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Manrico Tenner (te)30.06.02

"Der letzte Schachzug"

John M. Ford

Inhalt

Die Enterprise dient diesem Roman nur als Rahmenhandlung, wobei das wörtlich zu nehmen ist, denn nur in Prolog und Epilog erscheint die Besatzung, welche soeben einen Kurzurlaub verlebt hat. Captain Kirk blieb währenddessen als einziger an Bord und erhält von McCoy nach seiner Rückkehr an Bord ein Buch, welches unter der Crew während des Urlaubs zu heftigen Kontroversen führte. Bei diesem Buch handelt es sich um einen Roman über den ersten Austausch von Botschaftern zwischen Menschen und Klingonen.

Im ersten Teil lernen wir Vrenn kennen, einen klingonischen Waisenjungen, welcher von Kethas, einem "Gedankenadmiral" adoptiert wird, dessen Kinder fast alle starben. Der Admiral lehrt ihn neue Strategien für das Klin zha. Dieses Spiel ist vergleichbar mit dem menschlichen Schach, nur wesentlich komplexer und umfangreicher. Sein Ziel ist es, dem Jungen Strategien fürs Leben zu vermitteln. Vrenn tritt später in die klingonische Flotte ein und verdient sich dort die Anerkennung seines Captains. Ein romulanischer Hinterhalt zerstört beinahe das Schiff, es wird aber durch Vrenn gerettet. Es stellt sich heraus, dass sein Vormund Kethas für diesen Zwischenfall verantwortlich ist. Daraufhin sagt sich Vrenn von seinem Adoptivvater los und nennt sich von nun an Krenn.

Im zweiten Teil hat sich Krenn bereits als Captain einen Namen gemacht und erhält den Auftrag, zur neutralen Zone zwischen klingonischem Reich und der Föderation zu fliegen. Er soll dort mit seinem "Friedensschiff" einen Botschafter der Föderation abholen und kurz die Erde besuchen. Da die Triebwerke jener Zeit noch nicht so leistungsstark sind, dauert der Flug mit Warp 4 ungefähr ein Jahr. Auf der Erde angekommen werden die Klingonen nicht nur positiv empfangen: Viele Menschen demonstrieren gegen die Föderation, den Völkerbund und besonders gegen die Verhandlungen mit den Klingonen.

Krenn kehrt mit Dr. Emanuel Tagore, welcher freiwillig als Friedensbotschafter in die klingonische Heimatwelt fliegen will, zurück an Bord seines Schiffes. Der Botschafter ist sehr pazifistisch eingestellt, und gibt den Klingonen mehr als nur ein Rätsel auf. Im Verlauf des Rückfluges kann ein Attentat auf den Botschafter gerade noch verhindert werden.

Im dritten Teil des Romans kommen Krenn und Tagore einer Verschwörung einiger Föderationsoffiziere auf die Spur und können sogar die Auflösung der noch jungen Föderation verhindern.

Kritik

Fiktion oder Realität? Ein interessanter Blick auf die klingonische Geschichte.
Dieses Buch beschäftigt sich ausnahmslos mit den Geschehnissen zirka hundert Jahre vor den Abenteuern von Captain Kirk und seiner Crew. Die klingonische Kultur ist sehr komplex und stimmig beschrieben, zeigt jedoch ein etwas anderes Bild als die Fernsehserien. Das Verhältnis der Klingonen zu ihren Dienern, beziehungsweise Sklaven ist sehr ausführlich geschildert, ein Punkt, den die Fernsehserien gar nicht behandeln. Interessanterweise gibt die klingonische Kultur in diesem Roman den Frauen einen fast gleichgestellten Status. In anderen Büchern wird leider das Gegenteil gezeigt (zum Beispiel in "Das Faustpfand der Klingonen").

Krenns Karriere gestattet einen Blick auf das Leben auf einem klingonischen Schiff: ständige Überwachung durch den Sicherheitsdienst, Feindseligkeiten untereinander und aus ständigem Verrat erzeugte Paranoia aller Klingonen.

Auffällig sind allerdings die vielen Intrigen in der klingonischen Regierung. Vor allem ab "The Next Generation" ist man soviel Verschlagenheit eher von den Romulanern gewöhnt. Bei seinem Aufenthalt auf der Erde lernt Krenn unter anderem McCoys Großvater, Sarek und den jungen Spock kennen (soll auf dem Cover dargestellt sein). Diesen "zufälligen" Begegnungen kann man geteilter Meinung gegenüberstehen, die Handlung selbst wird davon nicht beeinflusst. Seine Höhepunkte hat der Roman, wenn die gewaltbereiten Klingonen auf den pazifistischen Dr. Tagore treffen, also zwei grundsätzlich verschiedene Philosophien aufeinanderprallen. Krenn ist dank der Erziehung seines Vormunds Kethas ein Mann, der erst denkt und dann handelt, wodurch er sich von manch einem Klingonen unterscheidet. So können er und Dr. Tagore letztlich sogar Freunde werden. Ebenso wie Krenns Werdegang ist auch Tagores Hintergrund hervorragend ausgearbeitet. Ein ironischer Seitenhieb auf die etwas von sich eingenommene Föderation ist der Umstand, dass die Klingonen bereits einen viel leistungsfähigeren und leiseren Transporter besitzen.

Die auf dem Cover dargestellte Szene spielt zwar in der Handlung kaum eine Rolle, es geht jedoch um Strategien, Klin zha und die Beziehungen zwischen Klingonen und der Föderation. Treffender als einen mit einem Vulkanier (Spock) Schach spielenden Klingonen (Krenn) kann man den Inhalt wohl kaum illustrieren. Der Schreibstil ist fließend, die Handlung durchweg interessant, und da Kirk nur einen "Roman" über diese ersten Kontakte zwischen Klingonen und Föderation in den Händen hält, bleibt es am Ende uneindeutig, ob sich die ganze Geschichte wirklich so zugetragen hat.

Wer gerne mehr über die klingonische Kultur erfahren möchte und damit leben kann, dass dies kein Abenteuer der Enterprise ist, dem kann ich das Buch sehr empfehlen. Alle anderen werden wohl weniger begeistert sein.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Der letzte Schachzug"

Originaltitel "The Final Reflection"

Buchreihe Classic

Autor John M. Ford

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
9,80 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 330 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4528

ISBN 3-453-02779-5

Anmerkungen

Es gibt noch eine zweite Ausgabe, ein Sammelband (Bestellnummer 01/9744) zusammen mit dem Romulaner-Roman "Das Netz der Romulaner", gleichfalls nur noch antiquarisch zu erwerben.

(te - 30.08.06)


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