Classic geschlagen wird. Auch das Auftauchen von weiteren alten Bekannten wie Mudd oder Fajo ist gut zu lesen und es ist sicher auch zu einem gewissen Grad Fanservice, der hier Wunsch des Gedanken war. Auf der anderen Seite gibt es Androiden zuhauf in der Galaxis, was Data und Konsorten etwas die Eigenheit nimmt, die einzigen zu sein. Auch das Thema um Moriarty wirkt etwas ausgelutscht.

Moriarty entführt (mal wieder) jemanden (in diesem Fall Lal) und will (mal wieder) einen Körper haben. Dabei bringt er (mal wieder) Menschen in seiner Umgebung in Gefahr (oder diesmal besser: Androiden). Das er dabei eigentlich das tragische Opfer ist, denn immerhin war er eingeschlossen, mag zwar sein und wird auch ausufernd dargestellt, man kommt aber dennoch von dem Gefühl nicht los, das alles schonmal so oder so ähnlich gesehen (oder gelesen) zu haben. In die gleiche Kerbe schlägt auch Lals Pubertätsphase, denn nach einiger Zeit wirkt sie einfach nur noch unglaublich nervig und man wünscht sich schon fast, man könne auch sie abschalten, Naivität hin oder her.

Natürlich dürfen bis zum Ende alle Charaktere wieder die ein oder andere Wandlung durchmachen. Das ist sogar recht gut geschrieben, Star Trek typisch also ein Charakterspiel der netten Sorte, kleiner Twist am Ende inklusive. Allerdings muss auch gesagt, das es keinerlei Action in diesem Roman gibt, er ist und bleibt wirklich eine stille Charakterstudie um die Androiden.

Und hier ist es eben wieder enttäuschend, das Moriarty am Ende wieder wie üblich überlistet wird. Ja, das Verhalten ändert sich später, aber ein Roman, in dem Data und er hätten zusammenarbeiten müssen, hätte in vielerlei Hinsicht besser funktioniert, als die x-te Entführungsgeschichte oder den x-ten Moriarty-Aufwasch. Immerhin hat Lal am Ende wohl am meisten gelernt.

Fazit: Ein stilles Charakterspiel ohne große Action, das allerdings daran krankt, das quasi nur altbekanntes wiederholt wird und der versierte Leser vieles vorausahnen kann. Immerhin gibt es ein paar schöne, Star Trek-typische Charakterszenen und Verweise zu alten Serien zu sehen, was den Roman vor dem Absturz bewahrt.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Das Licht der Fantasie"

Originaltitel "The Light Fantastic"

Buchreihe TNG - The Second Decade

Autor Jeffrey Lang

Übersetzer Rene Ulmer

Preis 14.- Euro

Umfang 365 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 9783864257889

(wc, tg - 21.06.16)


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