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Thomas Götz (tg), Martin Weinrich (wc)30.03.12

"Doppelhelix 2 - Überträger"

Dean Wesley Smith & Kristine Kathryn Rush

Inhalt

Wie die verdrehten Stränge mutierter Chromosomen erstreckt sich eine perfide Verschwörung fremder Mächte durch den gesamten Alpha-Quadranten - umspannt zahlreiche Jahre der Sternenflottengeschichte. Auf Terok Nor - die cardassianische Raumstation, die eines Tages als Deep Space Nine bekannt sein wird - hat sich eine ansteckende Krankheit ausgebreitet, die sowohl die versklavten Bajoraner als auch ihre cardassianischen Unterdrücker dahinrafft. Die beiden Gruppen geben sich gegenseitig die Schuld an der wachsenden Epidemie. Dr. Katherine Pulaski, die ehemalige Chefärztin der U.S.S. Enterprise, muss sowohl mit dem tyrannischen Gul Dukat als auch mit einer Spionin der Rebellen namens Kira Nerys zusammenarbeiten, um die wahre Herkunft der Infektion aufzudecken, die sie alle bedroht!

Kritik

1. Thomas Götz

Dr. Pulaski, ehemals von der Enterprise, muss auf Terok Nor einen gefährlichen Virus bekämpfen. Der zweite Band der "Doppelhelix"-Reihe bringt alte Bekannte zusammen.
Der zweite Roman der Crossover-Reihe "Doppelhelix" bietet diesmal ein Crossover der besonderen Art - und erneut ein wunderschönes neues deutsches Cover.

Zählen wir zunächst die großen Pluspunkte des Buches auf: Pulaski trifft Crusher (Großes Plus!), Pulaski trifft auf Gul Dukat, Pulaski trifft Kira und auch Schwester Ogawa ist mit von der Partie. Man sieht also bereits deutlich, dass ein Großteil des Romans sich auf Charaktere konzentriert, die eher nebensächlich behandelt, beziehungsweise im Falle von Pulaski nur ein Jahr bei TNG aktiv waren. Das der "aktiven alten" Ärztin ein derart großer Handlungsspielraum eingeräumt wird, ist auch ein großes Plus des Buches, denn ihre Charakterentwicklung kam ja in der Serie etwas zu kurz. Gut, die "Deep Space Nine"-Charaktere bekommen natürlich auch ihren Spielraum eingeräumt, allen voran Dukat, und alles in allem ist der Umgang mit den und die Entwicklung der Charaktere sehr gut getroffen.

Ein paar kleinere Pluspunkte gibt es allerdings auch noch. Kleinere Pluspunkte? In der Tat, denn Negatives gibt es an diesem Roman eigentlich nur zweifach zu berichten: zum einen ist er wiederum relativ dünn. Gut, im Vergleich zum Vorgänger hat man es von 200 Seiten nun immerhin auf 260 Seiten geschafft, allzu "fett" ist das aber auch nicht, auch wenn man sich dem 300 bis 400 Seiten Durchschnitt, den "Star Trek"-Romane normalerweise so haben, damit gut annähert. Dennoch drängt sich hier, wie schon beim Vorgänger, die Frage auf, warum man nicht aus einigen zweiteiligen Bänden einfach einen Großen gemacht hat.

Der zweite Negativpunkt ist die etwas dünne Handlung: Erneut setzt irgendeine ominöse Gestalt, über die man immer noch nichts weiß, ein Virus frei, diesmal auf dem "Testgelände" Bajor. Erneut greift ein Forscherteam der UFP ein und findet eine Heilung. Obwohl die Story hier nicht in genau denselben Bahnen abläuft wie in Band 1, bleibt der Grundtenor derselbe: Virus erschaffen, Heilmittel finden, bis zum nächsten Mal (da stellt sich doch glatt die Frage, ob das in den folgenden vier Bänden auch nach diesem Schema abläuft). Dies wirkt natürlich stellenweise etwas langweilig - und vielleicht ist es unter diesem Gesichtspunkt ganz gut, dass der Roman nicht mehr Seiten spendiert bekommen hat, denn richtig viel wäre aus diesem doch recht simplen Plot nicht mehr rauszuholen gewesen.

