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Jörn Podehl (jp)17.09.05

"A Time to Sow"

Dayton Ward & Kevin Dilmore

Inhalt

Der Vorfall im Rashanar-Sektor hat einen schweren Makel an Picards Karriere hinterlassen: Er fällt bei der Sternenflotte in Ungnade. Darunter leidet nicht nur er, sondern auch seine Crew; somit ist der Ruf der Enterprise ruiniert.

Um Picard aus der Schusslinie der Diplomaten zu bringen, wird er mit der Enterprise in einen weit entfernten Bereich des Quadranten geschickt und soll einem vor Jahrhunderten gesendeten Notruf nachgehen. 2151 haben Notrufsonden des Volkes Dokaalan das zukünftige Gebiet der Föderation erreicht, sind aber ohne Antwort und unbeachtet geblieben. Die Wahrscheinlichkeit, jetzt, knapp 230 Jahre später, dort noch Leben zu finden, ist mehr als gering - die ideale Aufgabe für einen ausgemusterten Captain.

Doch der Schein trügt. Nach der Zerstörung des Hauptplaneten im Dokaalan-System können sich viele Dokaalaner auf die abseits liegenden Kolonien flüchten und planen ihrerseits eine neue Welt in einem großen Asteroiden zu bauen. Voller Erstaunen und Ehrfurcht müssen sie nach der Ankunft der Enterprise akzeptieren, dass es außer ihnen noch andere Lebewesen im Universum gibt.

Trotz aller freundlichen Gesten und Hilfsangeboten durch Picards Crew sind die Dokaalaner skeptisch, verstecken aber ihren Unglauben hinter schönen Worten. Genau wie das dunkle Geheimnis, das die Hilfsmaßnahmen der Enterprise-Offiziere zunichte macht…

Kritik

Die Enterprise-Crew entdeckt die letzten Überlebenden der Dokaalan-Zivilisation. Steckt vielleicht mehr dahinter?
Dieses Buch setzt die bis dato zwei Romane alte "A Time to…"-Serie fort und schlägt die nächste Brücke zwischen "Der Aufstand" und "Nemesis". Was ist bis jetzt geschehen, das die "The Next Generation"-Crew in dem zehnten "Star Trek"-Kinofilm so verändert hat?

Bereits in "A Time to Be Born" und "A Time to Die" hat Data seinen Emotionschip verloren und fällt wieder in die für seine Freunde ungewohnte Gefühllosigkeit zurück. Wesley Crusher ist von seiner Ausbildung mit dem Reisenden nach Hause gekommen; Riker konnte erneut die Kommandoluft schnuppern, als er die Enterprise zurück in den Rashanar-Sektor befehligen sollte; Picard ist jetzt ein mehr oder weniger geächteter Offizier; Beverly hat ein Angebot von Starfleet Medical bekommen…

Der Anfang von "A Time to Sow" lebt von Datas Emotionen, beziehungsweise von der Abwesenheit derselbigen. Während der Reise nach Dokaalan entstehen einige Gelegenheiten, Charaktere zu prägen. Und das gelingt gut durch mitfühlende Szenen, wie die zwischen Data und Geordi. LaForge ist über Datas Apathie sehr enttäuscht und benimmt sich zukünftig anders. Das fällt sogar einigen Kollegen auf, die sich über Geordis Traurigkeit erkundigen.

Dayton Ward und Kevin Dilmore haben die Dokaalaner sehr schön beschrieben und nicht einfach als monotones 08/15-Volk abgestempelt. Man erfährt einiges über ihre Kultur und ihre Ordentlichkeit; es fällt den Starfleet-Offizieren auf, dass die Dokaalaner ihre Arbeiten außergewöhnlich sorgfältig erledigen und ihre Quartiere sehr pflegen. Ich gehe von einer noch genaueren Beschreibung im nächsten Band ("A Time to Harvest") aus, die hoffentlich denselben Umfang und Substanz wie die aus dem "The Next Generation"-Buch "Träumen Kometen?" haben werden.