Doch wie bereits erwähnt, kann man ob der kleineren Pluspunkte, die dieser Roman bietet, gern darüber hinwegsehen. Denn der ganze Band hat einen etwas gesellschaftskritischen Unterton und bringt ein moralisches Dilemma auf den Punkt: Inwieweit sollte man einer Besatzungsmacht helfen? Sicher, Pulaski ist Ärztin und verpflichtet, Leben zu retten, sowohl das der Cardassianer als auch das der Bajoraner, aber wenn sie den Cardassianern hilft, wird die Unterdrückung und Ausbeutung (schön dargestellt durch die rigorose Überwachung auch des UFP-Teams) weitergehen und die UFP kann nichts dagegen tun. Natürlich spielt der Band drei Jahre vor der ersten "Deep Space Nine"-Folge und jeder weiß, wie die Sache letztlich ausgehen muss, dennoch regt diese, keinesfalls mit dem Zeigefinger vorgebrachte, Situation zum Nachdenken an, vor allem wenn man sieht, dass es auf beiden Seiten Fanatiker und Friedensliebende gibt. Und - man merkt es schon - das ist natürlich "Star Trek"-in Reinkultur, in superber Form und das macht den wirklich positiven Kern dieses Buches aus.

Dennoch gibt es auch hier einen kleinen Wermutstropfen, denn ganz so intensiv, wie man es sich vielleicht gewünscht hat, wird sich mit der Thematik nicht auseinandergesetzt. Und auch das Ende wirkt wieder etwas überhastet. Die Bajoraner proben am Ende den Aufstand, aber darauf wird später mit keinem Wort mehr eingegangen und auch Pulaskis Ex-Mann verschwindet so schnell in der Versenkung, wie er am Anfang des Buches aufgetaucht war. Hier ist wieder viel Potential unnötig verschenkt worden, aber sei es drum, dafür stimmt das Gesamtbild des restlichen Romans.

Fazit: Die Story mag nicht ganz den Gehalt anderer guter Trek-Storys aufweisen, die moralischen Fragen, die in diesem gut geschriebenen Buch aufgeworfen werden, regen aber zum Nachdenken an und präsentieren eine sehr schöne Geschichte im Geiste von "Star Trek", auf die man durchaus mal ein Auge werfen sollte.

2. Martin Weinrich

Der Ort für den zweiten Testlauf des Virus ist gut gewählt. Cardassianer und Bajoraner sind zu einer Zusammenarbeit theoretisch kaum in der Lage. Beide Seiten verachten einander, die Machtverhältnisse sind zudem höchst asymmetrisch. Aufgrund der offensichtlichen Unterdrückung der Bajoraner durch die Cardassianer ist ein Eingreifen fremder Mediatoren zudem von Seiten der Cardassianer unerwünscht. Der Verursacher des Virus konnte sich diesmal also sicher sein, dass die Arbeit gegen die Krankheit nur mühsam vorankommen wird.

Während im ersten Teil der Reihe die zufällige Ergreifung des Virus-Auslöser dafür sorgte, dass die Krankheit doch recht schnell eingedämmt werden konnte, durchkreuzt in diesem Roman ein anderer Zufall die Pläne der Unbekannten. Dr. Katherine Pulaski hat ihren Dienst auf der Enterprise gerade beendet, als ihr Ex-Mann und bajoranischer Arzt auf Terok Nor sie über die Krankheit informiert und sie um Hilfe bittet. Für die Cardassianer ist das aufgrund der einzigartigen Situation erträglich. Denn Pulaski ist zu dem Zeitpunkt nicht offiziell in einer Funktion in der Sternenflotte sie kann in zivil nach Terok Nor kommen.

Diese Konstruktion verstärkt die Bedrohung des Virus. Denn wieder ist es ein beinahe unglaublicher Zufall, der zu einem effektiven Kampf gegen das Virus führt. Es ist kaum vorstellbar, wie groß die Verluste wären, würde es keine zufällige Hilfe geben. Auch nach dem zweiten Roman ist dem Virus somit, außer der Hoffnung auch das nächste Mal Glück zu haben, nichts entgegenzusetzen. Denn selbst aus den Erfahrungen der Virusbekämpfung im ersten Teil lassen sich keine Schlüsse auf das neue Virus auf Terok Nor ziehen.