Mit jedem weiteren Roman der "A Time to…"-Reihe wird die Enterprise mehr zu einem Schiff ohne Zukunft und zu einem Unglücksbringer. War Picards Schiff einst ein Sammelpunkt für die besten Offiziere der Flotte, ist sie heute ein schwarzer Fleck auf jeder weißen Karriereweste. LaForge sieht dies zutreffend: "Ich will nicht gute Leute verlieren, weil es auf der Enterprise nicht mehr genug gibt, das sie hier hält…" (Seite 59). Kann man sich so etwas vorstellen? Vielleicht ist das der größte Kritikpunkt der "A Time to…"-Saga: Warum müssen Picard und seine Crew den (Weltraum-)gang nach Canossa antreten? Mir ist nicht ganz klar, wieso der geschätzte Captain in den Focus der hohen Tiere geraten muss, wenn er der Menschheit schon so viele gute Dienste erwiesen hat. Zuerst Picards Außenseiterdasein in "Der Erste Kontakt" und jetzt in dieser Serie. Schade eigentlich und nicht besonders originell.

Es gibt ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten, wie zum Beispiel Kell Perim, die als Steuermann in der "Aufstand" das Schiff lenkte, und Worf, der unglücklich auf Qo'noS festsitzt und lieber aktiv anstatt ein Schreibtischhengst sein möchte. Selbst den Vulkanier Taurik aus der "The Next Generation"-Episode "Beförderungen" hat man nicht vergessen, er ist mittlerweile stellvertretender Chefingenieur. Solche Kleinigkeiten machen dieses Buch aus und geben es die Richtung "Charaktergeschichte".

Einen weiteren Gastauftritt hat Admiral Forrest, als er mit den Vulkaniern über die gefundene Raumsonde der Dokalaaner spricht. Die Autoren Ward und Dilmore lassen die Szene Tage vor der "Enterprise"-Episode "Das Eis bricht" spielen und machen die eine oder andere Anspielung. Danach geht es dann mit Kapitel Drei im Jahre 2378 weiter. Gefreut hat mich, dass bereits die Xindi am Rande erwähnt wurden, obwohl damals noch nicht unbedingt klar war, dass der umstrittene Handlungsbogen "Star Trek"-Canon werden sollte. Es war ja abzuwarten, ob "Enterprise" überhaupt nicht als Holodeckabenteuer abgehakt werden würde.

Die Hauptgeschichte - auf der Suche nach Überlebenden- wird ab und zu durch Tagebucheinträge des Dokaalaners Hjatyn unterbrochen, in denen die schrecklichsten Momente seines früheren Heimatplaneten geschildert werden, und an manchen Stellen sind sie derart mitreißend geschrieben, dass ich unsere Erde vor Augen hatte und dachte: "Hoffentlich passiert das nicht mal mit uns".

Dr. Crusher hat in diesem Buch ein schweres Los mit der Tatsache gezogen, dass das Sternenflottenhauptquartier einen neuen Leiter der medizinischen Abteilung sucht. Natürlich wägt sie es diverse Male ab und ist hin- und her gerissen. Letztendlich wird sie der Versuchung erliegen und die Enterprise nach "Nemesis" verlassen. Aber bis dahin ist es für sie noch ein steiniger Weg. Interessant hierbei ist, dass das Gespräch aus "A Time to Be Born" (Seite 207) mit dem medizinischen Leiter Yerbi Fandau hier in Briefform fortgesetzt wird (Seite 70). Gelegentlich wird Beverly von Selbstzweifeln gequält, wenn sie über ihren Weggang nachdenkt: "Warum fühle ich mich wie ein Verräter?" (Seite 73). Im Gegensatz zu den (Kino-)Filmen bekommt Crusher in diesen Romanen die Möglichkeit, sich etwas zu entfalten. Der bis jetzt am "schlechtesten" weggekommene Charakter ist Counselor Troi: Ihre Auftritte sind am Rande angesiedelt und eigentlich unwichtig. Mal einen aufmunternden Dialog mit Riker, das war's.

An einigen Stellen werde ich dennoch von dem vorliegenden Werk gequält: Trotz der interessanten Charakterbeschreibungen zieht sich das Buch in die Länge und wirkt oft etwas gedrungen. Dazu kommt ein eintöniger Schreibstil, der mich hier und da doch arg genervt hat.

Fazit: Eine schöne Charaktergeschichte mit Action und Tragik, interessant für Fans der neuen "Star Trek"-Richtung und womöglich wichtig, um den Gang der Charaktere zur "Nemesis"-Veränderung zu verstehen, aber dennoch kein unbedingtes Pflichtbuch.

Bewertung

Weitere Infos


Originaltitel "A Time to Sow"

Buchreihe The Next Generation

Autor Dayton Ward & Kevin Dilmore

Preis 6,49

Umfang 314 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 0-7434-8299-9

(jp - 17.12.10)


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