Nach dem Verlauf des ersten Romans ist es jedoch vorhersehbar, dass auch diese Krise im Rahmen eines Buches eingedämmt wird. Außerdem ist bekannt, dass zum Beispiel Dukat, Kira und Quarks Familie die Krise überleben. Spannung wird daher durch das Schicksal Pulaskis aufgebaut. Ihr weiterer Verlauf ist nicht gesichert, die Sternenflotte hat zudem kaum Möglichkeiten, sie zu retten, sollten die Cardassianer entscheiden, sie nicht zurück in die Föderation zu senden. Die Spannung wird dadurch verstärkt, dass es auch in diesem Roman schwer ist, Dukats Intentionen zu deuten. Er versucht, die grausamsten Vergehen an Bajoranern vor der Sternenflottendelegation zu verbergen. Dennoch ist klar, dass Pulaski und ihre Helfer einige Informationen in die Föderation mitnehmen werden. Es erscheint daher jederzeit möglich, dass Dukat deren Ausreise verweigert.

Die Nebenhandlung um Kira und ihre Tätigkeit in der Widerstandszelle weiß nicht wirklich zu überzeugen. Ihre Szenen mit Odo auf Deep Space Nine sind zwar ganz nett, fördern aber nichts Neues zutage. Den Platz hätte man nutzen können, um die Haupthandlung zu stärken.

Leider bleibt ein interessanter Aspekt der Handlung unberücksichtigt. Dr. Pulaski hat offensichtlich Schwierigkeiten damit, ihre Sympathien für die Bajoraner zu verbergen. Dennoch bleibt sie betont distanziert. Das rührt zum Einen aus Selbstschutz, zum Anderen aber, weil sie - ganz rational - weiß, dass sie allein wenig bewirken kann, während ihre Informationen in der Föderation große Sympathien auslösen können. Zu diesem Entschluss kommt sie sehr schnell, der Leser wird daran nicht beteiligt. Das ist schade, denn daraus hätte ein lesenswerter Handlungsstrang entstehen können.

Sehr gelungen ist hingegen der Aufbau der Krankheit. Sie entwickelt sich nämlich in Bajoranern und springt danach erst auf Cardassianer über. Das ist für Pulaski und ihren bajoranischen Ex-Mann natürlich eine gefährliche Entdeckung. Bei der Art, wie die Cardassianer gegen die Krankheit vorgehen, bestünde die Chance, dass die Cardassianer sich dazu entscheiden, alle Bajoraner zu vernichten. Daher müssen sie alles tun, um diese Information geheim zu halten. Es entbehrt jedoch nicht einer gewissen Ironie, dass der cardassianische Arzt dennoch den Eindruck hat, besonders gut mit dem Bajoraner zusammenarbeiten zu können. Die Täuschung gelingt also.

Der Eindruck einer guten Kooperation hält allerdings nicht lange an. Bereits am Ende des Romans stehen sich Bajoraner und Cardassianer feindlicher gegenüber als zuvor. Das liegt daran, dass der Verursacher der Seuche auch beim zweiten Mal wieder nicht entdeckt werden konnte. Dadurch können sich beide Seiten weiterhin frei gegenseitig beschuldigen. Das Klima ist somit noch vergifteter als zuvor. Leider weiß der Leser durch den Epilog aber bereits mit Sicherheit, dass dieselbe Person hinter den beiden bisherigen Krankheiten steckte. Das hätte man sich zwar denken können, aber diese Gewissheit hat man nun den Hauptcharakteren voraus.

Es ist daher zu hoffen, dass die nächsten vier Romane nicht nach demselben Schema ablaufen werden. Denn man möchte langsam wissen, wer die Kraft im Hintergrund ist und was sie mit ihren vielen Testläufen bezwecken möchte. Immer nur die zufällige Verhinderung einer Krankheit mitzuerleben, wäre auf Dauer langweilig.

Fazit: Die heikle politische Situation und die prekäre Sicherheitssituation des menschlichen Teams sind eine gute Bühne für das Virus und machen den zweiten Roman der Reihe deutlich interessanter und spannender als seinen Vorgänger. Die Serie ist somit auf einem guten Weg.

"Doppelhelix 2 - Überträger" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Doppelhelix 2 - Überträger"

Originaltitel "Double Helix 2 : Vectors"

Buchreihe The Next Generation

Autor Dean Wesley Smith & Kristine Kathryn Rush

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 260 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 9783864250125

(tg, wc - 10.08.12)


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